Kapitel 84

278 6 0
                                        

Als die Sonne bereits ihre Strahlen über die Erde schickte und alles wärmte, was sich darauf befand, regte sich das erste Murmeltier auf dem Boot. Samu blinzelte ein paar Mal heftig gegen die hellen Sonnenstrahlen. Wandte dann den Blick zur Seite, wo er an einem völlig verwuschelten Lockenkopf hängen blieb. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Blonden. Einige der süssen Locken seines Liebsten, klebten in seinem Gesicht. Dies waren die einzigen Zeugen, ihrer schweisstreibenden Nacht. Und die Tatsache, dass sein Löckchen in seiner schönsten Pracht, unter der Decke lag, die sie wohl, bei der aufkommenden Wärme, von sich gestrampelt hatten. So, dass sie jetzt nur noch das Nötigste bedeckte. Das, was nur für Samu bestimmt war. Dem leichten Wellengang gleich, liess Samu seine Fingerspitzen über Rikus nackte Haut gleiten. Bilder der letzten Nacht erschienen vor seinem geistigen Auge. Sie hatten sich geliebt, als gäbe es keinen Morgen mehr. So voller Liebe und Hingabe, wie wohl noch nie. Samus Lippen, konnten nicht widerstehen und folgten seinen Fingern. Hauchten zarte Küsse über das Steissbein und die Wirbelsäule, von seinem Lockenkopf. Bis er bei dessen Hals angekommen war. Als Samu leicht hinein biss, kam ein Grummeln, von seinem Liebsten. „Guten Morgen Löckchen!“ Machte er weiter mit seiner Küsschen Attacke. Der Ansatz eines Lächelns, war auf Rikus Mund zu sehen. Die Augen immer noch geschlossen. „Hast du gut geschlafen, mein Schatz?“ – „Mmmm.“ Ein Seufzen folgte und Riku rutschte näher an den grossen Blonden heran. Er musste seine Haut spüren und den kräftigen Herzschlag hören. „Da braucht jemand wohl noch seine extra Portion Kuscheln.“ Samu zog Riku zu sich und bettete den braunen Lockenkopf auf seiner Brust. So weit oben, dass er seine Nase, durch Rikus Haare streifen konnte. „Es war wunderschön, letzte Nacht!“ Klang Rikus Stimme zwar noch etwas heiser, aber unglaublich glücklich. „Das fand ich auch!“ Schmiegte Samu sein Gesicht an Rikus Kopf. „Es war...“ – „Magisch.“ Beendete Riku den Satz. Genau dies beschrieb die letzte Nacht. Zumindest ein bisschen. Eigentlich war sie viel zu unbeschreiblich, als dass es Worte dafür gab. Doch magisch, beschrieb es ziemlich gut. Zuerst das Essen, bei dem sich Samu oder wohl eher Maria, selber übertroffen hatten. Dann der Sonnenuntergang, im Arm seines Liebsten. Samus verrückte Idee vom Nacktbaden bei Mondschein. Und schlussendlich noch dieser unglaubliche Sex. Riku veränderte etwas seine Position, so dass er Samu ansehen konnte. „Perfekter, hätte der Abschluss von unserem Urlaub, gar nicht sein können! Du bist der Beste!“ Legte er, langsam und liebevoll, seine Lippen auf die von Samu. Schloss die Augen, um die Tränen, die darin schimmerten, nicht aus diesen hinaus zu lassen. Auch wenn es Tränen des unendlichen Glücks waren. Samu seufzte, bei so viel Hingabe, Liebe und Dankbarkeit die sein Gitarrengott in diesen Kuss legte. „Für dich, ist nur perfekt gut genug!“ Nuschelte Samu, als sie einmal kurz Luft holten, um dann gleich wieder in dieser Hingabe zu versinken. „Du bist das Beste was es gibt und was ich habe. Mein Herzschlag, mein Leben, meine Liebe!“ Hauchte Riku. Seine Hand strich dabei sanft über Samus Wange und verschwand in den blonden, strubeligen Haaren. „Ich liebe dich mit jeder Faser meines Körpers, meiner Seele und jedem Winkel meines Herzens!“ Jetzt waren es Samus Meerblauen Augen, die im Wasser der Tränen, zu schwimmen begannen. Noch nie in seinem ganzen Leben, hatte jemand so etwas Wundervolles zu ihm gesagt. Noch nie, wurde er so hingebungsvoll geliebt, wie von Riku. Dieser rutschte noch etwas näher, falls dies überhaupt möglich war, an den blonden Romantiker heran, als er die Tränen in Samu Augen sah. Schmiegte seine Wange an Samus und küsste die einzelnen Tränen, die zu viel für Samus Augen waren, von seiner Wange. Allein diese kleine, unscheinbare Geste, liess Samus Herz noch einmal mehr überlaufen und schmelzen vor Liebe. „Ich liebe dich mit allem was ich habe und so tief, dass ich keine Worte dafür finde! Für den Rest meines Lebens! Niemals, wird meine Liebe zu dir zu ende gehen! Niemals!“ Flüsterte Samu. Wieder versanken sie in einem dieser herrlichen, tiefen und Atem raubenden Küssen. Und hätte die ganze Welt ihnen dabei zugesehen, es wäre ihnen egal gewesen. „Hast du Lust auf ein himmlisches Frühstück? Eigens serviert von deinem Schatz?