•Marks Sicht•Da ich ohnehin nicht schlafen konnte ohne zu wissen, wo Lena war, setzte ich mich auf den Balkon und wartete weiter auf irgendeinen Anruf. Es war mittlerweile fast zehn Uhr abends und ich hatte nur noch Angst um sie. Am liebsten wäre ich nach Berlin gefahren und hätte sie gesucht aber ich war in Aachen und hatte morgen ein Festival vor mir. Wenn ich bis dahin noch immer nichts von ihr gehört hätte, konnte ich den Auftritt nicht spielen. Dann würde ich wirklich nach Berlin fahren und sie suchen gehen. Sie war eine erwachsene Frau und wusste was sie tat aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass es ihr nicht gut ging. Plötzlich klingelte mein Handy und als ich Lenas Namen laß, hatte ich schneller auf den grünen Knopf getippt, als jemals zuvor. „Lena! Wo bist du? Geht's dir gut?", fragte ich direkt hektisch. „Mark... es... Ja es ist alles okay", murmelte sie schuldbewusst. „Oh man, ich hab mir Sorgen gemacht! Wo bist du denn? Bella hat auch schon nach dir gesucht", erklärte ich immer noch unruhig. „Ich bin im Hotel", sagte sie nur leise. „Aber... warum?", wollte ich verwirrt wissen. „Weil ich das Gefühl hatte, dass mir wer hinterher gelaufen ist. Ich wollte nicht irgendwelche Fotografen direkt zu meiner Haustür führen aber... vielleicht bekomm ich auch einfach n Verfolgungswahn. Ich... es tut mir leid, das wird mir einfach zu viel", erklärte sie und klang dabei ziemlich geschafft und traurig. Ich schwieg einige Sekunden, da ich nicht wusste, was ich noch sagen sollte. „Leni, ist okay, ja? Du bleibst im Hotel, wenn du dich da wohler fühlst und... und wir finden eine Lösung" sagte ich dann. „Wie willst du das denn lösen? Irgendwelche Paparazzi verfolgen uns auf Schritt und Tritt und wir können nichts tun. Das meiste ist nichtmal verboten", meinte sie verzweifelt. „Ich weiß aber wir bekommen das schon hin. Ich hab nur noch morgen das Festival und danach noch zwei. In einer Woche bin ich mit Auftritten durch für dieses Jahr und dann fahren wir weg", schlug ich vor. „Und wohin? Wir können nicht abhauen, dann kleben sie erst recht an uns, wenn wir wiederkommen", war sie der Meinung. „Das glaub ich nicht. Aber wenn es grad einfach zu viel ist, müssen wir uns die Zeit nehmen, zum Durchatmen", versuchte ich sie zu überzeugen. „Macht dir das alles eigentlich nichts aus?", fragte sie dann plötzlich. „Doch... es... natürlich nervt mich das und ich fühl mich auch ganz schön beobachtet aber... ich versuche es nicht an mich ran zu lassen. Wenn die uns kaputtmachen, haben sie gewonnen. Dann kriegen sie ihre Drama-Geschichten aber ich will das nicht. Ich lass die nicht gewinnen. Ich liebe dich, Leni und wir können das schaffen. Die können uns nicht für immer verfolgen", versuchte ich es weiter. „Ich liebe dich auch", war das einzige, was sie zurückgab. Auf der einen Seite tat es gut das zu hören aber es klang auch immer noch so verzweifelt, dass ich sie einfach gerne umarmt und nie wieder losgelassen hätte. „Morgen Abend nach meinem Auftritt setze ich mich in die Bahn und komm zu dir, ja?", schlug ich vor. „Du musst nicht wegen mir nachts Bahnfahren", gab sie sofort zurück. „Ich will aber. Ich will bei dir sein", erklärte ich nur. „O-Okay... Ich... ich brauch dich auch hier", gab sie schließlich zu. „Morgen Nacht komm ich. Versprochen und dann lass ich dich nicht mehr los, bis ich wieder auf die Bühne muss. Wie gesagt, dann noch zwei Auftritte und dann können wir vielleicht wirklich nur für ein paar Tage wegfahren. Einfach mal raus und kurz den Druck vergessen hm?", wiederholte ich meinem Vorschlag. „Okay, ja", stimmte sie diesmal zu. „Gut", lächelte ich aufmunternd. „Du musst schlafen, wenn du morgen spielst", meinte sie dann. „Ja... du solltest auch versuchen zu schlafen. Leg dich hin und vergiss den Scheiß um dich rum. Das wird alles wieder", gab ich zurück. „Ich geb mein Bestes... gute Nacht, ich liebe dich", sagte sie noch. „Ich dich auch, gute Nacht kleine Fee", war das letzte was ich noch sagte, ehe wir wohl auflegen mussten.
Müde fiel ich ins Bett. Ich war erleichtert, dass ihr nichts passiert war und schrieb auch kurz noch Bella aber ich machte mir immer noch Sorgen. Wenn die uns nicht bald in Ruhe lassen würden, war ich mir wirklich nicht sicher, ob wir das schaffen könnten. Es tat weh das zu denken aber es war die Wahrheit. Trotzdem versuchte ich den Gedanken abzuschütteln und zog die Decke über mich, um zu schlafen. Morgen Nacht wäre ich wieder bei ihr und könnte sie festhalten. Vielleicht vermissten wir uns auch einfach zu sehr und der Presserummel war gar kein so großes Problem wie wir dachten. Zumindest versuchte ich mir das einzureden, um schlafen zu können.
Lena ist wieder aufgetaucht aber wirklich gut geht es ihr nicht... Denkt ihr die Beiden schaffen es dem Druck standzuhalten bis sie weniger interessant sind?🤔
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Der Weg des Lebens
FanfictionAlles beginnt mit einer Wanderung zu sich selbst gespickt mit Erinnerungen und neuen Gedanken. Was daraus entsteht ist bei Erreichen des Ziels jedoch noch immer fraglich. Eine Geschichte aus Sicht von Mark Forster. Auszug aus Teil 15: Sofort saß ich...