Wie immer, frühmorgens, war der werte Herr Haber, nicht wach zu bekommen. Die Nacht war wirklich lang und mit wenig Schlaf gesegnet, was Riku gleich wieder eine angenehme Gänsehaut bescherte und ein Lächeln aufs Gesicht zeichnete. Wäre es ein normaler Morgen, hätte Riku seinen Schatz jetzt auf eine ganz spezielle Art und Weise geweckt. Doch heute, konnten sie es sich nicht erlauben, zu spät zu kommen. Der Flieger wartete nicht. Und wenn sie den verpassten, dann würde Mikko sie beide einen Kopf kürzer machen. Riku quälte sich also aus dem Bett und machte sich erstmal auf den Weg in die Küche. Einen Kaffee brauchte er jetzt, um die ersten Lebensgeister zu wecken, bevor er sich unter die Dusche stellte. So wäre wenigsten einer von ihnen schon fertig. Samu würde das ganze ohnehin nicht so eng sehen und locker nehmen. Riku staunte immer wieder, wie schnell der war, wenn es darauf an kam, wenn er auch sonst eher der Gemütliche war. Mit einer vollen Tasse Kaffee, für sein schlafendes Murmeltier, stieg Riku wieder die Treppe hoch. „Aufwachen Grosser. Hab dir Kaffee mit gebracht. Ich gehe jetzt Duschen.“ Stellte Riku die Tasse auf den Nachttisch und gab Samu einen Kuss auf die Stirn. Noch immer von diesem unglaublichen Gefühl von gestern Abend umgeben, verharrte Riku einen Moment, mit seinen Lippen und geschlossenen Augen so. Dabei strich er ihm durch die verwuschelten Haare. Einzig ein Grummeln, kam vom Blondschopf. „Ich liebe dich!“ Flüsterte Riku, riss sich von diesem Moment, der ihn schon wieder schwach werden liess, los und ging ins Bad. Der warme, feine Strahl der Dusche, fühlte sich an, als würde Samu, mit seinen zärtlichen Händen über seine nackte Haut streicheln. Er war definitiv noch nicht runter von dem Trip der Liebe und dem Sex, mit Samu. Mit geschlossenen Augen, genoss es Riku einfach, strich sich durch seine nassen Locken und spürte, wie sein kleiner Freund, Spass an seinen Gedanken hatte. Wohl oder übel, musste er jetzt mal wieder, was schon eine Ewigkeit her war, selber Hand anlegen. Für mehr, reichte die Zeit nicht. So in seinen schönen, angenehmen und warmen Gedanken versunken, merkte Riku nicht, dass sich die Badezimmertür öffnete. Die Wärme in und an Rikus Körper, verwandelte sich in leichte Hitze. Jetzt war es nicht mehr nur das Wasser, welches in zu streicheln schien, sondern grosse, warme Hände, mit fein gliedrigen Fingern. Riku atmete tief durch. „Hast du etwa an mich gedacht?“ Raunte Samu mit unglaublich tiefer, exotischer Stimme, während er Rikus Hand von seiner Männlichkeit löste und sie dafür, mit seiner eigenen umschloss. Ein wohliges Seufzen entwich Riku dabei. „Du aber schnell wach geworden, Hapa.“ Riku legte seinen Kopf in den Nacken, so dass er Samu ansehen konnte. Seine Zunge fand auch gleich den Weg an Samus Hals, gefolgt von seinen Lippen. „Ich kann dich doch nicht alleine Duschen lassen.“ Grinste Samu und legte den Kopf auf die Seite, um Riku Platz zu schaffen. „Wir haben keine Zeit, Samu.“ Seufzte Riku. Samus Nähe und sein Geschmack, liessen ihn schwach werden. „Die müssen wir uns jetzt einfach nehmen.“ Mit diesen Worten, drehte Samu Riku gegen die Fliesen. Seine Lippen an dessen Nacken und leichtem Druck, drängte Samu sich gegen Riku. „Ah...Fuck...Samu!“ Entwich es Riku ungehalten. Dieser verrückte Kerl wollte es wirklich darauf ankommen lassen, schoss es ihm durch den Kopf, bevor seine Synapsen gekappt und sein Hirn zu Brei wurde. Es hatte nichts romantisches, gefühlvolles an sich. Es diente lediglich dafür dem erneuten Aufkommen ihres Verlangens, ein letztes Mal, nach zu geben. Ab heute, würde es schwierig werden. Und in genau diesem Moment, hatten beide keine Ahnung, wie sie dies durchhalten sollten, ohne verrückt zu werden. Hätten sie heute einen freien Tag, so würde ihr Zuhause wohl noch weiter und gebührender eingeweiht werden. Mit diesen Gedanken und einem kehligen Stöhnen, sprangen sie über die Klippe der Lust und wurden befreit. Nur ein paar Stunden, Samu und Riku kam es vor wie Tag, nachdem sie es das letzte Mal taten. Samu hielt Riku fest umklammert, während dieser seine Stirn an die kühlen Fliesen sinken liess. Erst als sie ihre Atmung wieder einigermassen im Griff hatten, lösten sie sich von einander und duschten zu ende. Jeder für sich und dennoch gemeinsam.
