Die nächsten Tage, waren tatsächlich sehr harmonisch. Samu und Riku waren wieder näher zusammen gerückt. Und doch lag da einfach etwas dazwischen. Eine gewisse Anspannung. Denn sie wussten, dass bald die entscheidenden Gespräche an standen. „Samu, wann willst du Vivi anrufen?“ – „Du bist dir immer noch sicher?“ Vergewisserte sich Samu. „Ich war mir nie sicher. Aber Vivi vertraue ich ein bisschen mehr, als einer wildfremden Frau. Und mit dem Vertrauen, dass ich in dich habe...“ Riku unterbrach sich. „Was?“ Sah Samu ihn kritisch an. „...das Vertrauen in dich, dass ich versuche nicht zu verlieren. Damit reicht es wohl aus.“ Sprach Riku aus, was in ihm vor ging. Er hatte sich vorgenommen, ehrlicher zu sein, was seine Gefühle und Empfindungen an geht. Alles in sich hinein fressen, war absolut keine Lösung und würde Riku nur kaputt machen. „Dann rufe ich sie gleich mal an, damit wir das Ganze besprechen können, bevor uns das Gespräch mit Mikko noch bevor steht.“ Riku nickte. „Hey!“ Samu legte seine Hand in Rikus Nacken. „Wir packen das. Alles wird gut.“ Gab er ihm einen Kuss. Riku sagte nichts. Was sollte er darauf auch sagen? Das Samu nicht mit Sicherheit sagen konnte, dass alles gut wird und sie es unbeschadet überstehen und durchstehen? Es hatte keinen Sinn. Riku versuchte positiv zu denken. Auch im Hinblick auf die nächsten Konzerte. Eine Tour, wie die Letzte, wollte Riku nicht noch einmal erleben. Obschon sie damals im Bus geredet hatten, stand diese Sache, gross und schwer, zwischen ihnen. Und grundsätzlich überall. Es begleitete sie oder zumindest Riku, wie ein schwarzer Schatten. Als würde ihn jemand ständig beobachten. Zuhause fühlte sich Riku wohler. Die Tour war für Riku die reinste Tortur. Er hatte keine Ahnung, wie er sich verhalten sollte. Weshalb er Samu grundsätzlich mied, bis sie wieder im Bus oder im Hotel waren. Die zwei sichersten Orte vor den falschen Blicken. Dieser Zustand, musste sich ändern. Es war nicht gesund. Riku hatte immer öfters Herzrasen, wenn sie in der Öffentlichkeit unterwegs waren.
„Was grübelst du?“ Legte Samu seine Arme um Rikus Taille. Sanft küsste er die empfindliche Haut hinter Rikus Ohr. „Was ist los, Rik?“ Riku schüttelte bloss den Kopf. „Erzähl es mir.“ Riku löste sich von Samu und ging zur grossen Fensterfront. Dort stand er viel, in den letzten Wochen. Samu machte sich Sorgen um seinen Schatz. „Die Sache mit Vivi?“ Riku schüttelte den Kopf. „Ich fühle mich wie in einem Käfig, Samu. Wie unter andauernder Beobachtung. Ich getraue mich kaum mehr, dich an zusehen, geschweige denn, mit dir zusammen in die Öffentlichkeit zu gehen. Es ist die absolute Hölle für mich. Wie soll ich mich verhalten? Was darf ich tun und was nicht? Das waren die Fragen, die ich wälzte, während ich auf der Bühne stand, anstatt mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die Musik zu geniessen. Den Menschen vor der Bühne, das zu geben, was sie verdient haben. Das will ich nicht mehr, Samu.“ Dieser spürte die Verzweiflung, die tief und fest in Riku sass. „Und warum sprichst du nicht mit mir darüber?“ Wurde Samus Griff fester. „Ich will doch für dich da sein. Das kann ich aber nicht, wenn du dich verschliesst. Du musst mit mir sprechen, Schatz.“ Riku schmiegte seine Wange an die von Samu. „Hast du Vivi erreicht?“ – „Lenk nicht vom Thema ab, Riku. Es ist mir ernst.“ Drehte Samu ihn zu sich um. „Woher soll ich wissen, wie es dir geht, wenn du alles in dich hinein frisst?“ Riku liess seine Stirn gegen die von Samu sinken und schloss die Augen. Seine Finger spielten mit den kurzen Haaren in dessen Nacken. „Es wird sicher wieder besser, sobald die alle denken, dass...“ Samu verstummte. „Fühlst du dich auch hier wie im Käfig?“ Wechselte er das Thema. „Nein. Dies hier, ist wie meine kleine sichere Insel. Der Hafen, in dem ich Zuflucht finde.“ Samu trieb es Tränen in die Augen, bei Rikus Worten. Fester zog er Riku an sich. „Lässt du mich auch wieder dein sicherer Hafen sein, auch wenn ich nicht so oft bei dir sein werde?“ Riku nickte. Samu seufzte erleichtert. Minutenlang, blieben sie einfach so stehen. Das Klingeln an der Tür, holte sie daraus. „Die Antwort auf deine Frage.“ Darauf Samu. Riku sah ihn fragend an. „Vivi.“ Ein Kuss auf Rikus Stirn und Samu ging zur Tür.
