Kapitel 66

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Nervös zog Samu an seiner Zigarette, bevor er zu Mikko rein ging. Er wollte das alleine klären. Riku nutzte die frei Zeit, um sich mal wieder bei seiner Mutter blicken zu lassen. „Komm rein!“ Vernahm Samu Mikkos Stimme, als er an die Tür seines Büros klopfte. „So förmlich Herr Haber?“ Grinste dieser, als Samu vor ihm im Raum stand. Auch Samu, zwang sich zu einem Lachen, was ihm nur bedingt gelang. „Was ist los Samu? Du hast doch das mit Riku wieder hingekriegt?“ – „Ja, mach dir keine Sorgen. Deshalb bin ich aber auch da.“ Samu musterte seinen Manager und Freund. Er wusste, dass Mikko, wenn er nur sein Freund wäre, voll und ganz verstehen und ohne Diskussionen, hinter ihm und Riku stehen würde. Wie wird aber Mikko sein Manager reagieren? „Es ist so.“ Begann Samu. „Wir haben uns dafür entschieden, dass wir weiter machen, wie bisher.“ – „So, habt ihr. Und du denkst, du kannst das einfach so alleine entscheiden?“ Kam ruhig von Mikko. „Riku hatte recht, als er gesagt hat, dass dies niemanden was angeht. Was stört es die Plattenfirma, wenn sie nichts davon wissen?“ Samu sah Mikko fragend an. „Und wenn sie es erfahren? Wenn einer von euch unvorsichtig ist oder sich verspricht. Ich weiss doch, wie ihr gerade drauf seit. Dies soll kein Vorwurf sein, da es völlig normal ist, in eurer Situation. Doch euer Job, erlaubt dies nicht.“ Stellte Mikko eine Gegenfrage. „Es hat bis jetzt, ja auch geklappt. Was haben wir anderes getan?“ Samu sah Mikko herausfordernd an. „Es hat sich alles verändert, Samu. Das weisst du ganz genau. Alleine deine Gefühlslage, ist eine andere. Du und Riku seit verliebt, da handelt man nicht rational, sondern aus dem Gefühl hinaus. Keiner will euch dafür anklagen. Es ist ganz normal. Aber es ist eine verdammt heikle Situation, für euren Job. Für die Band.“ – „Soll ich mich etwa von Riku trennen? Verlangst du das von mir? Dann kannst du jedoch einen neuen Gitarristen suchen. Und eine neuen Sänger gleich mit!“ Wurde Samu aufgebracht und stand auf. „Das verlange ich doch nicht, Samu. Ich weiss inzwischen, noch bevor ihr euch verliebt habt, dass du unseren Gitarrengott einfach an deiner Seite brauchst. Noch nie warst du so kreativ, wie seit Riku da ist. Und ich werde mich hüten, dir deine Muse weg zunehmen. Doch ihr müsst einfach verdammt vorsichtig sein.“ – „Es wird nichts passieren, versprochen! Grundsätzlich ist es ja nicht viel anders, als davor. Wir haben schon immer die Nähe des anderen gesucht. Das sind sich ja schon alle gewohnt.“ Mikko raufte sich seufzend durch die Haare. „Ein Moment der Unachtsamkeit oder ein falsches Wort, Samu und es ist vorbei. Die können euch aus allem einen Strick drehen und die Presse verdreht grundsätzlich viel und gerne Tatsachen. Dann steht ihr, unter Umständen, ohne Plattenfirma da. Mit einer fetten Klage am Hals.“ Mikko sah Samu fest an. „Dann wäre es halt so. Das würden wir auch hin kriegen.“ Entgeistert sah Mikko Samu an. „Bist du bescheuert Samu? Ihr seid noch zu wenig bekannt, als dass ihr euch das erlauben könnt.“ Mikko war ebenfalls aufgestanden. „Du weisst, ich stehe hinter euch. Hinter euch allen. Und es ist mir grundsätzlich auch egal, wen du liebst. Doch immer, werde ich euch den Arsch nicht retten können. Wir haben die Geduld der Plattenfirma, schon mehr als über strapaziert. Da liegt nicht mehr viel drin. Wenn überhaupt noch was.“ Mikko war ganz im Manager Modus. „Langsam aber sicher, glaube ich auch, dass es doch daran liegt, wen ich liebe.“ – „Es macht es bestimmt nicht einfacher.“ Samu schüttelte den Kopf. „Du weisst schon, dass unsere Fans das Geplänkel zwischen Riku und mir lieben? Es ist genau das, was sie sehen wollen. Weil es menschlich und fassbar ist. Und auf die Fans, kommt es schlussendlich doch an. Oder etwa nicht?“ Sami wurde immer zu einem härteren Gegener, wenn es um den Job ging, musste Mikko feststellen. Die Beziehung mit Riku, schien da noch einen drauf gelegt zu haben. „Damit alleine, ist man noch nicht berühmt.“ – „Eine Plattenfirma alleine, hilft einem aber auch nicht weiter. Die Fans, sind die Menschen, die die Alben kaufen. Die an die Konzerte kommen. Die Shirts kaufen oder was auch immer noch alles. Sie verbreiten uns weiter, in dem sie von uns erzählen. Vor schwärmen und neue Leute mit an die Konzerte bringen.“ Sprudelte es nur so aus Samu heraus. „Du weisst, dass ich recht habe.“ Mikko nickte. „Es ist dennoch zu früh, um irgendwelche Risiken ein zu gehen.“ Es hatte keinen Sinn, weiter mit Samu zu diskutieren. Einen Ausweg gab es keinen und er hatte mit so ziemlich allem Recht. „Wir passen auf! Ok?“ Mikko nickte. Was sollte er auch anderes sagen? Verbieten, konnte man Samu und Riku nichts. Und lieber ein paar Sorgen darum, dass es an die Öffentlichkeit gelangen könnte, als diese verdammten Sorgen, um seinen Sänger und Freund, wie Mikko sie schon einmal durchstehen musste. „Und wenn einem ein Ausrutscher passiert, werde ich euch auch ein weiteres Mal, den Arsch retten!“ Samu fing an zu grinsen. „Du bist der Beste!“ Drückte er seinen Manager kurz an sich. „Du weisst, dass wir noch mit dem Rest darüber sprechen müssen, um sie genau darüber zu informieren und ihr Einverständnis ein zu hole?“ Samu nickte. Darum machte er sich keine Sorgen.