“ Küsste sich Samu über Rikus Wange, als sich ihre Lippen von einander lösen konnten und sie einfach kuschelnd da lagen. Das Schaukeln der Wellen, das Glitzern auf dem Wasser, den Atem und Herzschlag des anderen genossen. Alles in allem, einfach nur zufrieden waren. Sich dabei wünschten, es könnte immer genau so sein, wie in dem Augenblick und den letzten zwei Wochen. „Du hast noch mehr Essen dabei?“ Stützte sich Riku auf seinen Unterarm und sah den Blonden fragend und erstaunt an. „Denkst du, ich lass mein Löckchen verhungern?“ – „Wir gehen ja heute, leider, schon wieder in die Finka.“ Rikus Blick wurde ein kleines Bisschen enttäuscht. „Und kommen im nächsten Urlaub zurück, wenn du das möchtest. Versprochen!“ Strich Samu mit seiner Nase über Rikus. „Abgesehen davon, gehört nach einer solchen Nacht, ein Frühstück im ‘Bett’ noch dazu!“ Drückte er seinem Freund einen Kuss auf die Lippen und stand auf. „Du wartest hier!“ Das war sich Riku ja bereits gewohnt. Und langsam aber sicher, gewöhnte er sich auch an den Zustand, verwöhnt zuwerden. Irgendwann, würde er sich bei seinem Blondie revanchieren.
„So, der Herr. Bitte sehr, dein Frühstück!“ Riku staunte nicht schlecht, was Samu da noch alles aufgetischt hatte. Wo er das wohl alles hergezaubert hatte? Es reichte, um noch einmal richtig zu zu langen und sich die Bäuche so voll zu schlagen, dass es bis zum Nachtessen reichen würde.
Pabsatt, lagen sie dann auch danach einfach noch etwas herum und liessen sich die Sonne auf die schon schön gebräunte Haut scheinen. „Wir sollten uns bald mal auf den Weg machen.“ Drehte sich Samu auf die Seite, strich mit seiner Nase an Rikus Wange entlang und hauchte ihm einen Kuss auf die Schläfe. „Jetzt schon?“ Brummte Riku. „Ja, leider. Wir müssen ja noch packen. Ausserdem, sind wir ja heute Abend noch bei Maria.“ – „Können wir es dann in der Finka noch etwas geniessen?“ Riku wollte noch nicht aus diesem Zustand raus. „Natürlich Schatz!“ Gab Samu ihm einen Kuss und stand auf. „Komm!“ Hielt er seinem Löckchen die Hand hin, die dieser auch gleich ergriff. Lächelnd sah Samu Riku an. „Mein Süsser!“ Strich er ihm durch die Haare und hauchte ihm einen leichten Kuss auf die Lippen. Riku seufzte. Er hatte, seit gestern, das Gefühl zu schweben. Und dies auf Wolke sieben. Schnell verstauten sie das Essen und alles, bevor Samu das Boot startklar machte. „Na dann los!" Warf er einen Blick nach hinten, wo es sich sein Schatz mal wieder an seinem Rücken bequem gemacht hatte. Doch dieses Mal überkam ihn nicht dieses unbändige Verlangen. Dafür, war er noch zu sehr und zutiefst befriedigt, vom gestrigen Tag und der letzten Nacht. Viel zu schnell, für Rikus Geschmack, erreichten sie den Hafen wieder. Er half Samu beim Vertäuen des Bootes und nahm die mitgebrachten Sachen, entgegen. Heute teilten sie sich die Last auf, so dass Samu Rikus Hand, während sie zum Auto schlenderten, in seine nehmen konnte. Schweigend verbrachten sie die Fahrt zu ihrem Zuhause auf Zeit.
Samu runzelte die Stirn, als Riku, so viel er tragen konnte, ins Haus brachte. Und dies auch noch so schnell er konnte. „Was ist los, hmm?“ Lehnte sich Samu an die Küchenkombination, während Riku irgendwas in den Kühlschrank tat. Was auch immer. Sie hatten gar nichts mehr, um darin zu verstauen. Zumindest nicht soviel, dass es so lange dauerte. „Sprich mit mir, Rik.“ – „Es fühlt sich so komisch an, zu wissen, dass es die letzten Stunden hier sind. Nach diesen zwei unglaublich schönen und intensiven Wochen.“ Lehnte sich der Lockenkopf an die Schulter des Blonden.
„Wir packen unsere Sachen und machen es uns gleich gemütlich! Ok?“ Sah er Riku fragend an. „Ausserdem ist unser Urlaub noch nicht vorbei, wenn wir Zuhause sind.“ – „Aber es wird anders sein. Wir werden sicher schon wieder Verpflichtungen haben. Wie wahrscheinlich einen Besuch bei unseren Müttern.“ Seufzte Riku. Er würde viel dafür geben, wenn er weiterhin so frei mit Samu hätte leben können. „Der wird dieses Mal entspannter sein.“ Drückte Samu seinem kleinen Grübler einen Kuss auf die Stirn. Alles was konnte, landete in den Koffern. Sollte es also morgen wieder stressig werden, war vorgesorgt. Doch eigentlich sollten sie es dieses mal ohne Stress schaffen. Denn sie flogen erst nach dem Mittag. Danach blieb noch ganz viel Zeit, um sich noch einmal an die Sonne zu legen. Einfach nebeneinander. Schweigend.

Leave the past behindeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt