Dem blieb kurz das Herz stehen, um dann gleich darauf, stockend und schleppend, weiter zu schlagen. Gleichzeitig rasste es. Riku hatte das Gefühl, es sprenge ihm die Brust. Der Blick in den Bühnengraben, liess ihn aufatmen. Samu stand wieder und lief gerade an ihm vorbei. Doch sein Blick sprach Bände, wenn es wohl auch nur Riku lesen konnte. Denn ein Grinsen lag auf Samus Gesicht. Er machte gute Miene zum bösen Spiel, wie man so schön sagte. Riku wusste es besser. Er hörte Samus Herz förmlich bis zu ihm schlagen. Seine Hände, die Samu fest um seine Gitarre gelegt hatte, zitterten. Riku konnte es kaum erwarten, bis der Song zu Ende war. Er musste nach Samu sehen. Riku musste wissen, wie es ihm geht. Samu brauchte ihn jetzt, dass spürte er. Ein Blick zu den Jungs und alle wussten was Sache ist. Wie eingespielt, kürzten sie den Song, von jetzt auf gleich ab. Ohne, dass es abrupt wirkte. Riku drückte seine Gitarre dem erst besten in die Finger und stolperte blindlings hinter die Bühne. Mikko kam ihm entgegen. „Er ist in der Garderobe.“ – „Allein?“ Es reichte nur noch für ein Nicken und Riku war weg. „Verdammt Samu, willst du dich umbringen? Willst mich umbringen?“ Stürzte Riku in die Garderobe, wo Samu auf dem Sofa sass. Den Kopf in seinen Händen vergraben. „Schatz!" Riku ging vor Samu auf die Knie. „Geht es dir gut?“ Vorsichtig strich er ihm durch die Haare. Ein schweres Atmen, durchfuhr Samus Körper, bevor er auf sah. Tausend Emotionen, konnte Riku in Samus Augen sehen, die ihn nun an sahen. „Scheisse bin ich froh, dass du noch aufrecht sitzen kannst!“ Schlang Riku seine Arme um seinen Freund. Samu klammerte sich regelrecht an Riku. Mehr brauchte er gerade nicht. Das war der grösste Schreckmoment in seinem gesamten Leben. Samu sah sich schon auf die Absperrung knallen. Aus und vorbei. Doch es war noch alles dran. Ein paar Schürfungen von seiner Gitarre und ein leicht lädiertes Handgelenk. Durch Riku, wurde Samu wieder ruhiger. Sein Herz schlug, langsam aber sicher, wieder in normalem Tempo. Sein Atem überschlug sich nicht mehr. Das Zittern legte sich. Riku drückte Samu leicht von sich weg. „Du hast mir eine verdammte scheiss Angst ein gejagt.“ Samu nickte nur. Er sich selber auch. Eine gefühlte Ewigkeit, sahen sie sich einfach nur an. Bis Riku nicht mehr widerstehen konnte. Langsam legte er seine Hände an Samus Wangen und näherte sich seinem Gesicht. „Tue mir das nicht noch einmal an.“ Hauchte Riku, bevor er seine Lippen auf die von Samu legte. Dieser seufzte und umklammerte Rikus Handgelenke mit seinen Händen, die erneut zitterten. Tränen verliessen die Augen der Beiden. Vor lauter Erleichterung. Riku liess seine Lippen von Samus Mund, über sein Gesicht wandern. Küsste ihm die Tränen weg. „Lass diesen Scheiss bitte von nun an.“ – „Versprochen!“ Schmiegte Samu sein Gesicht an dem von Riku und liess sich in dessen Liebkosungen fallen. Das leise Klopfen, überhörten sie dabei. Es gab gerade nur sie. Auch auf die Gefahr hin, dass jeden Moment jemand rein platzen konnte. „Jungs?“ Streckte Mikko vorsichtig den Kopf durch die Tür. Sie liessen von einander ab und sahen zu Mikko.
