•Marks Sicht•
Am späteren Abend merkte ich, wie Lena immer mal wieder hoffnungsvoll Richtung Fenster sah. Der Himmel war klar und die Bedingungen für Polarlichter eigentlich ganz gut aber bis jetzt blieb die Nacht schwarz. Wir lagen immer noch auf dem Sofa vorm Kamin und genossen die Ruhe. In der Zwischenzeit hatten wir den Rest des Auflaufes gegessen aber ansonsten war nicht viel passiert. Als Lena irgendwann immer wieder die Augen zu fielen wollte ich grade vorschlagen ins Bett zu gehen, da sah ich ein helles Licht am Nachthimmel. Einen Moment lang sah ich noch raus und entdeckte dann tatsächlich Polarlichter. „Leni, schau mal", forderte ich sanft und deutete nach draußen. Kaum erkannte sie was ich meinte, strahlte sie mit den Polarlichtern um die Wette. „Sollen wir rausgehen?", schlug ich vor, woraufhin sie sofort aufstand und ich ihr eine der Decken hinhielt, bevor wir in Hausschuhen auf die Veranda traten. Wir hatten uns beide in die Kuscheldecke gehüllt und standen nur da. Ich hatte die Arme um sie gelegt als sie an meiner Brust lehnte und so sahen wir in den Himmel und beobachteten die tanzenden Lichter. „Happy Birthday", flüsterte sie verträumt. „Der ist längst vorbei, es ist kurz nach eins oder so", gab ich zurück, lächelte aber weiter vor mich hin. Sie zuckte auch nur mit den Schultern und lächelte weiter. Immer mal wieder sah ich ein paar Sekunden nur in ihr Gesicht. Sie war so entspannt und glücklich. Das machte sie immer doppelt so schön und mich ebenfalls unfassbar glücklich. Erst als ich die Gänsehaut auf ihren Armen sah, bemerkte ich, wie kalt es um uns herum eigentlich war. „Sollen wir langsam wieder rein?", fragte ich, da auch die Lichter langsam verschwanden. Lena nickte nur und so verschwanden wir schnell wieder ins warme Wohnzimmer. „Leni", sprach ich sie an, woraufhin sie sich zu mir drehte und mich erwartungsvoll ansah. Ich nahm ihre Hände in meine, spielte kurz an ihrem Verlobungsring und zog sie dann sanft zu einem Kuss heran. Zufrieden schlangen wir die Arme um den Körper des Anderen. Als wir uns lösten lächelten wir uns weiter an. Verträumt strich ich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Ich liebe dich", hauchte ich ohne nachzudenken und spürte sofort, wie mir nochmal wärmer wurde als sie daraufhin lächelte. „Ich dich auch", gab sie schließlich zurück und legte ihre Hand ebenfalls an meine Wange bevor wir uns nochmals küssten. Schmunzelnd machte sie irgendwann einen kleinen Schritt zurück, griff nach meiner Hand und warf mir ein laszives Lächeln zu bevor sie mich mit ins Batt zog, wo wir noch ein paar sinnliche Minuten genossen bevor wir einschliefen.
Tatsächlich wachten wir auch erst wieder auf, als es gegen zehn so langsam hell wurde. Müde hatte Lena sich näher zu mir gerobbt und den Kopf auf meiner Brust abgelegt. Wir waren nicht mehr dazu gekommen uns Schlafsachen anzuziehen aber es war auch irgendwie okay so. Ich strich sanft ihren glatten Rücken rauf und runter bis wir langsam wacher wurden und sie zu mir aufsah. „Guten Morgen meine Schöne", lächelte ich und bekam sofort einen kleinen Kuss zurück. „Sollen wir frühstücken?", fragte ich dann, woraufhin sie nickte. Also standen wir auf, zogen uns etwas über und begaben uns in die Küche um uns ein kleines aber feines Hüttenfrühstück schmecken zu lassen. „Wandern wir zurück heute?", fragte ich dann obwohl ich mir denken konnte, was die Antwort wäre. „Ich... also ich dachte wir wandern halt bis zur nächsten Straße und... den Rest mit Bussen oder so", gab sie zu und lächelte mich schief an. Ich lachte nur leicht und stimmte schließlich zu. „Fahren denn da Busse?", wollte ich dann wissen. „Keine Ahnung", gab sie dann zu und zuckte mit den Schultern. „Na dann... sonst fahren wir per Anhalter", meinte ich nur woraufhin sie mich überrascht ansah. „Was? Wir sind zwei erwachsene Menschen, können auf uns aufpassen und hier erkennt uns auch keiner", gab ich verwirrt zurück. „Ja... ja, schon gut. Irgendwie ist mir das nie geheuer gewesen aber man redet das ja vor allem Mädchen auch ein, nicht allein irgendwo mitzufahren", erklärte sie ihre Überraschung. Schmunzelnd nahm ich ihre Hand, die auf dem Tisch lag. „Ich pass schon auf dich auf", zwinkerte ich, was sie lächeln ließ.
Tatsächlich waren wir etwas später mit unseren Rucksäcken auf dem Weg zur nächsten Straße. Nach einer Busstrecke sah das aber beim besten Willen nicht aus und so liefen wir eine ganze Weile an der abgelegenen Straße entlang bis ein Auto von hinten kam, was tatsächlich anhielt. Nach einer kurzen Unterhaltung war klar, dass wir mitfahren durften und das sogar bis Reykjavik. Der Fahrer war nett und erzählte die Fahrt über immer wieder ein bisschen über die Umgebung. Als wir in der Stadt und schließlich wieder im Hotel waren, war es tatsächlich dann schon wieder fast dunkel. Es wurde langsam wirklich ein bisschen anstrengend mit den wenigen hellen Stunden des Tages klarzukommen aber auch das hatte gute Seiten. Es war zum Beispiel völlig normal, ab dem Nachmittag die meiste Zeit auf dem Zimmer zu verbringen. „Leni, ich würde mich kurz mit Laptop an den Tisch setzen. Mir ist grade etwas eingefallen", brach es plötzlich aus mir heraus. Irgendwie war da plötzlich so eine Idee und zum Glück kannte Lena solche Momente, sodass sie nur lächelnd nickte. Während ich also am Laptop saß und meine Idee in Worte und Töne umwandelte, saß Lena auf dem Bett und beschäftigte sich mit ihrem Handy. Immer mal wieder lachte sie leise aber durch meine Kopfhörer konnte ich das nicht wirklich hören. Für ein paar Minuten war ich wie im Tunnel. Als ich dann alles niedergeschrieben hatte, was ich jetzt im Kopf hatte, schaltete ich den Laptop aber wieder aus und setzte mich zu Lena. Auch sie legte daraufhin das Handy weg und kuschelte sich in meine Arme. Ich liebte das, wenn wir beide so kuschelbedürftig waren.
Kitschig ist auch irgendwie schön oder?
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Der Weg des Lebens
FanficAlles beginnt mit einer Wanderung zu sich selbst gespickt mit Erinnerungen und neuen Gedanken. Was daraus entsteht ist bei Erreichen des Ziels jedoch noch immer fraglich. Eine Geschichte aus Sicht von Mark Forster. Auszug aus Teil 15: Sofort saß ich...