Die Wochen vergingen. Während die Jungs fleissig probten, wurde das neue Album endlich veröffentlicht. Samu war aufgeregt, als wäre es das erste Album. Doch unbegründet. Es kam gut an. Wie erwartet, schlug ‘Hollywood Hills’ ein wie eine Bombe. Es wurde von den Radiosendern rauf und runter gespielt. Die Tour rückte immer näher und unter den Jungs, machte sich eine gesunde und nicht unbedingt unangenehme Anspannung und Nervosität breit. Heute stand die letzte Besprechung, vor der Tour an. „So Jungs. Ihr wisst was ansteht. Es gibt da noch ein paar Dinge, über die wir sprechen müssen. Erstens. Samu und Riku, im Bus wird nichts unsittliches gemacht.“ Gelächter. Auch Mikko stimmte mit ein, da er es sowas von überhaupt nicht ernst meinte. „Hatten wir auch nicht vor. Dafür brauchen wir, erstens Platz und zweitens...“ – „Lalalalala...das wollen wir gar nicht wissen, was ihr alles braucht.“ Unterbrach Raul Samu. Wieder Gelächter. „Na gut, wenn das geklärt ist, nun zum ernsteren Teil. Und es geht jetzt wirklich um euch zwei.“ Wandte sich Mikko wieder an Samu und Riku. „Ihr wisst ja alle, dass ich euch nicht vorschreiben kann, ob, wann und wen ihr liebt. Und auch nicht verbieten. Deshalb müssen unsere zwei Turteltauben besonders aufpassen. Und es wäre vielleicht hilfreich, wenn wir uns alle etwas mit bemühen würden.“ Mikkos Blick war ernst, als er in die Runde sah. „Das ist doch total easy. Sie dürfen einfach nicht Händchen halten und Küssen.“ Warf Sami gelassen in die Runde. „Was soll da schon schief gehen?“ Das war typisch Sami. „Von aussen, mag es einfach sein. Aber wenn man in diesem Verliebtheitsding steckt, dann kann es schnell mal passieren, dass man unvorsichtig ist.“ Holte Osmo Sami wieder etwas in die Realität zurück. „Genau so ist es. Für den Fall, was wir natürlich nicht hoffen...“ Mikko sah erneut zu Samu und Riku, die dem ganzen folgten, als ginge es sie nur am Rande etwas an. Sie hatten auch darüber gesprochen, nachdem Samu bei Mikko war. „Müsst ihr euch alle einfach im Klaren sein, was es für Konsequenzen haben kann, wenn die Plattenfirma Wind davon bekommt. Im schlimmsten Fall, sind wir unseren Vertrag los.“ Stille. „Aber ihr wisst, ich stehe hinter euch und reite euch aus jeder noch so tiefen Scheisse wieder raus, wenn es sein muss. Es müsste einfach nicht sein, meiner Meinung nach.“ – „Wir passen schon auf die Beiden auf.“ Beruhigte Raul seinen Manager. Er sah es nicht ein, dass man darum so einen Wirbel machte. Aber gut. Mikko war dazu verpflichtet, es ihnen zu sagen, damit ihn dann keiner daran aufhängen konnte. Würden sie ja nie tun. Sie waren Freunde. Eine Familie. Sie hielten zusammen, egal was kam. Taten sie schon immer. Und sollte das mit dem geheim halten, in die Hose gehen, dann war es halt so. Irgendwie, würden sie auch das hin kriegen. Wie bis jetzt alles. So oder ähnlich, sahen es auch die anderen der Jungs. Doch behielten sie es für sich. Sie nickten Mikko nur zustimmend zu, um diesen, einigermassen zu beruhigen. Er war, was das Thema Samu und Riku anging, ohnehin schon angespannt. Es würde schon schief gehen.
