Kapitel 87

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„Komm mit!“ Stand Samu auf, als Maria weg war. Fragend sah Riku ihn an. „Komm!“ Nahm er Rikus Hand und zog ihn hinter sich her. Eine kleine Treppe, führte zum Strand runter. Samu streifte sich seine Schuhe von den Füssen und krempelte die Hose etwas nach oben. „Willst du dort stehen bleiben?“ Drehte sich Samu zu Riku um, als dieser ihm nicht folgte. „Komm schon, Rik. Die Sonne geht gleich unter.“ Er war wirklich verrückt. Wieder einmal, machte Samu ein paar Stunden, zu den Schönsten. Also tat Riku es Samu gleich und legte die Hand in seine, als er bei ihm war. So schlenderten sie bis zum Meer. Bis an den Rand, wo es das Wasser an den Strand spült und sich wieder zurück zieht. „Wieso Samu?“ Flüsterte Riku. „Weil ich dich Liebe, mein Schatz! Es sagen, kann jeder. Doch es auch so meinen und den liebsten Menschen es auch spüren zu lassen, ist was ganz anderes.“ Samu sah Riku von der Seite her an. „Könntest du mich festhalten? Bitte!“ Mit einem sachten Kuss auf die Wange, stellte Samu sich hinter Riku. „Nichts lieber als das! Und für den Rest meines Lebens!“ Hauchte Samu und schmiegte seine Wange an die von Riku. So sahen sie der Sonne zu, wie sie im Meer versank und dabei den Himmel in alle möglichen, atemberaubenden Farben tauchte. „Ich liebe dich!“ Liess sich Riku noch tiefer in Samus Umarmung fallen. Worauf dieser seine Arme noch fester um seinen Liebsten schlang. „Was hast du jetzt noch auf deiner, schönster letzter Abend, Liste?“ Die Sonne war im Meer versunken. „Nachtisch und einfach noch etwas zusammen sitzen. Ich denke, Maria möchte uns auch noch etwas Gesellschaft leisten. Wenn...“ Warme Lippen umschlossen sich um seine und brachten ihn zum schweigen. „Mir ist alles recht, so lange ich die Zeit mit dir verbringen kann.“ – „Dann lass uns zurück gehen.“ Kaum sassen sie wieder an ihrem Tisch, tauchte auch schon Maria wieder auf. Rikus Strahlen war nicht zu übersehen. „Du grosser Romantiker!“ Strich sie Samu, wie es eine Mutter tat, über die Wange. „Ist er doch oder?“ Riku biss sich verlegen auf die Lippen und nickte leicht. „Wusste ich, als ich dich das erste Mal gesehen habe.“ Samu zog eine Augenbraue in die Stirn. „Du weisst, ich habe ein Händchen für die Liebe. Und das sie zwischen dir und der blonden Schönheit, nicht vorhanden war, wusste ich auch sogleich.“ – „Vivi?“ Maria nickte. „Du hast dir zwar unglaublich viel Mühe gegeben. Doch in der Liebe, muss man sich nicht Mühe geben müssen, sondern seinem Herzen folgen.“ – „Dies tut Samu im Überfluss!“ Darauf Riku. „Das sehe ich. Und da kannst du dich glücklich schätzen! Nicht viele Menschen, erleben das, was du geschenkt bekommst!“ – „Ich weiss“, sagte Riku leise. „Ich hole euch mal Kaffee und was Süsses!“ Stand Maria erneut auf. Samu verschlugen Marias Worte tatsächlich die Sprache. Das kam selten vor. „Ist es zuviel Überfluss?“ Riku schüttelte den Kopf. „Komm mal her zu mir.“ Deutete Riku auf den Stuhl neben sich. Samu stand auf und setzte sich. „Muss ich dir noch oft sagen, dass ich es brauche? Das alles, was du machst.