„Kann ich dir etwas helfen?“ Kam Riku, zum gefühlt tausendsten Mal, in die Küche. Samu kochte doch tatsächlich. Alles, ausser Spiegeleier, Omeletts und Spaghetti, was er sonst noch konnte, war Lasagne. „Hast du den Tisch gedeckt?“ – „Ja Chef!“, sagte Riku. „Dann bist du aus meinen Diensten entlassen.“ Grinste Samu. „Ich würde aber gerne noch etwas zu deinen Diensten tun.“ Schmiegte sich Riku an Samus Rücken. „Darauf komme ich später zurück!“ Riku liess sich nicht abwimmeln. Dadurch, dass er etwas kleiner war als der Blonde, hatte er eine gute Grösse, um sich an Samus Hals und Nacken zu schaffen zu machen. „Riku.“ – „Hmm?“ Küsste sich dieser über die warme Haut, nachdem er ein bisschen daran geknabbert hatte. „Es gibt bald Essen, also musst du nicht mich vernaschen.“ – „Ich vernasche dich aber gerne.“ Schlang er seine Arme noch etwas fester um Samus Taille. Dieser konnte gerade nicht anders, als schmunzeln. „Unsere Mütter müssten jeden Augenblick kommen.“ Wie auf Kommando, klingelte es an der Tür. Riku seufzte, gab Samu noch einen Kuss, bevor er zur Tür ging.
Auch wenn Familie manchmal anstrengend sein konnte, legte sich doch sogleich ein Lächeln auf Rikus Gesicht, als er die Tür öffnete und seine Mama in sein Blick fiel. Was ihn auch gleich dazu veranlasste, Alma in seine Arme zu ziehen. Eve sah diesem Schauspiel kurz zu, bevor sie lächelnd an den beiden vorbei ging. Ihr Sohn konnte sicher nicht weit sein. Die zwei waren ja wie siamesische Zwillinge. „Du kochst?“ Rief sie erstaunt aus, als Eve Samu in der Küche fand. Auch auf dessen Gesicht, legte sich ein warmes, liebevolles Lächeln. „Mama!“ Ging er mit grossen Schritten auf Eve zu und schloss sie in seine Arme. „Ich habe dich vermisst!“ Flüsterte er in ihre Haare. „Das ist schön zu hören!“ Eve rührten Samus Worte.
„Zweifelst du etwa daran?“ Drückte Samu seine Mama, eine Armlänge von sich weg. „Nein.“ Strich Eve ihm über die Wange. „Gut siehst du aus, mein Junge!“ – „Es geht mir auch gut!“ Schweifte sein Blick über Eve hinweg. Dabei wurde sein Strahlen noch etwas grösser und Samus blaue Augen fingen an zu leuchten. Noch nie oder zumindest schon lange nicht mehr, hatte Eve einen solchen Blick bei ihrem Sohn gesehen. Es erwärmte das mütterliche Herz. Sie liess von ihm ab, um sich nun auch noch dem Grund, für Samus Blick, zu zu wenden. Auch Riku strich Eve liebevoll über die Wange. Sie konnte sich keinen besseren Menschen an Samus Seite wünschen. Ihr Schwiegersohn. In gewisser Weise. „Setzt euch doch schon mal ins Wohnzimmer! Die Lasagne ist im Ofen. Der Salat ist noch nicht fertig zubereitet. Ich wurde etwas abgelenkt.“ Samu grinste Riku an, der wieder dicht neben ihm stand. „Ich liebe dich!“ Drückte dieser ihm einen Kuss auf die Wange. „Also eigentlich, möchten wir ja zuerst einmal euer Traum von einem Haus sehen. Und zwar alles!“ War Eve ehrlich. Alma nickte zustimmend. „Wir mussten beim ersten Mal, kurz anhalten, weil uns der Anblick fast aus den Socken haute.“ Riku und Samu mussten schmunzeln. „Na dann kommt. Die Lasagne hat ohnehin noch etwas mehr als eine Viertelstunde.“ Riku griff nach Samus Hand, bevor dieser voraus aus der Küche wollte. Was war denn heute los, mit seinem Löckchen? Doch Samu genoss es. Er hatte schon im Hinterkopf, dass es Riku nicht wohl war, in Gegenwart seiner Mutter. Doch scheinbar brauchte er gerade jetzt, wieder ganz viel von seiner Nähe. Die ihm Samu nur zu gerne gab. Samu sah seinen Schatz liebevoll an. „Ich...“ – „Alles gut!“ Samu strich Riku eine Locke aus der Stirn. „Na dann los!“ Begann Samu die Führung. An der Hand sein Süsser. Den er auch, während dem ganzen Rundgang nicht mehr los liess. Seine Hand fest mit der von Riku verschränkt. Was gerade jetzt, in Gegenwart von ihren Müttern, ein unglaubliches Gefühl von Geborgenheit und Zusammengehörigkeit, durch seinen Körper fliessen liess. Samu hatte keine Ahnung, warum das gerade so war, doch es war das, was er fühlte.
