Mia ging er ein paar Tage, nach dem Samu weg war, auf dem Flughafen abholen. Da sie ohnehin, während ihrem Aufenthalt, bei ihnen im Gästezimmer hausen wird, gab es gar keine andere Möglichkeit. Zu ihnen nachhause, kam man nicht ohne fahrbaren Untersatz. Riku hatte es zuvor mit Samu besprochen. Seine Begeisterung hielt sich zwar in Grenzen, gab er jedoch sein Ok. Für ihn war sein Zuhause heilig. Etwas, was er noch nicht mit der Öffentlichkeit teilen und gegen sie verteidigen musste. Er vertraute Riku, dass er Mia nicht in die intimsten Zimmer liess. Allen voran ihr Schlafzimmer. Das war absolut Tabu. Genau wie ihr Musikzimmer.
„Moi!“ Begrüsste Riku Mia mit einem Lächeln und schloss sie kurz in seine Arme. „Hattest du einen guten Flug?“ – „Perfekt!“ Strahlte Mia. Biss sich dann jedoch ihre Lippe. „Was ist los?“ Nahm Riku ihr Gepäck und entfernte sich etwas von der Menge. „Ich habe mir doch ein Hotel gebucht.“ Mia sah Riku entschuldigend an. Dieser atmete tief durch. „Bist du mir böse?“ Riku schüttelte den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Du kannst tun und lassen, was du willst. Es ist nur etwas merkwürdig, dass ich noch vor ein paar Tagen mit Samu darüber heftig diskutiert habe und nun sagst du mir, du gehst doch ins Hotel.“ Riku hievte Mias Koffer in den Wagen. „Das ist Zufall. Ich habe mich schon länger dazu entschieden. Weil...ich käme mir merkwürdig vor, in eurem Haus. Als Eindringling. Es ist, wie du mir ja mal erzählt hast, schliesslich der einzige Ort, der nur euch beiden gehört und den niemand kennt. Das fand ich einfach nicht richtig.“ Mias Worte, waren einleuchtend. Und jetzt verstand Riku auch die von Samu. Als sie darüber diskutiert hatten, dachte Riku, es sei einfach, weil Samu eifersüchtig war. Spielte sicher mit hinein. War jedoch nicht der Hauptgrund. „Dann auf in die City.“ Grinste Riku, als sie eingestiegen waren. „Danke!“ – „Nicht dafür. Es ist dein Urlaub. Da kannst du tun und lassen, was du willst. Wenn du mich als Touristen Führer brauchst, bin ich da.“ Fuhr Riku los. „Ich habe übrigens noch einen Geheimtipp in der Zeit, in der du da bist.“ Interessiert, sah Mia zu Riku rüber und löste ihren Blick von den vielen Eindrücken, die jetzt schon an ihr vorbei zogen. „Sami, Osmo und ich, haben einen gemeinsamen Gig. Ich würde mich freuen, wenn du kommen würdest.“ Kurz sah Riku zu Mia. „Das fragst du noch?“ Strahlte Mia ihn an. Zufrieden grinste Riku. „Und was das andere angeht. Freue ich mich, wenn ich dich als Führer hätte. Es bezog sich nur auf die ganze Wohnsituation.“ Rikus Hand legte sich auf die von Mia, die unsicher am Saum ihres Shirts nestelte. „Alles gut, Kleine. Es wird mir eine Freude sein.“ War sie süss, wenn sie ihn so an sah und ein zaghaftes Lächeln auf ihren Lippen lag. „Da hast du dir aber einen guten Standort für deine Bleibe ausgesucht.“ Nickte Riku, als er sich umsah. „Ich warte hier, bis du dein Zimmer hast. Oder soll ich mit kommen?“ Mia schüttelte den Kopf. „Wenn ich meinen Koffer oben abgestellt habe, komme ich wieder runter.“ – „In Ordnung.“ Lehnte sich Riku an den Wagen und sah Mia nach, wie sie im Innern des Hotels verschwand. Keine zehn Minuten, stand Mia wieder neben ihm. Fragend sah Riku sie an. „Was?“ – „Pläne?“ Wollte er wissen. Mia zuckte mit den Schultern. Sie hatte, wenn sie ehrlich war, keine Ahnung. „Willst du dich zuerst alleine etwas umsehen. Dich ausruhen. Essen. Was möchtest du?“ Mia überlegte. „Ich denke, dass ich mich erst mal etwas ausruhe und frisch mache. Dann wäre Essen sicher nicht die dümmste Idee.“ – „Sag mir eine Zeit und ich hole dich wieder ab.“ Mia sah auf ihre Uhr. „Zwei Stunden? Oder ist das für dich doof, um hin und wieder zurück zu fahren?“ – „Das ist kein Problem.“ Lächelte Riku. „Ok, dann machen wir das so.“ Auf Mias Gesicht, legte sich ein freudiger Ausdruck. „Schön bist du da!“ Zog Riku sie in eine kurze Umarmung. „Ich stehe in zwei Stunden wieder hier.“ Stieg er ein und fuhr davon. Mia wank ihm, bis er um die Ecke verschwunden war. Seufzend strich sie sich durch die Haare und ging wieder nach oben. Im Fahrstuhl, musste sie an ihr Gespräch mit Maja denken, bevor sie her kam. Wahrscheinlich hatte sie recht, mit dem was sie sagte. Doch Mia musste es einfach riskieren. Mia legte sich aufs Bett und schloss die Augen. Reisen war nicht nur schön, sondern auch anstrengend.
