Kapitel 127

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Völlig geschafft, liessen sie die Einkäufe einfach mal im Eingang stehen und liessen sich auf das Sofa fallen. „Ist das anstrengend.“ Legte Samu seine Füsse auf den kleinen Tisch davor. „Wie können Frauen das nur so genussvoll finden?“ Folgte Riku seinem Beispiel. „Ich habe keine Ahnung.“ Legte Samu seinen Kopf auf Rikus Schulter ab. „Möchtest du eine heisse Schokolade?“ – „Erst noch den Baum schmücken. Danach nehme ich gerne eine Schokolade.“ Stand Riku schon wieder. Samu seufzte. „Wenn du mir den Baum aufstellst, schmücke ich ihn alleine. So kannst du noch etwas sitzen bleiben.“ Schlang Riku seine Arme, von hinten um Samu. „Für dich tue ich das doch gerne.“ Samu stahl sich noch einen Kuss, bevor er aufstand. „Hier würde er sich gut machen.“ Kam aus einem Mund, als Samu mit dem Baum ins Wohnzimmer kam. Grinsend sahen sie sich an. Samu setzte sich mit seiner Gitarre auf das Sofa und spielte sein Repertoire an Weihnachtsliedern, die er kannte, während Riku den Baum schmückte. Sie entschieden sich, schnell und einstimmig, für schwarze und rote Kugeln. Etwas Glas und Riku wollte noch Silberne und Goldene. Obschon er noch nicht wirklich wusste, ob sie passen würden. Das würde er ja dann sehen. Als Lichter, wollte Riku eigentlich richtige Kerzen. Nach einer kurzen Diskussion, stimmte er Samus Idee oder Vorschlag zu, besser eine Lichterkette zu nehmen. Bei ihrem Geschick, sich im und am anderen zu verlieren, war es die sicherere Variante, war Samus Argument. Das überzeugte Riku schlussendlich. Riku summte mit Samu mit. Es war ein schöner Moment. Sie taten etwas gemeinsam, ohne aufeinander zu hocken. Wärme durchflutete den ganzen Raum. Das war Weihnachten für Riku. Sie waren eine Familie. Sie beide. Hier in ihrem Zuhause. „Das hast du toll gemacht!“ Schlangen sich seine Lieblingsarme um Riku. Samus Wärme durchflutete ihn, als sich seine breite, starke Brust an seinen Rücken schmiegte. Riku lehnte seine Wange gegen die von Samu und schloss die Augen. Dieser hielt ihn noch etwas fester. „So habe ich mir Weihnachten immer mit meiner eigenen Familie vorgestellt.“ Riku drehte sich in Samus Armen um. Versank in Samus liebevollen Blick aus seinen blauen Augen, die so klar waren wie Kristalle. Die schönsten Augen, die Riku je gesehen hatte. Die Finger des Blonden, die sich durch seine Haare gruben, liessen Riku seufzen. „Willst du jetzt eine heisse Schokolade?“, fragte Samu leise. Leicht nickte Riku. Samu nahm daraufhin Rikus Hand in seine und ging mit ihm in die Küche. Mit einem Ruck, hatte er ihn auf die Küchenzeile gesetzt. Riku schüttelte lachend den Kopf. Ein Weihnachtslied vor sich hin pfeifend, kochte Samu die Milch auf und gab Schokoladenpulver in zwei Tassen. Riku sah ihm mit einem verliebten Blick zu. Es war Zuhause. Normalität. Etwas, von dem viele der Leute, die an ihre Konzerte kamen, wahrscheinlich nicht denken, dass auch sie das hatten. Ein Leben neben der Bühne. Riku durfte seines mit dem tollsten Menschen teilen. Er war einfach ein Glückspilz. Starke Hände, die an seinen Oberschenkel entlang strichen, holten Riku aus seinen verliebten Gedanken. Samu hatte sich zwischen seine Beine gestellt und sah zu ihm hoch. „Fertig!“ – „Ich nicht. Ich könnte dir ewig zusehen.“ Samu lehnte seinen Kopf gegen Rikus Brust und schlang die Arme um seinen Körper. Brummend genoss Samu die zarten Finger, die sich von seinem Nacken her, in seine Haare schlichen. Wenn Samu sich, in genau dem Augenblick hätte entscheiden müssen, zwischen Normalität und Bandleben auf Tour, seine Antwort wäre ganz klar auf Riku und die Normalität gefallen. Ohne darüber nachdenken zu müssen. So zufrieden, hatte sich Samu schon lange nicht mehr gefühlt, ohne Musik zu machen. Für einen Moment, genossen sie so ihre Zweisamkeit. Ohne Worte. Und doch wussten beide, an was der andere dachte und was er fühlte. „Ich wärm die Milch noch einmal auf.“ Sah Samu lächelnd zu Riku hoch. „Ich gehe schon mal ins Wohnzimmer.“ Rutschte Riku von der Küchenzeile hinunter. „Bin gleich bei dir.“ Legte Samu ihm eine Hand an die Wange und hauchte Riku einen Kuss auf die Lippen. Zwei Tassen, die in seinem Blickfeld auftauchten, liessen Riku seinen Blick vom Kamin anwenden. Er nahm sie Samu ab, damit dieser sich hinter ihn setzen konnte. Mit einem Kuss auf Rikus Schläfe, schlang Samu den freien Arm um Rikus Körper. „Was machen wir morgen?“ Durchbrach Samu die Stille. „Am liebsten nichts.“ Samu musste schmunzeln. „Geschenke einpacken und den Kühlschrank auffüllen. Das ist die Realität.“ Seufzte Riku. „Das dauert ja nicht den ganzen Tag. Und danach, sind drei Tage nichts. Zumindest zwei.“ – „Ich freue mich auf Weihnachten bei deiner Mama!“ – „Sie wird uns alle verwöhnen, wo sie nur kann. Und helfen dürfen wir ihr nie etwas.“ – „So sind Mamas nun mal. Du hast sehr viel von deiner Mama.“ Samu sagte nichts darauf. Riku wusste, dass Samu dies nicht so sah, weshalb er auch nichts mehr sagte. Sanft strich er mit seinen Fingerspitzen über Samus Arme. Legte seinen Kopf auf dessen Schulter ab. Samus Hand kraulte durch seine Locken. Zufrieden brummend, schloss er die Augen. Sein Gesicht gegen Samus Halsbeuge gedreht um den unverkennbaren Duft seines Liebsten in sich einsaugen zu können. Samu sah denn Flammen im Kamin zu, wie sie sich durch das Holz frassen. Genau so, wie sich die Liebe für den Mann in seinem Arm, durch seinen Körper schlich. Tag für Tag, jeden Winkel davon einnahm. Samu hätte nicht gedacht, dass seine Liebe für Riku, noch stärker werden könnte, als sie es von allem Anfang an war. Doch da wurde er eines Besseren belehrt. Er spürte es mit jedem Tag. „Lass uns noch etwas an die frische Luft gehen.“ Stille. „Schatz?“ Regelmässiges Atmen, kam von Riku. Er war tatsächlich eingeschlafen. Samu musste schmunzeln. Sein süsser Schatz schlief friedlich. Vorsichtig legte Samu ihn auf die weiche Kissenlandschaft. Als er sich neben ihn legen wollte, klingelte sein Telefon. Mit einem leichten Kuss, erhob sich Samu. „Na das ist ja eine Überraschung!“ Meldete sich Samu. „Wie geht es dir, Vivi?“ Samu zog sich seine Jacke über und stellte sich auf die Terrasse. Er wollte Riku nicht wecken. „Schön von dir zu hören! Das klingt aufregend.“ Es hatte zu schneien begonnen. „Uns geht es super!“ Bei Vivis Frage nach ihrem Befinden, glitt Samus Blick automatisch nach drinnen. Wie gerne, würde er sich jetzt hinter sein Löckchen kuscheln. Aber deswegen das Telefonat beenden? Vivi nahm ihm kurz darauf seine Entscheidung ab. Sie musste, nach ein paar Wortwechseln, schon wieder los. Fröstelnd ging Samu zurück ins Wohnzimmer. Er warf noch ein bisschen Holz ins Feuer. Dann schlüpfte er zu Riku unter die Decke, mit der er ihn zu gedeckt hatte. „Ich liebe dich.“ Flüsterte Samu. Riku seufzte bloss vor sich hin und drehte sich zu Samu um. Kuschelte sich an dessen Brust und liess seine Hand unter Samus Shirt verschwinden. Über Samus Gesicht huschte ein Lächeln. Auch im Schlaf, war sein Süsser unverbesserlich und konnte es nicht lassen. Samu drückte ihm einen Kuss auf die Locken.
