Mit einem unterschriebenen Vertrag, für diese neue Show, die sich 'Die Band' nennen würde, im Sack, war Samu mitte Dezember, wieder auf dem Weg nach Helsinki. Seine eigene Musik Show. Das klang schon irgendwie toll. Für Samu war sie jedoch noch zu weit weg, dass er es wirklich realisierte. Zu sehr, war er noch im The Voice Modus. Der erhoffte Sieg, blieb dort aus, was Samu jedoch gerade ziemlich egal war. Alles was er wollte, war nachhause. Die letzten Wochen waren eine reine Katastrophe. Weshalb Samu froh war, als das letzte Licht der Kameras ausging und er sich nur noch kurz auf der Aftershow Party blicken lassen musste. Seine Gedanken blieben, seit er wieder in Berlin war, kaum mal eine Sekunde still stehen. Weshalb er schlecht bis kaum schlief. Bei den Dreharbeiten, funktionierte Samu, je länger sie dauerten, nur noch. Er setzte sein, mittlerweile perfektioniertes Lächeln und seine Spässe auf, damit alle ihn für den ach so lustigen Finnen hielten. Der war er vielleicht noch vor einem Jahr. Jetzt war nichts mehr von dem übrig. Samu war nur noch müde. Nicht die Müdigkeit, die man mit Schlaf kompensieren konnte. Es war eine tiefere Müdigkeit. Samus Seele, fühlte sich müde an. Samu hatte sich schon lange nicht mehr so sehr gefreut, nachhause zu kommen, wie heute. In die vertraute Umgebung. Sich ins eigene Bett zu legen und nur noch schlafen. Seinem Körper und seiner Seele viel Gutes tun und vor allem Ruhe gönnen. Ja und wer weiss, vielleicht würde auch sein Herz wieder etwas erwärmt werden. Was Samu jedoch bezweifelte. Riku war schon seit ein paar Tagen im Mökki und würde auch noch etwas bleiben. So, hatte er es ihm zumindest gestern geschrieben, als Samu Riku eine Nachricht schickte, dass er heim kam. Scheinbar ging es ihm mit diesem 'ich brauche eine Pause' Dings, gut. Samu schnaubte verächtlich. Er hatte so sehr gehofft, dass Riku zuhause ist, wenn er zurück ist. Damit sie reden konnten. Riku schien ihn jedoch weiterhin meiden zu wollen.
Müde schlurfte Samu zur Gepäckausgabe und hievte seinen Koffer vom Band, der dort schon fröhlich seine Runden drehte. Jetzt würden gleich all die freudigen Wiedersehen um ihn beginnen. Wie er die hasste. Schwer atmete Samu durch, als sich die Tür öffnete. Den Kopf gesenkt, bahnte Samu sich einen Weg durch all die fröhlichen Menschen um ihn herum. So schnell, kam Samu noch nie bei seinem Bemu an. Normalerweise genoss er den Trubel auf dem Flughafen. Heute, wollte Samu nur noch weg.
„Willkommen zuhause, Samu." Sprach er zu sich selber, als er die Tür aufschloss. Diese unangenehme Stille, die sie beide beim letzten Mal hinterliessen, kam ihm entgegen. Es war komisch, nach all den Wochen, wieder hier zu sein. So vertraut es war, so fremd fühlte es sich eben an. Dies, allein aus dem Grund, weil Riku nicht hier war. Der ihn, mit diesem bezaubernden Lächeln auf den Lippen, begrüsste. Ihn küsste und in seine Arme schloss. Seufzend liess sich Samu auf das Sofa fallen. Sein Gepäck liess er im Flur stehen. Kümmerte ja keinen, wenn es dort rum stand. «Ich bin wieder zuhause.», schrieb Samu seiner Mutter. «Das freut mich! Geht es dir gut?» - «Geht so...Bin müde und brauche dringend Schlaf.» - «Muss ich mir Sorgen machen?» - «Nein, musst du nicht. Versprochen.» - «Dann erhol dich gut. Und lass dich mal wieder bei deiner alten Mutter blicken.» - «Das werde ich. Hab ja jetzt eine Menge Zeit.» Samu schloss die Augen und nickte kurz weg.
Ein paar Stunden später, nach dem sich Samu noch das abendliche Fernsehprogramm reingezogen hatte, legte er sich endlich ins Bett. Jedoch ohne Erfolg endlich den erholsamen und so sehr herbei gesehnten Schlaf zu bekommen. Unruhig wälzte Samu sich im Bett herum. Geplagt von wilden, wirren Träumen. Stöhnend kämpfte sich Samu unter der Decke hervor, in der er sich verwickelt hatte. Vielleicht würde ja die finnische Luft helfen. Tief atmete Samu durch, als er auf dem Balkon stand und die Sterne betrachtete. Wie sehr hatte er diesen Ort, sein Zuhause, vermisst. Die Natur und die Stille, strahlten eine Ruhe aus, die Samu in Berlin nirgends fand. Und doch, brachte sie ihm nicht die vollkommene Entspannung, die Samu brauchte, um diese innere Unruhe los zu werden. Es fühlte sich an, als ob der Stress der letzten Monate, sich tief in Samu hinein gefressen hatte. Es würde wohl noch einige Zeit dauern, bis er wieder voll und ganz sich selber war. Samu wusste ganz genau, dass er dazu nicht nur sein Zuhause brauchte. Denn dies, war nicht komplett, so lange der braune Lockenkopf nicht da war. In dem Moment, klingelte Samus Handy. «Ich hoffe, du kannst schlafen. Du hast gestern müde ausgesehen.» Ein leichtes Lächeln, legte sich auf Samus Gesicht. Riku hatte sich das Finale von The Voice angesehen. Das war doch schon mal ein kein allzu schlechtes Zeichen. «Im Moment funktioniert es mehr schlecht als recht. Du hast es dir angesehen?» Samu sah Riku vor sich, wie er verlegen nickte. Wie gerne würde er ihn jetzt in den Arm nehmen. «Ich habe mir jede einzelne Folge angesehen. Du hast dich gut geschlagen. Tut mir leid, dass es nicht zum Sieg gereicht hat.» - «Das bedeutet mir unglaublich viel! Danke! Na ja...es ist nur eine Show. Davon spricht man nächstes Jahr nicht mehr. Es gibt Wichtigeres.» Es tat so unglaublich gut, mit Riku zu schreiben. Alleine seine Worte zu lesen, war Balsam für Samus Inneres, das in ständiger Bewegung zu sein schien. «Ich weiss...Schlaf jetzt, Grosser.» Samu entwich ein Seufzen. Tränen folgten. «Leg dich jetzt wirklich hin.» Kam noch eine Nachricht von Riku. Er kannte ihn wirklich einfach inn und auswendig. «Und falls du die nächsten Nächte immer noch nicht den erwünschten Schlaf bekommst. Im Badezimmer hat es Schlaftabletten. Die wolltest du ja nicht mit nehmen.» - «Danke, Sch...» schickte Samu die Nachricht zu schnell ab. «Schlaf schön!» Kuschelte sich Samu unter die Decke und schlief tatsächlich, mit Rikus Stimme und Worte im Ohr, ein. Kein wirklich langer und auch nicht erholsamer Schlaf. Aber immerhin mal mehr als zwei Stunden an einem Stück.