《„Süsse, bist du sicher, dass du das machen willst?“ Sah Maja ihre beste Freundin fragend an. Mia nickte bestimmt. Obschon es in ihr drinnen ganz anders aussah. „Du warst schon völlig durch den Wind, nach dem einen kurzen Treffen in Berlin. Nun willst du mehrer Tage mit Riku verbringen?“ Mia kaute auf ihrer Unterlippe herum und sah aus dem Fenster, in den Garten. Maja hatte sich schon richtig auf das Familien Leben eingestellt, mit Haus und Garten. Mia mochte es ihr gönnen, doch es bedeutet auch eine Veränderung in ihrer Freundschaft. Weshalb Mia jetzt sehen wusste, wo sie blieb. Dinge alleine in die Hand nehmen musste, die sie machen wollte und nicht mehr darauf hoffen konnte, dass Maja dabei war. Ausser bei Konzerten. Wenn dann das Baby da war und es sich einrichten liess. Mia musste jetzt ihr Fanleben und alles andere, neu organisieren. Damit anfangen, wollte sie mit ihrem Urlaub nach Helsinki. „Ich weiss, dass es nicht einfach ist für dich, dass sich jetzt vieles ändert. Aber eines darfst du nicht vergessen.“ Maja wartete, bis Mia sich wieder ihr zu wandte. „Ich werde weiterhin für dich da sein, wenn du jemanden brauchst. Genaus so, werde ich dir die Meinung sagen, falls ich das Gefühl habe, dass du dabei bist, einen grossen Fehler zu machen.“ Mia seufzte. „Ich will es dir ja nicht verbieten. Aber bist du sicher, dass es eine gute Idee ist?“ Maja sah Mia herausfordernd an. Keine Antwort war auch eine Antwort. „Dein Herz hängt doch noch immer an Riku. Wenn du ehrlich bist.“ – „Was soll ich denn tun? Ich kann die Reise jetzt nicht mehr absagen. Es steht alles. Riku weiss Bescheid…“ Mia setzte sich wieder hin. „Riku ist unerreichbar, Süsse.“ – „Das weiss ich doch.“ Reagierte Mia gereizt. Stille. „Dann mach es. Aber pass bitte auf dein Herz auf, Süsse.“ Legte Maja ihren Arm um Mia und drückte ihr einen Kuss auf die Haare. „Und nimm dir ein Hotel. Wie süss die Einladung von Riku auch ist. Das geht definitiv zu weit.“ Mia löste sich von Maja und sah sie an. „Du bist zwar nicht einer der typischen Fans. Dennoch überschreitest du damit eine weitere Grenze. Nach der, mit dem Sex.“ Maja sah Mia fest an, bis diese ergeben nickte.》
Ihr Herz hatte den braunen Lockenkopf immer noch nicht los gelassen. Konnte es auch nicht, wenn er jeden Tag präsent war in ihrem Leben. Durch ihre Musik. In den nächsten Tagen, würde Mia es auf eine harte Probe stellen. Wahrscheinlich darüber hinaus. Mit dem Versprechen, dass sie Riku gegeben hatte, immer für ihn da zu sein. Mia wollte eine Freundin für ihn sein. Maja würde sie dafür wahrscheinlich schütteln. Denn schlussendlich war sie immer einfach nur die süsse Freundin. Während Samu der Mensch in Rikus Herzen war. Mia setzte sich auf ihrem Bett auf. Was tat sie hier eigentlich? Es war ein Fehler. Doch alles in Mia, sträubte sich dagegen, es zu zu geben. Mia stand auf und machte sich daran, ihre Sachen aus zu packen. Sie musste dringend auf ganz andere Gedanken kommen, bevor sie sich wieder mit Riku traf. «Bin gut angekommen. Kuss Mia», schrieb sie noch kurz, wie ausgemacht, eine Nachricht an Maja. «Sehr gut! Pass auf dich auf, Süsse. Drück dich und Kuss Maja», kam auch gleich zurück. Maja stand in den letzten Wochen ihrer Schwangerschaft und sass gelangweilt zuhause. Mia hoffte, dass das Baby, ihr Patenkind, wartete bis sie aus Helsinki zurück war. Möchte Mia doch eine der Ersten sein, die es sieht.
Kurz hüpfte Mia noch unter die Dusche, um sich nach der Reise, wieder etwas frischer zu fühlen und machte sich bereit, für den Abend mit Riku. Wie das wieder klang, schüttelte Mia den Kopf. Es war so surreal. Das alles. Gleichzeitig würde es wohl zum Abenteuer ihres Lebens werden. Nur wusste Mia noch nicht, wie lange es dauern und welches Ausmass es noch annehmen wird. Darüber wollte sie jetzt auch nicht nach denken. Sondern die nächsten Tage geniessen. Mit diesen Gedanken, schnappte sich Mia ihre Handtasche und eine dünne Jacke. Riku würde jeden Moment vor dem Hotel sein.
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Leave the past behinde
Fiksyen PeminatEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