Weiter ging es um das Übliche. Der genau Plan, mit den einzelnen Destinationen, wann es am Tag X losgehen würde. Wann sie in Hotels und wann sie mit dem Bus unterwegs waren, wurde besprochen und allen eine Liste abgegeben. „Ich hoffe, du hast daran gedacht, für uns wieder ein Doppelzimmer zu buchen?“ Sah Samu von der Liste auf. Die Nächte, in denen sie in Hotels waren, konnte man fast schon an einer Hand abzählen. „Natürlich! Es war ja immer so. Und ich will euch ja nicht eurer Zweisamkeit entziehen.“ Grinste Mikko. „Auf dich ist Verlass.“ Grinste Samu zurück und sah dann vielsagend zu Riku. Dieser schüttelte nur lachend den Kopf. „Lach nicht. Das wird hart werden!“ Sah Samu ihn entrüstet an. „Du wirst es verkraften, mein Schatz!“ Riku strich Samu durch die Haare. „Ich? Ja klar.“ Die anderen sahen den beiden amüsiert zu. „Du wirst es ja noch sehen.“ Verschränkte Samu seine Arme vor der Brust. Riku konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Er legte seinen Arm um Samus Schulter und küsste ihn leicht auf die Stirn. Samu seufzte. „Hat noch jemand von euch etwas? Eine Frage? Unklarheiten?“ Mikko sah fragend in die Runde. Allgemeines Kopfschütteln. „Gut! Dann wären wir soweit fertig. Noch jemand Lust auf ein Bier?“ Wollte Mikko wissen. „Wir können nicht.“ Darauf Samu. „Wie, ihr könnt nicht? Was ist denn das für eine Aussage?“ Samu sah zu Riku. Dieser nickte. „Wir haben eine Wohnungsbesichtigung.“ Samu konnte ein Strahlen, welches über sein Gesicht huschte, nicht verbergen. „Das ist ja mal eine Neuigkeit! Das ist toll!“ Sami freute sich beinah ein Loch in den Bauch, weil seine beiden Freunde sich so freuten. „Wir kommen einfach nach, wenn wir fertig sind und ihr noch in der Bar.“ Darauf Riku, der schon die ganze Zeit, ungeduldig auf dem Stuhl hin und her rutschte. „Macht das. Und wir drücken euch die Daumen.“ Kam von Mikko. Da war er wieder ganz Freund und hatte den Manager, für einen Moment an seinen Schreibtisch gesetzt. „Dann machen wir das so.“ Samu nahm Rikus Hand in seine und verliess mit ihm das Studio. Sie konnten es beide kaum erwarten, endlich einen Schritt weiter zu gehen. Auf ihrem Weg in eine gemeinsame Zukunft, mit einer gemeinsamen Zuhause. Riku knette seine Hände. „Du musst doch nicht nervös sein, Schatz.“ Legte Samu seine Hand auf die von Riku. „Doch, wenn du mir nicht einmal Bilder zeigen willst.“ – „Du wirst es lieben! Ich weiss es.“ Sah Samu vielsagend zu Riku rüber, bevor er abbog und einen Weg entlang fuhr. Grosse Bäume säumten den Weg. Riku war gespannt. Er wusste nur, dass es ein Haus war, mit viel Umschwung und genügend Platz für ein eigenes, kleines Studio. Wenn was Neues und Eigenes, dann wollten Samu und Riku etwas, in dem sie alleine waren. Da waren sie sich schnell mal einig. Ohne neugierige Blicke. Die hatten sie in ihrem Job zu genüge. Dann brauchten sie sie nicht auch noch Zuhause. Und dieses Haus, wäre von der Lage und dem Preis, scheinbar einfach nur ideal. Als es in Rikus Blick auftauchte, traute er seinen Augen nicht. Es war komplett aus Holz. Zweistöckig. Ungläubig, sah Riku zu Samu, als dieser das Auto parkte. Ein zufriedenes Lächeln, legte sich auf dessen Gesicht. Liebevoll strich er ihm durch die Haare und gab ihm einen Kuss. Rikus Blick sagte ihm, dass es ihm bereits von aussen gefiel. Das wusste Samu, kaum hatte er das Bild im Internet gesehen. Riku mochte rustikales, gemischt mit Moderne. Orte, die Wärme ausstrahlten. Es war einfach perfekt. Samu sah Riku auf der Terrasse sitzen, als er das erste Mal hier war. Nachdem er bei Mikko im Büro war. „Willst du hier sitzen bleiben oder kommst du mit rein?“ Stand Samu neben der Beifahrertür und hielt sie Riku auf. Langsam, staunend und das Haus nicht aus den Augen gelassen, stieg er aus. „Komm mit.“ Samu nahm Rikus Hand in seine. „Herr Haber, schön sie wieder zu sehen!“ Kam ihnen eine adrett gekleidete Frau, freudig lächelnd entgegen. „Und sie müssen Herr Rajamaa sein. Virtanen, mein Name!“ Verwirrt schüttelte Riku ihre Hand. „Sie wissen ja wo alles ist. Ich muss noch beim See nach dem Rechten sehen.“ Liess Frau Virtanen die beiden alleine. „See?“ Riku war ein kleines Bisschen überfordert. Aber Samus Griff um seine Hand, fühlte er sich sicher. „Dazu, kommen wir später.“ Immer noch verwirrt und fragend sah Riku Samu an. „Aber wieso...sie...du...