Riku versank völlig im Anblick, der Samu ihm bot. Die kleine Emmi, lag an seine Brust gekuschelt und schlief. Samu strich ihr sanft über den Rücken und hauchte ihr immer wieder Küsse auf die flauschigen Haare. Als wäre es das Normalste der Welt und würde er nichts anderes tun. Es waren die Momente, da sich dieser kleine Wunsch, immer wieder an die Oberfläche drängte und ihn fies pickte. „Ich bin gleich wieder da.“ Stand Riku auf und gab Samu einen Kuss. Er brauchte frische Luft. Fragend sah Liisa Samu an. Sein Blick sagte alles, damit Liisa verstand und leicht nickte. Das mochte Samu an der Zeit in Liisas Gegenwart. Es brauchte keine Worte. Scheinbar verstand sie ihn und Riku einfach so. Vor allem Riku. Zu ihm, hatte sie schon immer einen ganz besonderen Draht.
„Habt ihr schon über das Angebot gesprochen?“ Kam Mikko ins Wohnzimmer und setzte sich gegenüber von Samu hin. Dieser seufzte. Stand auf und legte Emmi in den Stubenwagen. „Haben wir.“ – „Und?“ Sah Mikko ihn fragend an. „Mikko.“ Kam mahnend von Liisa. „Ich will doch nur kurz wissen, in welche Richtung es tendiert.“ – „In noch keine konkrete.“ – „Wegen Riku?“ Konnte es tatsächlich sein, dass Mikko nun doch dachte, Riku könne sich quer stellen? Samu verstand die Welt nicht mehr. Riku würde alles für ihn tun. Alles. Und ausnahmslos hinter ihm stehen. „Nein Mikko, es ist nicht wegen Riku. Du weisst ganz genau, dass er sich mir nie in den Weg stellen würde.“ Wurde Samus Stimme, langsam aber sicher, lauter. Warum musste dieses Thema, so gross werden? Es ging Samu schon jetzt auf die Nerven. Riku, der wieder ins Wohnzimmer kam, blieb erstaunt stehen. Was ist denn jetzt, in der kurzen Zeit, passiert? „Es geht hier um mich und mein Leben, dass sich drastisch ändern könnte, wenn ich da mit mache. Und zwar vielleicht so schnell, wie es ungesund sein könnte. Für alles. Für uns als Menschen und für die Band. Es gibt nicht nur mich. Was ist mit den anderen Jungs? Was ist mit dir? Du müsstest immer mit kommen und verpasst dabei, wie deine Tochter gross wird.“ War Samu so richtig in Fahrt. „Und in meinem Leben, geht es nicht mehr nur um mich. Unsere ganze Beziehung ist, vom Standpunkt unseres Jobs aus gesehen, ohnehin schon kompliziert. Was nicht einfacher wird, wenn alles grösser wird.“ Samu sah kurz zu Riku, der sich wieder gesetzt hatte. „Du siehst, es hängt so viel an meiner Entscheidung, weshalb ich das einfach nicht übers Knie brechen will.“ Mikko hatte Samu ruhig zu gehört und war erstaunt über seine Worte. Er wurde wohl doch, langsam aber sicher, erwachsen. Liisa lächelte zufrieden. Samus Worte, gefielen ihr. Riku tat ihm gut. Schon immer. „Und jetzt, meine Herren, lassen wir das Geschäftliche mal nach draussen. Ich habe dir gesagt, dass ich keine geschäftlichen Diskussionen möchte.“ Sah Liisa Mikko leicht strafend an. „Tut mir leid.“ Gab dieser ihr einen Kuss auf die Wange. „Alles gut, Samu. Mach dir keinen Stress. Du wirst schon die für dich, richtige Entscheidung treffen. Ich stehe hinter dir, egal wie du dich entscheidest.“ Klopfte Mikko Samu auf die Schulter und verschwand in der Küche, um Bier zu holen. „Ich bin stolz auf dich, Samu!“ Sah Liisa ihn aufmunternd an. „Ich auch!“ Drückte Riku ihm einen Kuss auf die Wange. „Ich liebe dich! Egal, wie du dich entscheidest. Das weisst du.“ Samu nickte und liess sich in die kleine Liebkosung fallen. „Du und ich, gegen den Rest der Welt.“ Flüsterte Samu. „Für immer!