Kapitel 12

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Frisch gestärkt und noch etwas ausgeruht, waren die Jungs jetzt bereit und heiss auf das Konzert.
Samu tigerte nervös, im Raum hin und her. Jeder, hatte so sein eigenes Ritual, wie er sich auf den Auftritt vorbereitet.
Riku sass mit geschlossenen Augen auf dem Sofa und schien völlig in sich zu ruhen. „Setz dich hin, Samu. Du machst mich noch wahnsinnig.“ Also nur scheinbar am in sich ruhen.„Das würde mich, wahnsinnig machen.“ Samu rieb die ganze Zeit, seine Hände aneinander.
„Komm schon.“ Riku klopfte neben sich auf das Sofa. Ergeben seufzend, setzte sich Samu neben ihn. „Jetzt leg den Kopf nach hinten und schliess die Augen.“ Samu sah Riku skeptisch an.„Mach schon.“ Riku sah zu Samu und musste Schmunzeln. Sehr folgsam sein Freund. „Jetzt atme tief durch und entspann dich.“
„Wie kommt es, dass du heute Morgen noch ein echtes Nervenbündel warst und jetzt scheinbar die Ruhe selbst?“ Samu musste immer reden, wenn er nervös war.
„Was weiss ich. Sei jetzt still und entspann dich. Sonst bin ich bald nicht mehr die Ruhe selbst.“ Riku sah Samu mahnend an. Er spürte, dass sich die Ruhe aus seinem Körper schlich. Samu rutschte noch etwas näher an Riku heran und schloss die Augen. Sein Körper war jedoch immer noch unruhig.
„Samu“, zischte Riku, worauf Samu schnaubte und irgendetwas unverständliches murmelte. Dann legte er seinen Kopf auf Rikus Schulter. Das schien zu helfen. Rikus Ruhe, schien endlich auf Samu über zugehen. Denn kurz darauf, ging auch sein Atem, langsam und gleichmässig.
Grinsende Blicke, gingen von einem zum anderen, durch den Raum. Jukka zückte sein Telefon und machte ein paar Schnappschüsse. Eines, schickte er Mikko, mit den Worten, 'Sei leise, wenn du rein kommst. Unser Traumpaar kuschelt'.
Es ging nicht lange, da tauchte Mikko auch schon auf. Ein breites Grinsen, lag auf seinem Gesicht.„Schlafen die Zwei?“
„Nein, wir gehen in uns.“ Samu öffnete kurz die Augen, in die Runde schaute, zu Riku hoch und dann die Augen wieder schloss. „Ist total entspannend! Solltest du auch mal machen, Mikko.“
„Wenn ich Zeit habe, werde ich dies tun. Danke für den Tipp! Aber ihr solltet langsam in die Bresche kommen.“
Samu hob den Kopf und wuschelte sich durch die Haare. „Rik?“
„Ich bin wach.“ Riku öffnete ebenfalls die Augen. „Hab nicht geschlafen. Wie fühlst du dich?“
„Entspannt!“ Samu streckte sich genüsslich. Das dumme Grinsen seiner Freunde, war ihm natürlich nicht entgangen. „Was?“
„Schaut auf euer Telefon.“ Sami versuchte das Lachen zurück zuhalten, was ihm nur mässig gelang.
„Nett! Oder was sagst du, Riku?“ Samus tiefes Lachen, erfüllte den Raum.
„Sehr Fotogen, würde ich sagen!“ Riku hatte sich zu Samu rüber gelehnt, um in sein Handy zu sehen.
„Hat das Dreamteam fertig gekuschelt?“ Mikko versuchte den Haufen wieder zu ordnen. „Es ist gleich soweit die Bühne zu stürmen, Jungs!“ Mikko sah in die Runde.
„Bereit?“, alle nickten.„Dann los! Macht euch und die Meute glücklich!“, mit diesen Worten, verliessen alle den Raum, in Richtung Bühne.
Hinter der Bühne, standen sie in einen Kreis und hielten sich fest.
