Ausgeschlafen, gestärkt und vom gestrigen Abend befriedigt bis in die Haarspitzen, machten sich Samu und Riku, zeitig auf den Weg in die Stadt. Samu hasste Shoppen vor Weihnachten. Er fand, dass die Leute, egal wo, einfach nur noch am durchdrehen waren. Durch die Strassen und Geschäfte hetzten. Er und Riku hetzten nicht. Sie nahmen es gemütlich. Da sie alle Zeit der Welt hatten. Riku spürte auch immer noch seinen Rücken, wenn er zu lange auf den Beinen war, weshalb sie jetzt schon wieder in einem der lauschigen Kaffees sassen und sich eine kleine Pause gönnten. Natürlich nicht ohne Korvapuusti zum Kaffee. Riku grinste, als Samu genüsslich hinein biss. Das Stöhnen dabei, konnte er sich gerade noch so verkneifen. „Was? Ich liebe die Dinger nun mal einfach.“ – „Weiss ich doch. Und wie gerne du das vernascht, was du liebst, weiss ich nur zu gut.“ Sah er ihn schelmisch an. Eine Augenbraue in die Stirn gezogen, liess Samu seinen Fuss an Rikus Bein nach oben streichen. „Lass das, Samu!“ Zischte Riku. „Sorry! Du treibst mich einfach dazu.“ Sah Samu ihn entschuldigend an. „Lass uns weiter gehen. Wir haben noch nichts für deine Nichte.“ Samu seufzte. Stand dann jedoch auf. Riku hatte ja recht. Doch es war ihm eigentlich schon nicht mehr danach, sich noch einmal ins Getümmel zu stürzen. „Wenn wir damit durch sind, bringen wir die Sachen zum Auto und gehen noch über den Weihnachtsmarkt.“ Hatte Samu die Idee. Es war mehr eine Frage, denn eine Feststellung. Rikus Augen, fingen sofort an zu leuchten. Seine Mama, war am letzten Tag vor Weihnachten, mit ihm und seiner Schwester, immer auf dem Weihnachtsmarkt. Ein Art kleines, verfrühtes Geschenk. Samu wusste davon nichts. Doch irgendwie traf er immer ins Schwarze. Rikus Gesichtsausdruck, war Samu Antwort genug.
„Und was kauf ich jetzt für ein Baby?“ Stand Samu überfordert in der Kinderabteilung. „Lass uns einfach mal durchgehen. Vielleicht sehen wir ja auf einmal was.“ Schob Riku seinen Liebsten vor sich her. Das er jemals mit Samu durch die Babyartikel stöbern würde, hätte er im Traum nicht gedacht. Es liess ihn schmunzeln. „Was ist denn so lustig, Rajamaa?“ – „Wir beide hier.“ Konnte er sich ein Lachen nun doch nicht verkneifen. Samu stimmte mit ein. Das schönste und wärmste Lachen überhaupt. Es durchfuhr Riku immer wieder mit einem warmen Gefühl. „Oh, ich habe was gesehen.“ Eilte Samu strahlend davon. Riku schüttelte nur lachend den Kopf. „Dein Ernst?“ – „Die sind doch cool!“ Hielt er ein paar kleine Chucks in die Höhe. „Sehen fast so aus wie meine.“ Grinste er. Sie waren wohl gerade in der Abteilung für die nicht ganz so ernst gemeinten Dinge, gelandet. „Kaufen wir für Mikkos Baby schon was vor?“ Hielt Riku einen Body in die Höhe, auf dem ‘Little Rockstar’ drauf stand.
„Und was genau nehmen wir jetzt?“ Wollte Riku, nach einer gefühlt halben Ewigkeit, wissen. Überfordert, noch mehr als zuvor, sah Samu ihn an. „Ich hab da vorhin was gesehen. Komm mit.“ Aus dem Reflex heraus, umfasste er Samus Hand mit seiner. Nur für den Bruchteil einer Sekunde. „Wie wäre es damit?“ Sie standen vor den Plüschtieren, in denen kleine Musikdose eingenäht waren. „Soll gut zum Einschlafen sein, habe ich gehört.“ Samu war immer noch bei Rikus Hand. Er wollte sie noch einmal spüren. Weil es so ein schönes Gefühl war. „Hey! Erde an Samu.“ – „Was hast du gesagt?“ – „Wie es damit wäre?“ Abwesend nickte Samu. „Was ist los?“ Wollte Riku wissen. „Nichts, alles gut.“ Huschte ein kurzes Lächeln über Samus Gesicht. „Such du mal eine schöne Melodie aus, ich gehe noch mal nach hinten.“ – „Wieso ich?“ – „Weil ich deinem Urteilsvermögen mehr traue.“ Riku traute dafür Samus Worten nicht. Egal. Er konnte hier jetzt nicht mit ihm darüber sprechen.
