Das Tourleben hatte sie alle, schneller als geahnt, wieder in seinen Fängen. Es kam Samu und Riku jedoch irgendwie, gerade sehr gelegen, weil es sie von ihren Hormonen ablenkte, die ihr Gefühlsleben mächtig in Schuss hielt. Doch nun hiess es, fast jeden Tag, eine neue Stadt, ein neuer Abend mit Musik, um viele Menschen und sich selber dadurch auch, glücklich zu machen. Manchmal waren sie am nächsten Tag, auch gleich in einem anderen Land. Das Zeitgefühl, war ihnen schon lange abhanden gekommen. Wenn sie nicht Mikko und vor allem Mike gehabt hätten, wären die Jungs manchmal echt aufgeschmissen gewesen. Bei einer Tour, konnte man doch tatsächlich unter einer Art Jetlag leiden. So zumindest, fühlten sie sich zwischendurch. Das Gefühl für die Tageszeiten war da noch das kleinste Problem. Was mehr unter diesem Nomadenleben litt, war das Gefühl, wie lange man schon unterwegs war. Waren es jetzt erst zwei Wochen? Oder schon zwei Monate? Jeder war froh, wenn sie mal einen Tag mehr, am selben Ort Zeit hatten. So wie die paar Off Tage, die sie immer, nach der Hälfte, hatten. Einfach mal einen Gang oder Zwei runter schalten. In einem Hotel schlafen und das länger als eine Nacht. Was vor allem Samu und Riku, dann doch irgendwann entgegen kam. Ausschlafen, gemütlich Frühstücken, in den Tag hinein leben. Ausserdem freuten sie sich darüber, dass Mikko diesen langen Break, denn es nur einmal pro Tour gab, in der Schweiz einplante. Hatten sie sich doch, das letzte Mal, einfach mal so in dieses Land verguckt. Alles schien hier ein bisschen besser, einfacher und gemütlicher zu laufen. Mit den Seen und den Bergen. Irgendwie fühlten sie sich ein bisschen Zuhause. Und die Leute hier, waren ihnen gegenüber, viel zurückhaltender, als zum Beispiel in Deutschland. Man erkannte sie wohl. Doch schien man hier, eher mal zu überlegen und abzuwägen, in welcher Situation sie sich gerade befanden und sie erst dann auf einen zu kamen. Dies schätzten die Jungs sehr. Klar mussten Samu und Riku auch hier Acht geben, was sie in der Öffentlichkeit taten. Jedoch kannte Mike, ihr Fahrer, Touristenführer und Mann für alle Fälle, hier auch ein paar Plätze und Orte, die nur wenige kannten und wo sie sich frei bewegen konnten. So genossen die Jungs ein paar erholsame und stressfreie Tage. Tankten neue Energie, für die restlichen Konzerte auf ihrer Open Air Tour. Samu und Riku hatten mal wieder Zeit, sich ihrer Liebe zu widmen, die im Tourleben, was manchmal auch purer Stress bedeutete, unterging. Gerade die beiden, hatten es sich verdient, hatten sie doch oftmals, zwischen den Konzerten, noch Interviewtermine die sie wahrnehmen mussten. Warum Riku da immer dabei sein musste, war ihm schleierhaft, ausser mal, um Samu bei einem Song zu begleiten. Doch wollte er sich nicht beschweren, war es doch zusätzliche Zeit, die er mit Samu verbringen konnte. Und Samu, dies fühlte Riku, war froh, ihn an seiner Seite zu haben. War ihm dieser Interview Zirkus noch immer zuwider und suspekt und überhaupt. Doch mit Riku an seiner Seite, durchaus auszuhalten. Jetzt genoss er einfach mal die freie Zeit mit seinem Schatz und seinen Jungs. Mike kannte da wirklich ein paar schmucke Örtchen, an denen man einfach mal die Seele baumeln lassen konnte. Dazu alleine und