„Guten Morgen, mein Schatz. Kaffee?“ Lächelte Riku, als Samu, noch etwas verschlafen in die Küche schlurfte. „Mmmm…“ Schmiegte er sich sofort an Riku. „Bist du bereit für ein arbeitsreiches Jahr?“ Die freie Zeit war vorbei. Das Thema ‘The Voice’, war kein Thema mehr. Samu dachte zwischendurch noch darüber nach. Doch grundsätzlich, konnte er die freie Zeit geniessen. Vor allem genoss er Riku. Sie tingelten ein bisschen hier und da herum. Liessen ihre Körper an der Sonne bräunen und die Seele baumeln. „Dank dir, ja.“ Zog er Riku näher an sich heran. „Immer noch süchtig nach Nähe?“ – „Das bin ich immer.“ Riku auch. Weshalb er seine Arme um Samu schlang und ihn fest an sich drückte. „Haben wir noch Zeit zum Kuscheln oder mehr?“ – „Mehr?“ Sah Riku Samu schelmisch an. „Hast du die letzten Wochen zu wenig, von ‘mehr’ bekommen?“ – „Davon, werde ich nie genug bekommen.“ Raunte Samu. „Ich muss noch duschen.“ – „Das trifft sich gut. Ich auch.“ Kaum waren die Worte über Rikus Lippen gekommen, hing er auch schon über Samus Schulter. So kam, wie immer, das Frühstück etwas zu kurz. Doch dafür kamen zwei total erholte und noch einmal bis in die Haarspitzen befriedigte Männer im Studio an. „Gut seht ihr aus.“ Wurden sie von Mikko begrüsst. „Konntet ihr euch noch etwas erholen?“ – „Mehr als das!“ Hing Samu sogleich wieder an Riku und knabberte an seinem Hals. „Mehr wollen wir gar nicht wissen.“ Kam Sami lachend zur Tür rein. „Es reicht uns all das, was wir auf Tour mit bekommen ‘dürfen’.“ Mit einer festen Umarmung, begrüssten die beiden ihr Sami Bärchen. Das Nesthäckchen der Band. „Du hast es hoffentlich auch genossen, mit deiner Süssen?“ Sami fing sogleich an zu strahlen. „Das lasse ich mal als Ja stehen.“ – „Sie ist meine Traumfrau!“ Samu warf Riku einen vielsagenden Blick zu. „So, da wir alle da sind, können wir ja anfangen. Samu? Auch anwesend?“ Musste sich Mikko ein Grinsen verkneifen. Er hatte sich so dicht wie nur irgendwie möglich, neben Riku gesetzt und konnte seine Lippen kaum bei sich behalten. „Ja, bin hier.“ – „Dann könntest du mal kurz von unserem Gitarristen ablassen?“ Samu seufzte theatralisch. „Sei keine Diva.“ Lachte Riku. „Gut. Also. Es gibt da etwas, was wir besprechen müssen. Eigentlich geht es grundsätzlich Samu was an, doch euch würde es, früher oder später, auch betreffen.“ Mikko hatte alle Aufmerksamkeit für sich. „Samu hat ein Angebot von ‘The Voice’ in Deutschland bekommen, um dort als Coache mit zu machen.“ – „Auf Deutsch?“ Platzte es Sami heraus. Samu nickte. Er war sich immer noch nicht sicher, ob er es machen soll. „Und wie soll das gehen? Du sprichst doch kein Deutsch, ausser ein paar Floskeln. ‘Ich bin spitz wie Nachbars Lumpi’, wirst du ja kaum brauchen können.“ Grinste Sami, was die anderen in Gelächter ausbrechen liess. „Das sind Dinge, die noch nicht geklärt sind.“ Nahm Mikko den Faden wieder auf. „Grundsätzlich geht es nun darum, ob ihr euch vorstellen könnt, hinter Samu zu stehen, wenn er dieses Angebot annehmen würde.“ Riku umfasste Samus Hand mit seiner, die nervös an seinen Fingern herum spielte. „Was ist das für eine Frage? Wir standen hinter Samu, nach dem er uns offenbart hat, dass er in unseren Gitarrengott verliebt ist. Warum also nicht auch jetzt?“ Kam ohne zu überlegen, von Sami. So war er. Wenn jemand bedingungslos für ihn da war und zu ihm stand, dann tat dies Sami auch und war dadurch der treueste Freund überhaupt. „Weil es etwas mehr und andere Konsequenzen mit sich ziehen kann. Auch für euch.“ – „Was kann ‘schlimmer’ sein, als zwei Hormon gesteuerte, verliebte Typen im Tour Bus dabei zu haben.“ Grinste Sami zu Samu und Riku. „Diese Show sieht sich ein ziemlich grosses Publikum, in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Euer Bekanntheitsgrad, könnte dadurch, ziemlich schnell, drastisch in die Höhe gehen...“ – „Was so viel heisst, dass wir kaum mehr irgendwo sicher sind...also, noch mehr erkannt werden. Spontane Treffen mit den Fans, nach den Konzerten, würden in dem Fall, weg fallen. Hotels könnten belagert werden. Die Hallen werden grösser. Und, und, und...