51. Weine nicht...

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Kapitel 51

Wütend huschte er durch die Gänge und die Schüler sprangen zu Recht aus dem Weg und drückten sich gegen die Wände als gäbe es kein Morgen. Leider schafften es ein paar Schüler nicht mehr rechtzeitig und machten Bekanntschaft mit Snapes sonnigem Gemüt, so auch Angelina Johnson.

Sie stand ihm im Weg und er knurrte gefährlich leise hinter ihr. Fred und George, die sich mit ihr unterhalten hatten, waren verstummt und soweit es ging, zurückgewichen - sie hatte es zu spät gedeutet und verstanden.

„Miss Johnson.", zischte es gefährlich leise und Angelina sah aus, als hätte man bei ihr auf Schwarz/Weiß gedrückt - ihr Gesicht war leichenblass und sie begann leicht zu zittern.

„Johnson!", bellte er nun und ihr wäre beinahe das Trommelfell geplatzt, sie wagte es nicht, sich umzudrehen, ihre Augen weiteten sich und ihr Gesichtsausdruck schrie förmlich ‚Hilfe!'.

„Gehen.Sie.mir.augenblicklich.aus.dem.Weg!", knurrte er und spukte jedes Wort nur so aus.

Aber Angelina war absolut erstarrt und nicht in der Lage, sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Sie starrte Fred und George hilflos und angstvoll zugleich an. Wieder knurrte es hinter ihr und den beiden wurde der Ernst der Lage immer deutlicher, sie taten das, was sie für das beste hielten. Sie schnappten sich Angelina, einer links, einer rechts, und zogen sie aus Snapes Blickfeld.

„30 Punkte Abzug von Gryffindor!", schallte es den dreien hinterher und Angelina wurde immer wackeliger auf den Beinen.

Snape setzte seinen Weg fort und flog regelrecht die Treppen in die Kerker hinunter. Kurz vor seinen Räumen traf er noch jemanden, dem er sowieso unbedingt begegnen wollte... Malfoy.

„Guten Tag, Professor.", kam es wie immer gespielt freundlich und vor Arroganz nur so triefend von ihm.

„Guten Tag, Mr. Malfoy.", gab er kurz zurück und hätte seine Wut nur zu gern an ihm ausgelassen.

„Mein Vater lässt Sie grüßen.", erwähnte Draco noch kurz, machte aber wieder Anstalten, weiterzugehen.

„Danke. Richten Sie ihm bitte meinen Gruß aus.", sagte Snape und hatte Mühe, seine Wut zurückzuhalten.

... nur ein kleiner Sectumsempra ... und vielleicht noch einen Cruciatus ? ... SEVERUS... reiß dich zusammen! Probleme mit der Familie Malfoy sind das Letzte, was ich gebrauchen kann...

Snape ging eiligst weiter, er wollte jedem weiteren Kommentar entgehen und auch Draco schien relativ glücklich, aus der Gefahrenzone zu kommen.

Er öffnete seine Tür und schlug die selbige lautstark wieder hinter sich zu. Er ging geradewegs auf einen Schrank zu, öffnete ihn, nahm sich eine Flasche Whiskey und ein Glas und füllte es mit der bernsteinfarbenen Flüssigkeit. Er nahm das Glas, schloss den Schrank und ging zu seinem Sessel an den Kamin.

Er hätte das Glas um ein Haar fallen gelassen, er hatte Hermine ebenso wenig bemerkt wie Hermine ihn. Sie war in sein Buch vertieft und schien immer noch keine Notiz von ihm zu nehmen. Es kümmerte ihn nicht sonderlich, es passt ihm nur nicht ganz, dass sie in seinem Sessel saß. Immer noch vor Wut kochend, setzte er sich auf die Couch und starrte in die Flammen, nahm einen Schluck vom Whiskey und genoss das Gefühl des Whiskeys, wie er seine Kehle hinunterlief. Er warf ihr einen kurzen Blick zu und musste den Kopf schütteln.

... wie kann man nur derartig die Welt um sich herum vergessen... hoffentlich denkt sie wenigstens ans Atmen...

Er leerte das Glas mit dem nächsten Zug und voller Wut warf er das Glas in den Kamin. Das Glas zersprang, die letzten Tropfen des Alkohols trafen die Flammen, woraufhin diese lautstark zischten und aufloderten. Hermine schreckte auf und sah sich hastig um. Sie erschrak erneut, als sie Snape wutschnaubend auf der Couch sitzen sah.

7 Jahre bis zum Glück oder Sturheit und Liebe das dauert...Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt