•Marks Sicht•Als Martin, Finn und Nitti gegangen waren, musste ich langsam doch mal was arbeiten. Also startete ich meinen Laptop, um vom Sofa aus einige Mails zu beantworten und Reaktionen auf mein Album anzuschauen. „Hast du dich schon bedankt, bei den ganzen Leuten, die es gekauft haben?", fragte Lena irgendwann, die die ganze Zeit mit geschlossenen Augen an mir lehnte. „Stimmt... meinst du, ich soll eine Insta-Story machen?", schlug ich vor. Sie setzte sich auf und sah mich nickend an. „Gut, dann... hier ist es ja", meinte ich, als ich mein Handy gefunden hatte. Vor einer unauffälligen Wand machte ich also eine kleine Dankeschön-Story, bevor ich mich wieder aufs Sofa setzte. „Du musst morgen weg oder?", fragte Lena dann. „Ja... jetzt geht die Promo-Tour ja erst richtig los", meinte ich. Seufzend nickte sie und lehnte sich wieder an mich, als ich den Laptop zu mir geholt hatte. „Für wie lange bist du weg?", wollte sie wissen. Ich öffnete meinen Kalender und sah nach. „So zwei bis drei Wochen mit kurzen Unterbrechungen. Also ich bin immer mal einen Tag hier, alle sechs Tage glaub ich ungefähr. Dann bin ich seltener weg aber Besprechungen für die Tour stehen an", erklärte ich. Sie blieb still, hatte die Augen wieder geschlossen. „Du bist doch hauptsächlich zu Hause und im Studio, oder?", erkundigte ich mich. Sie nickte leicht. „Dann sehen wir uns immer wenn ich hier bin. Und ich werde dir so oft ich kann schreiben und abends telefonieren wir", meinte ich. „Klingt verlockend", murrte sie. Die Situation war scheiße. Wenn man grade so verliebt war, wollte man keine Minute getrennt sein aber es ging nicht anders. Ich war mir sicher, dass wir das schon schaukeln würden.
Erstmal arbeitete ich dann ein bisschen weiter. Die Reaktionen auf mein Album waren fast durchweg positiv und ich hatte noch viele Glückwünsche bekommen. Mit den Charts schien es auch gut zu laufen, auch wenn die öffentliche Meldung immer erst am Nachmittag kam. Ich war unfassbar erleichtert und glücklich darüber. Vielleicht bemerkte ich deshalb nicht, wie sehr es Lena beschäftigte, dass wir uns nur so selten sehen konnten in nächster Zeit.
Am Abend bezog ich ihr dann endlich Bettwäsche für die bis jetzt meist so leere zweite Hälfte meines Bettes. Als wir uns dann darein kuschelten merkte ich, dass Lena irgendwie unglücklich war. „Was ist los, hm?", fragte ich sie vorsichtig. Sie überlegte einen Moment, wie sie es sagen sollte. „Ich... wir sind so oft voneinander getrennt... jetzt schon! Und wenn mein Album rauskommt und ich auch dauernd unterwegs bin... wann sehen wir uns dann überhaupt?", fragte sie und sah mich aus ihren wunderschönen Augen an. Ich seufzte. Ja das würde schwierig werden. „Das können wir alleine wohl kaum regeln... wir müssen uns mal mit ein paar Leuten zusammensetzen und unsere Kalender übereinander legen. Dann können wir bestimmt ein paar Sachen streichen oder umrangieren, sodass wir uns öfter sehen. Halt dann auch in Hotels woanders", meinte ich. „Ja... wahrscheinlich müssen wir das machen", stimmte sie zu.
Wir waren beide nicht begeistert. Dennoch schoben wir das für den Moment beiseite und ich küsste sie einfach mal. Nur aus dem Gefühl heraus, ohne dass es irgendeine besondere Bedeutung haben sollte, außer dass wir halt verliebt waren. Ich tat mich schwer mit dem Wort Liebe. Das war so groß und es gab sehr wohl einen Unterschied zwischen verliebt sein und einander lieben aber wir waren auf dem besten Weg dorthin. Der Kuss vertrieb unsere Sorgen erstmal. „Du küsst übrigens unfassbar gut", kicherte sie und küsste mich nochmal. Ich schmunzelte. „Das kann ich nur zurückgeben", grinste ich. „Und das gestern Nacht... das war richtig schön und es war genau richtig", meinte sie noch. Ja das war es. Es war nicht mehr passiert als Küsse und Berührungen und das hatte gepasst. Alles andere wäre zu schnell gewesen. „Fand ich auch", sagte ich deshalb, bevor wir uns ein drittes Mal küssten. Diesmal lächelte sie in den Kuss. Es kribbelte so unfassbar in meinem ganzen Körper, jedes Mal wenn sich unsere Lippen trafen. Dann zog ich aber die Decke nochmal richtig über uns und wir schlossen die Augen. Ich musste früh raus, Sachen packen und dann am Morgen noch los. Aber erstmal genossen wir es, zusammen einzuschlafen.
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Der Weg des Lebens
FanfictionAlles beginnt mit einer Wanderung zu sich selbst gespickt mit Erinnerungen und neuen Gedanken. Was daraus entsteht ist bei Erreichen des Ziels jedoch noch immer fraglich. Eine Geschichte aus Sicht von Mark Forster. Auszug aus Teil 15: Sofort saß ich...