„Ehm ja, und das ist unser Schlafzimmer.“ Trat Samu zur Seite, als sie unten durch waren und auch oben, die weniger wichtigen Dinge gezeigt hatten. Immer wieder kam ein ‘Oh’ und ‘Ach ist das schön’, von den beiden Mamas. Sie waren beide keine Muttersöhnchen und dennoch erfüllte es sie mit einer Art Stolz oder Genugtuung, wenn sie spürten, dass ihre Mamas stolz auf sie waren. „Mit Blick auf den Sternenhimmel!“ Entwich es Riku. Sein Blick sprach Bände. Was er schon während der ganzen Führung tat. Eve und Alma, warfen sich immer wieder vielsagende Blicke zu, wenn sie die beiden beobachteten. Es war ein schönes Bild, sie so zu sehen. Vor allem Riku, schien heute besonders anhänglich zu sein. Mehr, als er es das letzte Mal war. Immer wieder, suchte er Samus Nähe, die dieser ihm auch noch so gerne zuteil werden liess. Man musste dazu sagen, dass es das letzte Mal, an dem Tag war, als sie ihnen gebeichtet hatten, dass sie ein Paar waren. „Und das, war Rikus grösster Wunsch!“ – „Samu.“ Sah dieser ihn mit diesem ‘musstest du das laut sagen’, Blick an. „Was denn? Ist doch so! Und dazu darfst du auch stehen. Ist doch nichts Schlimmes dabei.“ – „Samu hat recht, Riku.“ Darauf Alma. „Es ist ein himmlisches Badezimmer, worauf man echt neidisch werden könnte!“ Sah sich Eve staunend um. „Und Samu wird die Wanne nicht weniger gefallen. So wie ich meinen grossen Tiefseetaucher kenne.“ Grinst Eve. „Endlich mal eine, die lang genug ist.“ Erwiderte Samu darauf lachend und wuschelte Riku durch die Locken.
„Wars das schon?“ Wollte Alma, mit Blick auf die Terrasse wissen, als sie wieder unten waren. „Den Rest, zeigen wir euch, nach dem Mittagessen. Ausser ihr wollt schwarze Lasagne.“ – „Das wäre aber auch zu schade.“ Lächelte Alma. „Schatz, kümmerst du dich um die Getränke?“ Samu sah Riku fragend an. „Wollt ihr Wein?“, fragte dieser. „Ja, so ein Gläschen liegt schon drin.“ Nickten Eve und Alma. So verschwanden sie, für einen Moment, gemeinsam in der Küche.
„Sie sehen glücklich aus!“ Lommentierte Eve den scheinbaren Zustand der beiden. „Und wie! Ich habe Riku noch nie so erlebt. Er blüht an Samus Seite richtiggehend auf.“ Wie auf Kommando, kam dieser mit dem Wein. Auf seinen Lippen lag ein zufriedenes Lächeln. Er konnte gar nicht anders. Riku war schon die ganze Zeit glücklich, seit er Samu hatte. Doch der Urlaub, hat dieses Gefühl noch verstärkt und tiefer gemacht. Gleich darauf kam Samu mit einer Schüssel Salat. Das sanfte Lächeln, war ihm sofort aufgefallen. So konnte er nicht widerstehen, die wundervollen Lippen, auf denen es lag, zu küssen. Leicht strich er Riku über den Rücken und berührte, einem Windhauch gleich, dessen Lippen. Während er den Salat auf den Tisch stellte. „Alles gut? Du strahlst so!“ Wollte Samu leise wissen. „Du...das alles, macht mich einfach glücklich!“ Erwiderte Riku Samus Kuss. Vergessen war, für einen Moment die Tatsache, dass sie nicht alleine waren. „Die Lasagne, Rik. Bin gleich wieder da.“ Nuschelte Samu an Rikus Lippen und hauchte noch einen Kuss darauf. Sich mit der Zunge über seine Lippen streichend und einem verlegenen Blick zu Alma und Eve, setzte sich Riku schon mal an den Tisch. „Lasst es euch schmecken!“ Stellte Samu die Lasagne auf den Tisch, bevor er sich ebenfalls setzte. Neben Riku. Nicht ohne diesem noch einen Kuss auf die Schläfe zu geben. Riku musste sich ein wohliges Seufzen verkneifen. Alma legte ihrem Sohn die Hand auf dessen Hand. „Wir waren alle mal frisch verliebt.