In der Zwischenzeit, spazierten Samu und Riku gemütlich Richtung Helsinki. Die Kleine, hatte schon nach ein paar Metern, den Kampf gegen die Müdigkeit verloren. Samu musterte Riku, der den Kinderwagen vor sich her schob. „Steht dir, mein Schatz.“ Grinste er und gab Riku einen Kuss auf die Wange. „Samu, nicht hier.“ – „Was denn? Ist doch keiner da.“ Bekam Riku gleich noch einen Kuss. Dieser schüttelte lachend den Kopf. „Weisst du wie gerne ich jetzt einfach meinen Arm um dich legen würde.“ Samu stoppte Riku, legte seine Arme um dessen Taille und zog ihn an sich heran. „Du siehst so unglaublich sexy aus, mit diesem Teil.“ Umschloss er, nach einem kurzen Blick um sich, Rikus Lippen, mit seinen. Kurz genoss Riku dieses Gefühl, einfach zu tun, was einem die Gefühle sagten. Doch dann drückte er Samu von sich weg. Fest sah er ihn an. „Ich weiss.“ Seufzte Samu und liess seine Stirn gegen die von seinem Schatz sinken. „Schön, dass es dir auch mal so geht.“ Schmunzelte Riku und strich durch Samus Haare im Nacken. „Das ist nicht lustig.“ – „Ich weiss, Grosser. Lass uns weiter gehen.“ Setzte sich Riku wieder in Bewegung. Samu sah ihm kurz, seufzend nach, bevor er mit zwei grossen Schritten, bei ihm war. Nur kurz, liess er seine Nase und Finger durch Rikus Locken streichen, was diesem ein wohliges Seufzen entlockte. „Ich liebe dich, mein Löckchen!“ Flüsterte Samu in Rikus Haare. „Ich liebe dich auch!“ Sah Riku zu Samu hoch und strahlte ihn an. Mikko hätte ihnen beiden den Kopf abgerissen, hätte er sie gesehen. Ein Grinsen, legte sich auf beide Gesichter. „Denkst du das Selbe wie ich?“ Wollte Samu wissen. „Wir können froh sein, dass Mikko nicht hier ist.“ Lachte Riku auf. „Ist befreiend.“ Riku nickte. „Gleich sind wir in der Stadt.“ – „Ich benehme mich, keine Angst. Schliesslich bin ich nicht lebensmüde. Und auf dieses Chaos, habe ich echt keine Lust.“ Riku drückte kurz Samus Hand, bevor dieser etwas Abstand zwischen sie brachte. Sie sprachen über Belangloses, bis sie auf dem Marktplatz standen. Fragend sah Riku Samu an, der überlegte, wohin sie jetzt sollten. „Einmal der Küste entlang?“ – „Klingt nach einer guten Idee.“ Das Wetter war sonnig, aber kalt, weshalb sich Riku auf dem Weg auch noch die Mütze angezogen hatte. Von Frühling, war noch nichts zu spüren. Der Schnee knirschte unter ihren Füssen und den Rändern des Kinderwagens. Die Luft war klar. Man sah weit über das Wasser. „Immer wenn ich hier durch gehe, weiss ich, warum ich am liebsten wieder hier hin zurück komme, nach einer Tour.“ Sah Samu nachdenklich über das Wasser. „Weil es der schönste Ort auf der Welt ist. Unsere Heimat. Grossstadt und gleichzeitig so viel Natur, wie man braucht, um sich erholen zu können. Am wichtigsten davon, ist das Meer.“ Da gab es nichts mehr dazu zu sagen. Samu umfasste Rikus Hand. Sie waren sich in der Seele so nah, wie ihm noch nie ein Mensch war. Samu spürte es vom ersten Augenblick an. Er ging so nah neben Riku, dass man kaum sah, dass sie sich an den Händen hielten. Mit ihren Mützen und so dick eingepackt, würde man sie ohnehin kaum erkennen. Ausserdem, waren sie in Helsinki noch sicher. Wenn man dem so sagen konnte. Deutsche Touristen, die sie erkennen könnten, waren ziemlich rar. Im Winter so oder so. Weshalb auch Riku gerade keine Anstalten machte, seine Hand aus der von Samu zu lösen. „Das fühlt sich gut an“, sagte Riku leise und lächelte Samu an. Leicht biss er sich dabei auf die Lippen. „Deshalb mache ich es ja. Weil du so unglaublich süss aussiehst, wenn du mich so an siehst, wie gerade jetzt.“ Bevor Samu auch nur auf die Idee kam, Riku zu küssen, meldete sich Emmi zu Wort. „Da scheint wohl jemand Hunger zu haben.“ Bewegte Riku den Wagen leicht hin und her und strich über die warme Wange von der Kleinen. Mit strahlenden Augen, sah sie zu ihm hoch. „Du bist wirklich ein Naturtalent.“ Stand Samu dicht hinter Riku und küsste das bisschen Haut, zwischen Mütze und Schal. „Samu.“ Fest kniff Riku die Augen zusammen. Gerade lebten sie seinen kleinen Traum. Nicht ein Baby zu haben. Sondern sich frei bewegen zu können. „Lass uns zurück gehen, um im Café Ursula etwas warmes zu Trinken. Dann können wir Emmi die Flasche geben.“ Schlug Samu vor und entschärfte diese aufgeheizte Stimmung. Riku schluckte schwer und nickte.
