Kapitel 164

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Riku sah zu Samu hoch, der ihm durch die Locken strich, während er in ein Buch vertieft war. „Was, hmm?“ Samu hatte natürlich mit bekommen, dass Riku ihn musterte. „Nichts. Es ist nur schön.“ Samu lächelte. „Das ist es.“ Samu spürte, wie er selber ruhiger wurde, seit alles einigermassen geregelt war. Die Gespräche mit Riku, wurden ruhiger und ausgeglichener. Ohne zu streiten, konnten sie über das was kam reden. Was ein riesiger Schritt war, gegenüber der letzten Wochen. „Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?“ Riku schüttelte den Kopf. „Dann sollte ich das nachholen.“ Zog Samu ihn zu sich nach oben. Dicht, bis zu seinem Gesicht. „Ich liebe dich! So sehr.“ Gab Samu ihm einen Kuss. Seufzend gab Riku sich diesem hin. Legte seine Arme um Samus Hals und zog den Kuss in die Länge. „Soll ich dir was verraten?“ Nuschelte Riku in den Kuss. Samu nickte. „Ich liebe dich auch!“ Knabberte er an Samus Lippen. Dieser lächelte in den Kuss hinein, der Riku darauf von ihm forderte. „Mmmm...bevor ich es vergesse...mmmm...Morgen musst du auf mich verzichten...mmm...“ Samu war eifrig daran, Riku an seinen Terminen, die er alleine hatte, teilzuhaben. „Warum?“ Unterbrach Riku kurz seine Liebkosungen von Samus Lippen. „Irgendwas wegen den Konzerten mit dem Orchester.“ Riku schmunzelte in den Kuss. Das war so typisch Samu. So lange alle anderen, also in dem Fall Mikko, wussten was er zu tun hatte und um was es bei all den Terminen ging, musste er sich ja nicht darum kümmern. „Lachst du mich etwa aus?“ Knurrte Samu. „Nein. Ich finde es einfach nur erfrischend, wie du wieder mehr dich selber, also so typisch Samu, bist.“ Samu löste sich etwas von Riku und sah ihn mit dem, Augenbraue in die Stirn gezogen, Blick an. Riku nannte ihn, den Hapa Blick. „Na ja, zum Beispiel dieses scheinbare Desinteresse, wenn es um Termine geht.“ Riku strich Samu eine Haarsträhne zur Seite. „Am meisten jedoch gefällt mir, wie du dich wieder um mich kümmerst und mich deine Liebe spüren lässt.“ Legte Riku seinen Kopf auf Samus Schulter ab und schmiegte sein Gesicht in dessen Halsbeuge. „Die letzten Wochen und Monate tun mir leid, Rik.“ Küsste er dessen weiche Locken und schlang seine Arme fester um seinen Schatz. „Wir werden wieder mehr solcher gemeinsamer Momente haben. Das verspreche ich dir!“ Zog Samu die Küsse weiter über Rikus Schläfe zu dessen Ohr. Liess seine Zunge darin verschwinden. Hinterliess eine feuchte Spur darauf. Riku rutschte näher an Samu heran, wenn dies überhaupt möglich war, damit dieser mehr davon machen konnte, was Samu hier mit ihm anstellte. Es war herrlich und wundervoll. Riku wollte so viel wie möglich davon aufnehmen, für wenn es wieder auf Tour ging. Oder wieder irgendeine Krise anstand. Man konnte ja nie wissen. „Nicht denken, Süsser.“ Raunte Samu ihm ins Ohr. Was Riku aus seinen Gedanken holte. „Hast du einen Wunsch, was du heute noch machen möchtest?“ Liess Samu keine Minute von der zu gut riechenden Haut an Rikus Hals ab. „Ist heute wieder Riku Wunschtag?“ Hob dieser erstaunt die Augenbraue. „Jeden Tag, der uns gehört. Also?“ Riku wandte seinen Blick von Samu ab und dem Fenster zu. „Ein Picknick am See.“ Etwa genauso erstaunt, wie Riku davor, sah jetzt Samu seinen Schatz an. „Oder eines vor dem Kamin. Das haben wir auch schon lange nicht mehr gemacht.“ Samu überlegte kurz. „Wir müssen auch nicht. Wir können auch...“ Samus Lippen, brachten Riku zum Schweigen. „Das klingt nach einer guten Idee. Nur weiss ich nicht, ob es draussen schon warm genug ist, damit mein Jääpuikko mir nicht erfriert.“ Grinste Samu an Rikus Lippen. Wofür er sich einen Seitenhieb einfing. „Frecher Kerl. Ich zeige dir gleich, wer hier erfriert und wer nicht.“ Löste sich Riku aus Samus warmer Umarmung, schlüpfte in seine Hausschuhe und ging nach draussen. Samu sah ihm amüsiert hinter her. Entweder er muss ihn bald wärmen gehen oder Riku kam von alleine wieder rein. Samu war ja vorhin mal kurz draussen. Fand es nicht sehr kalt. Doch um draussen zu sitzen, noch zu kühl. Samus Blick war fragend, als ihn den von Riku traf, der immer noch draussen stand. Zwei Daumen hoch, zeigte dieser ihm. Dabei sah Samu vom Sofa aus, dass er schlotterte. Lachend stand er auf. „Sturer Kerl.“ Schlang Samu von hinten, seine Arme um Riku und zog ihn an sich. „Es ist doch schön angenehm.“ – „Ja wahnsinnig. Komm rein. Wir vertagen das auf den Sommer.“ Schob Samu Riku vor sich her, zurück ins Haus.