“ – „Ich musste doch schon mal vor sondieren. Es sollte meine Überraschung für dich sein, als Start in unsere gemeinsame Zukunft. Weil du es dir so sehr gewünscht hast. Du musst nur noch ja sagen und es gehört uns.“ Auf Samus Gesicht, legte sich eine Art Unsicherheit. War er mal wieder übers Ziel hinaus geschossen und hatte Riku überrumpelt? „Du bist verrückt!“ Kam es endlich aus Riku. Dabei lächelte er und gleich darauf, hatte er Samu in eine Umarmung gezogen. „Du bist nicht böse, dass ich ohne dich entschieden habe und alles?“ Riku konnte Erleichterung in seiner Stimme hören. Er schüttelte den Kopf. „Ich hätte mich doch nie für etwas entscheiden können. Kennst mich doch.“ Samu lachte auf und wuschelte Riku durch die Haare. „Willst du es sehen?" – „Unbedingt!“ Nickte Riku heftig. Also nahm Samu wieder Rikus Hand und öffnete die Tür. Als erstes, traten sie in einen grosszügigen Eingangsbereich, von dem aus, eine Treppe in den oberen Stock führte. „Wir fangen oben an. Ich muss dir unbedingt etwas zeigen!“ Riku folgte Samu die Treppe hoch. Eigentlich hatte sich Riku schon entschieden, kaum sah er das Haus und die Umgebung darum herum. Und ein weiteres Mal, als er durch die Tür kam. Er fühlte sich so gleich heimisch und wohl. Das Haus, strahlte eine angenehme Wärme aus. Oben angekommen, standen sie in einer Art Galerie, von wo aus man, auf der gegenüberliegenden Seite der Treppe, in den Wohnbereich sah. Samu öffnete die erste Tür, gleich links neben der Treppe. „Unser Schlafzimmer“, sagte er feierlich und liess Riku eintreten. Der bekam grosse Augen. Es hatte viele Fenster und eine Fenstertür, von der aus man auf den Balkon konnte, der um das Schlafzimmer herum führte. Der Blick, von hier oben, war unglaublich schön. Nichts als Natur rund um das Haus und wo man hin sah. Und sogar den See, konnte Riku sehen. Hier könnten sie sich sicher bestens erholen und neue Kräfte tanken, wenn das Bandleben sie aus laugte. „Schön nicht!?“ Schmiegte sich Samu an Rikus Rücken und küsste seine Wange. „Es ist unbeschreiblich!“ Flüsterte Riku fasziniert. „Warte, bis du den Rest gesehen hast. Für eines, muss ich dir kurz die Augen zu halten. Nicht erschrecken.“ Schon spürte Riku dessen Hand über seinen Augen. Die andere, lag um seine Hüften, um ihn sicher zum nächsten Zimmer zu führen. „Jetzt darfst du die Augen wieder öffnen.“ Küsste Samu die empfindliche Stelle hinter Rikus Ohr. „Ach du Scheisse!“ Entwich es Riku. Sie standen im angrenzenden, mehr als grosszügigen Badezimmer. Schlicht und elegant. In hellen Grautönen. Mit einem Doppellavabo, mit grossem Spiegelschrank. Rechts neben der Tür, hatte es eine Dusche, die mit Glas eingemacht war. Doch das, was Riku so begeisterte, war die Badewanne. Sie befand sich gegenüber der Tür, in der Ecke in der Dachschräge. Damit man sich nicht den Kopf stossen konnte, war sie leicht in den Boden eingelassen. Sehr praktisch, wenn man gross gewachsen ist. Riku dachte da an seinen Schatz, der immer noch hinter ihm stand und ihn fest hielt. War auch besser so. Die Wanne war so gross, da hätten drei Leute drin Platz gefunden. Über der Wanne hatte es ein Dachfenster, von wo aus man die Sterne betrachten konnte, während man sich in der Wanne verwöhnte. Dieser Gedanke, liess Riku genüsslich seufzen. „Sie hat sogar Massagedüsen!“ Schmiegte sich Samu noch enger an Riku. „Ich möchte am liebsten gleich testen, was man darin alles anstellen kann.“ Samu fing an zu grinsen. „Bald mein Schatz! Bald.“ Nahm er wieder Rikus Hand und löste ihn vom Anblick der Wanne. „Lass uns noch den Rest ansehen.“ Auf der selben Etage, hatte es noch einmal ein Zimmer. Nicht sehr gross, aber als Gästezimmer, würde es reichen. Und ein zusätzliches Bad, mit Dusche.
Im unteren Teil, hatte es im Eingangsbereich, unterhalb der Treppe, eine Toilette. Vom Eingang, ging es praktisch nahtlos über in den Wohnbereich, bei dem gross eine Untertreibung war. Er war einfach nur gigantisch. Gross und hell, durch die riesige Fensterfront. Hoch und gemütlich. Mit einem modernen Kamin. Viel Platz, für eine Kuschellandschaft, für sie beide, ging es Riku durch den Kopf. Überall, wo sie durch gingen, sah Riku es vor sich, wie sie es einrichten konnten. Es würde ihre Wohlfühloase werden. Fortlaufend vom Wohnzimmer, ging es in den Essbereich über, der an die grosse, offene Küche angrenzte.
