Bäm! Riku war es, als würde ihm jemand eine Ohrfeige verpassen und es entgleisten ihm jegliche Gesichtszüge, die einem nur entgleisen konnte. War er völlig übergeschnappt. „Du hast was?“, sah er Samu, der sich kein bisschen bewegt hatte, fassungslos an.
„Muss ich es wirklich noch einmal sagen?“, sagte Samu kleinlaut. Dabei raufte er sich die Haare und hätte sich am liebsten die Zunge abgebissen. Warum konnte er nicht standhalten gegen seinen inneren Drang. Er löste sich aus seiner Starre und suchte den Abstand zu Riku. Er stellte sich vor die grosse Fensterfront, gegen den Garten und sah in die rabenschwarze Nacht. Sie passte gerade sehr gut zu dem, was sich hier zusammen braute.
„Nein, musst du nicht, weil es absoluter Schwachsinn ist.“
„Ist es nicht.“, drehte sich Samu ruckartig zu Riku um. Seine Worte, trafen ihn hart.
„Doch!", wurde Riku allmählich laut. „Weil das nicht geht. Wir sind Freunde. Verdammte Scheisse, Samu!“ Riku konnte immer noch nicht fassen, was Samu ihm da gerade offenbart hat. Was ist mit ihm in Amerika passiert?
„Denkst du, ich habe mir das ausgesucht?“, mit dieser Reaktion, hatte Samu nicht gerechnet. Oder doch? Tränen brannten in seinen Augen und er musste sich beherrschen, nicht zusammen zu brechen. Es war gerade alles mehr als verschissen und Samu konnte förmlich hören, wie die Freundschaft zwischen ihm und Riku zerbrach. In tausend kleine Einzelteile. Wie eine Vase, die zu Boden fällt und dort zerspringt.„Wann bist du denn auf diese glorreiche Idee gekommen?“
Jedes Wort, welches Riku förmlich auszuspucken schien, traf Samu wie spitze Nadelstiche. „Ich wollte das wirklich nicht. Aber was kann ich schon gross gegen meine Gefühle tun?“
„Gefühle.“, lachte Riku sarkastisch auf. Dabei ging er die ganze Zeit im Wohnzimmer auf und ab.„Weisst du noch, dass du mir gesagt hast, dass man einiges klarer sieht, wenn man nicht ständig auf einander sitzt?“, fragte Samu.
„Das war auf dich und Vivi bezogen. Doch nicht auf dich und mich. Warum hast du es nicht einfach mit Vivi versucht? Du liebst sie doch?“
„Vivi ist einfach eine gute Freundin. Nicht mehr und nicht weniger. War sie schon immer. Und das mit der Liebe, habe ich nie gesagt. Das war eure Interpretation in das Ganze. Das Wort Liebe, habe ich, in Zusammenhang mit Vivi, nie benutzt. Das weisst du ganz genau. Da ich mit dir oft genug darüber gesprochen habe. Deshalb weisst du auch, dass ich es versucht habe. Ehrlich. In Amerika wollte ich es erneut. Doch...“
„Doch was?“ Riku wandte sich endlich wieder Samu zu. Die Verzweiflung, die Riku in Samus Stimme hören konnte, sah er nun auch in dessen Gesicht. Es gab ihm einen Stich. Doch konnte er sich nicht überwinden, einen Schritt auf seinen besten Freund zu zu machen. Er stand mehr als neben sich.
„Sie wollte nicht.“
„Und da hast du dich einfach mal schnell entschlossen, dich in deinen besten Freund zu verlieben. Oder was?“ Riku konnte nicht glauben, was er da hörte.
„Bist du bescheuert? Natürlich nicht! Ich war etwa genauso geschockt wie du, als es mir bewusst wurde, nachdem Vivi mir einen Stoss in die richtige Richtung gegeben hat.“
„SIE HAT WAS?“ Rikus Kopf schwirrte.
„Na ja, sie hat mir gesagt, dass mein Herz schon lange vergeben war, bevor ich sie überhaupt kennengelernt hätte.“
War Samu wirklich von allem selber überzeugt, was er da erzählte. Das konnte Riku nicht glauben.
„Dann hatte ich...einen Traum...ich...also du und...“
„Das will ich nicht hören, Samu!“ Riku sah Samu geschockt an.
„Danach fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Und alles machte auf einmal Sinn.“
„Und was genau, machte Sinn?“
„Wir beide. Das, was zwischen uns...“, bevor Samu weiter sprechen konnte, unterbrach ihn Riku.
„Zwischen uns ist nichts, Samu. Ausser Freundschaft. Hörst du? NICHTS!“
Stille. Eine Stille, wie es sie zwischen ihnen beiden noch nie gegeben hatte, lag in dem Raum und nahm jegliche Luft zum Atmen und hatte ein erdrückendes Gefühl. Riku und Samu standen sich einfach gegenüber und sahen sich an. Keiner wusste mehr, was er sagen sollte. Was es überhaupt noch zu sagen gab. Was ebenfalls neu war zwischen ihnen und für sie beide. Scheinbar eine Ewigkeit, bis Samu sich regte und aus seinem Zustand löste.
„Rik, ich...“, wollte er ihm irgendetwas sagen. Was, wusste Samu selber nicht. So ging er auf Riku zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Komm schon Rik...ich...lass uns doch vernünftig darüber reden.“
Riku zuckte zusammen und machte reflexartig einen Schritt zurück. „Lass mich!“ Riku schlug Samus Hand, die er erneut auf seiner Schulter spürte, von dieser weg. „Und da gibt es nichts zu reden, Samu.“
„Warum?“
„WARUM?“ Riku wurde langsam aber sicher ungehalten. „Es gibt zwei ganz einfache Gründe!“, holte Riku scharf nach Luft. Die Achterbahn in seinem Kopf, machte ihn wahnsinnig. „ES IST BESCHEUERT UND GEHT EINFACH NICHT!“, mit diesen Worten, liess Riku Samu stehen und ging. Allein Samus Gegenwart, machte Riku wütend. Nein, er ging nicht nur, wie man eine Wohnung verliess. Riku flüchtete regelrecht aus dieser. Weg von Samu. Weg von seinen Worten. Weg von diesem beklemmenden Gefühl.
Samu lehnte sich an die Wand hinter ihm. Seine Beine schienen ihren Dienst aufzugeben. Mit dem lauten Knall der Wohnungstür, rutschte Samu, der Wand entlang, zu Boden. Heisse, ja beinahe schon brennende Tränen, bahnten sich nun endlich ihren Weg aus Samus Augen, über seine Wangen. Er war weg.
„Rik“, entwich Samu ein fast tonloses Schluchzen, bevor er seinen Kopf auf seine Knie sinken liess und sich dem Orkan aus Tränen, Trauer und Verzweiflung, einfach so hin gab.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