fernab von neugierigen Blicken war. Ohne sich beschweren zu wollen, waren die ihm, in letzter Zeit, dann doch etwas zu viel geworden. Obschon Samu wusste, dass es noch nichts war, gegen das, was noch kommen kann und wahrscheinlich wird. Darüber nachdenken, wollte Samu aber nicht. Nicht jetzt und überhaupt nicht. Er wollte jetzt einfach das geniessen, was sie hatten. Mit der Band. Und er mit Riku. Sein Leben, könnte gerade nicht besser und Samu nicht glücklicher sein. Was wollte er schon mehr? Er hatte seinen Traum erfüllt oder war zumindest daran. Hatte die Liebe seines Lebens gefunden. Früher, als Samu es erwartet hatte. Doch das Beste. Seinen Traum und die Liebe, konnte er beides gleichzeitig leben. Er hatte seinen Schatz immer bei sich und musste nicht diese leidigen Trennungen durchmachen. Samu wusste nicht, ob er dies durchstehen würde. Es war schon doof, als er von Vivi getrennt war. Mit ihr war er nicht zusammen und sie war nicht seine grosse Liebe.
„So lässt es sich leben!“ Seufzte Samu zufrieden, als er sich am Ufer des Sees, lang streckte und die Sonne auf seinen nackten Oberkörper scheinen liess. Riku hatte sich, währenddessen eine kleine Abkühlung gegönnt. Also zumindest seinem kleinen Finnen im Süden. Denn seit die Zeit etwas stressfreier war, übernahmen die Hormone wieder seinen Körper. Samus braun gebrannter Körper, den er ihm zuvor noch im Hotelzimmer, mit Sonnencreme eingeschmiert hatte und den er jetzt hier zufrieden zur Schau stellte, gab Riku fast den Rest. Doch er konnte ja nicht den ganzen Tag im Wasser sein, sonst würde es ihn, irgendwann noch aufweichen. „Ah Rajamaa!“ Knurrte Samu, als Riku seine Locken über ihm ausschütelte. „Ich dachte, du brauchst vielleicht eine kleine Abkühlung.“ Raunte Riku an Samus Lippen, während er sich über ihn beugte und einen Kuss erhaschte. Ein Brummen kam von Samu, während er den Kuss intensiver werden liess. „Gleich brauch ich wirklich eine Abkühlung, Rajamaa. Oder mehr.“ Nuschelte Samu an Rikus Lippen, der ihn in ein heisses Spiel ihrer Zungen verwickelt hatte. Riku löste sich leicht von ihm und sah das Verlangen in seinen Augen. „Jungs, ihr seid nicht alleine und dazu noch in der Öffentlichkeit. Benehmt euch.“ Schielte Sami, mit einem Auge zu den beiden hinüber, die alles um sich zu vergessen schienen. Gleichzeitig warfen sie ihm einen Blick zu und sahen sich dann an. Einen kurzen Kuss und Riku kuschelte sich an Samu. Ein Bein zwischen Samus, den Kopf an seine Schulter gelegt. Samus Finger, spielten leicht mit den Haaren in Rikus Nacken, liess sie mal ganz in seinen Locken verschwinden liess, nur um sich danach wieder in seinen Nacken zu legen. Rikus eine Hand, strich gedankenverloren durch Samus Haare, während die andere auf dessen Brust ruhte, die Samu mit seiner umschlossen hielt. Die Welt, um sie herum existierte nicht mehr. Es gab nur noch sie beide. Vergessen waren die turbulenten Wochen, auf engstem Raum, mit den anderen Jungs. Was neben dem Spass, auch nicht immer leicht war. Vergessen war das zu kurz kommen und zurück stellen ihrer Zweisamkeit. Denn in den Tagen, in denen sie hier einfach in den Tag hinein lebten, füllten sie ihre Reserven wieder auf, damit es reichte, bis zum Ende der Tour. Was Ende August der Fall war. Danach hatten