“ Samu liess seinen Kopf auf Rikus Schulter sinken. „Und wage es ja nicht, irgendwas daran zu ändern.“ – „Versprochen!“ Versanken sie in einem liebevollen Kuss. Ohne etwas zu sagen, stellte Maria das Tablett auf den Tisch und setzte sich gegenüber den beiden hin. Sie schienen gerade kein Auge und kein Ohr für sie zu haben. Zumindest einer nicht. „Unser Kaffee wird kalt, Grosser.“ –„Ich wollte euch nicht stören.“ Samu nahm dankend den Kaffee entgegen. „Tust du nicht!“ Lange, sassen sie noch zusammen, die drei. Maria wollte noch wissen, wie es zu dem Ganzen, dieser wundervollen Liebe kam. Verwöhnte die beiden mit weiteren Leckereien, bis sie fast platzten. Bevor noch ein weiterer Schnaps, Grapa oder was auch immer, im Glas landete, musste Samu eingreifen, da er ja noch fahren musste. Es war kurz vor Mitternacht oder auch darüber hinaus, an einem solchen Abend war Zeit mehr als zweitrangig, als sich Samu und Riku von Maria lösen konnten. „Nimm all die Liebe an, die er dir schenkt, Ricardo!“ Verabschiedete sich Maria zuerst von Riku, bevor sie sich Samu zur Brust nahm. „Halte ihn fest, Samuel! Ihr tut euch gegenseitig gut! Und so unglaublich glücklich, wie dieses Mal, habe ich dich noch nie erlebt!“ Maria sah noch einmal von Samu zu Riku und wieder zurück. „Ihr seit zwei tolle Menschen! Hoffentlich sehen wir uns bald einmal wieder!“ – „Wir kommen ganz bald, wenn uns unser Terminplaner Urlaub gibt, wieder!“ Ein letzter Gruss zum Abschied und schon waren Samu und Riku auf dem Heimweg. Samu fuhr absichtlich einen kleinen Umweg, da er eigentlich gar nicht mehr hätte fahren dürfen. „Das ist aber nicht ganz unser Heimweg.“ Sah Riku skeptisch zu Samu rüber. „Bist du sicher, dass wir den Wagen nicht doch besser hätten stehen lassen sollen?“ – „Ich würde dich nie, wissentlich in Gefahr bringen, Rik!“ Drückte er diesem einen Kuss auf den Handrücken, die er kurz mit seiner umschloss. Bevor er in einen schmalen Weg einbog, von dem Riku nicht ganz sicher war, ob man da überhaupt mit dem Auto durchfahren darf. „Sei nicht so ängstlich.“ Grinste Samu. „Bin ich nicht.“ – „Ok, dann so ober perfekt, ohne mal über die Stränge zu schlagen.“ Um Riku zu zeigen, dass er seine Worte nicht böse oder beleidigend meinte, liess er seine Finger durch dessen Locken gleiten. „Hey! Entspann dich!“ Hielt Samu das Auto kurz an, da er spürte, dass Riku total verkrampft war. Eigentlich wollte er Riku etwas zeigen. Doch wenn es diesem nicht wohl war, würde er es sein lassen. Denn alles, was Samu nicht wollte, war diese Stimmung des Abends, zu zerstören. „Ich weiss wo ich hin fahre. Ich möchte dir doch nur etwas zeigen, was dir vielleicht den Atem raubt.“ Samu hielt Rikus Gesicht, fest mit seinen Händen umschlossen. „Vertraust du mir?“ Riku nickte. Dies reichte Samu schon. Er startete das Cabrio erneut und lenkte ihn den Rest des Weges, was nicht mehr allzu lange war, in Richtung Dunkelheit. „Wir sind da!“ Parkte Samu und stieg aus, nachdem er das Innenlicht eingeschaltet hatte, damit sie überhaupt etwas sahen. Denn ohne das Licht des Autos, war es wirklich stockdunkel.