Gemütlich am zu ende Duschen, wurde Riku auf einmal wieder in die Realität katapultiert. „Scheisse!“ Ruft er erschrocken aus. Vor Schreck, drehte sich Samu so hastig zu diesem um, dass er beinahe das Gleichgewicht verloren hätte und unten raus gerutscht wäre. Riku konnte ihn gerade noch festhalten. Fest drückte er ihn an seinen eigenen Körper. „Was erschreckst du mich denn so?“ Atmete Samu hastig. Es wäre ihm fast das Herz in die Hose gerutscht. „Tut mir leid! Mir ist nur gerade in den Sinn gekommen, dass ich keine Ahnung habe, wie viel Zeit verstrichen ist. Wir haben keine Zeit zum trödeln.“ Riku liess von Samu ab, als dieser wieder fest auf seinen eigenen Beinen stand. Trocknete sich im Eilzugstempo ab und verschwand aus der Dusche. Verwirrt und gleichzeitig amüsiert, sah Samu ihm hinterher. Kaum weg, stand er auch schon wieder im Bad. Durch die Glasscheiben, beobachtet Samu Riku, wie dieser sich kurz durch die braunen Locken wuschelte, die er sich extra noch hat schneiden lassen, für die Tour. Sein morgendliches Ritual mit Cremes und so vollbrachte. Alles in seinen Kulturbeutel schmiss und auch schon wieder weg war. „Ah verdammt!“ Hörte Samu ihn fluchen. Wahrscheinlich hatte Riku sich wieder irgendwo gestossen. Das passierte ihm immer, wenn er sich solchen Stress machte. Samu schlang sich sein Handtuch um die Hüften und ging ins Schlafzimmer. „Komm mal runter, Schatz!“ Schlang er seine Arm, von hinten um Riku, der sich gerade etwas zum anziehen rausholen wollte. „Samu, wir haben keine Zeit.“ – „Dafür, hat man immer Zeit. Und wenn nicht, sollte man sich die Zeit nehmen.“ Drehte Samu Riku zu sich herum und forderte auch sogleich einen Kuss. Riku seufzte und der Stress, war ein wenig vergessen. Zumindest, bis Samu den Kuss beendete. „Wir werden den Flieger verpassen und Mikko wird uns killen. Das wars dann mit der Tour.“ Samu lachte schallend auf. „Das reicht schon!“ Mit diesen Worten, gab er seinem leicht gestressten Freund noch einen Kuss und verschwand im Bad. Viel mehr, als Riku machen musste, war bei Samu auch nicht nötig. So fand dieser zumindest. Als er mit seinen Sachen zurück ins Schlafzimmer kam, war dieses leer. Auch Rikus Koffer war verschwunden. Noch während er sich seine Boxer anzog, ging Samu auf die Galerie. „Du hast aber nicht vor, ohne mich zu gehen?“ Rief er lachend nach unten. „Nein, wenn du endlich in die Gänge kommst, nicht.“ Kam es von unten. „Lässt du mir noch einen Kaffee raus, Schatz?“ Mehr als ein Murmeln drang nicht nach oben. Samu hatte natürlich vorgesorgt, weil er ahnte, wie es werden würde. Er war grundsätzlich einer, der immer auf den letzten Drücker zum abgemachten Zeitpunkt ankam. Doch seit Riku, mehr als bloss sein bester Freund war und ihn immer um sich hatte, war es noch viel schlimmer geworden. Deshalb hatte sich Samu seine Klamotten für heute, schon gestern raus gelegt. Ein bisschen clever war er ja schon. So brauchte er keine fünf Minuten, nachdem er noch das Bett etwas ordentlich und einen letzten Kontrollgang ins Bad gemacht hatte, dass er unten bei Riku in der Küche stand. „Danke, Rik!“ Hauchte er ihm einen Kuss auf die Lippen, bevor er sich seinem Kaffee widmete. „Ich schmeiss schon mal das Gepäck in das Auto. Hast du den Koffer und deine Gitarre schon unten?“ Samu nickte und salutierte gleich darauf. „Ja Chef! Steht alles bereit neben deinem!“ Riku konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Während Riku also zum Auto ging. Machte Samu auch hier unten, den letzten Kontrollgang. Seine Mama und Alma, würden zwar zwischendurch zum rechten schauen kommen, doch sicher ist sicher. „Unten war ich schon!“ Riku kam von der Garage ins Haus, als Samu in den unteren Teil wollte. „Und ich war oben, Schatz.“ So Samu, als Riku an ihm vorbei nach oben wollte. Er atmete tief durch. „Hast du alles, Samu? Laptop, Geldbeutel, diverse Ladekabel, Kamera, Telefon?“ Zählte Riku auf. Samu nickte. „Im Koffer und im Handgepäck. Und das Wichtigste steht gerade vor mir!“ Liebevoll sah er Riku an und strich ihm über die Wange. „Und du?“ – „Ich sehe gleich nochmal nach.“ Wandte sich Riku von Samu ab. Samu stellte seine Tasse in die Maschine und packte noch die Papiertüte in seinen Rucksack, die in der Küche stand. Fragend sah Riku, der schon in der Tür stand, Samu an. „Lass uns gehen!“ Schnappte sich Samu noch seine Schlüssel und schloss die Tür hinter sich ab. Er freute sich schon jetzt darauf, wenn er sie, nach all den Wochen auf Tour, wieder aufschliessen konnte, um mit seinem Liebsten, der schon im Auto wartete, allein zu sein. Mit einem Lächeln auf den Lippen, setzte sich Samu hinters Steuer. Auf die Tour, freute er sich etwa genauso. „Hier!“ Zog Samu die Tüte aus seinem Rucksack, bevor er diesen auf den Rücksitz beförderte und legte sie in Rikus Schoss. Erstaunt und fragend, sah dieser ihn an. „Unser Frühstück“, sagte Samu beiläufig, als wäre es schon immer so gewesen, dass sie keine Zeit zum Frühstücken gehabt hätten. Früher reichte die Zeit wenigstens noch, um auf dem Flughafen etwas zu essen. Darauf, würden sie heute wohl verzichten müssen. Deshalb, hatte Samu gestern vorgesorgt, als er einkaufen war. Riku lugte in die Tüte. Warum war dieser Macho hafte Kerl, bloss so süss? Riku legte seine Hand in Samus Nacken und zog ihn zu sich hin, um ihm einen Kuss zu geben. „Du bist der Beste!“ Samu grinste und startete den Wagen. Jetzt war es wirklich höchste Zeit, hier weg zu kommen. Zum Glück, konnten sie von hier aus, dem Stadtverkehr entgehen. Und dennoch, wurde es verdammt knapp. Doch dies behielt Samu für sich. Riku war sich dies ohnehin schon lange bewusst. Die Strassen waren nicht sehr voll, weshalb Samu etwas aufs Gas drückte. Die Zeit schien gerade gegen ihn zu sein. Jetzt wurde auch Samu nervös, nachdem Riku ihn mit Brötchen gefüttert hatte. Das Klingeln seines Telefons, machte es nicht besser. Riku griff danach. „Mikko. Will wissen wo wir stecken?“ Samu raufte sich die Haare. „Reicht es oder soll ich Mikko schreiben, dass wir den nächsten Flieger nehmen müssen?“ Sah Riku zu Samu herüber. Ihm war nicht entgangen, dass er zappelig wurde. „Nicht, dass wir noch einen Unfall machen.“ In Rikus Stimme lag Sorge. „Ach Quatsch. Werden wir nicht. Warte mal noch. Es wird schon reichen!“ Riku nickte, sagte jedoch nichts. Samu umschloss Rikus Hand mit seiner und führte sie an seine Lippen. „Es wird schon alles schief gehen, Rik!“ Riku lehnte sich wieder etwas entspannter in den Sitz und sah zu seinem Schatz. „Schau, wir sind gleich da!“ Kam von Samu, als er den Wegweiser zum Flughafen sah. Jetzt wurde er ruhiger. Es dauerte jetzt vielleicht noch etwas mehr als zehn Minuten und sie hätten ihr Ziel erreicht. Samu sollte Recht behalten. Mit quietschenden Reifen, fuhr er durch die Garage und parkte schwungvoll sein Auto. „Samu, Telefon!“ So Riku, als Samu hastig ausstieg und es beinahe liegen liess. „Was würde ich ohne dich bloss machen?“ – „Pünktlicher sein!“ Holte Riku ihr Gepäck aus dem Kofferraum. Samu lachte auf. Nahm seinen Rucksack vom Rücksitz und schmiss sein Telefon und die Schlüssel hinein, nachdem er den Wagen abgeschlossen hatte. Alles war da, also konnte es los gehen. Samu hielt Riku, der schon los sprinten wollte, am Arm zurück. Dafür, musste jetzt einfach noch Zeit sein. Und schon lagen Samus Lippen auf denen von Riku. „Samu...wir...“ Versuchte Riku etwas an Samus Lippen zu nuscheln. Stattdessen entwich ihm ein wohliges und verlangendes Seufzen. Samu grinste, als er sich von ihm löste. „Darauf müssen wir jetzt ein paar Stunden verzichten, mein Schatz.“ Bedeckte er Rikus Lippen, immer noch mit sanften Küssen. „Samu nicht...Ich kriege sonst nicht mehr genug davon...“ Atmete Riku schon schwer. Es war ein Kampf, sich dagegen zu wehren, sich einfach fallen zu lassen. Samu legte den Kopf etwas schräg und sah Riku liebevoll an. „Ich liebe dich, Rik!“ – „Ich liebe dich, du verrückter Kerl!“ Schenkte Riku ihm ein Lächeln voller Liebe, bevor er sein Gepäck nahm und voraus ging. Sie würden sonst wirklich noch ihren Flieger verpassen. Und dies knutschend in der Garage des Flughafens. Das wäre ja zu ulkig und müssten sie sich eine Ewigkeit anhören.
Die meisten Leute hatten schon eingecheckt und waren durch die Sicherheitskontrollen, was Samu und Riku zuvor kam. Schliesslich waren sie gerade noch so in der Zeit, dass sie ihr Gepäck aufgeben konnten. Die Frau am Schalter, musterte die beiden, da sie wusste, dass der Rest schon eingecheckt hatte. Mikko machte immer eine Gruppen Buchung, damit sie alle zusammen sassen. Schon von weiten, konnten sie die Jungs sehen. Mikko tiegerte nervös auf und ab. Das Telefon in der Hand und warf immer wieder einen leicht genervten Blick darauf. Dies, konnte man sogar aus dieser Entfernung sehen. Sie konnten sich wahrscheinlich gleich etwas anhören. Na ja, selber Schuld. Zumindest Samu. Wäre es nach Riku gegangen, wären sie schon lange hier. Doch er hatte die Tatsache, dass dieser ihm, grundsätzlich und nach dem gestrigen Abend und der darauf folgenden Nacht, einfach nicht widerstehen konnte, schamlos ausgenutzt. Also würde er es auch auf sich nehmen, wenn Mikko toben würde. Sein Blick versprach nichts Gutes. „Ach was, habt ihr es auch noch aus dem Bett geschafft?“ Kommentierte Sami das Auftauchen der Beiden. Samus Grinsen, wurde augenblicklich breiter, als er an heute Morgen dachte. „Wohl eher unter der Dusche.“ Entwich es ihm dann auch schneller, als er sein loses Mundwerk unter Kontrolle halten konnte. Von Riku heimste er sich darauf einen Klaps auf den Hinterkopf ein. „Schön, dass dir zu spassen zu Mute ist.“ Wandte sich Mikko, die Miene noch grimmiger als ohnehin schon, zu den beiden um. „Tut uns leid!“ Kam wie aus der Kanone geschossen, von den beiden und sie sahen Mikko, wie zwei Schuljungs, die etwas ausgefressen haben, an. Wäre Mikko danach gewesen, hätte er doch glatt darüber lachen müssen. „Nichts als Ärger mit euch Kindern.“ Verdrehte er genervt die Augen. Und Samu wusste ganz genau, wären sie nicht im Flughafen, unter Mengen von anderen Menschen, wäre er ausgerastet. „Habt ihr wenigstens alles?“ Brav nickten Samu und Riku. „Das kann ja noch was werden mit euch!