“ Darauf Eve, wie zur Unterstützung. „Ich weiss.“ Seufzte Riku dann doch noch. „Alles gut, Schatz.“ Legte Samu seine Hand an Rikus Nacken. Strich ein paar Mal mit seinen Fingern durch die kurzen Haare dort und liess seine Stirn gegen Rikus Schläfe sinken. „Lass deinen Gefühlen einfach freien Lauf.“ Ein Kuss folgte, als Samu seine Stirn weggenommen hatte. „Lasst uns jetzt essen. Es duftet herrlich und ist sicher besser warm, als kalt.“ Unterbrach Alma diese Stimmung, worüber Riku mehr als froh war. Samu war da einfach viel unkomplizierter. Wenn es ihn überkam, dann handelte er nach seinem Gefühl. Tat Riku, grundsätzlich auch. Bloss nicht, wenn er unter Beobachtung stand. Na ja, es konnten ja nicht alle gleich sein. „Es ist sehr lecker, Samu! Das hast du gut gemacht!“ Lobte Eve ihren Sohn. Sie hatte ja keine Ahnung, dass er kochen konnte. Zumindest nicht über Nudeln hinaus. „Danke! Das ist auch so ziemlich das einzige, was ich, neben Nudeln, Spiegeleiern und Omeletts kann.“ Lachte Samu auf. „Riku ist der Koch von uns beiden.“ – „Aber bei deiner Lasagne, kann ich einpacken. Ich habe echt noch selten eine so Leckere gegessen!“ Riku schenkte Samu eines seiner Lächeln, was diesen beinahe zum schmelzen brachte. „Danke Schatz!“ Drückte er Rikus Hand und gab ihm einen Kuss. In seinen Augen konnte Samu die unbändige Liebe sehen. In seiner Mimik sah Samu, dass es ihm jedoch etwas unangenehm war. „Stört es euch, wenn wir uns küssen und einfach alles das machen, was Verliebte so tun?“ War Samu mal wieder gerade hinaus. Er wusste, dass es die Gegenwart ihrer Mütter war, die Riku auf einmal, so verhalten reagieren liess. Alma war es auch schon aufgefallen. Dafür kannte sie ihren Sohn gut genug, dass er sich gegen den Drang, Samu nah zu sein und instinktiv zu handeln, wehrte. Doch sie hielt es für unangebracht, etwas zu sagen. Da bewies Samu wieder sehr feine Antennen und ein loses Mundwerk dazu. „Lasst euch von uns nicht davon abhalten. Und geniert euch bloss nicht. Ich dachte, wir hätten das, beim letzten Mal geklärt?“ Reagierte Eve erstaunt. „Ausserdem…“ Doppelte Alma nach. „Es gibt für uns, als eure Mamas, nichts, aber auch wirklich nichts Schöneres, als euch so unglaublich glücklich zu sehen!“ Legte sie ihre Hand auf die von Riku. „Noch nie, habe ich dich so glücklich gesehen. Und dies erwärmt mein mütterliches Herz so sehr, dass ich euch beide am liebsten die ganze Zeit knuddeln könnte.“ Ein paar Tränen schimmerten in Almas Augen. War die Zeit, nach der Trennung von Laura, nicht gerade die einfachste, die sie von ihrem Sohn mit ansehen musste. „Mum.“ Kniete sich Riku neben seine Mama und umfasste ihre Hände. „Es ist alles gut. Hörst du?“ Alma nickte und versuchte ihre Tränen des Glücks, zu verhindern. Sanft strich Riku seiner Mama eine der verirrten Tränen von der Wange. „Samu macht mich glücklich. Also mach dir bitte keine Sorgen mehr.“ – „Das kann ich nicht abschalten. Ich bin deine Mutter.“ Lächelte Alma leicht. „Ich weiss. Und dafür liebe ich dich auch!“ Fest zog Riku seine Mutter in seine Arme. „Jetzt habe ich noch jemanden mehr, der auf mich Acht gibt. Mich, ohne wenn und aber, liebt und alles für mich tun würde“, sagte Riku leise an Almas Ohr. „Danke Samu!“ Lächelte sie ihren Schwiegersohn, auf eine gewisse Art und Weise, liebevoll an. „Dafür musst du mir nicht danken. Ich folge bloss meinem Herzen!“ Auf diese Worte, spürte Samu die warmen und weichen Lippen von Riku an seiner Schläfe. Mehr brauchte es nicht. Keine Worte.
