Während Samu seine Sorgen und Gedanken bei Mike liess, kroch ein verschlafenes Murmeltier mit wild zerzausten Locken, aus seiner Koje. „Samu?“ Flüsterte Riku leise neben Samus Koje. Keine Antwort. Vorsichtig tastete er im Dunkeln, nach seinem Schatz. Doch die Koje war leer. Auch sonst war alles dunkel und still im Bus. Samu war wohl bei Mike. Ob er zu ihm gehen sollte? Nein. Riku war zu müde, um sich weiter zu schleppen, als er es gerade tat. Ausserdem wusste er, dass Samu in letzter Zeit, als sich die Tage der Tour zu neigten, wieder unzählige Gedanken wälzte. Sollte er die mal bei Mike abladen und sich gute Ratschläge holen. Ohne ihn. Auch wenn Riku, in dem Moment nichts lieber täte, als sich ganz fest an seinen Liebsten zu kuscheln und von seinen starken Armen festgehalten zu werden. So kroch Riku in Samus Koje. In der Hoffnung, dass dieser bald einmal zurück kam und er noch ein paar Stunden in seinen Armen schlafen konnte. Das brauchte Riku, nach seinem wilden, nicht wirklich schönen Traum, der ihn aus dem Schlaf geholt hatte. Der Gedanke daran, liess Tränen in seinen Augen aufsteigen. Tief kuschelte Riku sich unter die Decke und zog Samus Shirt, dass dort schon bereit lag, an sein Gesicht, um dessen Duft in sich auf zu saugen. Es liess ihn ruhiger werden. Auch wenn die Tränen dadurch ihren Weg aus den Augen, über seine Wangen fanden. Noch ehe Riku, durch die Tränenflut, vom Schlaf übermannt wurde, hörte er Samus Stimme. Nicht ganz sicher, ob er nicht wieder nur träumte. „Rik.“ Flüsterte Samu, während er zu Rikus Koje krabbelte. „Schatz?“ Das Bett war noch warm. Doch leer. Wo er wohl war? Nirgends brannte Licht. Und auf der Toilette war er selber eben noch. Ob er das Selbe brauchte wie er selber. Ein freudiges Lächeln, legte sich auf Samus Gesicht, als er wieder runter stieg. Das Senken der Matratze und die Wärme, die Rik gerade so sehr brauchte sagten ihm, dass er nicht schlief. Samus Arm legte sich über ihn und seine Hand stützte sich neben ihm ab. „Konnte mein Löckchen nicht schlafen ohne mich?“ Hauchte Samu seinem Schatz ins Ohr und strich sanft mit seinen Lippen über Rikus Wange. „Was ist los, Rik? Warum weinst du?“ Stutzte Samu, als er die nase, salzige Spur unter seinen Lippen spürte. Statt zu reden, wurde Rikus Schluchzen, welches er zuvor noch erfolgreich zu verhindern wusste, immer mehr und lauter. „Schatz, was ist los? Hey! Alles gut!“ Samu zog den bebenden Körper an sich und betete Rikus Kopf an seiner Brust. „Schscht, alles gut! Ich bin ja da!“ Strich er Riku, der völlig aufgelöst war, über den Rücken und küsste immer wieder seine Haare. Riku klammerte sich an Samu, als würde sein Traum, jeden Augenblick zur Realität werden und seine grosse Liebe, Meilenweit von ihm entfernt sein, obschon er so nah war. Was war bloss in der Zeit, in der er bei Mike war und Riku schlief, geschehen. Er mochte es nicht, Riku so zu sehen. Und selber so hilflos zu sein. „Bitte verlass mich nicht!“ Schluchzte Riku weiter. Wie kam er denn jetzt darauf, dass er ihn verlassen könnte? „Hast du geträumt?“ Ein leichtes Nicken. „Komm mit.“ Schälte sich Samu aus der Koje, was ziemlich schwierig war, da Riku an ihm hing und kaum Anstalten machte, ihn los zulassen. Sie würden noch alle wecken. Also wollte Samu mit Riku nach hinten. Schnell, zog er ihm noch seinen Pulli über, der noch herum lag und ging dann nach hinten. Riku fest im Arm, setzte sich Samu hin. „Willst du mir davon erzählen?“ Riku schüttelte den Kopf. „Schatz, komm schon.“ Wieder ein Kopfschütteln. „So schlimm?“ – „Noch viel schlimmer.“ Setzte sich Riku auf und wischte sich über das nasse Gesicht. Besorgt sah Samu ihm dabei zu. Fing auch noch eine der Tränen mit seinem Daumen auf und strich ihm die Locken aus dem Gesicht. Auch wenn er es liebte, wenn sie ihm so wild ins Gesicht hingen. Samu setzte sich dann ebenfalls aufrecht hin und lehnte seine Stirn gegen Rikus Schläfe. „Ich liebe dich, mein süsser, verwuschelter Lockenkopf!“ Samus Worte waren so leise und so sanft. Mit all seiner Liebe darin, dass es Riku gleich wieder Tränen in die Augen jagte. „Ich habe von dir geträumt.“ Brach Riku irgendwann die Stille. „Und das war so schlimm?“ Riku nickte. „Es war nichts zusammenhängendes. Aber ich glaube, wir waren ziemlich erfolgreich. Noch mehr als jetzt.“ Riku hatte sich wieder soweit beruhigt, dass er reden konnte. „Vor allem du.