Sie setzten sich in eine ruhige Ecke. Samu durchsuchte die Tasche. „Schoppenflasche, so ein Ding mit Pulver und eine Termosflasche mit Wasser.“ Riku grinste kurz zu Samu rüber, der alles Nötige auf den Tisch stellte, während er selber, die kleine Quängeltante aus dem Wagen hob. „Onkel Samu hat es gleich.“ Verzog er kurz darauf das Gesicht. „Was ist los?“ Samu sah Riku fragend an. „Da braucht wohl jemand zuerst eine neue Windel.“ Samu zog die Augenbraue in die Stirn. „Ich mach das schon.“ Zögerte Riku jedoch darauf. „Denkst du...ich kann einfach...ich meine...“ Samu zuckte mit den Schuktern. „Frag doch einfach mal. Wenn du willst, mach ich...“ – „Nein. Ich bekomme das schon hin.“ Verliess Riku mit Emmi und der Tasche, ihren Tisch. Grinsend sah Samu ihm hinterher.
Ein ziemlich stolzer Gitarrist, kam breit grinsend, nach zehn Minuten zurück. „Na, alles gut? – „Alles bestens. Wir hatten etwas Hilfe.“ Gab Riku ehrlich zu. „Doch jetzt hat sie wohl wirklich Hunger.“ – „Bin gleich so weit.“ Schüttete Samu gerade warmes Wasser in die Flasche, wie es auf dem Behälter, in dem das Pulver war, stand. Als Riku sich gerade hinsetzte, schüttelte Samu kräftig die Schoppenflasche. „Das machst du gut. Möchtest du?“ Samu nickte. „Dann werde ich uns mal was holen.“ Übergab Riku die kleine Maus seinem Schatz und konnte gerade noch so widerstehen, ihm einen Kuss zu geben. Samu spürte es. Er legte sich Emmi in den Arm, das Spucktuch über sie. Gierig hatte die Kleine schon den Mund geöffnet und fing heftig am Zapfen zu ziehen. „Nicht so hecktisch, Kleine.“ Zog Samu leicht an der Flasche, um Emmi in ihrem Tempo zu drosseln. Samu spürte, wie einzelne Blicke, vor allem von Frauen, zu ihm rüber huschten. „Du siehst zum anbeissen aus.“ Stellte Riku das Tablett auf den Tisch und streifte dabei Samus Ohr mit seinen Lippen. Sie sassen mit dem Rücken zum Rest des Restaurants. Mit Blick nach draussen. „Du treibst es echt auf die Spitze, Riku.“ – „Tut mir leid. Aber Emmi macht dich so sexy. Noch mehr, als du ohnehin schon bist.“ Riku sah Samu vielsagende an. „Sie ist wirklich ein Engel...Noch...“ Grinste Samu. „Emmi hat den selben Zug an der Flasche wie Mikko.“ Stellte Samu die Flasche auf den Tisch, legte sich das Tuch über die Schulter und hob Emmi hoch. Riku verschluckte sich beinahe an seinem Kaffee, vor Lachen. „Idiot!“ Hustete Riku. Betrachtete danach Samu, wie er Emmi dazu brachte, ein Bäuerchen zu machen. „Von wegen ich bin ein Naturtalent. Und was ist mit dir? Der beste Onkel überhaupt.“ Samu schenkte Riku ein liebevolles Lächeln. Mehr ging, in diesem Moment nicht. Die Luft knisterte und war gefüllt von Liebe. Und hätte jemand die beiden lange und intensiv betrachtet, hätte er mehr gesehen, als alle anderen, die nur einen flüchtigen ‘Ist das süss’ Blick, zu ihnen warfen. Riku angelte sein Handy aus seiner Jeans. „Mikko will wissen, wie es läuft.“ – „Mach ein Bild und schicke es ihm.“ Jetzt durfte er endlich. Es zuckte Riku schon lange in den Fingern.
