Kapitel 170
„Nein! Das kommt nicht in Frage! Sie wollen mich – wenn sie einen von euch angreifen… Nein!“, protestierte Harry, denn gegen den Plan, dass die anderen sich mit Hilfe von Vielsaft-Trank in seine Abbilder verwandeln und praktisch zur Ablenkung Zielscheibe spielen sollten, passte ihm so gar nicht. Hermine sah ihn ernst an – alle anderen ebenso.
„Ich habe es dir bereits im ersten Jahr gesagt, Harry! Nicht wir müssen weiter kommen, nur DU – nur auf DICH kommt es an!“, mahnte Hermine und die anderen nickten zustimmend. Harry seufzte. Sie wusste, dass sie Recht hatte und schließlich – ‚schließlich‘ umfasste ja auch erst eine halbe Stunde - gab er nach und zupfte sich ein paar Haare aus. Die anderen rührten die Haare unter und kippten den Trank eilig hinunter. Nicht wenige überkam ein leichter Brechreiz, selbst Mr. Weasley schüttelte sich leicht. Sie bildeten wie abgesprochen die Pärchen und machten sich bereit – es sah täuschend echt aus, sodass es für die Todesser so gut wie unmöglich wäre, den echten Harry ausfindig zu machen. Sie stiegen gerade in die Lüfte und wollten sich bereit machen, als aus dem Nichts mehrere dunkle Gestalten auftauchten. Augenblicklich verteilten sich die sieben Pärchen in verschiedene Richtungen und die Todesser verfolgten jedes Paar. Hermine hatte Angst und das nicht zuletzt, weil sie Severus‘ Nähe spürte. Neben ihr und den anderen zuckten Todesflüche durch die Luft, sie konterten alle, so gut es ihnen denn möglich war und schafften es auch, einige der Todesser abzuschütteln. Mit Schrecken sah Hermine, dass einer der Todesser einen Zauber auf George losließ. Mit geweiteten Augen sah sie zu dem Todesser und vergaß fast zu atmen, geschweige denn, sich gegen Angriffe zu wehren.
„Severus…“, wisperte sie leise. Als ob er es gehört hatte, stoppte er und teilte den anderen Todessern, die sie und George verfolgten, mit, dass sie keiner von ihnen der echte Harry sei und sie verschwanden. Hermine war völlig perplex und ihre Gedanken überschlugen sich, ihr Herz trommelte wild gegen ihre Brust – zum Großteil aus Angst, aber nicht nur um die anderen, die der „guten“ Seite, nein, auch um Severus. Sie flogen weiter und doch ließen ihre Gedanken sie nicht los. Sie konnte einfach nicht verstehen, wie Severus George das antun konnte, auch wenn er vielleicht glaubte, es sei Harry. Sie hatten noch einen längeren Weg vor sich, denn Kingsley und sie hatten nahezu die längste Flugstrecke. Es war Hermine egal, sie konnte nicht anders.
… „Wie konntest du nur!?“…
… „Verdammt!... Antworte mir! Ich weiß, dass du mich hören kannst!“ …
Hermine war sauer, wütend, enttäuscht – eigentlich war es die ganze Palette. Severus jedoch antwortete ihr nicht, schien sie zu ignorieren. Severus war an anderer Stelle tätig, er musste einen anderen Potter verfolgen und er sah, dass er den echten Potter verfolgte und vollzog nur noch halbherzige Angriffe, die jedoch perfekt aussahen. Es quälte ihn, Hermines klagende Stimme zu hören, aber er verbot es sich, nachzugeben und konzentrierte sich auf seine Rolle, die es perfekt zu spielen galt. Ihm war bewusst, dass er irgendwen verletzt hatte und das nur, weil er glaubte, es sei Harry. Ursprünglich sollte der Zauber den Todesser treffen, der hinter dem vermeintlichen Harry hinterher war, treffen und ihm die Hand abschneiden. Nun begang Harry einen Fehler, er wehrte den Fluch nur ab und gab sich damit zu erkennen. Sofort verschwanden die Todesser und auch Severus disapparierte widerwillig.
*
„Auf Alastor Moody, einen, nein, den wohl tüchtigsten Auror unserer Zeit.“, sprach Mr. Weasley aus und hob sein Glas, die anderen taten es ihm gleich und erwiderten ein ‚Auf Mad-Eye‘. Hermine senkte traurig ihr Glas und sah zu Harry. Sie konnte sich gut vorstellen, was in ihm vorging – seinetwegen hatte George unwiderruflich ein Ohr verloren und Alastor Moody war seinetwegen umgebracht worden. Sie war immer noch sehr erschrocken über Severus‘ Angriff auf George. Sie war ihm aber auch böse, dass er nichts dazu sagte, sondern sie eiskalt ignorierte.
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7 Jahre bis zum Glück oder Sturheit und Liebe das dauert...
FanfictionHermine und Snape - gegensätzlich wie Tag und Nacht... oder auch nicht? Beide sind stur und das nicht gerade wenig. Was passiert, wenn Sturheit auf Liebe trifft... Sieben Jahre, sieben interessante Jahre und das nicht nur für Miss Granger und Profes...