So oder ähnlich, ging es die nächsten Tage. Samu fand weder in der Nacht noch den Tag hindurch die nötige Ruhe. Er war wie ein Getriebener, jedoch ohne Ziel. Nur einmal, einfach da sitzen und nichts tun, konnte Samu nicht. Sein innerer Drang trieb ihn immer wieder raus. Hauptsache sein Körper bekam Bewegung. Obschon Samu längst nicht mehr konnte. Seine Energie war am Ende. Es machte ihn wahnsinnig und gereizt. Was auch seine Mutter zu spüren bekam. Weshalb das Treffen ziemlich kurz ausfiel. Das Thema Riku, liess den Nachmittag beinahe eskalieren. Worauf Eve ihren Sohn wieder nachhause schickte. „Komm wieder, wenn du wieder dich selber bist." Mit diesen Worten entliess sie Samu. Frustriert, müde und mit den Nerven am Ende, liess sich Samu mit einer Flasche Wein auf das Sofa sinken. Vielleicht brachte ja Alkohol die gewünschte Wirkung und Ruhe. «Wo sind die Schlafmittel?», schrieb er Riku, nach dem er sich schon zwei Gläser genehmigt hatte. Es ging nicht lange, bis dieser ihm schrieb. «In der obersten Schublade im Badezimmer.» Samu ging hoch. Er hatte sich lange dagegen gesträubt. Doch jetzt würde er es versuchen. «Aber nicht mehr als eine. Sie sind recht stark.» - «Ja, ja. Schon klar.» Das Klingeln seines Handys, liess Samu zusammen zucken. „Samu, ich meine es ernst. Eine reicht, dass du eine ganze Nacht lang durch schlafen kannst." Wartete Riku nicht mal darauf, bis Samu sich meldet. „Das hast du schon geschrieben, Mama." Riku krauste die Stirn. Samus Stimme, gefiel ihm gar nicht. „Geht es dir nicht gut?" - „Nein, geht es nicht. Aber was interessiert dich das?" Riku schnaubte. „Und in deinem Zustand, darfst du sie nicht nehmen." Hängte Riku, ohne weitere Worte, auf. Er hörte ganz genau, dass Samu getrunken hatte. „VERDAMMTE SCHEISSE!" Schmiss Samu sein Handy gegen die nächste Wand. Dieses bisschen Alkohol, würde sicher nichts machen. So stark konnten die doch gar nicht sein. Samu hatte keine Ahnung, weshalb sie sowas überhaupt hatten. Egal. Hauptsache es half. Es verging noch eine weitere halbe Stunde und ein Glas Wein mehr, in der Samu die Schachtel in seinen Fingern hin und her drehte. Er könnte ja eigentlich auch...dann wäre er all diese verdammten Probleme los. 'Bist du wahnsinnig', herrschte er sich selber an. Das ist was für Feiglinge. Und er war kein Feigling. Samu würde sich dem allen stellen. Wenn er ausgeschlafen war und sich endlich wieder wie sich selber fühlte. Falls er dies überhaupt jemals wieder tat, ohne Riku. Samu seufzte und drückte sich, gedankenverloren, eine dieser Tabletten raus. Darauf eine Zweite...und eine Dritte...
Zur selben Zeit, war Riku schon eine Weie auf dem Weg nach Hause. Es war ein innerlicher Kampf, der zwei Tage lang dauerte. Jetzt, nach dem er kurz mit Samu geredet hatte, war er froh. Ein ungutes Gefühl, was diese verdammten Tabletten anging, beschlich Riku. Erklären, konnte er es nicht. Es lag mit Samus Stimmung zusammen. Er hörte sich niedergeschlagen, deprimiert und völlig übermüdet an. Und in solchen Situationen, machten Menschen die dümmsten Sachen, die sie sonst nicht machen würden. Automatisch trat Riku etwas fester aufs Gas. Es war eine halbe Stunde her, seit er einfach aufgelegt hatte. Panik breitete sich in Riku aus und seine Hände, verkrampfte sich um das Lenkrad. Wenn er jetzt zu spät kam. Riku würde es sich sein Leben lang nicht verzeihen. Samu war nicht der Typ dazu. Doch in seiner momentanen Verfassung, zu allem im Stande. Endlich sah Riku die erlösende Abzweigung. Noch etwas fester, drückte sein Fuss das Gaspedal hinunter. Mit einer Vollbremsung, brachte Riku das Auto, mitten auf dem Kiesplatz, vor ihrem Haus, zum stehen. „Samu!" Stürzte er panisch ins Haus. „Samu?" Eilte er die Treppe hoch. Nichts. „Samu! Wo bist du?" Beinahe hätte er die Treppe Kopf voran hinter sich gelassen.
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Leave the past behinde
Fiksi PenggemarEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