Etwas Sanftes, holte Samu aus seinem kurzen Schlaf heraus, in den er wohl verfallen war. Blinzelnd öffnete Samu die Augen und sah in die strahlenden von seinem Schatz. „Na Schlafmütze?“ Lächelte dieser ihn so zuckersüss an, dass Samu hätte weinen können vor lauter Glück. Dafür umschloss er Rikus Lippen mit seinen. Nur ganz leicht und zart. Riku rutschte näher an Samu heran, bis er halb auf ihm lag. Es war kein leidenschaftlicher Kuss. Nicht einmal annähernd. Ein Kuss voller Liebe. Es waren viel mehr viele kleine süsse Küsse, die auf den Lippen des anderen landeten. Ein leichtes Knabbern und Streichen. Riku löste sich von Samu und strich mit seiner Nase an Samus Wange entlang bis zu dessen Schläfe. Hauchte dort einen Kuss hin und schmiegte sein Gesicht an das von Samu. Er liebte diese Momente, in denen sie in ihrer Liebe versanken. Ohne Leidenschaft. Samus Hand strich immer wieder sanft und liebevoll über Rikus Wange, in seine Haare. „Ich wollte eigentlich...Mmm...noch etwas mit dir an die...frische Luft...Mmm...aber dann bist du...weg geschlafen.“ Nuschelte Samu an Rikus Lippen, die immer wieder kleine Küsse auf seine hauchten. „Ich hab geschlafen?“ Löste sich Riku von Samu. Dieser nickte nur. Riku hob den Kopf und sah nach draussen. Es schneit. „Ich weiss.“ – „Ich habe eine Idee.“ Wollte Riku aufstehen. „Würdest du mir von deiner Idee, die sich gerade in deinem süssen Kopf zusammen braut, erzählen?“ – „Kuscheln mit meinem Schatz auf der Terrasse. Frische Luft und dem Schnee bei seinem Tanz zu sehen.“ – „Wie kann man nur so süss romantisch sein?“ Küsste Samu seinen Freund. „Und was denkst du?“ – „Klingt toll! Ich mach uns noch eine Schokolade, während du draussen schon mal alles bereit machst.“ Freudig hüpfte Riku auf. Samu sah ihm lachend hinterher. „Bist du fertig?“ Spürte Samu eine warme Decke und die Arme seines Liebsten um sich. „Gerade eben.“ – „Dann komm mit. Bevor es ganz dunkel wird.“ Samu hatte keine Ahnung, woher Riku all die Decken her hatte, in die er sie beide gerade wickelte. „Komm her.“ Legte Samu den Arm um Riku. „Damit du mir nicht erfrierst.“ Riku zog Samu noch seine Mütze über, bevor er sich zu ihm setzte. „Das sagt mein Jääpuikko?“ Riku sah ihn schelmisch an. „Ich brauch doch meine eigene Heizung.“ Kuschelte sich Riku, um seine Worte zu unterstützen, noch fester an Samu. „Findest du auch, dass Schnee etwas Beruhigendes hat? Er fällt lautlos vom Himmel und legt sich über die laute, hektische Welt, wie ein Teppich aus Watte, der alle lauten Geräusche dämpft und eine wundervolle Stille um die Welt schickt.“ – „Das ist schön! Noch nie, hat das jemand so schön beschrieben. Aber du hast Recht. Es wirkt so friedlich alles.“ Riku nickte. Genau diese Stille war es, die Riku brauchte. Seine grösste Angst - Nein, Angst war der falsche Name - Er fürchtete sich einfach davor, dass es irgendwann vorüber war mit der Stille. Mit genau diesen Momenten. Dass irgendwann nur noch Hektik herrschte und die gemeinsame Zeit alleine, nur noch spärlich war.
Und auch dann, mit Arbeit voll gestopft. „Versprichst du mir was, Samu?“ – „Alles, Rik!“ Samu veränderte etwas seine Position, dass er Riku ansehen konnte. „Versprich mir, dass wir solche Momente nicht vergessen zu leben. Auch wenn es irgendwann einmal einfach nur noch hektisch um uns und unser Leben voller Arbeit gefüllt sein sollte. Versprich mir, dass wir uns immer wieder in unsere Liebe zurück ziehen und diese niemals vergessen werden.“ – „Was machst du dir denn schon wieder für Gedanken, Schatz?“ – „Samu!“ Sah ihn Riku ernst an. Der Blick, von dem Samu wusste, dass Riku etwas besonders wichtig war. „Ich werde doch unsere Liebe nicht vergessen, Rik. Niemals! Und diese Momente, werden wir immer haben.“ Samu zog Riku noch näher an sich heran. „Ich verspreche es dir, Schatz!“ Nur noch ein Lufthauch, trennte ihre beider Lippen von einander. „Ich schwöre es dir!“ Nuschelte Samu, bevor er Riku voller Liebe und Zuneigung küsste. „Mmm...Ich nehme dich beim Wort.“ – „Das kannst du.“ Unterbrach Samu kurz den Kuss. Riku legte seine Hand in Samus Nacken und zog ihn wieder zu sich heran. „Nicht aufhören.“ Samu grinste an Rikus Lippen. Aufhören käme ihm nicht einmal im Traum in den Sinn. Es gab so schön warm. Rikus Lippen waren so schön weich. Und...für mehr, reichten Samus Gedankengänge nicht mehr aus. Warum hatten Rikus Hände an seiner Haut, bloss immer diese Wirkung? Diese verdammten Gitarristenfinger, raubten Samu jedes Mal den Verstand, wenn sie so frech, wie gerade eben, unter seinem Shirt herum krabbelten. „Rik...Ich liebe...deine verdammten Finger.“ Ein Grinsen an seinen Lippen, war alles, was er von seinem Freund als Antwort bekam. Und seine Finger, die gerade seine ausgeprägte V Linie entlang strichen. Bis zu seiner Brust. Alle seine Muskeln, zogen sich zusammen. Wer brauchte schon Decken, wenn er die Liebe hatte? Wenn er Riku hatte. Sein persönlicher Jääpuikko, der ihm eine solche Hitze bescheren konnte.

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