“ Packte Samu in Worte, was Mikko lediglich umschrieb. Stille. Jeder schien sich das was Mikko und Samu gesagt haben, durch den Kopf gehen zu lassen. „Und was wollt ihr jetzt genau von uns hören. Wenn ich das so höre, wird es vor allem einen betreffen...beziehungsweise zwei...Da können wir, die ohnehin einfach im Hintergrund mit wirken, doch nicht darüber entscheiden, ob Samu das machen soll oder nicht.“ Fand Raul als Erster wieder Worte dafür. „Ihr wirkt doch nicht bloss im Hintergrund mit.“ Sah Samu Raul entgeistert an. „Ohne euch, wäre Sunrise Avenue nicht das, was es jetzt ist.“ Er sprang beinahe vom Sofa und ging im Raum auf und ab. „Raul meinte damit, dass der Fokus schon jetzt, mehr auf dir und Riku liegt. Ihr zwei, seit die unumstrittenen Lieblinge der Fans. Was total in Ordnung ist. Weil es die bei einer Band geben muss und immer geben wird.“ Verdeutlichte Osmo die Worte. Sami musterte Samu und Riku. Man sah ihnen an, dass es heute nicht das erste Mal ist, dass darüber diskutiert wurde. Samu lehnte an der Wand, ihnen gegenüber und fixierte Rikus Blick. Es sah aus, als würden sie zusammen sprechen. Nur durch ihre Blicke. „Für die Band eine Chance, endlich den erwünschten Erfolg zu haben. Und wenn man erfolgreich sein will, muss man halt einige Abstriche machen. Was zum Bespiel die Fan Nähe an geht. Das es dann nun mal etwas weniger intim und eher auf Distanz sein wird, daran werden wir uns gewöhnen, würde ich sagen.“ Versuchte Sami seine Gedanken in Worte zu fassen. Wenn dies schon mal der Fall war, hörten ihm auch alle zu. Keiner redete rein, in seiner kleinen Pause, die er machte, um über seine nächsten Worte nach zu denken. „Für uns, wird sich wohl nur minimal was ändern, wie es Raul schon gesagt hat. Ausserdem, haben wir alle unseren Rückzugsort, fern ab von dem ganzen Star Getue. Um wen ich mir eher Sorgen mache, sind Samu und Riku. Wo zieht ihr euch zurück? Wie soll das mit eurer Beziehung funktionieren, mit dem ganzen Medien Rummel?“ Einmal mehr, brachte es Sami auf den Punkt. Er sprach aus, was Samu bis jetzt daran gehindert hat, zu zusagen. Die teils ausgesprochenen Ängste, der beiden. Samus Verzweiflung, die ihm dieses Angebot brachte, war auf einmal wieder allgegenwärtig. Er wusste nicht weshalb, aber es schien ihm schon jetzt, die Luft zum Atmen zu nehmen. Sollte das nicht ein Zeichen sein, es nicht zu machen? „Ich habe mit meinen Bedenken nicht ganz unrecht, stimmt’s?“ Stumm schüttelte Samu den Kopf und liess seine Hände in seiner unordentlichen Frisur verschwinden. „Also seit ihr grundsätzlich damit einverstanden, wenn Samu es annehmen würde.“ Versuchte Mikko auf einen Punkt zu kommen und diese Stimmung nicht abdriften zu lassen. Einstimmiges Nicken. „Aber nicht, wenn Samu es nicht will.“ War es wieder Sami, der wie ein Fels neben Samu stand. Bildlich gesehen. Die vier Augenpaare, die sich jetzt auf ihn richteten, waren vier zu viel. Und die, die ihn nicht ansahen, waren die die ihm jetzt Halt geben sollten. Samu verliess den Raum. Er brauchte frische Luft.
Mikko schüttelte nur leicht den Kopf und seufzte. Wenn er gewusst hätte, wie hohe Wellen, allein das Angebot schlagen würde, dann...Mikko hatte keine Ahnung, was er dann gemacht hätte. Ein Ja oder ein Nein, würde ihm reichen. Aber warum war er eigentlich so naiv zu glauben, dass es einfach würde? Was war schon einfach? Und es würde bestimmt nicht einfacher werden. Eigentlich wollte Mikko heute noch das neue Live Projekt besprechen. Ob das jetzt noch möglich war? Abwarten und Tee trinken. Oder in seinem Fall wohl eher Kaffee. Hatte Emmi eine ziemlich bescheidene Nacht hinter sich. Irgendwann hatte Mikko sich erbarmt und stand auf. Eine geschlagene Stunde, fuhr er mit ihr durch Helsinkis Nacht. „Wir machen eine Pause.“ Atmete Mikko tief durch. Sie hatten noch nicht mal richtig angefangen. Das würde entweder ein sehr kurzer oder verdammt langer Tag. „Lass mich mal. Ich denke, ihr zwei habt schon genug darüber gesprochen und gestritten.“ Legte Sami seine Hand auf Rikus Arm, der aufstehen wollte. Ergeben nickte Riku. Sami hatte Recht. Es waren, zwischen ihnen, schon viele Worte deswegen gesprochen worden.