„Wir rocken das Ding!“, sagte Samu und sah in die Runde. Nicken, kam ihm, als Bestätigung, entgegen.„Ihr geht zuerst auf die Bühne. Ich werde mit Riku zusammen hoch kommen. Lasst die Bühne erzittern!“
Als Sami, Jukka und Raul auf die Bühne kamen, war der Jubel gross. Er drang bis nach hinten. In Samus ganzen Körper, kribbelte es vor lauter Vorfreude.
„Bereit Samu?“, kam von Samu und Riku, aus einem Mund. Samu schüttelte lachend den Kopf.
„Dann wollen wir die anderen mal nicht länger warten lassen.“ Riku atmete tief durch und liess die Finger, lautlos über seine Gitarre gleiten.
„Das wird toll, Rik!“ Samu war so euphorisch, dass man sich ihr nicht entziehen konnte. „Und jetzt rock die Hütte, Gitarrengott!“, mit diesen Worten, schob Samu seinen Freund vor sich her, auf die Bühne.
Die Menge jubelte ein weiteres Mal. Womit auch dieses Gefühl wieder da war, welches Samu immer fühlte, wenn er auf die Bühne durfte. Wenn er dann das Feeling des Publikums bis auf die Bühne spürte und wie es seinen Körper einnahm und ihm den letzten Kick gab, um voll und ganz im Konzertmodus zu versinken. Das Gefühl, welches er verloren glaubte hatte.
Samu legte die Hände an das Mikrofon und schloss kurz die Augen. Während Riku, dessen Finger schon ungeduldig waren, endlich in die Saiten zu greifen, in Jukkas Intro zu 'Only', mit einstieg. Worauf auch schon Samus Stimme erklang und Sami und Raul einstiegen. Eine einstimmige und harmonischen Einheit emtstand auf der Bühne. Diese Energie, die sich gerade auf der Bühne zusammen tat, schien schon nach den ersten Takten, auf das Publikum über zu springen. Die Stimmung vor der Bühne, obschon alles nicht sehr gross war, war grandios.
Riku hatte sich, spätestens nach dem zweiten Song, in den Livemodus eingelinkt und war jetzt ganz bei sich, seiner Gitarre und der Musik. Eins mit den Jungs, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Ein unglaublich gutes Gefühl. Während Riku sein erstes Solo zum Besten gab und die Menge jubelte, sah Samu mit einem zufriedenen, ja fast schon stolzen Lächeln zu Riku rüber. Dieser hatte die Augen geschlossen und war voll und ganz in der Musik versunken. Einen entspannten Ausdruck, lag auf seinem Gesicht. Riku schien es zu geniessen.
Samus Blick, schweifte über die Menge und traf den von Mikko. Dieser grinste ebenfalls zufrieden und hob zwei Daumen. Samu nickte kaum mekrlich. Er hätte gerade platzen können vor überschäumender Freude und Dankbarkeit. Alles war gut. Nein, mehr als gut. Es war perfekt. Die Musik, seine Jungs, Riku...einfach alles.
Als der Song, mit Rikus Solo endete, ging Samu, getrieben von seinen Gefühlen, auf und ging zu Riku rüber. Ehe sich dieser versah und überhaupt wieder richtig aus seinem Part aufgetaucht war, spürte er auch schon etwas Warmes, Verschwitztes, was ihn festhielt. Samu musste es einfach raus lassen. Deshalb zog er Riku kurz in seine Arme und drückte ihm einen dicken Schmatzer auf die Wange.„Du bist mein ganz persönlicher Glücksgriff, Rik!“, sagte Samu, bevor er Riku wieder los liess. „Ladys and Gentleman, einen riesengrossen Applaus, für meinen besten Freund und unseren neuen Gitarristen, Riku Rajamaa!“, darauf Samu und spornte das Publikum an. Etwas verlegen, lächelte Riku und verbeugte sich. „Ohne ihn, würden wir nicht hier stehen! Ohne sie alle...“ Samu wandte sich an seine Jungs. „...würde ich nicht hier stehen. Ihr seid die Besten! Danke!“ Gejubel. „Deshalb, gibt es jetzt einen neuen Song, exklusiv für euch.“, erzählte Samu weiter. Die anderen, sahen sich fragend an. Das war nicht geplant, aber so typisch für Samu. „Er heisst Welcome to my Life.“ Samu sah fragend und entschuldigend zu Riku rüber, der nickte und schon erklangen die ersten Takte von ihrem ersten gemeinsamen Song. Der, so hofften beide, nicht der Letzte sein würde.