“ Seufzend raufte sich Mikko durch die Haare. Er stellte sich schon auf alle möglichen Szenarien ein. Viel mehr, gab es auch nicht zu sagen. Denn nun wurde es Zeit, für das Boarding. Wie von allem Anfang, überliessen die Jungs, Samu und Riku die hinterste Reihe und die beiden Plätze beim Fenster. Sie wollten ja nicht Schuld daran sein, wenn einer der beiden oder beide zusammen, an Näheentzug litten und dann wohl möglich noch irgendwas machten, was Mikko endgültig zum Ausrasten brachte. Samu überliess Riku den Fensterplatz und setzte sich gleich neben ihn. Mikko buchte oftmals mehrere Reihen hintereinander, so dass sie ihre für sich hatten. Samu lehnte sich, nachdem er sich gesetzt hatte, absichtlich zu Riku rüber. „Er beruhigt sich schon wieder!“ Flüsterte er und berührte flüchtig Rikus Lippen, mit seinen. Samu war nicht entgangen, dass Riku schon wieder grübelte. Riku atmete tief durch und wandte sein Gesicht, dem von Samu zu, was ein Fehler war. Sie waren sich dadurch so nah, dass Riku Samus Atem spüren konnte. Mit geschlossenen Augen, liess Riku seinen Kopf gegen die Rückenlehne sinken. „Das ist nicht lustig, Samu.“ Schnaubte Riku auf dessen dämliches Grinsen. „Hört das irgendwann auf oder wird zumindest weniger heftiger?“ Samu umfasste Rikus Hand, die zwischen ihnen ruhte. „Ich weiss es nicht. Aber ich hoffe nicht. Denn es ist ein unglaubliches Gefühl! Findest du nicht?“ Riku öffnete die Augen. Samus Meerblauen, sah ihn treuherzig und verliebt bis über beide Ohren, an. „Doch natürlich! Etwas mehr Kontrolle darüber, wäre dennoch nicht schlecht.“ Seufzte Riku. „Die wird noch früh genug kommen!" Mischte sich Osmo zu dem Gespräch hinzu und wandte sich zu den beiden nach hinten. Riku und Samu sahen erstaunt hoch. „Sorry, wollte nicht lauschen.“ Sah Osmo sie entschuldigend an. „Ist etwas schwierig, auf so kleinem Raum.“ Zuckte Samu mit den Schultern. „Können wir uns gleich wieder daran gewöhnen.“ Ergänzte Riku. „Es wird leichter, diese ganzen Glückshormone in Griff zu bekommen. Aber geniesst sie! Zu schnell muss man daran arbeiten, um sie aufrecht zu erhalten.“ Gab Osmo ihnen einen freundschaftlichen Rat. Samu und Riku sahen sich an. Das fühlte sich im Moment gar nicht danach an. Doch Riku wusste, wovon Osmo sprach. Samu sah es ihm an und auch Osmo wusste, mittlerweile, von Rikus vergangener Beziehung. „Es geht nicht bei allen gleich schnell. Bei zwei so gefühlvollen Menschen, wie ihr sie seid, wird es bestimmt noch eine Weile dauern.“ Grinste Osmo und sah Riku aufmunternd an. Dies war Rikus grösste Angst, auch wenn er sich ein bisschen mehr Kontrolle wünschte. Doch dieses entfremden und entfernen, bräuchte er ganz bestimmt nicht noch einmal. „Das wird uns nicht passieren, Rik.“ Legte Samu seine Hände auf die von Riku. Er konnte es an Rikus Blick sehen, was ihm durch den Kopf ging. Noch während er das sagte, hoben sie ab.
War es am Boden, immer heiss im Flieger, kühlte die Temperatur oben, schnell mal ab. Samu fischte sein Telefon aus dem Rucksack. Dabei streifte er Rikus Hand. „Jääpuikko!“ Flüsterte Samu. „Ist dir kalt, Rik?“ Riku zuckte mit den Schultern. „Könnten wir eine Decke haben?“ Hielt Samu die freundliche Flugbegleiterin an. „Aber natürlich! Ich bring ihnen gleich eine.“ Lächelte sie Samu etwas zu freundlich an. „Wenn die wüsste.“ Grinste Sami. Schallendes Gelächter, folgte darauf. Von Samu bekam er einen Stoss in den Oberarm, da er gleich in der Reihe neben ihm sass und schenkte Riku dann sein schönstes Lächeln, welches voller Liebe war. „Es ist bloss die Müdigkeit.“ Seufzte Riku, als ihn Samu besorgt an sah. „Und eine bestimmte Wärme, fehlt mir auch.“ Fügte er leise hinzu und bis sich auf die Lippen.