„Gott, bist du süss!“ – „Komm, wir machen noch eines zusammen.“ Gesagt, getan. „Soll ich die ihm wirklich schicken?“ – „Aber sicher doch. Er wollte wissen wie es läuft. Auch wenn es wahrscheinlich eher Liisa war.“ Zwinkerte Samu Riku zu. „Nehmen wir noch etwas?“ Samu warf kurz einen Blick zu seiner linken Schulter, an der Emmi friedlich eingeschlafen war. Trinken konnte ja so müde machen. „Wenn du mir noch etwas holst?“ Riku nickte. Er würde gerade alles tun, nur um diesen wundervollen Anblick nicht zu zerstören.
„Du bist der Beste!“ – „Ich weiss doch, wie sehr du diese Dinger liebst.“ Stellte Riku noch einen Kaffee und Korvapuusti vor Samu hin. „Nicht so sehr wie dich.“ Biss Samu in die leckerste Süssigkeit Finnlands. Sie genossen noch etwas diese Zweisamkeit in der Öffentlichkeit, bevor sie Emmi, die aufgewacht war, wieder in den Kinderwagen packten, um sich auf den Weg zu machen. Es wurde ja auch bald mal dunkel. „Man sollte bei dieser Kälte nicht wieder nach draussen müssen.“ Fröstelte es Riku, als sie schon ein paar Schritte gegangen waren. „Jääpuikko.“ Legte Samu seine Arme um Riku und zog ihn an sich. „Ich mach dir Zuhause eine warme Schokolade.“ Riku seufzte und schmiegte sich fester an Samu. Dessen Duft, stieg ihm in die Nase. Und eben in dem Moment, hasste er es mal wieder, dass sie nicht einfach zwei ganz normale Typen waren. „Ich möchte nach Hause, Samu.“ Flehte Riku leise und vergrub sein Gesicht in Samus Jacke. Er wollte endlich mit diesem, seinem wundervollen Mann, alleine sein. „Zur Schokolade, gibt es eine extra Portion Kuscheln.“ Strich Samu durch die Locken in Rikus Nacken und schmiegte seine Wange an die Stirn seines Freundes. Dieser Augenblick, sollte niemals enden. Auch wenn er riskant war. Er war jedoch zu schön, um ihn nicht aus zu kosten. „Ich kann es kaum erwarten.“ Nuschelte Riku. Er wollte hier nicht weg. Nicht weg von Samus Brust. „Ich weiss. Es macht mich fast wahnsinnig, in deinen Augen zu sehen und zu spüren, wie sehr du dich danach sehnst.“ Riku hob seinen Kopf. „Ich liebe dich!“ Ihre Gefühle, hatte sie heute Nachmittag, voll und ganz im Griff. Es war mal was anderes. Denn sonst, hatten sie ihre Gefühle im Griff. Rikus Blick, fesselte Samu und er konnte einfach nicht mehr widerstehen. „Tut mir leid, ich muss jetzt einfach.“ Legte er seine Hand in Rikus Nacken und zog ihn zu sich. „Und wenn uns jemand sieht, ist es mir scheiss egal. Sollen sie doch alle sehen, dass ich dich liebe.“ Samu musste Riku jetzt einfach küssen. Dessen Griff um den Kinderwagen, wurde fester, als er Samus kühle Lippen auf seinen kalten spürte. Sein Herz quoll über vor Glück, über Samus Worte. Wenn er auch wusste, dass sie nur für diesen Moment galten. Doch das war mehr, als jemals zuvor. Dazu dieser liebevolle Kuss. „Besser?“ Hielt Samu Riku immer noch fest an sich gedrückt und küsste sich über dessen Wange. Von weitem betrachtet, zwei Liebende beim Turteln. Riku schüttelte den Kopf. Es machte es nicht besser. Im Gegenteil. „Bald sind wir Zuhause.“ Drückte Samu seinem Schatz einen Kuss auf die Stirn. Was hatte er nur für ein Glück mit diesem liebevollen und zuckersüssen Mann an seiner Seite, dachte Riku. Dabei entwich ihm ein zufriedenes Seufzen und ein seliges Lächeln, huschte über seine Lippen. „Wir müssen aber zuerst Emmi abgeben. Und unser Auto...“ – „Vergiss das Auto.“ Samu lachte kurz auf. „Wie willst du dann nach Hause kommen?“ Riku schnaubte. „Also zurück zum Studio gehen und dann zu Mikko?“ – „Bleibt uns wohl nichts anderes übrig.“ In dem Augenblick, surrte Samus Handy. „Mikko. Wir sollen nicht zum Studio. Er wird uns dann hin fahren.“ Riku seufzte erleichtert. „Dann lass uns mal, die süsse Maus, wieder zu ihren Eltern bringen.“ Zu Mikko, war es deutlich weniger weit, als zum Studio. Zu Fuss, gut zu erreichen.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