Samu führte Riku, vom Essbereich aus, nach draussen. Die Gedeckte Terrasse, lag unterhalb des Balkons, vom Schlafzimmer und führte, mit einem Unterbruch, am Haupteingang, um das ganze Haus herum. Bei der grossen Fensterfront des Wohnzimmers, hatte es ein paar Stufen, auf den grosszügige Rasenplatz. „Die Sauna?“ Sah Riku fragend vom Blick zu einem weiteren, kleineren Gebäude, zu Samu. Dieser nickte und hatte sich Riku genähert. „Mit einem Whirlpool.“ Liess er seine Augenbraue tanzen und strich Riku über die Lippen. Genüsslich, liess sich Riku auf dieses kleine, süsse Liebespiel ein. „Möchtest du drinnen noch den Rest sehen oder lieber schon den See?“ Samu liess von Riku ab. „Was gibt es denn drinnen noch?" Riku sah Samu erstaunt an. „Lass dich überraschen!“ Mit diesen Worten, schlugen sie den Weg, zurück ins Haus ein. Neben der Toilette, hatte es eine weitere Treppe. Sie führte nach unten. Riku war so gefangen von allem, dass er sie gar nicht bemerkt hatte. „Unten ist alles ausgebaut. Hier können wir unser Studio unterbringen. Einen Partyraum und vielleicht auch noch mal das ein oder andere Gästezimmer. Es hat auch in kleines Badezimmer.“ Sprudelte Samu los, als er hinter Riku die Treppe runter ging. Und er hatte nicht zu viel versprochen. Eine Waschküche und einen Keller. Der Rest, konnte man tatsächlich für etwas anderes nutzen. Wofür alles, würden sie dann sehen. „Haben sie alles gesehen?“ Kam Frau Virtanen wieder zurück, als Samu und Riku von unten hoch kamen. „Den See noch nicht, Samu.“ – „Wir sind gleich wieder zurück!“ Lächelte Samu sie an und nickte kaum merklich. Es dauerte nicht lange, da standen sie am Ufer des Sees, in den ein Steg hinaus führte. Es war einfach nur ein Traum. Das alles. Genau so oder ähnlich, stellte sich Riku ihr gemeinsames Heim vor. Und Samu hatte es gefunden. Ihr eigenes, kleines Paradies. „Ich möchte es, Samu! Ich...wir müssen es haben! Unbedingt!“ Riku drehte sich zu Samu um und sah ihn fragend und flehend an. „Ich weiss, Rik! Du kriegst es auch!“ Voller Emotionen, fiel Riku ihm um den Hals. „Danke!“ – „Nicht dafür.“ Samu sah Riku voller Liebe an und verwickelte ihn in einen sanften, liebevollen Kuss. „Dann wollen wir es mal zu unserem machen.“ Löste sich Samu von Riku und ging mit ihm zurück, wo Frau Virtanen wartete. „Und die Herren? Sind wir uns einig?“ Riku nickte. Dabei konnte er sich ein Strahlen nicht verkneifen. „Haben sie schon darüber gesprochen, wie sie es handhaben wollen, mit dem Kauf?“ Wollte Frau Virtanen wissen. „Ich denke, wir werden ihr Angebot annehmen und es zuerst mieten.“ Fragend sah Samu zu Riku.
„Ich denke, dass wäre sinnvoll.“ Nickte Riku zustimmend. „Zu einem späteren Zeitpunkt, können sie es dann immer noch zu ihrem Eigen machen.“ Warf Frau Virtanen ein. „Wo kann ich unterschreiben?“ Riku war ganz aufgeregt. Samu lachte auf und drückte Riku einen Kuss aufs Haar. Auch Frau Virtanen, musste schmunzeln und schob Riku den Vertrag hin. „Herzlichen Glückwunsch! Das Haus gehört ihnen. Zumindest teilweise.“ Übergab Frau Virtanen die Hausschlüssel an Samu. „Und wir werden wieder von einander hören. Herr Haber, Herr Rajamaa, es hat mich gefreut, mit ihnen Geschäfte gemacht zu haben!“ – „Wir danken Ihnen!“ Verabschiedeten sich Samu und Riku. „Unser?“ Riku sah Samu freudig, aber immer noch fragend an.
„Deins und Meins!“ Grinste Samu und liess sich von Riku an sich ziehen. „Du bist unglaublich! Das Haus ist unglaublich! Ich hätte nie gedacht, dass wir so etwas Ähnliches finden würden, was auch noch in der Nähe von Helsinki ist.“ Riku liess seine Finger durch Samus Haare gleiten. „Ich liebe dich!“ Noch bevor Samu etwas erwidern konnte, verwickelte ihn dieser in einen langen Kuss.

Die nächsten Tage und Wochen, bis zur Tour, bestanden für Samu und Riku darin, ihre beiden Wohnungen zusammen zu legen. Rikus Wohnung, war als erste daran, ausgemistet zu werden. Da es wohl weniger Zeit in Anspruch nehmen würde, weil er noch nicht so lange dort war. Dinge von ihm, die sie behalten konnten und wollten und die sie nicht mehr unbedingt bei Samu brauchten, wurden schon mal in ihr Haus gebracht. Dies war der grosse Vorteil daran, dass sie ab sofort rein konnten. Sie wollten so schnell wie möglich einziehen. Vor allem Riku konnte es kaum erwarten. Er zählte die Tage und Stunden, bis sie ihre erste Nacht und den ersten gemeinsamen Morgen, im neuen Zuhause, verbringen konnten. Er wollte mindestens eine Nacht dort geschlafen haben, bevor es auf Tour ging. Die Tage bis dorthin, rannten ihnen beinahe davon. So entschieden sie sich, als erstes einmal das Schlafzimmer komplett einzurichten. Riku dachte an ein neues Bett. Doch Samu wollte unbedingt Rikus Bett. Er liebte es, weil es so schön gross und bequem war. Schliesslich hatte es Riku ja erst, als er umzog, neu gekauft. Überhaupt waren Rikus Möbel noch neuer und daher geeigneter, um sie mit zu nehmen, als die von Samu, die schon etwas in die Jahre gekommen waren. Zumindest fand dies Samu. Es würde wohl noch die ein oder andere Diskussion geben, was mit soll und was neu sein muss. Samu schmunzelte bei dem Gedanken. „Was grinst du so?“ Wollte Riku wissen. Sie waren auf dem Weg, ein paar Dinge, unter anderem Rikus Möbel für das Schlafzimmer, ins Haus zu bringen. „Ich dachte nur gerade daran, wie oft wir wohl noch diskutieren werden, bis unser Zuhause komplett eingerichtet ist.“ Riku verdrehte die Augen. Lachend strich Samu ihm durch die Haare, umfasste seine Hand mit seiner und drückte ihm einen Kuss auf den Handrücken. „Ich liebe dich!“ Mikko hatte recht mit der Aussage, dass sich alles geändert hatte. Samus Gefühle, beeinflussten ihn. Doch er hatte das Gefühl, dass sich dies auch ändern wird, da das Tourleben noch einmal etwas komplett anderes war, als der normale Alltag. Er war gespannt, wie er jetzt, mit der Liebe im Herzen, sich auf der Tour verhalten wird. Ob er auch jetzt noch in diesen Modus verfiel. Na ja, er würde es sehen. Jetzt war erst einmal Umziehen an der Reihe. „Dann wollen wir mal unser Liebesnest einrichten gehen!“ Zog Samu seinen Schatz an sich und legte die Lippen auf Rikus, bevor es ans Schleppen ging. Das Bett stand schnell und Samu warf sich auch gleich darauf, um zu sehen, ob es denn auch an der richtigen Stelle stand. „So können wir, kuschelnd die Sterne betrachten“, sagte er mit diesem verliebten Unterton in der Stimme. „Rik, hast du gehört?“ – „Wie? Was?“ Kam dieser aus dem Bad, in dem er gerade ein paar Kleinigkeiten verstaut hatte. „Du würdest mir auch besser helfen, als hier auf dem Bett liegen.“ Riku sah mit einem Schmunzeln zu Samu. „Es ist ja schon alles gemacht, für heute. Oder etwa nicht?“ Riku sah sich um. „Irgendwie ja und dennoch liegt noch so viel Arbeit vor uns.“ Riku war, was das anging, definitiv wie eine Frau. Sah immer nur das, was noch nicht gemacht war und nicht das, was schon alles an seinem Platz stand. „Jetzt komm doch mal her. Das hast du bestimmt noch nicht gesehen.“ Streckte Samu seinen Arm nach Riku aus.
„Wenn du mir versprichst, dass wir danach noch einmal zurück fahren und eine Ladung holen.“ – „Sami ist doch schon auf dem Weg, mit einer Ladung. Vergessen?“ Riku schüttelte den Kopf und liess sich von Samu auf das Bett und in dessen Arme ziehen. „Schau mal wie toll!“ Zeigte Samu nach oben, kaum lag Riku dicht an ihm. Das Dachfenster, war Riku tatsächlich noch nicht aufgefallen. „Das hast du mit den Sternen gemeint.“ Samu nickte und liess seine Lippen über Rikus Wange, bis zu seiner Schläfe wandern. Küsste ihn dort sanft und verharrte einen Augenblick. Mit geschlossenen Augen, genossen sie die kurze Ruhe und den gemeinsamen Moment. So sehr, dass sie nicht einmal bemerkten, dass sie nicht mehr alleine waren.