„Lass das, wenn wir hier oben sind, Riku.“ Raunte Samu. „Hier bitte sehr!“ Kam es säuselnd von der Flugbegleiterin. „Danke!“ Lächelte Samu zurück. „Hier mein Süsser!“ Deckte Samu Riku mit der Decke zu. „Ich brauche dich, Samu!“ Kam ganz leise und flehend von Riku. Samu klappte die Armlehne zurück und rutschte näher an seinen Liebsten heran. „Ich bin doch hier, Rik!“ Flüsterte Samu. Zog ein bisschen der Decke auch über sich und verschränkte seine Finger mit denen von Riku. Allein diese kleine Berührung, liess die tausend Schmetterlinge in Riku, wie wild herum flattern. Samus Hand in seiner, war schon alles, was Riku sich hier oben wünschen konnte. Doch am liebsten, hätte sich Riku jetzt an ihn gekuschelt und dass Samu den Arm um ihn legte und einen Kuss aufs Haar drückte. „Wenn du schlafen willst, meine Schulter gehört dir!“ So Samu, auf ein herzhaftes Gähnen von Riku. Es würde die Nähe, die noch viel zu weit entfernt war, noch einmal etwas näher machen. „Kannst du Gedanken lesen?“ Sah Riku zu Samu. Dieser schüttelte den Kopf. „Nein, aber ich bin ebenso verliebt wie du!“ Legte Samu seinen Kopf an die Rückenlehne und schenkte Riku ein strahlendes Lächeln. Gleichzeitig, löste er seine Hand von Rikus und liess sie hinter dessen Rücken hindurch gleiten, bis sie an seiner Hüfte ruhen blieb. Dafür, tastete sich die andere Hand zu der von Riku. Tief atmete Riku durch und schloss die Augen. Die geschlossenen Augen, zogen Riku bald ins Land der Träume. Sein Kopf knickte nach links, bis er auf Samus Schulter zum ruhen kam. „Schlaf mein Süsser!“ Lächelte Samu, legte seinen Kopf auf den von Riku und schloss ebenfalls die Augen. Mikko konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sein Blick auf die beiden fiel, als er von der Toilette kam. Und er konnte es nicht lassen und musste einfach ein Bild davon machen. Riku hatte sich im Schlaf, fest an Samu gekuschelt, dessen Finger sich ein seinen Haaren verfangen hatten. Dies war nicht das erste Mal. Es passierte fast jedes Mal, wenn sie flogen und sie die Müdigkeit übermannte „Da wird man fast zum Softie, wenn man die beiden sieht. Nicht?“ Sah Sami zu Mikko hoch. Dieser nickte nur. „Unsere zwei Süssen!“ Drehte sich nun auch Osmo in seinem Sitz nach hinten. Mikko schüttelte den Kopf und setzte sich wieder an seinen Platz. Man konnte ihnen einfach nicht lange böse sein. Wie sollte man auch, wenn gerade alles was sie taten, aus dem einfachsten und schönsten Grund, geschah. Der Liebe. Sie alle wussten wie dies war, wenn man einfach das Gefühl hat, von Luft und Liebe leben zu können und man alles um sich herum am liebsten vergessen würde. Auch in unpassenden Situationen. Dafür können sie nichts, da sie ein Opfer ihrer Hormone waren. Mikko warf noch einmal einen Blick nach hinten, bevor er sich seine Kopfhörer in die Ohren steckte und ebenfalls die Augen schloss. Sie waren alle da und es würde alles gut gehen, wiederholte Mikko wie ein Mantra, bis er ebenfalls ein nickte.
„Hey ihr Schnuckels, aufwachen! Wir sind gleich da.“ Wuschelte Sami den beiden durch die Haare. Verschlafen blinzelten sie beinahe gleichzeitig und sahen verwundert zu Sami hoch. Dann sich. Samus Augen, fingen an zu strahlen. „Hast du gut geschlafen, Rik?“ Strich er ihm eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. Riku strich sich übers Gesicht und nickte. „In deinen Armen immer.“ Schmiegte sich Riku noch einmal an Samus Schulter und sog den Duft an dessen Hals in sich ein. „So war ich wenigstens mal für ein paar Stunden, nicht meinen Hormonen ausgesetzt.“ Seufzte Riku und zerrte sich von Samus Duft los. „Bald sind wir im Bus. Da sind wir wieder etwas mehr für uns.“ – „Aber benehmen, Jungs.“ Grinste Sami zu ihnen herüber. „Haha, witzig!“ Samu drückte Riku noch einen flüchtigen Kuss auf die Stirn, bevor sie sich wieder richtig aufsetzten, da sie bald in Hamburg landen würden.