“ Liisa betrachtete die beiden, wie sie mal kurz einfach alles um sich herum vergassen und ausschalteten. Eine Gabe, die sie sich unbedingt behalten mussten, sollte Samu dieses Fernseh Ding machen. Sie selber, sah dem ganzen kritisch gegenüber. Für die Band sicher toll. Doch zweifelte sie daran, dass es so einfach werden wird, wie Samu und Riku sich das jetzt so dachten. Vielleicht war es auch mehr ein Mut machen. Samus Worte von vorhin, zeigten zwar ganz deutlich, dass er Angst hatte. Und das soll bei einem Samu Haber schon was heissen. Doch ob die Angst und das alles bleiben wird, wenn er erstmal in diesem Zirkus drinnen steckt? Liisa war skeptisch. Denn es gab einen einzigen Menschen, den er damit unglücklich machen könnte. Einen, der mit dem Ganzen dann alleine da stand, während alle anderen Jungs ihren Rückhalt Zuhause hatten. Er würde alleine sein. Er war auch der Einzige, der zu wenig mentale Stärke besass, um dem alleine stand zu halten. Riku. Der sensible Gitarrist, der es allen recht machen will. Der Samu abgöttisch liebte und alles für ihn tun würde. Riku würde durch die Hölle gehen, nur damit Samu glücklich war. Liisa hoffte, dass dies, nicht irgendwann der Fall sein würde. „Wir haben übrigens noch etwas für euch. Also eigentlich für Emmi.“ Stand Samu auf und verschwand kurz im Eingangsbereich. Kam mit zwei Geschenken zurück und überreichte sie Mikko und Liisa. „Ihr seit verrückt.“ – „Nein, Patenonkels.“ Sah Samu Riku vielsagend an, als Liisa und Mikko sich daran machten, die Geschenke zu öffnen. Mikko durfte anfangen. Ein lautes Lachen entwich ihm. „Der Knaller, Jungs!“ Er hielt den Body hoch, damit auch Liisa ihn sehen konnte. „Daddys little Rockstar.“ Las sie vor. „Der kann nur von Samu sein.“ Grinste sie. „Schuldig.“ Zuckte Samu mit den Schultern. „Ich finde ihn toll!“ Klopfte er den beiden auf die Schulter. „Dann wollen wir mal sehen, was hier drinnen ist.“ Begann Liisa mit ihrem Geschenk. „Riku hat es ausgesucht. Dann kann es nur gut sein.“ Strich Samu durch Rikus Locken. „Du warst ja auch dabei.“ Senkte Riku verlegen seinen Blick. „Ja, aber du hast eher den Blick für solche Dinge.“ Mikko sah fragend zu den beiden. „Frag nicht. Ich bin, laut Samu, die Frau in unserer Beziehung.“ Liisa lachte los. „Aber was das zickig sein angeht, als hätte er seine Tage, hat Samu wohl die Nase vorn.“ Sie konnte sich kaum mehr erholen, vor lachen. Mikko und Riku, stiegen mit ein. „Den, musste du dir eingestehen, Grosser.“ Knabberte Riku an Samus Ohr. „Ja, ja, ich weiss. Damit kann ich leben.“ Schmunzelte Samu. „Jetzt pack schon weiter aus.“ Drängte er Liisa. „Oh, das ist wundervoll!“ Strich diese über den süssen, flauschigen Teddy, vor ihr. „Und er macht auch noch Musik!“ Liisas Lächeln, war Geschenk und Dank genug. Wie auf Kommando, fing die kleine Emmi an zu quengeln. „Darf ich?“ Fragte Riku. „Natürlich!“ Liisa gab ihm den Teddy. Riku beugte sich über den Stubenwagen. „Hey, meine süsse kleine Maus!“ Rikus Stimme war zart und leise. „Schau mal, was ich für dich habe.“ Er zog an der Schnurr. „Den haben Onkel Samu und ich für dich ausgesucht.“ Die liebliche Melodie erklang, worauf Emmi sofort ruhig wurde. Mit grossen Augen, sah sie zu Riku hoch. Er strich ihr sachte über den Kopf. Ein leichtes Lächeln, legte sich auf ihr kleines, süsses Gesicht. „Das gefällt dir! Was?“ Ein Quietschen und Rudern mit den Ärmchen, war die Antwort. „Gott, bist du süss!“ Schmolz Riku dahin. Dieses süsse, kleine Wesen, hatte sein Herz im Sturm erobert. Samu wurde es warm ums Herz. Gleichzeitig gab es ihm einen Stich. Die Angst davor, was dieses Angebot mit sich bringen könnte, mischte sich mit der Panik, dass sich Riku irgendwann einsam fühlte, weil er immer unterwegs war und sich Riku dann das suchte, nach was sein Herz sich sehnte. Ungeteilte Liebe und der Wunsch nach Familie. Er stand auf und holte sich ein neues Bier in der Küche. „Komm gar nicht erst auf die Idee, diesen Gedanken grösser werden zu lassen.