Sami blieb im Türrahmen stehen und betrachtete die beiden, wie sie dort lagen und völlig versunken zu sein schienen. Es war schon irgendwie süss. Die beiden konnten sich echt glücklich schätzen, dass sie so etwas Besonderes hatten. Sami hoffte nur inständig, dass es halten und das alles, was noch kam, überstehen wird. Es war grundsätzlich nicht einfach, mit ihrem Beruf, eine Beziehung am laufen zu halten. Und dabei hatten sie noch nicht einmal das erreicht, was sie eigentlich wollten. „Hier steckt ihr. Schon keine Energie mehr?“ Holte Sami die beiden aus ihrem Tagtraum heraus. „Du bist schon hier?“ Grinste Samu. „Was gibt es denn da Schönes zu sehen?“ Wollte Sami wissen. „Komm her und wir zeigen es dir!“ Kritisch sah Sami darauf Samu an. „Wir tun dir nichts, Sami Bär!“ Lachte er schallend auf. Sami legte sich neben Samu auf das Bett. „Ist ja cool!“ – „Finde ich auch!“ Lehnte Samu seinen Kopf an Samis. „Fertig geturtelt, wir haben noch einen Wagen zum ausräumen!“ War Riku aufgestanden und klatschte in die Hände. Grummelnd, erhoben sich darauf auch Sami und Samu wieder und folgten Riku nach unten. „Das ist ja toll!“ Rief Riku begeistert aus und fiel Sami um den Hals. Sami hatte sich den Lieferwagen von einem Freund ausgeliehen, damit er noch mehr mit bringen konnte, als vorgesehen. „Kein Ding. In meinem Wagen, hätte nicht wirklich viel Platz gehabt. Und Raul oder Osmo, konnten heute nicht.“ Mit sechs kräftigen Armen und Händen, waren die Sachen schnell ausgeräumt und standen, mehr oder weniger, am richtigen Platz. „Ich würde sagen, wir weihen heute unser Zuhause ein, mein Schatz!“ Kam Samu freudig strahlend nach draussen, als er noch eine Kiste verstaut hatte. Verwundert drehte sich Riku zu ihm um. „Bist du sicher? Es steht ja noch nicht einmal alles am richtigen Ort. Und eingeräumt, ist auch noch nichts.“ Wollte er wirklich in einem nur zur Hälfte eingerichteten Haus, die erste Nacht verbringen? „Ich lass euch dann mal kurz alleine.“ Verzog sich Sami ins Innere, um zu sehen, was er noch helfen konnte. „Rik, komm schon. In der Wohnung, ist es doch noch viel ungemütlicher, als hier. Ich könnte noch eine Ladung holen gehen, während du hier weiter machst, mit aufstellen, was du alleine kannst und einräumen. Was denkst du?“ – „Das du es genauso wenig erwarten kannst, wie ich.“ Lächelte Riku. „Nein, kann ich nicht! Je ungemütlicher es in der Wohnung wird, desto weniger kann ich es erwarten, dass wir endlich hier bleiben.“ – „Dann musst du unbedingt die restlichen Dinge für die Küche mit bringen. Und das Bettzeug. Die Toilettenartikel...“ Zählte Riku auf. „Und...“ Wurde er von Samu mit einem Kuss unterbrochen. „Was zum essen auf dem Heimweg!“ Ergänzte er an Rikus Lippen nuschelnd. „Genau!“ – „Ich schaff das schon, Rik! Ansonsten rufe ich dich einfach an. Ok? Oder willst du mitkommen, damit ich auch nichts vergesse?“ Grinste Samu Riku frech an. Dieser schüttelte den Kopf. „Sami wird dir sicher helfen.“ – „Bei was?“ Kam dieser nach sehen, was noch auf dem weiteren Plan stand. „Noch einmal den Wagen füllen, damit wir heute hier bleiben können.“ Klärte Samu ihn auf. „Natürlich! Dann lass uns gehen.“ – „Danke, Sami!“ Was würden sie nur ohne ihre Freunde tun? „Nicht dafür.“ Sami klatschte mit Riku ab und folgte Samu zu den Autos. Riku sah den beiden hinterher, als sie den Weg entlang fuhren. Er konnte es manchmal immer noch nicht so richtig glauben, dass er mit Samu zusammen zog. Dieser diesen Traum vom einem Haus gefunden hatte, sie es tatsächlich mieten konnten und heute endlich das erstmal hier die Nacht verbringen würden. Seufzend stand Riku auf, um zumindest einmal Ordnung in das Schlafzimmer zu bringen. Den Schrank, hatten sie in den letzten Tagen, neu gekauft und so gleich aufgebaut. Mikko kam ihnen dabei sogar zur Hilfe. Einen Teil der Kleider, war schon da, so dass Riku sie einräumen konnte. Im Badezimmer machte er, so gut es ging, weiter. Eigentlich waren er, Samu und Sami, in den letzten zwei Stunden, schon gut voran gekommen mit den grossen Dingen. Jetzt musste er darauf warten, dass Samu mit den kleinen Dingen kam. Ob er auch an alles dachte? Riku setzte sich draussen auf die Treppe und wählte Samus Nummer. „Hey Schatz!“ Meldete sich dieser gleich. „Bist du schon auf dem Weg?“ –
„Nein, bin noch am einräumen. Rufst du an, dass ich auch alles mit nehme?“ Riku schwieg. „Alles von der Küche, ist schon im Wagen...“ Fing Samu an auf zu zählen. „Sorry! Ich bin bloss gerade leicht Arbeitslos. Und du fehlst mir.“ Seufzte Riku. „Dann gehe Einkaufen, Rik. Das schaffe ich wohl nicht auch noch. Du hast ja deinen Wagen da.“ – „Gute Idee! Beeil dich. Aber fahre vorsichtig!“ – „Mach ich. Du auch. Ach und Rik...“ – „Ja?“ – „Ich vermisse dich auch, mein Schatz!“
Samu und Riku bogen fast gleichzeitig in den Weg ein. „Na du?“ Grinste Samu, als er aus dem Lieferwagen stieg. „Hast du die ganze Wohnung mit gebracht?“ Ging Riku erstaunt auf diesen zu. „Sami hatte die Idee. Und ich fand sie toll! Deshalb, habe ich auch etwas länger gebraucht, als gedacht. Aber jetzt haben wir fast alles hier. Das kommt uns doch mehr als entgegen oder etwa nicht?“ – „Du bist der Wahnsinn!“ Gab Riku ihm einen Kuss. „Ich bringe kurz die Einkäufe rein, dann helfe ich dir mit dem Ausladen.“ Wollte Riku zu seinem Auto. „Warte kurz.“ Hielt Samu Riku am Arm zurück. „Zuerst einen Kuss.“ Umschloss Samu Rikus Mund mit seinen Lippen. „Jetzt darfst du gehen.“ Riku seufzte. „Wenn wir hier einigermassen fertig sind, bekommst du ganz viel davon, mein süsser Kuschelbär.“ Strich Samu noch einmal über Rikus Lippen.