Samu stand draussen und sog an seiner Zigarette, als hänge sein Leben davon ab. „Nicht einfach, zwischen Stuhl und Bank zu sitzen, was?“ Stellte Sami sich neben ihn und zündete sich ebenfalls eine an. Samu war erstaunt, dass es Sami war und nicht Riku. Doch vielleicht auch gut so. „Alles gut, bei dir und Riku?“ – „Ja, wieder.“ Seufzte Samu. „Nach dem das Thema mal vorerst vom Tisch war, konnten wir unseren Urlaub endlich geniessen.“ Sami ahnte es. „Es hat schon Streit deswegen gegeben?“ Samu nickte. „Willst du dir das wirklich an tun? Ist es das wert?“ – „Das frage ich mich selber schon die ganze Zeit. Bin aber noch auf keine wirkliche Antwort gekommen.“ – „Was sagt Riku dazu?“ – „Was wohl. Du kennst ihn. Er steht hinter mir, egal wie ich mich entscheide. Was ich ihm auch glaube. Und er es nicht einfach so daher sagt. Doch…“ Samu atmete tief durch. „Wie du gesagt hast. Ihr habt eure Familien Zuhause, zu denen ihr euch zurück ziehen und einfach nur euch selber sein könnt. Wir haben uns. Bei uns wird es immer nur die einen Gesprächsthemen geben. Und was ist, wenn ich nicht da bin? Riku...“ – „Er wird nicht alleine sein. Wir sind auch noch alle da. Aber ich weiss, was du meinst. Ihr könnt den Beruf nicht einfach draussen vor der Tür stehen lassen. Jeder von euch, nimmt ihn mit ins Haus. Ihr könnt Dinge, die euch belasten, nicht mit jemandem bereden, der objektiv ist.“ Samu nickte. Genau das, was er jetzt mit Sami machte, wird ihnen fehlen. Fehlt ihnen schon jetzt, wenn es um dieses Angebot geht. Beide schleppen die selben Ängste und Bedenken mit sich herum. Keiner sieht es einfach nur als das, was es ist. Eine Chance. „Nur mal so rein theoretisch gesehen...Du wärst frei und müsstest auf niemanden Rücksicht nehmen...würdest du dir die selben Gedanken machen? Würdest du genau so lange zögern? Oder hättest du schon lange zu gesagt?“ Bäm! Da war sie. Die Frage, die Samu schon viel früher von jemandem erwartet hatte. Eigentlich von Riku. Die Frage, die ihm sein Unterbewusstsein auch schon gestellt hatte und für dessen klare und einfache Antwort, Samu sich hasste. „Auf die Antwort, bin ich gespannt. War ich bis jetzt, zu feige, dir die Frage zu stellen.“ Kam nun auch Riku nach draussen und hatte eben noch Samis Frage mit angehört. Riku ahnte, die Antwort zu kennen. Doch wollte er sie aus Samus Mund hören. „Rik...Das spielt doch jetzt keine Rolle.“ – „Sag es doch einfach. Ich weiss es so oder so. Zumindest denke ich, die Antwort zu kennen.“ Samu seufzte. „Du wirst nur wieder wütend. Und...“ – „Werde ich nicht. Versprochen!“ Sami musterte die beiden. „Ich hätte schon lange zu gesagt. Aber das heisst nicht, dass du mir im Weg stehst. Ich würde immer zögern, wenn ich in einer Beziehung bin. Immer. Hörst du, Rik?“ Dieser nickte. „Vielleicht bei unserer etwas speziellen Situation noch etwas mehr. Jedoch um unser beider Willen und Wohl...oder was weiss ich...Das...“ Wollte sich Samu weiter erklären, als Riku ihm einfach seine Lippen auf den Mund drückte. „Sei doch einfach mal still.“ Nuschelte Riku, bevor er um Einlass bettelte. „Nicht wütend?“ Erstaunt drückte Samu Riku etwas von sich weg. „Was hat das für einen Sinn? Schatz, es ist doch klar, dass du nicht gleich entscheidest, wenn du frei entscheiden kannst, wie wenn du in einer Beziehung bist.“ – „Und warum wolltest du es dann so dringend wissen?“ Auf Rikus Lippen legte sich ein schelmisches Lächeln. „Damit du endlich mal redest und alles aus sprichst, was da drinnen vorgeht.“ Tippte Riku gegen Samus Stirn. „Das ist aber nicht ganz faire.“ – „Ich weiss. Aber manchmal nötig.“ Nahm Riku seinen Kuss wieder auf. Ein Seufzen entwich Samu, welches Riku in sich aufnahm. „Jungs. Ich unterbreche euch ja ungern. Und bin froh, dass es nicht in einem Streit geendet ist. Aber wir sollten mal wieder rein. Mikko dreht sicher schon im roten Bereich.“ Samu sah kurz zu Sami und nickte. Worauf dieser wieder rein ging. Noch einmal durch die Locken streichen und von Rikus Lippen gekostet, begaben sich auch Samu und Riku wieder nach drinnen.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