„Moi Riku!“ Lächelte Vivi ihn freundlich an. „Hey Vivi.“ Nahm er sie kurz in den Arm. „Ihr habt euch also entschieden?“ Setzte sich Vivi, mit Samu und Riku ins Wohnzimmer. Beide nickten. „Riku?“ Sah sie ihn fragend an. Dieser starrte auf seine Hände. Zögerlich fing er an zu nicken. „Ich vertraue euch beiden.“ Samu umschloss Rikus Hände mit seinen. Etwas hatte sich seit dem letzten Mal geändert. Das spürte und sah Vivi. Sie musterte die beiden. „Und wie gehen wir jetzt vor?“ Sah Riku zwischen Samu und Vivi hin und her. „Mikko muss informiert werden und dann...keine Ahnung.“ – „Ich würde gerne mit kommen zu Mikko. Es geht hier schliesslich auch um mich. Und für alles, bin ich nicht zu haben.“ Samu nickte. Diese Aussage von Vivi, beruhigte Riku ein bisschen. Ausserdem war er sich dadurch sicherer, dass es die bessere Lösung ist. Nicht die Beste. Aber immerhin. „Ich rufe ihn gleich mal an. Wenn wir schon alle beisammen sind.“ Samu nahm sein Handy und verliess das Wohnzimmer.
„Ihr wirkt etwas entspannter zusammen. Ist es wieder besser?“ Nahm es Vivi wunder. Sie mussten es zusammen durch stehen. Ansonsten, würde es nicht klappen. „Es wird besser.“ Nickte Riku. „Ich muss Samu einfach wieder vertrauen. Ansonsten...können wir es auch sein lassen.“ Vivi nickte. „Ich tue mir einfach schwer, all diese neuen Dinge zu akzeptieren. Auch alles andere, was sich um die Band verändert. Das ist eine meiner nicht sehr positiven Seiten, dass ich zu sehr an der Vergangenheit hänge.“ – „Ihr hattet ja auch eine tolle Zeit zusammen, bis jetzt. Aber ich bin mir sicher, dass ihr diese neue Zeit, auch meistert und irgendwann darüber lacht, was für Sorgen euch plagten.“ Ein Lächeln huschte über Rikus Lippen. „Vielleicht, ja.“ Vivi legte ihre Hand auf Rikus Hände. „Hey...Ich bin auf deiner Seite, Riku. Du kannst jeder Zeit mit dir sprechen. Wir ziehen das gemeinsam durch, ok?“ Das Gefühl in Riku, wurde besser. Wenn auch alle Bedenken, immer noch laut waren.
Samus Lippen, die er in seinen Locken spürte, taten ihr übriges dazu. „Er wird gleich hier sein.“ Sofort versteifte sich Riku. „Du bist nicht alleine, Rik. Wir sind zu dritt. Und grundsätzlich gesehen, ist Mikko auch auf unserer Seite.“ Samu nahm Riku in den Arm und küsste seine Schläfe. Wieder war es die Klingel, die den Augenblick unterbrach. „Auf in den Kampf.“ Stand Samu auf. Vivi nickte Riku zustimmend zu. „Möchtest du was zu Trinken?“, fragte Samu freundlicherweise. „Nein danke.“ Folgte Mikko ihm ins Wohnzimmer. „Hey Riku.“ – „Mikko.“ Kam etwas einsilbig und kühl, von diesem. „Vivi?“ Erstaunt sah Mikko zu Samu. „Überrascht?“ Zog diese die Augenbraue in die Stirn. „Schon, ja. Vor allem, da du mich ja raus geschmissen hast.“ – „Erstaunt dich das? Du hast mir dieses Angebot unterbreitet, als wäre ich...du weisst schon was.“ Stand Vivi auf und baute sich vor Mikko auf. Was eigentlich ziemlich witzig aus sah, bei ihrer und Mikkos Grösse. „Setz dich und hör einfach erst einmal zu. Kriegst du das hin?“ Mikko nickte. „Da es hier ja eigendlich um Riku und mich, unser Leben und unsere Beziehung geht, haben wir ein verdammtes Recht darauf, ein Wörtchen mit zu reden.“ Mikko holte Luft. „Auch wenn wir uns das selber zu zu schreiben haben. Ja, ich weiss.“ Samu umfasste Rikus eiskalte Hand und sah ihn fest an. „Ich werde mich als Samus Freundin zum Schein, zur Verfügung stellen. Ja, vielleicht hast du Recht, dass es meiner Karriere helfen könnte. Doch deswegen mache ich es nicht. Auch nicht für Geld. Weil ich nicht käuflich bin.“ Vivi sah Mikko fest an. Mit einem Blick, der keine Zweifel an ihren Worten erahnen liess. „Ich mache dies, aus einem rein freundschaftlichen Dienst. Weil die beiden es verdient haben, ein freies Leben zu leben. Und zwar so, wie sie es für richtig halten.“ Vivis Blick lag auf den beiden. „Verdammt Mikko, die beiden brauchen unser aller Unterstützung. Auch deine.“ Vivi hätte bei der ganzen Situation echt nur kotzen können. „Das habe ich versucht. Denkt ihr, ich bin die letzten Wochen untätig geblieben? Doch sie bleiben hart. Vom Vorschlag Single, wollten sie nichts hören. Denn dies glaubten sie ja alle, bis vor kurzem. Das würde nicht mehr ziehen.“ War Mikko aufgestanden. „Es tut mir wirklich leid.“ – „Deshalb bin ich ja jetzt da. Denkst du, die Herren in der oberen Etage, akzeptieren dies?“ – „Müssen sie wissen, dass du nur Schein bist?“ Sah Mikko fragend in die Runde. „Müssen sie!“ Verschränkte Vivi die Arme. Samu staunte nicht schlecht, wie sie hier Mikko die Stirn bot. „Ich mache nicht alles. Weil ich nicht Samus Freundin bin. Zumindest nicht so. Ich bin nicht der Mensch, mit dem Samu eine Beziehung führt. Das ist Riku. Also wird es auch so gehandhabt.“ Mikko schien zu überlegen. „Hast du Bedingungen?“ Das Gespräch fand gerade nur zwischen Vivi und Mikko statt. Was Samu nur recht war. So konnte er sich um seinen Schatz kümmern, der nicht wirklich hier zu sein schien. „Sie macht das gut, nicht?“ Küsste Samu Rikus Wange. „Eine gute Entscheidung. Seit wann hat sie so viel Biss?“ Samu schmunzelte. „Keine Ahnung. In den letzten Jahren, ist sie halt auch älter geworden.“ Riku nickte. „Alles gut?“ Wollte Samu wissen. Riku lehnte sich gegen Samu, der den Arm um ihn gelegt hatte. „Geht schon.“ Sie verfolgten weiter die Diskussionen zwischen Mikko und Vivi. „Ich werde meine Karriere nicht dafür hinten anstellen. Auch nicht, wenn mal etwas an steht. An öffentliche Anlässe werde ich gehen. Vielleicht gibt es auch mal ein Bild an einem Konzert der Jungs. Erste Bilder, für den Enthüllungsbericht, können wir liefern. Waren wir ja schon mal gemeinsam im Urlaub. Also sind wir auch schon länger ein Paar. Alles klar so weit?“ Mikko war doch tatsächlich sprachlos. Genau wie Samu und Riku. Vivi schien sich schon ganz klare Gedanken gemacht zu haben. Wenigstens jemand von ihnen, dachte Samu. „Ich werde das genauso, weiter leiten.“ Hatte Mikko seine Sprache wieder gefunden. „Sonst noch etwas?“ Vivi nickte. „Ich möchte, dass ihr jetzt hier sitzen bleibt, ein Bier trinkt und redet. Egal über was. Aber redet. Ihr seit Freunde. Lasst diese Sache das nicht kaputt machen.“ Sah Vivi die drei einzeln an. Ein zögerndes Nicken, kam von ihnen. „Ich muss. Die Arbeit ruft. Ruf mich oder schreib mir eine Mail, wenn du mehr weisst.“ Liess Vivi die drei Männer dort sitzen.