„Wie war euer Urlaub?“ Wollte Eve wissen, als sie zu ende gegessen hatten und Samu daran war, den Tisch abzuräumen. „Ich kann dir doch helfen.“ – „Nichts da, Schatz! Erzähl von unserem Urlaub.“ Samu drückte Riku auf den Stuhl zurück. Eve lernte ihren Sohn, von einer ganz neuen, anderen Seite kennen. Riku, die Liebe und in einer Beziehung zu sein, weckte neue Seiten an Samu. Seiten, die ihr gefielen. Nicht, dass sie die anderen nicht mochte. Man fragte sich als Mutter einfach, ob man alles richtig gemacht hatte, in der Erziehung seiner Kinder. Gezweifelt, hatte sie nie gross. Samu war schon immer geradlinig, hatte einen eisernen Willen und wusste, was er wollte. Doch jetzt, in den Momenten, wo Eve ihn mit Riku beobachten konnte, war sie einfach nur stolz. Samu war so unglaublich liebevoll und fürsorglich. Er trug Riku regelrecht auf Händen. Der Urlaub, musste für Riku wie der Himmel auf Erden gewesen sein. Dies spürte man, ohne dabei gewesen zu sein. „Es war traumhaft!“ Die Worte von seiner Mama, hatten Riku entspannt. Er war nun mal der, der sich mehr Gedanken machte, als Samu. Um alles. Was dieser nicht tat. Deshalb ergänzten sie sich auch so gut. „Das Haus war der absolute Wahnsinn. Mit riesiger Terrasse, eigenem Pool und einem grandiosen Ausblick auf das Meer!“ Riku sah es noch vor sich. „Jeden Morgen, haben wir auf der Terrasse gefrühstückt. Ausser Samu hat mich mit Frühstück am Bett überrascht.“ – „Oder du mich.“ Erklang die tiefe, sanfte Stimme hinter ihm. Gleich darauf, spürte er die zwei starken Arme, die sich um ihn schlangen. „Möchte noch jemand etwas? Wein, Wasser, Kaffee?“ –
„Einen kleinen Spaziergang!“ Eve sah Samu verschmitzt an. Riku musste lachen. Samu schaute ihn manchmal genauso an. Er hatte ohnehin viel von seiner Mama. Seine Herzlichkeit, die Aufrichtigkeit, die Wärme in seinem Blick. Riku könnte noch lange aufzählen. „Na dann.“ Wieder umschloss Riku sogleich Samus Hand mit seiner. Wenn er schon nicht der ganzen Welt zeigen konnte, wie verliebt und glücklich er mit dem grossen Blonden war, dann eben nur in seiner kleinen Welt, in mitten seiner Familie und Freunde. Hier dafür richtig. Alma und Eve blieben die Worte, wortwörtlich im Halse stecken. Es war ein Traum. Und sie wussten, dass genau das, Samu und Riku brauchten. Schon jetzt. Falls das alles noch grösser werden würde, noch viel mehr. Als Rückzugsort, für sich und ihre Liebe, die irgendwann sicher noch etwas mehr hinten anstehen musste. Doch hier, in ihrem Zuhause, würden sie diese wieder leben können. Konnten sie sich sein. Sie waren froh für die beiden, hatten sie diesen Ort, ihr Paradies gefunden. „Das ist ja ein kleines Paradies!“ Sprach es Eve dann auch aus, als sie den Rundgang beim See, um den sie auch noch spazierten, beendet hatten. „Ja! Unser Paradies!“ Strahlte Samu stolz. Dabei legte er seinen Arm um Riku und zog ihn fest an sich. Das Glück in ihm, schäumte gerade nur so über. Seine Hand vergrub sich in Rikus Locken, der sein Gesicht, fest in Samus Halsbeuge drückte und dessen Duft in sich auf sog. „Ich liebe dich, Riku Juhani Rajamaa! Vergiss das nie!“ Flüsterte Samu an Rikus Ohr, an dem er sich entlang, bis zu dessen Schläfe küsste. Dort seine Lippen ruhen liess, die Augen schloss und im Moment versank. Ohne zu merken, dass ihre Mamas, diskret den Rückzug antraten.
Diese verliessen dann, weit über Mitternacht, ihre beiden Jungs, nach einem schönen Tag mit ihnen. „Ich bin stolz auf dich!“ Eve gab Samu einen Kuss auf die Wange und strich darüber. Samu lächelte einfach. Wusste er doch ganz genau, was sie meinte. Einander fest im Arm haltend, sahen Samu und Riku, dem Wagen hinterher, bis die Lichter nicht mehr zu sehen waren. Ohne etwas zu sagen, wandte sich Riku zu Samu, der ihn fest im Arm hielt. Legte die Hände an seinen Nacken und seine Lippen auf die seines Liebsten. Getrieben von den vielen Emotionen von diesem Tag, versanken sie in diesem wundervollen Kuss. Mit der Hoffnung, dass es immer wieder so sein würde.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