Samu atmete einmal tief durch. „This is not really me...“
In der Halle, war es still. Alle lauschten dieser sanften Melodie, die nur von Rikus Gitarre kam und dann irgendwann, von Jukkas Keyboard unterstützt wurde.„Welcome to my life, you see it is not easy, but I am doing allright. Welcome to my dream, its the only one who need me and stays by my side.“ Rikus Stimme, untermalte die von Samu einfach perfekt, als er im Refrain mit einstieg. Nachdem letzten Refrain, setzten Riku und Jukka, spontan einen gemeinsamen instrumentalen Teil ein. Samu öffnete kurz die Augen, um die Reaktion des Publikums in sich aufzunehmen. Da blieb sein Blick bei den beiden Mädels hängen, die sie vor dem Konzert getroffen hatten. Sie standen direkt vor der Bühne und hielten sich im Arm. Dabei sah er, dass sie weinten. Eine Gänsehaut überzog seinen Körper. Dies war doch genau das, was jeder Künstler erreichen möchte. Das seine Musik, seine Songs, die Menschen berührt. Auf welche Art und Weise auch immer. Fröhlich, so dass sie lächeln oder aber auch, dass die Tränen flossen. Dieser Song, hatte es bei Riku geschafft, ihn zu Tränen zurühren und nun tat er dies, noch bei ein paar Menschen mehr. Es trieb auch Samu Tränen in die Augen und er war froh, um die kurze Verschnaufpause, die ihm Riku und Jukka, mit diesem tollen Teil, frei schaufelten. Samu legte seine Stirn an sein Mikrofon und wischte sich verstohlen übers Gesicht. Bevor er noch ein letztes Mal den Refrain sang.
Der Jubel danach, war riesig. Und die Jungs wussten in dem Augenblick, dass sie alles richtig gemacht hatten. Egal, was jetzt noch kommen möge, es würde gross, wenn nicht sogar riesig werden. Zumindest war die Hoffnung darauf, wieder da. Allen voran bei Samu. Der sprühte förmlich vor Energie und war kaum mehr zuhalten. Eine ware Freude, wenn man wusste, wie er vor einem halben Jahr, noch auf der Bühne stand. Letargisch, oftmals betrunken oder zumindest kurz davor und nicht bei der Sache. Jetzt war er wieder da und agierte auch wieder mit dem Publikum. Dreimal, kamen die Jungs, an diesem Abend noch einmal auf die Bühne. Beim letzten Song, dann jedoch nur noch Samu und Riku.„Der definitiv letzte Song heute Abend, Into the blue, hat seit ein paar Wochen, eine ganz besondere Bedeutung für uns. Zumindest für mich. Mit ihm, haben wir diesen tollen Typen, unseren ganz persönlichen Gittarengott gefunden.“ Samu grinste Riku an. „Der nicht bloss ein begnadeter Musiker ist, sonder auch menschlich, ein Glücksgriff war. Danke, habt ihr uns nicht ganz vergessen und seit heute Abend, so zahlreich erschienen! Ihr werdet sicher ganz bald, wieder von uns hören!“ Samu sah zu Riku, der neben ihm auf einem Hocker sass. Sie spielten das Lied so, wie sie es, von Anfang an, zusammen gespielt hatten. Nur begleitet von ihren beiden Gitarren.
„Here we are deep in the darkness...“ Samus Stimme erfüllte, kurz nach Rikus Gitarrenklängen, den Club. Feuerzeuge, wurden geschwungen und tauchten den Raum noch einmal in eine ganz besondere Atmosphäre. Bei der, so manches Auge wieder feucht wurde. Bei Rikus Solo, legte Samu seinen Kopf auf dessen Schulter und grinste ihn an. Das Sunrise Avenue Dreamteam, war geboren. Und jeder in dem Raum, spürte, dass dieser Abend, erst der Anfang war. Der Anfang von was, konnte keiner sagen. Doch von etwas, was weiter gehen würde. Wohin und wie lange, stand noch in den Sternen. Doch was bleiben würde, war die Musik.

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