Wie immer, dauerte es eine Weile, bis sie all ihre Fracht hatten und nach draussen konnten. Doch endlich war es dann auch so weit. Alles war in Ordnung und sie konnten, ohne weitere Zwischenfälle, den Flughafen verlassen. Draussen wartete bereits ihr Tourbus und alle anderen Fahrzeuge, die ihr Material transportierten. Das grösste Equipment, war schon einen Tag früher in Deutschland und in der Halle sicher schon am aufbauen. Mit ihnen reisten bloss die heiligen Instrumente der Jungs.
Wie kleine Kinder, stürmten diese auf den Bus zu und in diesen hinein. Als Samu und Riku, hintereinander den Bus betraten, fing ihr Chauffeur Mike, an zu grinsen. „Na ihr zwei süssen Turteltauben!“ Etwas verwirrt sahen die beiden sich an. Den Übernamen ‘Süsse’, hatten sie schon seit der ersten gemeinsamen Tour mit Riku. Samu wollte gerade etwas sagen. „Ach kommt schon. Wir haben alle Augen im Kopf. Und manche haben schon Wetten abgeschlossen, wann es endlich so weit sein wird.“ Kam Mike ihm zuvor und lachte auf. Die beiden verdutzten Gesichter, waren herrlich. „Ist doch nichts Schlimmes. Vor der Liebe, sind wir alle nicht geschützt. Geniesst sie und von mir erfährt keiner was.“ Mike machte die Schliessbewegung an seinem Mund. „Danke, Mike!“ Von Samu, fiel ein weiterer Stein der Erleichterung. „Ist doch Ehrensache! Ihr werdet es ohnehin nicht ganz einfach haben.“ Klopfte Mike den beiden auf die Schulter. Ein fragender Blick von Samu, ging darauf an Mikko, der nun auch den Bus getrat. „Ich habe nichts gesagt.“ Hob er abwehrend die Hände. „Aber seid froh.“ – „Sind wir“, sagte Riku schnell und schob Samu weiter ins Innere. „Guter Mann!" Klatschte Mikko mit Mike ab. „Die Zwei haben es verdient.“ Mikko nickte. „Und du auch. Damit du die Bande etwas besser unter Kontrolle hast.“ Zwinkerte Mike ihm zu und liess ihn auch weiter gehen. Jeder der Jungs, bezog die selbe Kojen, wie bei der letzten Tour. Samu legte sich schon mal hin und zog Riku zu sich. „Auch genügend Platz für zwei!“ Nuschelte er an Rikus Lippen, während seine Hände sich in Rikus Haaren verkrochen. „Samu, wir sind nicht allein.“ Drückte sich Riku ein wenig von Samu weg. „Na und. Wir machen ja nichts, was wir hier nicht dürfen.“ Wollte Samu gleich wieder nach Rikus Lippen schnappen. „Samu!“ – „Rik, wir werden ab heute, kaum mehr allein sein. Du kannst mir, bis wir es endlich mal wieder sind, nicht alles verwehren, sonst drehe ich durch.“ Sah Samu ihn flehend an. „Lass dich doch einfach wieder fallen und vergiss die anderen. Wir dürfen uns küssen. So lange es nicht in der Öffentlichkeit ist. Oder Jungs?“ Samu wusste ganz genau, dass sie es mit angehört hatten. „Natürlich! Fühlt euch, soweit, frei und wie Zuhause!“ Riku liess sein Gesicht, mit einem Lächeln darauf, an Samus Halsbeuge sinken. „Du weisst, dass mir küssen, im Moment, nicht reicht.“ Flüsterte Riku. „Ich weiss.“ Strich Samu ihm durch die Locken. „Deswegen aber gar nicht mehr zu küssen, ist auch keine Lösung.“ Vergrub Samu seine Nase in Rikus Locken. „Es ist besser als nichts. Und gegen etwas Streicheln und berühren, ist sicher auch nichts einzuwenden.“ Liess Samu seine Hände unter Rikus Shirt verschwinden und strich leicht über die warme Haut. Seine Lippen, strichen über Rikus Hals. „Krieg ich jetzt einen Kuss?“ Riku nickte und verwickelte Samu auch so gleich in einen leichten und dennoch verlangenden Kuss. Schliesslich war es Stunden her, seit dem Letzten. Samu seufzte und zog Riku näher an sich heran. Seine Lippen wanderten erneut an dessen Hals. Vergessen war die Aufmerksamkeit, die sie auf die anderen lenken könnten. „Schliesst wenigstens die Vorhänge.“ Wurde es auf einmal dunkler. „In einer Halbenstunde geht es los!