Riku und Samu noch ein paar Promotermine. Urlaub, der nur von kurzer Dauer sein würde. Bevor es im Herbst, bis kurz vor Weihnachten, noch einmal auf Tour ging. Die Clubkonzerte standen da an. Deshalb waren diese kurzen Auszeiten, umso wichtiger. Für alle. Die anderen gaben ihren zwei Verliebten, genügend Freiraum alleine zu sein. Was diese, mit viel Zeit mit ihren Freunden, zurück gaben. Es hatte sich, so könnte man sagen, alles gut eingependelt. Die Liebe, reiste fast schon lautlos und unsichtbar mit ihnen mit. Zumindest zeitweise unsichtbar. Gerade eben, war sie mehr als sichtbar. Doch keiner störte sich daran. Sie lagen alle hier an der Sonne herum und genossen den Tag. Die einen halt einfach kuschelnd. Und ja, knutschend wie verliebte Teenies. Samu konnte einfach nicht widerstehen. Auch wenn er wusste, dass er danach eine Abkühlung brauchte. Eine ganz lange Abkühlung. Aber diese Nähe. Rikus Nähe. Sie liess ihn instinktiv handeln. Samu konnte nichts dagegen tun. Riku war wieder hell wach, nachdem er beinahe, unter Samus Streicheleinheiten, dahin geschlummert wäre. Zuerst war es nur ein Liebkosen der Lippen des anderen. Doch schnell verfielen sie in eine leichte, harmlose Knutscherei. Umgeben von der Hitze, wirkte der kleinste Kuss, wie eine Explosion. Riku schmiegte sich fester an Samu. „Halt dein verdammtes Bein still.“ Knurrte Samu und legte seine Hand darauf. „Mmmm.“ Kam lediglich von Riku. „Ich glaube, da brauchen zwei eine Abkühlung, sonst passiert gleich etwas, was wir alle nicht sehen wollen.“ Leerte Sami seine Bierflasche, die er mit Wasser gefüllt hatte, über den beiden Knutschtüten. „Boah Sami!“ Rief Samu aus. „Na warte, das schreit nach Rache!“ Sprang Samu auf und jagte Sami hinterher. Riku wusste zuerst nicht, wie ihm geschah, so schnell war Samu weg und er landete, mit dem Gesicht voran, auf dem Badetuch. Doch nun spornte er seinen Schatz an, der das Wasser und Sami erreicht hatte. Von hinten, sprang er diesen an und so landeten sie beide im kühlen Nass. Grinsend schüttelte Riku den Kopf. „Kindsköpfe.“ Kommentierte Mikko das Schauspiel amüsiert. Samu und Sami blieben noch einen Augenblick unter Wasser, bis zuerst Sami, prustend auftauchte. „Er ist einfach zu gross und irgendwie durch das, zu schnell.“ Lachte Sami und kam zurück ans Ufer. „Ach du heilige Scheisse!“ Entwich es Riku, bevor er es verhindern konnte. Samu war gerade aus dem Wasser aufgetaucht. Fast wie in Zeitluppe, strich er sich dabei durch die Haare. Riku wurde es mehr als nur warm und in seiner Hose zuckte es verdächtig. Alle Augen waren, nach diesem Gefühlsausbruch, auf Riku gerichtet, wie ihm beinahe die Augen aus dem Kopf fielen. „Was denn? Er sieht einfach zu gut aus!“ Sah Riku entschuldigend und leicht beschämt zu den Jungs. „Schon klar. Du brauchst dringend eine Abkühlung, Gitarrengott.“ Klopfte Osmo ihm, lachend auf die Schulter. Seufzend strich sich Riku durch die Haare und liess ihn auf seine Knie fallen. „Komm schon, Rik.“ Drang Samus Stimme zu ihm. „Ich fürchte, dein Auftritt hat deinem Schatz ein kleines Problem beschert.“ Grinste Raul. „Das er nicht gesabert hat, war ein Wunder.“ Samus Augenbraue schnellte nach oben und er sah von den Jungs zu Riku. Grinsend ging er aus dem Wasser. „Tut mir leid!