“ War Liisa ihm gefolgt. „Ich habe eine so verdammt grosse Angst, ihn zu verlieren, wenn ich dieses Angebot annehme.“ – „Es ist nur ein einziges Angebot, Samu.“ – „Aus einem werden zwei und dann drei und...“ Lehnte Samu sich an die Küchenzeile. „Die du ablehnen kannst.“ Liisa musterte Samu. „Kann ich das, irgendwann, wirklich noch?“ Liisa nickte aussagekräftig. „Ausserdem, Riku liebt dich. Mehr als alles andere auf der Welt. Das weisst du ganz genau.“ Samu stopfte seine Hände in die Hosentaschen. „Er verlässt dich doch nicht, nur weil es nicht immer einfach sein wird. Und schon gar nicht, wird er sich einfach so jemand anderen suchen.“ – „Er hängt immer noch an diesem Wunsch fest. Das spüre ich jedes Mal, wenn ich ihn mit einem Baby sehe. Hast du gesehen, wie er Emmi ansieht?“ – „Nicht halb so voller Liebe, wie er dich ansieht, Samu! Kinder mögen Rikus Wunsch sein. Doch du bist sein Hier und Jetzt. Seine Zukunft. Sein Leben. Traust du ihm etwa nicht?“ Liisa sah Samu fast schon fassungslos an. „Doch, natürlich. Im Grunde genommen schon. Aber...“ Strich Samu sich durch die Haare. „Nichts aber, Samu! Du weisst, Riku würde dir das nicht antun. Niemals! Grundsätzlich nicht und schon gar nicht, nach seiner Vergangenheit. Das weisst du besser, als wir alle. Denn du, hast ihn aus diesem Loch geholt und ihm wieder Vertrauen gelernt. Jeder sieht, dass er dich nahezu vergöttert.“ – „Ich weiss...“ Kam kleinlaut von Samu. „Ich habe eher das Gefühl, dass du Angst hast, Riku zu verletzen und von dir weg zu treiben. Die Angst, dass du ihn in die Arme von jemand anderem treibst.“ Liisa brachte es auf den Punkt. Samu hatte eine verdammte scheiss Angst, dass dies irgendwann geschehen wird. Das durch den grösseren Erfolg, sie mehr getrennt waren, als zusammen. Das er zu diesem Egoisten mutiert, der einfach in ihm schlummert. „Volltreffer?“ Samu nickte. „Denke nicht zu viel nach, was passieren könnte. Sieh mich an. Ich hatte keine Ahnung, auf was ich mich da einlasse. Und das ich einen Mann heirate, der noch fünf erwachsene Kinder hat, auf die er Acht geben muss.“ Ein Schmunzeln, umspielte Liisas Lippen, was auch Samu eines entlockte. „Dennoch, war es die beste Entscheidung, meines Lebens. Und ich würde sie immer wieder treffen.“ – „Und Riku ist die beste Entscheidung meines Lebens!“ Atmete Samu tief durch und lächelte. „Dann solltest du das ihm vielleicht genau jetzt, klar machen.“ Platzte Mikko in die Küche, bevor Liisa weiter sprechen konnte. „Keine Ahnung, was er gehört hat, aber es hat ihn ziemliche aufgewühlt. So sehr, dass er aus dem Haus gestürmt ist.“ –
„Fuck, Fuck, Fuck!“ Verliess Samu die Küche. Er wusste ganz genau, was Riku gehört hatte. Was war er auch für ein Idiot. „Das hast du übrigens schön gesagt.“ Umfasste Mikko seine Frau um die Hüften, zog sie zu sich hin. „Ich würde mich auch immer wieder gleich entscheiden.“ Gab er Liisa einen Kuss. „Packen die beiden all das, was noch auf sie zu kommt?“ Sah Liisa fragend zu Mikko hoch. „Ich hoffe es. Denn ganz ehrlich...Samu...“ Mikko schüttelt den Kopf. Er wollte gar nicht aussprechen, was ihm im Kopf herum geht, wenn er daran dachte, dass der Erfolg die Beziehung der beiden zerstören könnte. „Ich weiss was du meinst.“ Strich Liisa Mikko über die Wange, bis Emmi lautstark nach Aufmerksamkeit verlangte.
DU LIEST GERADE
Leave the past behinde
FanficEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