“ – „Ich?“ Riku nickte. „Du warst mehr unterwegs als Zuhause. Und dies immer alleine. Ich wurde immer mehr zur Dekoration Zuhause, die man irgendwann nicht mehr sieht, weil sie ja schon seit Jahren da ist.“ Der Gedanke daran, dass es irgendwann wirklich so sein könnte, zerquetschte Riku das Herz. „Ausserdem, war da auch eine Frau...Ich...“ Rikus Stimme versagte. Es war alles so echt. Er konnte die Kälte zwischen ihnen spüren. Die Blicke, wie Samu ihn ansah, auf seinem Körper spüren und die lieblosen Küsse schmecken. Der schlimmste Albtraum, den Riku je hatte. Der Gedanke daran, dass es genau so werden könnte, war das Schlimmste an dem ganzen und die Hölle. Konnte es sein, dass Riku, im weitesten Sinn, von seinen eigenen Ängsten geträumte hatte, schoss es Samu durch den Kopf. „Hey!“ Samus Hände legten sich an Rikus Wangen. „Sag jetzt nicht, dass dies nicht so kommen wird!“ Jagte Riku hoch. „Das weisst du nämlich nicht.“ – „Nein, weiss ich nicht. Aber ich werde es nicht zu lassen.“ Samu schlang von hinten seine Arme um Riku und zog ihn fest an sich. „Schatz, du bist mein ein und alles!“ – „Ja, jetzt noch...“, sagte Riku leise. „Wir drehen uns im Kreis, Rik. All diese Gedanken und Träume. Wenn wir es zu lassen, dass sie uns erfassen, wirken sie wie Gift für uns und unsere Beziehung.“ – „Machst du dir keine Gedanken?“ Samu lachte kurz auf. „Du weisst ganz genau, dass ich mir immer zu viele Gedanken mache. Doch Mike hat mich mal wieder auf die Füsse gestellt und mir gesagt, dass wir nicht an dem herum grübeln sollen, was noch kommen könnte oder uns über Zeit, die wir nicht haben, ärgern. Sondern uns an dem erfreuen, was wir haben. Im Moment. Die kleinen, aber umso schöneren Augenblicke und Momente, die wir gemeinsam haben.“ – „Leichter gesagt, wenn man nicht in dem Ganzen sitzt, sondern nur von aussen zu sieht.“ Samu zog Riku noch etwas fester an sich, als dieser sich von ihm lösen wollte. „Ich weiss. Doch im Grunde, hat er recht. Oder etwa nicht?“ Zögerlich nickte Riku. Natürlich. Und das wusste Riku ja selber auch alles. Doch manchmal überkam es ihn einfach wieder. „Darf ich bei dir schlafen?“, fragte Riku leise, während er sich endlich in Samus feste Umarmung fallen liess. Er war einfach zu süss, wenn er so schüchtern war. Und in solchen Momenten, verliebte sich Samu nur noch mehr in ihn. „Natürlich! Nichts lieber als das, Rik. Das weisst du doch.“ Riku drehte sich, so gut es ging, in Samus Umarmung um. „Möchtest du noch etwas kuscheln?" Riku nickte an Samus Hals, an dem er sein Gesicht vergraben hatte. „Aber im Bett.“ – „Dann komm!“ Samu nahm Rikus Hand in seine und zog ihn hinter sich her, zu den Kojen. Den Pulli ausgezogen, kroch zuerst Riku hinein. Samu folgte ihm und nahm sein Löckchen kaum lag er, fest in den Arm. „Ich lass dich nie mehr gehen! Niemals! Weil ich dich liebe!“ Samu vergrub sein Gesicht in Rikus Haaren. „Mein Herz wird dich immer lieben! Vergiss das niemals, mein Schatz.“ Fester schlüpfte Riku in Samus Umarmung. Er wollte nie mehr aus dieser heraus. Samus Wärme, nahm ihm dieses kalte Gefühl, welches nach dem Traum, seinen Körper beherrschte, dass es schmerzte. Warum konnte er nicht einfach vertrauen. Auf ihre Liebe. Auf Samu. Auf sie beide. Darauf, dass sie das alles, auch in entfernter Zukunft, meistern werden. „Olet minun elämäni!“ Hörte Riku Samu noch flüstern, bevor er in einen ruhigen Schlaf verfiel. Fest und sicher in Samus Armen. Dort, wo die Welt in Ordnung war. Egal, was kam. Samu hingegen, blieb noch eine Weile wach. Rikus Traum, machte ihm Angst. Und das Riku diese Angst hatte, beunruhigte Samu. So fest es ging, ohne seinen Schatz aufzuwecken, schmiegte er sich an Riku. Streichelte und küsste ihn immer wieder sanft. Genüsslich seufzend, drehte sich Riku, schlafend, zu Samu um und kuschelte sich fest an seine Brust. Er lag dadurch, zwar fast auf Samu. Doch diesem war das egal. Im Gegenteil. Riku so nah zu haben, liess auch Samus Gedanken endlich leiser werden. Er schloss seine Augen und folgte Riku ins Land der Träume.
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Leave the past behinde
FanfictionEin einziger Moment, kann dein ganzes Leben verändern... Mit dem Moment, als Riku Rajamaa, Musiker aus Leidenschaft und begnadeter Gitarrist, das Studio betritt, verändert sich nicht nur die Situation der finnischen Band Sunrise Avenue. Auch sein e...