Samu atmete tief durch. „Ein Bier?“ Sah er Mikko fragend an. Dieser nickte. „Schatz?“ Nichts. „Riku?“ Strich Samu ihm durch sie Haare und holte ihn scheinbar von ganz weit her. „Ja.“ Stille beherrschte den Raum. „Wie geht es euch?“ Brach Mikko diese irgendwann. „Wir schlagen uns so durch, mit all den neuen Dingen in unseren Gedanken.“ – „Es ist scheisse. Das ist es. Nicht mehr, nicht weniger.“ Brach Riku sein Schweigen. „Wir hatten wahrscheinlich die grösste Krise unserer Beziehung, bis zu dem Zeitpunkt. Und nein, ich finde nicht, dass wir uns das selber zu zuschreiben haben. Da wir ein ebensolches Recht auf ein normales Leben und eine Beziehung haben, wie du zum Beispiel.“ Sah Riku Mikko an. „Was uns jedoch genommen wird. Ohne eigentlich ein Recht darauf zu haben. Doch wir haben zwei Optionen. Entweder es so hin nehmen...Oder...Alles was wir uns hart erarbeitet haben, aufs Spiel zu setzen und so an die Öffentlichkeit zu gehen, wie wir nun mal sind.“ Samu staunte nicht schlecht über Rikus Worte. Wo kamen die auf einmal alle her. „Wir nehmen es jetzt einfach mal so hin und machen das Beste daraus. Und Vivi, ist nun mal der kleine Lichtstrahl, der daraus irgendwie das Beste machen kann...Vielleicht...“ Riku nahm einen grossen Schluck Bier. Noch konnte er die Gefühle und Emotionen, die dieses Thema immer wieder hoch wirbelt, nicht unter Kontrolle halten. Weshalb seine Augen wieder überflutet wurden. Erst jetzt, wurde Mikko die Tragweite so richtig bewusst und konnte es förmlich spüren, was für eine Welle, das alles ausgelöst hatte. Sein Blick glitt von Riku zu Samu, dessen Blick voller Verzweiflung war. Mikko setzte sich zu Riku und legte den Arm um ihn. Jetzt ging es darum, ein Freund zu sein. „Ich hole für euch das Beste heraus. Irgendwie.“ Wieder suchte Mikko Samus Blick. Neben der ganzen Sache mit diesem Magazin, machte Mikko diese eisige Kälte, zwischen ihm und Samu und auch Riku, zu schaffen. Schlaflose Nächte, bescherte ihm jetzt nicht mehr Emmi. Ein versöhnliches Lächeln, legte sich auf Samus Lippen und er legte seine Hand auf die von Mikko, während er Riku Küsse in die Locken drückte.
Die Hürden überwunden, fühlten sich Samu, wie auch Riku, als hätte ihnen jemand eine Last von den Schultern geladen. Es fühlte sich nicht mehr an, als müssen sie sich von einem Tag zum nächsten schleppen. Helsinki fühlte sich für Riku nicht mehr an, wie ein Gefängnis. Der gemeinsame Einkauf, glich nicht mehr einem Kraftakt, für seine Nerven. Er fühlte sich entspannter, als die letzten Wochen. Was auch zu einem besseren Untereinander mit Samu führte. Vielleicht war es auch einfach Verdrängung. Riku war es egal. Es war alles besser, als diese unerträgliche Stimmung zwischen ihnen beiden. Riku wusste, dass es bestimmt nicht immer so sein wird. Doch im Moment nahm er ohnehin, einen Tag nach dem anderen. Und am liebsten waren ihm die Tage, die er zusammen mit Samu verbrachte. Friedlich und wie, als wäre nichts gewesen. Die Bosse hatten den Vorschlag, Vivi als Scheinfreundin zu nehmen, akzeptiert. Samu und Mikko hatten es so clever eingefädelt, dass es so aussah, als ob Vivi erst kürzlich wieder in Samus Leben aufgetaucht war. Mit Bildern aus ihrem gemeinsamen, ersten und einzigen Urlaub, konnten sie es handfest untermauern. Alle waren zufrieden. Zumindest äusserlich und auf den ersten Blick. Wie es im Innern von allen Beteiligten aussah, liess keiner an die Oberfläche drängen.
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Leave the past behinde
Fiksi PenggemarEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
