Kapitel 51

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Wohlig seufzend, streckte sich Riku, der als erster, dem Tag in die Augen sah. Samu krabbelte nach, da Riku sich von ihm gelöst und auf den Rücken gedreht hatte. Er wollte sich noch nicht wieder an den Zustand gewöhnen, seinen Schatz nicht immer ganz nah bei sich zu haben. Ab morgen dann. Bei der Wohnsituation, musste unbedingt eine Lösung her. Darüber, würde sich Samu, ebenfalls ab morgen, den Kopf zerbrechen. „Nicht weggehen!“, brummte er an Rikus Brust, die er schon wieder mit Küssen bedeckte.
„Niemals!“, hauchte Riku und gab Samu einen Kuss aufs Haar. „Aber ich sollte mich mal unter die Dusche stellen. Es fühlt sich alles etwas klebrig an.“
„Da kann ich ja mitkommen.“ Samu grinste Riku schlemisch an.
„Ob ich dann sauber werde, lässt sich bezweifeln.“ Riku zog eine Augenbraue in die Stirn.
Samu konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Wahrscheinlich nicht sofort. Aber danach schon.“, wanderten seine schmalen Finger, schon wieder über Rikus warme Haut. „Ich kriege einfach nicht genug von dir!“, nuschelte Samu an Rikus Lippen, bevor sie in einem Kuss versanken. „Ausserdem ist heute unser letzter Tag in völliger Zweisamkeit, Rik. Da sollten wir keine Sekunde verstreichen und ungenutzt lassen.“
„Mmm“, seufzte Riku. Samu hatte vollkommen recht. Sein Körper sprach die selbe Sprache, wie der von Samu. „Überredet!“
Samu grinste triumphierend. Obschon er ganz genau wusste, dass es, spätestens seit gestern, keine grossen Überredungskünste mehr brauchte, um Rikus Nähe zu bekommen und sein hungriges Verlangen zu stillen. So machten sie sich auf den kurzen Weg ins Badezimmer. Jedoch nicht, ohne sich immer wieder gierig zu küssen. Man hätte meinen können, sie hätten sich Wochen nicht mehr gesehen und berühren können. Samu stieg schon mal in die Dusche, um das Wasser angenehm warm werden zu lassen, während Riku noch zwei Handtücher bereit legte. Ausgiebig, wurde nicht nur die Dusche, sondern auch die erneute Erkundungstour der beiden. Man hätte meinen können, dass sie es immer noch nicht glauben konnten, dass dies alles irgendwie nun auch ihnen gehörte. Wann immer sie wollten.