„Verdammt.“ Fluchte Riku. Dabei schüttelte es seinen ganzen Körper. „Was ist denn los?“ Sah Samu vom Kamin auf. Wie konnte ein Mensch nur so kalt haben. Samu stand auf. Mit einer Decke bewaffnet, ging er zu Riku, der sich die Hände rieb. „Du bist so ein dummer Kerl.“ Schlang Samu die Decke um sie beide und drückte Riku fest an sich. „Du musst mir nicht beweisen, dass du kalt haben wirst. Das wusste ich auch so.“ Riku brummte etwas unverständliches. „Dann machen wir das Picknick drinnen?“ Riku nickte. „Schon etwas wärmer?“ Kopfschütteln. „Warte kurz.“ Liess Samu Riku stehen. Legte noch etwas Holz in den Kamin, in dem es schon herrlich knisterte. Richtete ihre Kuschelfläche etwas her. Riku sah ihm mit einem Lächeln auf dem Gesicht, dabei zu. Wie süss er doch war. Und wie sehr er Samu liebte. „Jetzt ziehen wir uns, bis auf die Boxer aus und kuscheln uns ganz dicht ans Feuer, unter die Decken. Dann wird dir ganz schnell wieder warm.“ Hatte sich Samu schon seinen Pulli über den Kopf gezogen. „Ich liebe dich!“ Legte Riku seine Lippen an Samus Hals und strich mit seinen Fingerspitzen über dessen Brust. „Ich...mmm...liebe dich...Rik...auch.“ Samu hatte die Augen geschlossen und genoss Rikus Streicheleinheiten. Purer Balsam, nach den letzten Tagen. Wie konnte er nur so lange darauf verzichten. „Mir ist schon warm.“ Flüsterte Riku. „Das macht nichts. Kuscheln können wir dennoch.“ Darauf Samu und zog Riku hinter sich her. „Darf ich dich in den Arm nehmen?“ Biss sich Riku auf die Lippen. Nichts lieber als das. Als Antwort, kam nur ein Nicken und ein total verliebtes Lächeln. „Dann komm her.“ Hatte sich Riku schon hin gelegt. Samu legte seinen Kopf an Rikus Schulter ab, damit die Finger sich dessen Haare auf der Brust widmen konnten. In den letzten Tagen, merkte Samu erst wie er in einer Leere umher irrte, ohne diese Nähe zu Riku. Er fühlte sich wie nur ein halber Mensch. Ähnlich dem Zustand, bevor Riku in seinem Leben aufgetaucht ist. Als würde etwas fehlen. Genauso fühlte sich Samu, als Riku sich von ihm abwendete. Umso mehr, genoss Samu jetzt diesen Moment. Noch mehr, dass Riku ihn im Arm hielt. Seine Hände auf der Haut zu spüren. Wie die Küsse in den Haaren. Einfach alles. Es würde schon reichen, wenn Samu einfach nur Rikus Nähe spürte. Seinen Körper am eigenen. Das er ihn jetzt, in dem Augenblick, mit seiner Liebe überhäufte, nach den letzten Monaten, im Moment das grösste Glücksgefühl für Samu. Diese Ängste, Riku zu verlieren, die er die ganze Zeit ausstand, machten Samu fast kaputt. Dies merkte er jedoch jetzt erst so richtig. Die Angst, begleitete ihn immer noch. Doch war sie, in den letzten Tagen, nicht mehr so laut und erdrückend. Der Rest des Tages, verbrachten sie genauso. Kuschelnd vor dem Kamin. Mit einem integrierten Picknick davor. Mehr taten sie nicht. Mehr brauchten sie nicht.

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