„Samu? Sollen wir das Konzert abbrechen?“ Samu schüttelte den Kopf. „Nein, ich werde es zu Ende bringen.“ – „Bist du sicher?“ Sah Riku ihn fragend an. „Ja. Bin ich. Gebt mir noch fünf Minuten.“ Mikko nickte und liess die beiden wieder alleine. Auch Riku wollte aufstehen. „Du doch nicht.“ Hielt Samu ihn am Handgelenk fest. „Dich brauche ich die nächsten fünf Minuten. Ganz dringend!“ Riku setzte sich zu Samu auf das Sofa und zog ihn in seine Arme. „Packst du das?“ – „Ja, das werde ich.“ Schmiegte sich Samu fest an Rikus Brust. „Dann ziehen wir das mit dir durch.“ –
„Danke.“ Schloss Samu die Augen, um Rikus Berührungen, noch besser in sich auf zu saugen. Immer wieder strichen seine Finger durch Samus Haare. „Tut dir auch nichts weh?“ – „Die Hand ein bisschen. Doch das geht schon, wenn ich es die nächsten Tage etwas schonen werde.“ Riku atmete tief durch. „Du hattest verdammt viel Glück. Das weisst du?“ – „Das weiss ich, ja.“ – „Die nächsten Tage, kannst du dich ja ein bisschen ausruhen.“ Noch nie, hatte sich Samu so sehr darauf gefreut, wie heute. Wieder klopfte es. „Die fünf Minuten sind vorbei. Immer noch sicher, dass du es durchziehen willst?“ Samu nickte und stand auf. „Bist du auch wirklich in Ordnung?“ Musterte Mikko seinen Schützling. „Geht schon, Mikko." Klopfte er ihm auf die Schulter. „Ist ja nicht mehr lange.“ Besorgt sah Riku seinen Schatz an. Samu müsste schon mit dem Krankenwagen weg gebracht werden, damit er eine Show abbrach. „Die Fans müssen doch wissen, dass ich noch stehe und es mir gut geht.“ Sah Samu Riku und Mikko an. Ersterer strich ihm durch die Haare und drückte Samu einen Kuss auf die Schläfe. „Dann lass uns die Bude weiter rocken! Aber gehe es langsam an. Bitte. Ich brauche dich noch.“ – „Versprochen!“ Verlangte Samu noch einmal nach einem Kuss, bevor er mit Riku, zurück zur Bühne ging. Dort wurde er erste einmal von den anderen Jungs, fest gedrückt, bevor es auf die Bühne ging, um die Show zu Ende zu bringen. Souverän, brachte Samu diese zu einem gebührenden Ende. Doch jeder, der aufmerksam war merkte, dass Samu leicht neben sich stand. Allein sein Gequasel, als er zurück auf der Bühne war, sprach für sich. Doch niemand, nahm ihm das übel. Jeder konnte es verstehen. Froh waren alle, dass Samu wieder vor ihnen stand. Die Fans feierten die Jungs noch mehr, als davor und machten es Samu leichter, wieder einigermassen in die Show zu kommen. Die Podeste, mied er. Die Verabschiedung fiel herzlich, jedoch etwas kürzer als sonst, aus. Samu wollte nur noch von der Bühne. Er war völlig fertig und sehnte sich nach einem Bett und der Nähe von Riku. Es ging nämlich ins Hotel. Riku war es nicht entgangen, dass Samu sich langsamer, als zuvor bewegte. Seit er von der Bühne war, mied er schnelle Kopfbewegungen. „Samu, was ist los?“ Drehte er diesen zu sich um. „Und sag jetzt nicht, es geht dir gut. Das tut es nämlich nicht.“ – „Ich habe bloss Kopfschmerzen. Wahrscheinlich bin ich doch mit dem Kopf an die Absperrung geknallt.“ Winkte Samu ab. Eine Sorgenfalte, legte sich zwischen Rikus Augen. „Wir gehen jetzt ins Krankenhaus. Das solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ – „Wegen Kopfschmerzen?“ – „Nein, wegen einer Gehirnerschütterung.“ Legte Riku seine Hände an Samus Wangen und musterte ihn.
„Bitte Samu!“ Eine Hand strich von der Wange in Samus Haare. Dieser zuckte kurz zusammen. „Setz dich hin!“ Drückte Riku Samu auf das Sofa. Vorsichtig tastete er sich über Samus Kopf. An der Stelle, wo dieser zuvor zusammen zuckte. „Du hast eine Beule, Samu. Eine ziemlich grosse. Hast du denn nichts gespürt?“ – „Sonst wäre ich nicht wieder auf die Bühne. Die Kopfschmerzen kamen erst jetzt.“ – „Das war wohl der Schock und das Adrenalin.“ Wieder traff ihn Rikus besorgter Blick. „Ist dir übel? Sei ehrlich.“ – „Etwas flau. Aber das wird daher kommen, dass das Adrenalin nun aus meinem Körper fliesst und dem Schock Platz macht.“ Samus Körper fing wieder an zu zittern. „Was ist los, Samu?“ Stand Mikko in der Garderobe. „Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen.“ – „Wieso? Es ging dir doch gut?“ Sah Mikko Samu fragend und erstaunt an. Doch sofort fiel dem Manager das Zittern und Samus bleiches Gesicht auf. „Er hat Kopfschmerzen.“ Beantwortete Riku die unausgesprochene Frage. „Warum hast du denn nichts gesagt?“ Kniete Mikko nun vor Samu. „Weil es erst jetzt kommt.“ – „War ja klar. Ich hätte dieses verdammte Konzert von vornherein gleich abbrechen sollen.“ Raufte sich Mikko dir Haare. „Es ist nicht deine Schuld. Ich hätte es ebenfalls besser wissen müssen. Ich kenne das Gefühl des Adrenalins besser als du. War klar, dass ich nichts spüre, wenn sich auch noch der Schock dazu mischt.“ – „Ich werde sofort Mike Bescheid geben. Die Jungs bringen wir anders ins Hotel.“ Zückte Mikko sein Handy.
