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•Marks Sicht•

Am nächsten Morgen weckte mich ein weiterer Regenschauer relativ früh. Der modrige Geruch der Hütte stieg mir wieder in die Nase. Ich hatte keinen Hunger und wollte eigentlich nur weiter. Nachdem ich mich also angezogen hatte, schrieb ich noch kurz ins Gästebuch: »Hey, there! Yesterday I came across new thoughts wich I will try to understand today. The night wasn't that comfortable but I think it will get better this night. Mark« Nachdem ich ein Foto gemacht hatte machte ich mich nach dem Regen auf den Weg. Erst nach knapp der Hälfte des heutigen Weges bekam ich langsam Hunger und aß eines der Brote, die ich gestern noch eingekauft hatte. Relativ früh erreichte ich die Hütte in Lilla Laxemar wusste aber sofort, dass ich hier nicht bleiben wollte. Überall lagen Mäuseköder und tote Fliegen. Ich konnte den Mäusekot noch riechen, was dazu führte, dass mir ziemlich schlecht war und ich sofort rückwärts wieder außer Hütte stolperte. Definitiv würde ich hier nicht schlafen. Also lief ich weiter. Es war noch früh genug. Irgendwann merkte ich, wie mein Handy vibrierte.

Eine Nachricht von Lena: „Ich hoffe der Abend mit den Jungs war wenigstens lustig", schrieb sie. Sollte das jetzt ein ironischer Seitenhieb sein oder ein ernst gemeinter Wunsch? Ich seufzte. An einer Bank, die einige Meter weiter aus einem einzelnen halben Baum gemacht war, setzte ich mich kurz. Was sollte ich antworten? Irgendwann schrieb ich einfach drauf los: „Das schönste war eigentlich, dass ich ihnen Satelite vorgespielt hab, weil da eine Gitarre rumstand." Vielleicht könnte ich sie damit ein bisschen besänftigen. Immerhin war der Moment wirklich irgendwie besonders für mich gewesen. Sofort hatte sie meine Nachricht gelesen und antwortete: „Wirklich?" Ich schmunzelte. „Ja. Hatte den mal für TVK gelernt aber mich nicht getraut ihn zu spielen", gab ich zu. „Es war bestimmt schön", schrieb sie zurück. Sie schien nicht mehr sauer zu sein. „Es tut mir leid, dass ich vergessen habe mich zu melden. Ich war in Gedanken und der Abend war so lang. Ich denke ab jetzt immer dran. Muss jetzt mal langsam weiter, hoffe es geht dir gut", schrieb ich noch schnell. „Mir geht's gut. Verfolg mal lieber weiter deine Gedanken, dafür bist du ja wandern. Meld dich nachher ❤️", war ihre letzte Nachricht bevor sie offline ging. Jetzt hatte sie auch ein Herz geschrieben.

Irgendwie glücklich machte ich mich also wieder auf den weg. Bedeutete dieses Herz... sie fühlte genauso wie ich? Wie fühlte ich überhaupt? Ich hatte mehr Gefühle für sie als Freundschaft aber Liebe war ein großes Wort und ich dachte nach Finja niemanden mehr so lieben zu können wie ich sie geliebt hatte. Es war so wahnsinnig schwer seine eigenen Gefühle zu verstehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen.

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