„Samu was...“ – „Schscht, sag nichts Riku. Komm einfach zu mir.“ – „Auf den Wagen?“ Samu nickte. Im Wissen, dass Riku es wohl nicht sehen konnte. „Verrückter Kerl!“ Kletterte Riku auf die Motorhaube. „Du kannst dich an mich kuscheln und dann geniesse einfach diesen Anblick.“ Breitete Samu seinen Arm aus. Das musste er Riku nicht zweimal sagen. Er war ein richtiges Weichei, was Dunkelheit und Einsamkeit anging. Doch kaum nahm er Samu Duft und dessen Wärme, dicht bei sich wahr, konnte Riku sich entspannen. Es war so still, wie es nur wenige Orte, auf dieser Welt gab. Von weitem und doch so nah, als wäre es neben an, hörte Riku das Meer rauschen. „Sieh mal nach oben.“ Flüsterte Samu. Sogleich wanderte sein Blick in den Himmel. Das sah gigantisch aus und machte Riku tatsächlich sprachlos. So viele Sterne, wie man gar nicht fähig war, sie zu zählen, strahlten auf sie hinab. Als könnte man das ganze Universum, zum greifen nah, über sich sehen. So nah und doch so unglaublich weit weg. Mit einer Tiefe, die keiner zu fassen bekam. Riku war völlig verzaubert und verlor sich in den Weiten und der Schönheit des Nachthimmel. Wie Samu mit seinen Locken spielte und ihn immer wieder mit seinen Lippen liebkoste, nahm Riku nur von weit weg wahr. Doch fühlte es sich so unglaublich gut an, dass Riku es niemals enden lassen wollte. Diesen und so viele Momente mehr, wollte Riku in seinem Herzen festhalten und hervor nehmen, wenn mal nicht so rosige Zeiten kommen sollten. „Lass uns fahren. Zuhause schlafen ist um einiges bequmer.“ Holte Samus Stimme, Riku aus diesem schummrigen Zustand zurück. Hatte er wirklich geschlafen? Verwundert sah er zu Samu hoch. Viel sah er nicht. „Na Löckchen, müde?“ – „Scheint so.“ Lächelte Riku. „Dann lass uns einen etwas bequmeren Ort aufsuchen.“ Leicht jammernd, stiegen sie vom Wagen herunter und in diesen. „Danke!“ Schenkte Riku seinem Schatz einen leidenschaftlichen Kuss. „Es sollte einfach noch einmal perfekt werden!“ – „Das war es doch schon lange!“ Riku strich Samu eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Ich weiss. Ich kann einfach nicht widerstehen in deiner Gegenwart.“ Riku lächelte. Was sollte man darauf auch sagen. Einfach den Rat von Maria annehmen und gut sein lassen.„Bekomme ich jetzt noch meine Kuscheleinheiten?“ Stieg Riku aus dem Wagen und folgte Samu ins Haus. „Natürlich! Das habe ich dir doch versprochen.“ – „Darf ich mir sonst noch was wünschen?“ Riku kaute auf seiner Lippe rum. „Alles, mein Schatz!“ Hatte sich Samu zu Riku umgedreht, nachdem er die Tür aufgeschlossen hatte. „Können wir uns draussen auf die Lounge kuscheln? Dort noch einmal die Sterne betrachten, bis wir einschlafen?“ Sah Riku ihn mit diesem Blick und dem unglaublichen Lächeln an, dass Samu nicht widerstehen konnte. Ausserdem, war es jedes Mal total schön, wenn sie dies, in den letzten Wochen getan hatten. Samu nickte. Legte seine Hände an Rikus Wangen. „Ich würde dir jeden einzelnen Stern vom Himmel holen!“ – „Mit dir darunter zu liegen, reicht mir schon!“ Strich Riku über Samus Lippen. „Na dann los!“ Sie zogen sich schnell noch was bequemeres an. Während es Riku schon mal gemütlich zurecht machte, folgte ihm Samu mit zwei Pullis, die er noch einmal aus ihren Koffern geholt hatte. Grinsend streifte er Riku einen über den Kopf. „Du denkst aber auch an alles.“ – „Ich will ja nicht, dass mein Jääpuikko sich erkältet.“ Grinste Samu und krabbelte zu Riku auf die Lounge. Kaum hatte er sich bequem hin gelegt, rutschte Riku auch schon ganz nahe an ihn heran. „Komm her, mein kleines Kuschelmonster.“ Schlang Samu die Arme um sein Löckchen und zog ihn fest an sich heran. So nah, dass kein Blatt mehr zwischen sie gepasst hätte. „Du warst mit Vivi auch bei Maria?“ – „Ja.“ – „Auch hier und überall dort, wo wir waren?“ Riku wusste nicht, weshalb er gerade jetzt all diese Fragen stellte. Es belastete ihn nicht einmal. „Nein. Nur bei Maria, nachdem wir in Barcelona waren. Mit Vivi war ich etwas weiter südlich. Und ausserdem...“ Samu löste sich leicht von Riku und stützte sich auf seinen Unterarm um ihn ansehen zu können. „Ich würde niemals mit dir das Selbe unternehmen, wie ich mit ihr oder sonst irgendwem gemacht habe. Du hast viel mehr und ganz andere Dinge verdient. Weil DU und nur du, die Liebe meines Lebens bist.“ Riku legte seine Hände an Rikus Nacken und zog ihn zu sich runter, um in einem sanften Kuss zu verfallen. Ohne sich voneinander zu lösen, legten sie sich wieder hin. Küssten, streichelten und kuschelten. Sahen sich zwischendurch die Sterne an und genossen einfach noch etwas diese unbeschwerte Zeit. Bis sie irgendwann, eng umschlungen und fest in die Decken eingewickelt, in einen ruhigen Schlaf abdrifteten.

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