“ Drang Mikkos Stimme nur gedämpft an ihre Ohren. Zu viel Lust und Liebe war dazwischen. „Wir gehen noch eine Rauchen und noch was einkaufen. Braucht ihr was?“ Keine Antwort. „Lass sie, Raul. Die brauchen jetzt was ganz anderes als Nikotin und was zu essen.“ Grinste Osmo. Dafür, brauchte es nicht einmal sehr viel Fantasie. Samu legte Riku auf die Seite um, als es still war im Bus. „Samu...nicht hier.“ – „Doch. Genau hier. Sie sind alles draussen.“ Nestelte Samu an Rikus Hose und seiner rum. „Samu...ich...nein nicht...“ Versuchte Riku seinen nimmersatten Freund zu stoppen, bevor sein Hirn zu Matsch werden würde und hier etwas tat, was doch eigentlich mal gar nicht ging. Jeder der Jungs, würde wissen, dass sie nicht einfach gekuschelt hatten. Wollte er das? Doch auf der anderen Seite, wussten sie es ohnehin, dass sie auch Sex hatten. Warum sollten sie auch nicht? Sie waren verliebt und ein Paar. Und da tat man dies nun mal. Aber kaum waren sie in Deutschland und hatten die Tour noch nicht mal gestartet. Schwirrte es, ungehalten, in Rikus Hirn. „Die Zeit wird nie reichen, Samu.“ – „Wenn du noch lange denkst, statt zu geniessen, bestimmt nicht. Und so, kann ich nicht aus dieser Koje raus oder ein Konzert geben.“ Leicht, strich Samus Hand über die Beule zwischen Rikus Beinen. Riku stöhnte auf. „Ah verdammt, Samu!“ – „Du willst es doch auch, mein Schatz!“ Raunte Samu in Rikus Ohr und knabberte daran. „Du hast nicht lange. Wir sollten danach auch noch eine Rauchen gehen.“ – „Keine Sorge. Ich brauche dich gerade viel zu sehr.“ Mit diesen Worten, presste er ihre beider Körper, fest an einander. Riku entwich ein undefinierbarer Laut. Das hier, würde ihm nicht reichen. Das wusste Riku jetzt schon. Und ein bisschen war er froh, wenn sich ab heute Abend, der Tour Alltag einschleichen würde. Dann bliebe ihnen weniger Zeit. Für alles. Riku legte seinen Arm um Samus Hals und zog ihn fester an sich heran. Küssend und liebkosend, brachten sie sich ihrer Erleichterung immer mehr ein Stück näher. Bis sie, wie eine Welle, über sie hinweg rollte. Ihr erleichtertes Aufstöhnen, erstickten sie in einem Kuss.
„Das war bestimmt Rekord verdächtig!“ Riku war immer noch etwas atemlos. Samu lachte auf. „Komm. Lass uns schauen, wieviel Zeit uns noch bleibt." Gab Samu Riku einen Kuss und rollte sich dann aus der Koje. „Jungs? Seid ihr fertig oder soll ich warten?“ Drang Rauls Stimme nach oben. Riku vergrub sein Gesicht in Samus Kopfkissen. Wie peinlich war das denn. Samu kniete sich vor seine Koje und strich durch Rikus Locken. „Wir sind auch nur Menschen mit Bedürfnissen, Rik! Auch wenn die, im Moment, ziemlich ausgeprägt sind.“ Grinste Samu. „Und jetzt komm!“ Als sich auch dann auch Riku aus der Koje geschält hatte, presst er sich noch einmal an Samu. „Rakastan sinua, rakas!“ – „Ja minä rakastan sinua!“ Flüsterten sie, bevor ihre Lippen, noch einmal mit einander verschmolzen. „Hach, muss Liebe schön sein!“ Kommentierte Raul die Szene, als er sich nun doch nach oben getraut hatte. „Ihr habt noch 10 Minuten, Jungs.“ – „Dann komm.“ Schob Samu Riku vor sich her nach draussen. „Sagt mal, habt ihr nen Schnellschuss hingelegt?“ Weiteten sich Samis Augen, als die beiden, etwas verwuschelt, aus dem Bus kamen. „Geht das immer so schnell bei euch?“ – „Ein Mann schweigt und geniesst!“ Ging Riku grinsend an Sami vorbei, um noch kurz etwas einkaufen zu gehen. Samu konnte sich ein schallendes Lachen nicht verkneifen und zuckte mit den Schultern, als Sami ihn fragend an sah. Pünktlich, wie Mikko beordert, waren alle, zehn Minuten später, im Bus und abfahrbereit. Sogar Samu und Riku brachten es hin, einzukaufen und eine zu rauchen. Die Instrumente waren sicher verstaut. Es ging ab ins Tourleben.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