“ Gab Samu Riku einen Kuss. „Tut es nicht. Das war doch berechnende Absicht.“ Sah Riku ihn grimmig an. „Na los, spring auf!“ Drehte sich Samu, mit dem Rücken zu Riku „Spinnst du?“ – „Willst du hier sitzen bleiben und uns beim Schwimmen zu sehen?“ Riku schüttelte den Kopf. „Frauen haben dieses Problem nicht.“ – „Da hast du Recht! Das bist du aber nicht. Also beweg deinen hübschen Arsch ins Wasser, Rajamaa. Sonst helfen wir dir dabei.“ Stand Sami nun vor den beiden. „Wir kennen dieses Problem alle. Also mach nicht so ein Drama. Wir sind nicht mehr im Kindergarten. Also?“ Sami hielt Riku die Hand hin. Samu legte seinen Kopf schräg und sah Riku fragend an. „Ok, du wolltest es nicht anders!“ Sami sah Samu kurz an, dann packte er nach Riku und schmiss ihn sich über die Schulter und lief los. „Sami!“ Quietschte Riku, bevor er unter Wasser tauchte. Kaum unten, packten ihn zwei Hände und zogen ihn wieder hoch. Samus dümmliches Grinsen, war das erste, was Riku sah. „Ihr seid so dämlich!“ Schüttelte Riku seinen Kopf und strich sich darauf durch seine Haare. Samu atmete tief durch. „Gut stehe ich schon im kühlen Wasser.“ Umfasste Samu Rikus Handgelenke, um sie aus dessen Haare zu nehmen und um seinen Hals zu legen. Dafür liess er seine Finger in Rikus nassen Haaren verschwinden und zog ihn so, fest an sich. „Du weisst schon, dass du mich wahnsinnig machst?“ Riku nickte und biss sich auf die Lippen. „Lass uns in unseren zwei Wochen...“ – „Drei, Samu. Es sind drei Wochen. Merk es dir endlich!“ Spritzte ihn Mikko an. Endlich konnte er mal der Freund und nicht der Manager sein. „Ok. Dann lass uns in den drei Wochen, in denen wir Urlaub haben, irgendwo hin fahren.“ – „Wohin möchtest du denn?“ Wollte Riku wissen. „Irgendwo hin, wo es Sonne, Meer und Strand gibt. Was sagst du zu Barcelona?“ Überlegte Samu laut. „Klingt nach einem super Plan! Aber warum das, Samu?" – „Weiss nicht. War bloss so eine Idee. Ein Einfall. Weil ich es gerade so sehr geniesse, mit dir hier zu sein und zu entspannen. Aber wenn...“ Rikus Lippen unterbrachen ihn. „Schatz, ich habe doch gesagt, dass es eine tolle Idee ist! Zwei Wochen Barcelona. Eine Zuhause?“ Samu nickte. Augenblicklich legte sich ein riesiges Grinsen auf Samus Gesicht. „Urlaub mit meinem Schatz! Wie toll!“ Samu hob Riku in die Luft und drehte sich, so gut es im Wasser geht, mit ihm im Kreis.
„Kannst du mal damit aufhören?“ Lachte Riku. „Warum Barcelona?“ Wollte dann Riku doch noch wissen. Als Samu ihn wieder auf seine Füsse gestellt hatte. „Weil es schön dort ist. Für zwei Wochen, nicht allzu weit weg. Und dort können wir uns ungestört bewegen.“ War Samu überzeugt von seiner Idee. Dennoch sah er Riku fragend an. „Hauptsache du bist dabei.“ Gab Riku ihm einen Kuss. „Ok, über den Ort sprechen wir noch mal. Gut?“ Riku nickte. „Ich liebe dich!“ Zog Riku Samu in eine feste Umarmung. Seit der Nacht, in der Einsamkeit des Tourbuses, bei Mike, hatte sich Riku etwas vorgenommen. Seine Gedanken immer mal wieder leiser zu stellen, wenn sie in seinem Kopf schrien. Einfach zu geniessen,was jetzt war. Die Musik, was sein Traum war, damit Leute zu berühren, endlich ohne schlechtes Gewissen leben zu können. Und natürlich, allem voran, Samu und ihre Liebe.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
