Tatsächlich schaffte es Riku, nicht tiefer in dieses Loch zu fallen. Dabei halfen ihm vor allem die Momente, in denen er mit Samu telefonierte. Die jedoch, je länger dieser in Berlin war und tiefer in dieser Fernseh Sache versank, immer wie seltener wurden. Rief Samu ihn, am Anfang, noch jede freie Minute an, wurde es weniger. Riku wusste, wie viel Stress diese Aufzeichnungen, für alle Beteiligten bedeuteten. Weshalb er es Samu auch nicht übel nahm. Seine Freunde, allen voran Sami und Liina, waren Riku ebenfalls eine grosse Hilfe. Liina rief ihn doch tatsächlich an und war erstaunt, dass er so schnell ran ging. Die ersten zwei Wochen gingen vorbei wie im Flug und schon stand der Tag vor der Tür, an dem Riku seinen Schatz wieder in die Arme schliessen konnte. Er war schon früh wach. Viel zu früh. War er doch so aufgeregt. Als würde er Samu heute zum ersten Mal sehen. Oder nach einer viel längeren Zeit endlich wieder. «Ich freue mich auf dich! Kuss Samu» Liess das erste strahlende Lächeln, an diesem Tag, über Rikus Gesicht huschen, kaum hatte er seine Augen auf gemacht. «Ich kann es kaum erwarten, dich endlich wieder bei mir zu haben! Liebe dich! Kuss Riku», schrieb Riku ihm zurück. Er wusste nicht genau, wann Samu in Berlin los ging. Samu wusste es selber nicht so genau. Doch die paar Stunden, machten jetzt auch nichts mehr aus. Erstaunt drückte Riku auf den grünen Hörer, als es klingelte. „Guten Morgen, Schatz.“ Ging Riku ran. „Morgen.“ Brummte es ihm von der anderen Leitung entgegen. „Zu früh?“ Riku konnte Samus zerknittertes Gesicht, die kleinen Augen und die blonden Haare, die ihm wild in alle Richtungen standen, klar vor sich sehen, was ihm ein Grinsen entlockte. „Viel zu früh. Aber für dich mach ich das gerne!“ Konnte Riku Samus Lächeln hören. „Wie, wegen mir?“ – „Ich will so schnell wie möglich wieder bei dir sein. Mich in deinen Armen fallen lassen. Dich küssen und noch viel mehr.“ Kam leise von Samu. Man konnte die Sehnsucht durchs Telefon hören. „Das kannst du alles, so lange du dann bei mir sein kannst haben, mein Schatz.“ Samu seufzte. „Hast du heute noch Termine?“ – „Ausser, dass ich jetzt meinen Arsch auf bekommen sollte, damit ich ganz bald bei meinem Schatz bin, meinst du?“ Riku entwich ein Lachen, welches Samus Herz erwärmte. Wie sehr er sich danach sehnte, dieses wundervolle Lächeln endlich wieder zu sehen. „Dann mach. Dein Freund kann es nämlich kaum erwarten, wenn er dich endlich wieder bei sich hat und dich um den Verstand küssen kann.“ Samu brummte erneut. „Wann geht denn dein Flieger?“ Wechselte Riku das Thema. Er spürte, bei seinen Worten und dem Gedanken daran, sich im Süden etwas regen. Samus Brummen, welches schon mehr ein Raunen war, sagte Riku, dass es ihm nicht anders ging. „Gefühlt, gleich.“ – „Samu.“ Lachte Riku auf. Ein Rascheln war zu hören. „Scheisse. Um neun.“ War alles, was Samu sagte. „Dein Ernst?“ Ein Poltern war zu hören. „Ja. Ich liebe dich. Schreibe dir später noch einmal.“ Schon klickte es in der Leitung. Riku schüttelte lachend den Kopf. Samu würde sich wohl nie ändern, was das anging. Dann sah er auf die Uhr. Dann würde Samu um etwa zwölf, plus ein paar Minuten mehr oder weniger, in Helsinki landen. Rechnete Riku die Zeit aus. Eine Stunde, würde es dann sicher noch dauern, bis er dann endlich da war. Riku seufzte. Kroch aus dem Bett und machte mal etwas Ordnung. Er hatte die letzten zwei Wochen alles etwas hängen lassen. Ablenkung oder einfach vor sich hin gammeln, war wichtiger. Danach ging er eine Runde laufen, was die letzten zwei Wochen zu Rikus Ritual wurde. Was er dabei nicht wusste war, dass Samu schon längst auf dem Flughafen war, als er ihn anrief. Er hatte es sich in der First Class Loung noch einmal etwas gemütlich gemacht und war tatsächlich noch einmal eingenickt. Jetzt blieb ihm nur noch etwas mehr als eine halbe Stunde. Reichte natürlich voll und ganz. Dennoch musste er sich jetzt auf machen, zu seinem Gate. Sonst würde Samu den Flug bestimmt noch verpassen. Er konnte im Flugzeug noch etwas schlafen. Denn was er jetzt wollte, war so schnell wie möglich nachhause. Weshalb er auch gestern Abend, als er relativ bei Zeiten ins Hotel kam, gleich seinen Flug um buchte. Von neun auf acht Uhr. Der kleine Schwindel, würde Riku ihm verzeihen, wenn er eine Stunde früher bei ihm war. Ein freudiges Grinsen, legte sich auf Samus Gesicht, als er an Rikus Gesicht dachte.
Völlig verschwitzt, aber mit einem guten Gefühl, kam Riku von seinem Lauf zurück. Das sie so viel Natur um sich hatten, hatte Riku die letzten Wochen, noch mehr schätzen gelernt. Er brauchte nur vor die Haustür zu treten und er konnte los laufen. Ein Glas Wasser seine trockene Kehle hinunter leeren, dann brauchte er eine Dusche. Wollte er Samu nicht verschwitzt, wieder in den Arm nehmen. Ein Blick auf sein Handy, zeigte ihm, dass er noch eine Stunde hatte. Die Vorfreude kribbelte angenehm durch seinen Körper hindurch. Riku schloss die Augen, als er sich unter den warmen Wasserstrahl stellte. Wäre der grosse Blonde doch schon da, seufzte Riku.
Zur selben Zeit, bog Samu in den Weg ein, der zu ihrem Haus führte. Die Vorfreude, liess ihn beinahe ausflippen. Den Bemu parkte er mitten auf dem Platz. Die Tasche und seine Gitarre, stellte er im Flur ab. „Riku?“ Rauschen drang von oben zu ihm runter. Samu musste keine Sekunde überlegen, ob er warten oder sich jetzt zu seinem Schatz unter die Dusche stellen sollte. Mit grossen Schritten eilte er in den oberen Stock. Entledigte sich seiner Kleider und schlich leise ins Badezimmer. Sein Herz machte einen gewaltigen Hüpfer, als er Riku unter der Dusche stehen sah. Ein angenehmes Kribbeln ging durch Samus Körper. Wie sehr er diesen Mann doch liebte.
Riku seufzte genüsslich, als Samu seine Arme um seinen nackten Körper schlang. Er dachte zu träumen. So lange, konnte er noch gar nicht unter der Dusche stehen, dass Samu wirklich schon hier war. „Wie schön wäre es, wenn du schon hier wärst.“ Kam leise über seine Lippen. „Ich bin doch hier, mein Schatz.“ Raunte die tiefe Stimme in sein Ohr und küsste sich darüber, bis zu seinem Hals. Strich mit seinen Fingern über Rikus nasse Haut. „Samu.“ Rikus Atem wurde augenblicklich schwerer. „Du träumst nicht, Rik.“ Flüsterte Samu. Wie sollte er ihn aus diesem Zustand holen. Samu löste seine Arme von Riku und drehte ihn zu sich um. Mit einem Lächeln betrachtete er ihn. Legte dann seine Hände an Rikus Wangen. „Wach auf Dornröschen.“ Legte Samu seine Lippen auf die von Riku. Ein Seufzen entwich beiden. Wie sehr hatten sie das vermisst. Langsam öffnete Riku die Augen. Ungläubig sah er in Samus grinsendes Gesicht. „Überraschung, Löckchen!“ Strich er ihm die nassen Locken aus dem Gesicht. Vorsichtig strich Riku mit seinen Fingern über Samus Wangen. War er wirklich da? Liess sie darauf in der blonden Mähne verschwinden. Noch immer kam kein einziges Wort über Rikus Lippen. Die Sehnsucht und das Verlangen nach Samu, vermischten sich miteinander und brachen mit voller Wucht, über Riku herein. Verlangend legte er seine Lippen zurück auf die von Samu. Dieser drückte ihn gegen die kühlen Fliesen. Der Verstand kam ihm abhanden, kaum regte sich Riku endlich. Pures Verlangen, beherrschte jetzt ihre Körper. Der Kuss und ihre Hände, die fahrig über die Erhitzte Haut des anderen fuhren, verlangten nach mehr. Viel mehr. Samu drehte Riku wieder mit dem Rücken zu sich. Er musste diesen, seinen Mann, jetzt spüren. Kuscheln konnten sie später noch genug. Die Hände mit denen von Riku verschränkt, küsste sich Samu über Rikus Nacken und Rücken. „Ich habe dich so vermisst.“ Seufzte Samu, als er endlich wieder die zarte Haut unter seinen Lippen spürte. „Ich dich auch.“ Liess Riku seinen Kopf, stöhnend in den Nacken fallen. Samu drang gierig in ihn ein. „Alles gut?“ Strich Samu sanft durch Rikus Haare, als dieser erneut stöhnte. „Mehr als gut! Genau das, habe ich mir heute Morgen gewünscht.“ – „Dann bin ich ja zum richtigen Zeitpunkt endlich wieder nachhause gekommen.“ Riku nickte. Lange dauerte ihr Liebesspiel nicht. Zu sehr waren beide ausgehungert und sehnten sich nach dem anderen. Ausgepowert, liessen sie sich auf den Boden der Dusche sinken, als der erste Sturm vorüber gezogen war und ihre Beine sie nicht mit mehr trugen. „Du bist wirklich hier?“ Sah Riku zu Samu hoch, der ihn fest an sich drückte. „Scheint so, ja!“ Grinste dieser. „Ich stand doch aber nicht so lange unter der Dusche, dass schon ein Uhr ist?“ Samu sah Rikus Verwirrung. „Nein Schatz. Ich wollte so dringend nachhause, dass ich gestern den Flug umgebucht habe. Statt um neun, um acht.“ – „Du fliegst für mich, fast mitten in der Nacht, für deine Verhältnisse, zu mir?“ Biss sich Riku auf die Lippen. „Für wen sonst, wenn nicht für dich?“ Drückte Samu ihm einen Kuss auf die Stirn. „Dann warst du schon auf dem Flughafen, als wir telefoniert haben?“ Samu sah Riku entschuldigend an. „Verzeihst du mir?“ Riku nickte freudig. „Das beste Wiedersehen überhaupt!“ Schlang er seine Arme um Samus Hals und verlangte nach einem erneuten Kuss. „Das finde ich auch.“ Nuschelte Samu hinein.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