„Ok Jungs, auf geht’s. Mike wartet beim Hinterausgang mit dem Auto.“ – „Und die anderen?“ Wollte Samu wissen. „Die sind schon auf dem Weg zum Hotel. Der Ersatzfahrer sprang ein.“ Seufzend erhob sich Samu, der von Riku gestützt wurde. Was nicht unbedingt nötig war. Doch Riku machte sich unmenschliche Sorgen. Seufzend legte Samu seinen Kopf auf Rikus Schulter, als er im Wagen sass. „Schaut mich nicht alle so besorgt an. Ich werde schon wieder.“ Murmelte Samu.
Eine gefühlte Ewigkeit, kam Riku die Zeit vor, die er darauf wartete, bis Samu die Untersuchung durch hatte. Unruhig lief er auf dem, zum Glück, Menschenleeren Flur hin und her. „Setz dich hin, Riku. Du machst mich wahnsinnig.“ – „Ich hätte ihn davon abhalten müssen, noch einmal auf die Bühne zu gehen.“ – „Er hätte nicht auf dich gehört.“ – „Ich weiss.“ Raufte Riku sich durch die Locken. „Dummer Kerl. Ich habe ihm immer gesagt, er soll die Augen aufhalten, wenn er auf diese Dinger springt. Oder einfach hoch steigen, wie jeder andere auch.“ Tränen sammelten sich in Rikus Augen. „Du kannst nichts dafür.“ Ertönte Samus Stimme hinter ihm. Riku konnte sich gerade noch besinnen, um Samu nicht sofort in seine Arme zu schliessen und zu küssen. Die Sorge in seinen Augen, verpassten Samu einen Stich. „Herr Haber hat grosses Glück gehabt, wenn ich das mal gelinde ausdrücken darf.“ Stand nun auch der behandelnde Arzt bei ihnen. „Er hat lediglich ein verstauchtes Handgelenk, ein paar Schrammen und eine leichte Gehirnerschütterung. Gut, dass sie gleich her gekommen sind.“ – „Kann ich...ich meine...können wir ihn mit nehmen?“ Wollte Riku wissen. „Wenn sie mir versprechen, dass sie darauf achten, dass Herr Haber sich schont. Keine Konzerte. Sondern Ruhe. Am besten Bettruhe!“ Mit dem typischen Blick eines Arztes, sah er Samu an. „Ihr Körper braucht jetzt Ruhe. Nicht nur wegen ihren Blesuren. Sondern auch von dem Schock, der dazu führte, dass sie nichts von ihren Verletzungen gespürt haben.“ Samu nickte. „Ich passe auf ihn auf und lass ihn nicht aus dem Bett. Versprochen!“ Kam etwas zu schnell über Rikus Lippen, dass Samu sich ein Lachen verkneifen musste. Ein Schmunzeln zierte jedoch seine Lippen. Sein süsser Schatz. Samu glaubte ihm sofort jedes Wort. Der Blick des Arztes, wandte sich Mikko zu. Dieser nickte. „Dann dürfen sie gehen. Ich möchte sie jedoch in vier Tagen noch eimmal hier sehen. Und falls die Kopfschmerzen schlimmer werden, sie sich übergeben müssen, Sehstörungen, Schwindel oder andere Symptome haben, kommen sie umgehend wieder her.“ – „Werde ich. Vielen Dank!“ Sie verabschiedeten sich und verliessen das Krankenhaus. Samu hasste sie. „Das ging ja noch einmal gut.“ Seufzte Mikko. Jetzt war es Samu, der einen besorgten Blick zu Riku warf. Ihm waren die Tränen in dessen Augen, nicht entgangen. Nur kurz, streifte er Rikus Wange mit seiner Hand.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
