Die Sonne, die ihre Strahlen direkt ins Zimmer schickte, wer dachte vor ein paar Stunden auch an Vorhänge, holte Mia aus ihrem Schlaf. Gerädert, als hätte sie die ganze Nacht durchgemacht, fühlte sie sich. Gleichzeitig entspannt bis in ihr tiefstes Innere, wie Mia schon lange nicht mehr erwacht war. Wohlig seufzend, reckte sie sich. Worauf sie zwei starke Arme, reflexartig etwas fester hielten und an den muskuslösen, ausgeprägten Körper drückte.
Riku brummte und öffnete seine Augen. Ein Lächeln zierte sofort seine Lippen, als er in Mias Augen sah.„Hast du gut geschlafen, Süsse?“, er strich Mia eine Strähne aus dem Gesicht.
Mia nickte und streckte sich wohlig seufzend. Worauf Riku ein tiefes Brummen entwich. Entschuldigend auf die Lippe beissend, sah Mia Riku an. In ihren Augen funkelte es verdächtig, ja beinahe wieder leicht lüstern. Ihr war nicht entgangen, dass Rikus kleiner Freund, auf ihre unabsichtliche Berührungen, deutlich reagierte.
„Da hat wohl jemand, in den letzten Stunden, noch nicht genug bekommen?“ Riku drehte Mia auf den Rücken, so dass er halb über ihr lag. „Wann wirst du erwartet?“
„Ich habe Maja gesagt, dass ich mich melde.“
„Wenn wir fertig sind, meinst du?“, grinste Riku.
Mia nickte. „So ungefähr. Und du?“
„So zwei Stunden werde ich noch haben.“
„Gut!“ Mia zog Riku zu sich runter. Sie wollte noch einmal diese unglaublichen Lippen kosten.„Abschlussrunde gefällig.“, nuschelte Riku an Mias Lippen.
„Hmm.“, nickte Mia.„Aaaaa...“, entwich ihr darauf ein erleichtertes Stöhnen. Trotz der langen und zutiefst befriedigenden Nacht, fühlte es sich, als Riku erneut tief in sie ein drang, nach der völligen Erleichterung an. Als wäre das letzte Mal, Tage her.
Was für ein letztes Mal, mit diesem unglaublichen Mann. Leicht, sanft, gefühlvoll, tief und lang.
Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück im Bett, sprang Riku kurz unter die Dusche. Mit noch feuchten und ziemlich verwuschelten Haaren, kam er aus dem Badezimmer.
Mia entwich ein Grinsen.„Frisur technisch, hast du dich wohl Samu angepasst.“
Riku strich sich durch seine Locken, was es nicht viel besser machte.
Mias Blick bekam, als sie dabei zu sah, während Riku sich die Schuhe und Jacke an zog, einen wehmütigen Ausdruck.
„Bereust du es schon, Süsse?“ Riku überbrückte die Distanz zwischen ihnen und legte seine Hände an ihre Hüften.
Sachte schüttelte Mia den Kopf. „Keine Sekunde!“, sagte Mia. Dennoch würde es wohl noch etwas dauern, bis sie es einfach als das ansehen konnte, was es war. Eine wundervolle, heisse Nacht, mit dem Gitarrengott von Sunrise Avenue. Nicht mehr und nicht weniger.
„Ich werde unsere Nacht und dich, niemals vergessen! Und tue es nicht einfach als One Night Stand ab. Denn, es war doch irgendwie schon mehr.“ Rikus Blick war sanft. Voller Nachdruck, Aufmunterung und Fragen.
Mia atmete tief durch. Warum konnten Frauen solche Nächte, nicht einfach als das sehen, was es war. Mia ärgerte diese Tatsache, immer wieder. Dies war ja auch immer, mit ein Grund, weshalb sie solche Nächte vermied.
„Mia?“ Rikus Stirn krauste sich.
„Ich werde es auch nicht vergessen. Höchstens ein wenig vermissen.“ Mia lächelte.
„Nur ein bisschen?“ Riku näherte sich Mias Gesicht.„Vielleicht auch ein bisschen mehr.“, hauchte sie in den Kuss hinein, der ihr Riku, ein letztes Mal, entlockte.
„Sehen wir uns irgendwann mal wieder? Abgesehen von, ich dich auf der Bühne?“, fragte Mia, als sie bereits bei der Tür standen.„Ich habe ja jetzt dein Nummer.“ Riku steckte zufrieden, sein Telefon weg. „Nicht zu viel grübeln, Kleines! Einfach das Leben geniessen!“ Riku hauchte Mia einen letzten Kuss auf die Lippen. Dann wandte er sich zum gehen. Ein letztes, zauberhaftes Lächeln und Riku war weg.
Seufzend lehnte Mia im Türrahmen, nur um sich gleich darauf, von Rikus Rücken Ansicht zu lösen und sich bei Maja zu melden.
Zufrieden grinsend betrat Riku das gemeinsame Zimmer von ihm und Samu. Dieser kam gerade aus dem Bad.
„Ach, der Herr Rajamaa! Befriedigt siehst du aus.“ Samu fing schallend an zu lachen und duckte sich auch sogleich vor Rikus Hand, die ihm eine Knopfnuss verpassen wollte. „Spass gehabt?“, zwinkerte Samu, während er sich sein Shirt über den Kopf zog.
„Kann man so sagen!“, grinste Riku. „Mia war der helle Wahnsinn!“
„Stopp! Erspar mir die Details und Einzelheiten.“, hob Samu warnend die Hände. „Es reicht, dass bei mir Totehose war.“
„Du hast ja auch Vivi.“ Riku zog skeptisch die Augenbraue hoch.
„Ich weiss, ich weiss. Das ist mir dann auch irgendwann in den Sinn gekommen.“, seufzte Samu.
„Haber? Was hast du angestellt?“
„Keine Sorge, mehr als Küssen lief nicht.“
Riku schüttelte den Kopf. „Dich kann man auch nicht alleine lassen.“, er liess sich auf das Sofa fallen.
„Deshalb habe ich ja dich.“, setzte sich Samu daneben und legte seinen Kopf auf Rikus Schulter ab. „War es schön?“ Riku nickte. „Und weiter?“
„Nichts.“ ,sagte Riku.
„Wie nichts? Keine Schmetterlinge im Bauch. Herzrasen oder solche Dinge?“
Riku schüttelte den Kopf. „Irgendwie nicht, nein. Zumindest nicht so richtig. Ach ich weiss doch auch nicht. Ich habe es einfach genossen, mal wieder Zweisamkeiten mit einer Frau auszutauschen und mich begehrt zu fühlen.“ Riku lehnte seinen Kopf nach hinten. „Wenn mich auch das schlechte Gewissen, beinahe davon abgehalten hätte, eine der aufregensten Nächte, seit langem, zu verbringen.“
„Du bist nun mal einfach zu gut, für diese Welt!“, lächelte Samu.
„Das musst du gerade sagen. Schliesslich hat dich wohl auch das schlechte Gewissen danach, davon abgehalten.“, sah Riku zu Samu runter.
„Stimmt. Was hat dich deine Meinung ändern lassen?“
„Mia.“ Samu grinste. „Nicht das, was du meinst.“, lachte Riku auf. „Sie hat mit dem, was sie gesagt hat, meine Zweifel zerstreut. Auch wenn ich, heute Morgen, das Gefühl hatte, dass sie es im völlig nüchternen Zustand, nicht gemacht hätte, wegen den Gefühlen am nächsten Tag.“
„Zia, so sind sie die Frauen.“, sagte Samu nachdenklich.
„Deshalb, bekam ich auch fast kalte Füsse. Weil...Mia ist eine ungewöhnliche, zauberhafte und nette Frau. Und klar, auch sexy und alles. Aber es wäre ohnehin zu kompliziert.“ Riku seufzte.
„Es ist nicht einfach mit den Frauen und schon gar nicht mit den Gefühlen, welcher Art auch immer.“ Riku schüttelte den Kopf.
Mit diesem Satz, hingen sie ihren Gedanken und ihren Frauengeschichten nach.
„Dabei hättest gerade du es verdient, eine tolle Frau kennen zu lernen.“, unterbrach Samu die Stille.
Riku atmete tief durch. So schwerelos er sich vor ein paar Stunden noch gefühlt hatte, umso schwerer, wurde dieser Zustand gerade und wich immer mehr dieser tiefen, inneren Sehnsucht, nach Liebe. Aufrichtiger, tiefer und echter Liebe. Was war er eigentlich? Ein Mann oder ein Weichei. Solche Gedanken wälzten doch sonst nur Frauen, nach einem One Night Stand.„Ganz ehrlich, Rik. Jede Frau könnte sich glücklich schätzen, dich an ihrer Seite zu haben. Ich habe noch nie einen Menschen kennengelernt, der ein so grosses Herz hat und so liebevoll ist, wie du.“ Samus Worte, trieben Riku Tränen in die Augen. Wie machte der Kerl das immer und immer wieder? Er traf ihn jedes, mit seinen Worten, in den richtigen Situation, an einem ganz bestimmten Ort in seinem Innern, dass es Riku aus der Bahn warf und er seine innere Selbstbeherrschung nicht mehr festhalten konnte. Wahrscheinlich hatte ihm noch nie, ausserhalb seiner Familie, jemand so etwas Schönes und Nettes gesagt. Nicht einmal Laura, brachte solche Worte über ihre Lippen. „Kannst du das lassen.“ Riku musste sich zusammenreissen, um sich nicht einfach seinen Tränen zu ergeben und in Samus Armen aus zu weinen.
In seiner Stimme, waren die Tränen jedoch nicht verbergen.
„Es ist nur die Wahrheit.“ Samu wandte sich Riku zu, der seinen Kopf von ihm weggedreht hatte. „Hey, Rik. Irgendwann, wirst du diesen Menschen finden. Diesen einen Menschen, der dein Herz berührt und es dir dazu auch noch stiehlt. Der Mensch, den du dann mit deiner Liebe glücklich machen kannst und der dir die Selbe zurück gibt und dich dadurch glücklich macht. Da bin ich mir ganz sicher.“
Wie gerne, würde Riku Samus Worte glauben. Er wischte sich die verräterischen Tränen aus dem Gesicht, die seine Augen verliessen und sie zum brennen brachten.
„Ach Rik.“ Samu, dem es natürlich nicht entgangen war, zog Riku ihn seine Arme. Erleichtert seufzte Riku und liess es einfach zu, dass er dessen Shirt durchnässte.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