„Wie findest du die?“ Stand Riku, wie aus dem Nichts, dicht hinter Samu und setzte ihm einen kleinen kuscheligen Teddy auf die Schulter. Eine liebliche Melodie drang aus dem Innern an Samus Ohr. Er schloss die Augen und lehnte seinen Kopf gegen den von Riku. „Die ist wunderschön!“ – „Finde ich auch.“ Hauchte Riku. „Und das beste ist.“ Löste er sich von Samu, bevor er sich vergass. „Man kann die Spieldose raus nehmen und den Teddy waschen.“ Stolz sah er Samu an. Gott war der Kerl Zucker, schoss es diesem durch den Kopf. Das ein Mann allein so zum niederknien süss sein konnte. Wenn sie beim Auto waren, musste er ihn ganz lange küssen. „Die nehmen wir.“ Sein Verlangen, Riku hier und jetzt zu küssen, unterdrückte Samu mit aller Kraft. Samu musste unbedingt raus hier. Riku nickte zufrieden. „Willst du sonst noch was kaufen?“ Samu schüttelte den Kopf. „Chucks bekommt sie dann mal richtige, wenn sie grösser ist. Und für Mikko haben wir noch etwas Zeit. Wir wissen ja jetzt, wo wir hin müssen.“
Riku spürte, dass es Samu nach draussen trieb. Was es war, wusste er nicht. Doch es war Riku auch recht. „Haben wir jetzt alles?“ Riku sah Samu fragend an. „Ich denke ja. Sonst finden wir noch was auf dem Weihnachtsmarkt.“ – „Dann nichts wie zu Bemu.“ Da war Samu ganz Rikus Meinung. Der stand etwas ausserhalb. Samu konnte es kaum erwarten. Wenn er diesen unglaublichen Mann nicht gleich küssen konnte, so würde er für gar nichts mehr garantieren. Die Tüten im Auto verstaut, wollte Riku gleich wieder los. „Nicht so schnell.“ Hielt ihn Samu zurück und drückte ihn gegen seinen Bemu, während seine Lippen, gierig die von Riku umschlossen. „Ich hätte dich...beinahe...in diesem Einkaufszentrum geküsst...weil du so...verdammt süss bist.“ Erklärte Samu seine Aktion zwischen den Küssen. „Dann bin ich...Mmm...noch mehr so süss.“ Darauf Riku. Samu löste sich von Riku und liess die Stirn gegen seine sinken. „Das bist du so oder so. Jetzt lass uns zum Markt gehen.“ Riku stibitzte sich noch einen Kuss, bevor sie wieder zurück gingen. Die Leute hielten sich hier noch in Grenzen. Die waren alle noch in den Geschäften. Gemütlich schlenderten sie durch die kleinen Gassen, die mit weihnachtlich geschmückten Markt Buden geziert waren. Blieben hier und da mal stehen. Kauften noch etwas Kleines als Mitbringsel. „Hast du auch Hunger?“ Riku nickte. „Auf was hast du Lust?“ – „Egal. Der geräuchte Lachs sah lecker aus.“ Zustimmend nickte Samu und schlug den Weg dorthin ein. „Kannst du für mich mit anstehen? Ich muss noch mal kurz zu diesem Stand da hinten.“ – „Kann ich.“ Jetzt war es Samu, der seinem Freund kritisch nach sah. Er hatte nämlich nicht mit bekommen, dass Riku bei einem der Stände mit dem Silberschmuck, etwas genauer hin sah und stehen blieb. Er konnte doch morgen nicht ohne nichts, mit Samu Weihnachten feiern. Riku wusste, dass Samu bestimmt auch etwas für ihn hatte. Schnell hatte Riku das, was ihm vorhin ins Auge stach und perfekt für Samu war. Als er zurück zu diesem kam, hatte Samu bereits ihr Essen und einen Glühwein. „Hast du noch was gefunden?“ Vielsagend grinste Riku ihn an. Samu beliess es dabei. Irgendwann würde er noch erfahren was es war, worüber Riku so geheimnisvoll tat. Nach der kleinen Stärkung, nahmen sie noch den Rest des Marktes in Angriff. Samu beobachtete seinen Schatz dabei, wie er mit grossen, leuchtenden Augen, durch die Stände ging und ihm immer wieder einen so zauberhaften Blick zu warf, der Samus Herz zum schmelzen brachte. Dabei schwor sich Samu etwas. Wenn sie ihre Liebe jemals öffentlich zeigen konnten, würde er alle die Dinge mit Riku tun, die er sich so sehr wünschte und die normal waren für ein Liebespaar. Mit Riku durch den Weihnachtsmarkt schlendern, etwas Essen und einen Glühwein trinken, war eines davon. Dabei würde er sein Löckchen keine Sekunde los lassen. „Möchtest du noch wohin? Noch einmal über den Markt?“ Samu war gerade voll und ganz im ‘Ich erfüll dir jeden Wunsch’ Modus. Riku spürte es bereits die ganze Zeit. Samu wäre schon lange wieder nach Hause gefahren. Doch er zog dieses Weihnachtsmarkt Ding durch. Wegen ihm. Einmal mehr, bewies er ihm dadurch, seine Liebe und unterstrich seine Worte, mit solchen Taten. Was viel wichtiger war, als tausend Mal ein ‘Ich liebe dich’. „Ist heute ‘Wünsch dir was’ Tag?“ Riku sah Samu lächelnd an. „Es ist bald Weihnachten. Ausserdem bist du mein Lieblingsmensch.“ – „Also wenn ich mir, für heute noch etwas wünschen könnte, dann würde ich jetzt gerne nach Hause und mich mit meinem Schatz vor den Kamin kuscheln.“ Samu atmete tief durch. „Das klingt nach einem tollen Wunsch.“ Niemand nahm gross Notiz von ihnen beiden. Und wenn, dann dachten wohl alle, dass sie sich zusammen getan hatten, um ihren Frauen etwas zu Weihnachten zu kaufen. Weit gefehlt. Aber Blicke, konnte nicht jeder lesen. Sonst hätte in dem Moment jeder gewusst, dass das mit den Frauen, weit davon entfernt war.
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Leave the past behinde
FanficEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