Frisch geduscht und befriedigt bis in die Haarspitzen, schlüpfte Samu in eine frische Jogginghose und ein Shirt und machte das Frühstück bereit. Heute mal nicht im Bett. Sie würden sonst nicht mehr dort raus kommen. Samu huschte ein Grinsen übers Gesicht. Er hatte ja keine Ahnung, dass man süchtig nach einem Menschen sein konnte. Doch Riku und die Liebe zu ihm, bewiesen ihm gerade das Gegenteil.
„Bin noch kurz Holz holen, Grosser?“, kam von der Tür her, bevor sie ins Schloss fiel. Samu griff nach seinem Telefon, welches seit dem Anruf bei seiner Mama, auf der Anrichte neben der Küchenkombination lag und schaltete es ein. Mal schauen was die Aussenwelt so machte, während ihrer Abwesenheit. Nichts. Ausser einer Nachricht von Mikko. Nein, eigentlich zwei. Ein verpasster Anruf war auch noch dabei. Wollte er wissen, was in der Nachricht stand?
„Was starrst du denn so auf dein Telefon?“, holte ihn Rikus Stimme zurück. „Schlechte Nachrichten?" Riku legte seinen Arm um Samus Taille.
„Ich weiss nicht. Mikko hat angerufen und danach auch noch geschrieben. Aber ich weiss nicht, ob ich wissen will, was darin steht?“
„Und warum nicht? Früher ins Studio zitieren, kann er uns ja nicht mehr. Es ist ja leider schon unser letzter Tag.“
Diese Tatsache, liess beide wehmütig werden. Was hatten sie für drei wundervolle Tage hier, die sie am liebsten endlos lange weiter ziehen wollten. Auch Samu legte seinen Arm um Riku.
„Soll ich sie lesen?“ Samu nickte und hielt Riku das Telefon hin. „Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen!“, stahl sich ein Strahlen auf Rikus Gesicht.
„Und was?“
„Heute ist nicht unser letzter Tag!“ Samu sah Riku erstaunt an und dann auf den Display.
„Wie geil ist das denn?“, lachte er und wirbelte Riku durch die Luft. „Und Sami ist wirklich eingeschneit?“ Samu las den Text noch einmal. „Hast du dir auch gewünscht, dass es uns einschneit?“
„Mehr als alles andere, Samu!“ Riku atmete tief durch und schmiegte sich fest an Samu. „Ich weiss, ich sollte...keine Ahnung...“
„Es ist in Ordnung, Rik!“ Samu zog Riku fest an sich, bevor er Mikkos Nummer wählte. Ein paar mehr Details, wären schon noch hilfreich. „Moi Mikko! Ja, alles gut! Wir haben uns nur für ein paar Tage ins Mökki zurück gezogen und wollten mal nicht immer auf Empfang sein. Riku und ich. Weisst du schon wie lange unser zusätzlicher Urlaub dauert? Ok. Ja, ist gut. Machen wir! Werde ich! Moi moi!“, schaltete Samu das Telefon aus.
„Und?“, sah Riku zu Samu hoch.
„Bis zum Ende der Woche. So denkt er. Wir sollen uns aber, so ab den nächsten zwei Tagen, bereit halten. Doch so wie die Wettervorhersage aussieht und Sami und Raul berichtet haben, sieht es nicht so aus, als ob es schnell vorwärts gehen würde.“
„Raul auch?“, lachte Riku auf.
„Kommt davon, wenn man sich Mökkis im hohen Lappland mietet!“, wieder schlang Samu überschwänglich seine Arme um Riku und küsste ihn. „Ich könnte gerade Luftsprünge machen, vor Freude!“
„Und was machen wir zwei Hübschen mit unserer geschenkten Zeit?“ Riku legte seine Hände an Samus Rücken unter seinem Shirt.
„Aaaa...Vittu!“, sie waren kalt. „Sag mal Rik, jetzt waren wir doch gerade eben unter der Dusche. Warum sind die wieder so verdammt kalt?“
Entschuldigend sah Riku Samu an und zog seine Hände unter seinem Shirt hervor. „Laura hat es auch nie gemocht.“
Samus Stirn, legte sich in Runzeln. „Das wollte ich damit nicht sagen.“, er fasste nach Rikus Handgelenken und legte seine Hände wieder unter das Shirt an seine Hüften. „Ich will sie spüren! Egal ob sie kalt sind oder nicht. Ich werde dich wärmen! Jääpuikko!“ Samu schloss die Augen, während er seine Finger in Rikus Haaren verschwinden liess.
Riku legte seine Hände wieder an Samus Rücken. „Danke!“
„Schscht!“ Samu brachte Riku zum schweigen. „Du musst dich nicht immer bedanken, Rik! Wenn man jemanden liebt, kommt man auch mit kalten Händen klar.“
Das wusste Riku. Doch es war nicht immer einfach, sich wieder blindlings in die Liebe fallen zu lassen, wenn man sie, in der Vergangenheit, nie wirklich bekam. Von dem Menschen, von dem man sie eigentlich hätte bekommen sollen. Um so schwieriger war es zusätzlich, wenn einem bewusst wird, dass man, von dem Menschen, nie geliebt wurde. „Ich lass dich nicht los, wenn du dich fallen lässt! Niemals!“ Samu zog Riku fest an sich.
„Ich liebe dich, Samu! Scheisse...ich...“ Riku wurde einmal mehr von seinen Gefühlen übermannt.
„Ich weiss, Schatz! Ich weiss!“, wieder einmal wurde Samu klar, wie sehr Riku unter dem fehlen von Liebe, gelitten haben musste. „Wie kann man einen so wundervollen Menschen wie dich, nicht mit Liebe überschütten wollen!“ Samu küsste Rikus Schläfe. „Ich zumindest, werde es tun! So lange, wie du es willst und du es zu lässt.“
„Also für immer?“ Riku sah Samu unsicher an, als er sich leicht von ihm gelöst hatte. Wo war bloss der Mann von vorhin hin, der ihn so verwöhnt hatte, fragte sich Samu. „Natürlich für immer! Was ist das für eine Frage, Rik? Und jetzt, lass das Denken!“
„Tut mir leid! Ich wollte nicht schon wieder Trübsal blasen und diese schöne Zeit kaputt machen.“
„Das tust du doch gar nicht. Jeder Augenblick mit dir, ist einfach nur himmlisch und wunderschön! Und jetzt sag mir, Rik. Was möchtest du? Was brauchst du? Jetzt in dem Augenblick?“
Riku kaute an seiner Unterlippe herum. „Ich weiss es nicht.“, das tat er wirklich nicht. Weil gerade zu viele Gefühle, Emotionen und Empfindungen in seinem Körper waren.
„Ich glaub, ich weiss was du brauchst.“ Samu nahm Rikus Hand in seine und zog ihn hinter sich her zum Sofa. „Erst einmal, bekommst du ein herzhaftes Frühstück! Eigentlich dachte ich mir, wir essen es mal, wie zivilisierte Menschen, an einem Tisch. Doch Pläne kann man auch wieder ändern.“ Samu grinste Riku an und gab ihm einen Kuss, bevor er das Frühstück holen wollte.
„Warte!“, hielt Riku ihn am Arm zurück. „Wir essen es am Tisch.“
„Sicher?“ Riku nickte und stand auf. „Na dann. Möchtest Eier?“
„Die hatte ich heute schon.“ Riku hatte sich wieder gefangen und sah Samu schelmisch an.
Samu zog eine Augenbraue in die Stirn. „Echt jetzt?“
„Gestern zum Nachtisch. Und heute zum Frühstück.“
Samu lachte laut los. „Du bist so doof, Rajama! Und so unglaublich liebevoll, liebenswert und wundervoll!“, gierig legte Samu seine Lippen auf die von Riku und forderte einen leidenschaftlichen Kuss von ihm. Dabei presste er ihn gegen die Küchenkombination.
Riku seufzte in den Kuss hinein, als er Samus Körper dicht an seinen gepresst fühlte. Konnte man wirklich noch so viel Verlangen verspüren, wenn man erst gerade heute morgen und gestern fast die ganze Nacht, sich dieser hingab?

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