Es wurde noch ein langer Nachmittag und Abend, bis Samu und Riku endlich einmal Zeit fanden, sich hinzu setzen. In der letzten Ladung, hatten sie sogar das Sofa eingepackt. Zumindest den einen Teil. Völlig erledigt, liessen sich Samu und Riku, darauf fallen. „Wenn ich gewusst hätte, wie verdammt anstrengend umziehen ist...“
Legte Samu seine Füsse auf den Tisch vor sich. „Was dann?“ – „Würde ich es dennoch immer wieder tun. Mit dir zusammen!“ Samu sah Riku schelmisch an. „Gut gerettet, Hapa!“ Stand dieser auf. „Nicht kuscheln?“ – „Nein, sonst verbrennt die Pizza.“ Kam er kurz darauf mit zwei Tellern zurück. „Das erste Nachtessen, in unserem gemeinsamen Zuhause!“ Stiess Riku fast schon etwas feierlich, die Flasche Bier mit Samus zusammen. „Das wurde auch Zeit, was!?“ Gab Samu ihm einen Kuss. „Und wie es Zeit wurde.“ Nuschelte Riku an Samus Lippen. „Wir überstürzen es doch nicht?“ Löste er sich dann leicht von ihm. „Niemals.“ Samu legte seine Hand in Rikus Nacken und zog sein Gesicht wieder zu seinem heran. „Es ist genau richtig so und du weisst das auch.“ Nahm er den Kuss wieder auf, den Riku mit seiner ewigen Denkerei, unterbrochen hatte. Ein leichtes Nicken kam von diesem. Natürlich war es richtig. Er selber, war es ja, der es kaum erwarten konnte, endlich mit Samu zusammen zu ziehen. Es würde einiges einfacher machen. Am meisten freute er sich auf das gemeinsame Gefühl, sich Zuhause zu fühlen. Dies kam bei ihrem ständigen Hin und Her, einfach nicht auf. „Ist das schön!“ Schmiegte sich Samu, nachdem die Pizza verschlungen war, an Riku. „Das finde ich auch.“ Riku drückte Samu einen Kuss auf den Scheitel und liess seine Finger durch diese hindurch gleiten. „Was hältst du davon, wenn wir dies ins Schlafzimmer verlegen würden. Ich bin hundemüde.“ Fing Samu an zu gähnen. Riku sagte nichts. Stand auf und zog Samu hoch und hinter sich her, die Treppe rauf in ihr Schlafzimmer. Kaum war Riku zu Samu unter die Decke geschlüpft, wurde er von diesem auch gleich wieder in Beschlag genommen. „Du hast recht, das Bett ist wirklich bequem.“ Dann wanderte Rikus Blick hoch zum Dachfenster. „Im Sommer, werden wir nicht wirklich schlafen können, wenn man hier nicht verdunkeln können.“ Samu hob den Kopf und stand auf. „Wo willst du denn jetzt hin?“ Samu war etwas in den Sinn gekommen, was ihm Frau Virtanen noch gegeben hatte. Es musste irgendwo unten herum liegen. Kaum unten, stieg er auch schon wieder zu Riku ins Bett. Erstaunt und fragend, sah dieser ihn an. „Sieh zu und staune!“ Drückte er einen Knopf auf dem Kästchen in seiner Hand. Gebannt sah Riku wieder nach oben und sah zu, wie ein Rollladen nach unten kam. Samu grinste und legte das Kästchen wieder weg. „Sonst noch irgendwas, was ich wissen sollte?“ – „Nicht dass ich wüsste.“ Riku zog Samu wieder fest an sich. „Das hast du gut gemacht, Grosser!“ – „Ich wusste mit einem Blick im Internet, dass es dir gefallen würde und du es haben willst.“ Legte Samu seinen Kopf an Rikus Halsbeuge. „Du kennst mich halt einfach.“
- „In und auswendig!“ Murmelte Samu. Riku liess seine Finger durch Samus Haare gleiten. „Sag mal, denkst du, dass es wirklich so schwierig sein wird auf Tour, wie Mikko tut?“ Wo nahm dieser Mann seine Energie her? „Willst du nicht schlafen, Rik?“ Kam es schläfrig von Samu. „Ich bin irgendwie gar nicht müde.“ – „Zu aufgekratzt?“ Hob Samu den Kopf und sah wie Riku nickte. „Ich denke, dass Mikko sich zu viele Gedanken macht. Klar hat er recht damit, dass es anders ist, seit wir uns unserer Liebe bewusst sind und diese jetzt auch leben. Aber wir werden auch nicht die selbe Zeit zur Verfügung haben, wie jetzt, dass wir es genauso intensiv ausleben können. Das wird schon alles klappen.“ Gähnte Samu. „Jetzt wird aber geschlafen, Rik!“ War es nun Samu, der seinen Schatz an seine Brust zog. Dabei strich er ihm die ganze Zeit, durch die Haare und bedeckte sein Gesicht und Rikus Mund mit leichten Küssen. Bis von Riku nur noch ein gleichmässiges, tiefes Atmen zu hören war. „Schlaf schön, mein Schatz!“ Schloss Samu die Augen und folgte Riku ins Land der Träume.

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