Kapitel 72

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So flogen die Tage und Wochen vorbei. Ohne auch nur einmal den Anschein zu erwecken, etwas langsamer zu gehen oder inne zu halten. Der Kurzurlaub in der Schweiz, war auch schon wieder lange Geschichte. Die Städte und Orte, an denen die Jungs spielten, zogen vorüber. Genau wie der Sommer, der sich schon dem Ende des Augusts zu neigte. Was hiess, dass sie ihren letzten Live Auftritten entgegen sahen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der August, zeigte sich noch einmal von seiner schönsten Seite, weshalb es ein fulminanter Abschluss Abend wurde. Welchen die Jungs jedoch im Bus ausklingen lassen mussten. Diese letzte Nacht, liessen sie sich aber durch die Tatsache, sie on the road zu verbringen, nicht trüben. Feiern konnten sie, wenn es sein musste, überall. Auch im Bus. Mit Mike und dem Rest der Crew, hatten sie schon vor ein paar Tagen angestossen, als sie eine Nacht im Hotel und einen letzten Off Tag hatten.
Ein bisschen müder als sonst und mit den Sonnenbrillen auf den Nasen, stiegen die Herren, am nächsten Tag, aus dem Bus. Hamburg Flughafen. Der Ort, an dem vor etwa drei Monaten, ihre Reise durch Europa begann. Sami, Raul, Osmo, so wie auch Mike, reisten von dort aus nachhause. Mikko flog mit Samu und Riku nach Berlin, um noch ein paar Promotermine wahr zu nehmen und bei Universal Music vorbei zu schauen. Immerhin würden es dann doch weniger Termine werden als angenommen. Was alle Drei und vor allem Samu und Riku natürlich mehr als freudig stimmte. Liessen die Energiereserven, doch langsam aber sicher, zu wünschen übrig.
Es war immer wieder merkwürdig, nach so langer Zeit auf engstem Raum und jeden Tag zusammen sein, sich dann wieder zu trennen. Wenn es auch absehbar war. In etwas mehr als zwei Monaten, würde das Ganze wieder von vorne beginnen. Dieses Mal mit ihrer eigenen Tour. „Lasst euch knuddeln und knutschen, meine zwei Turteltauben!“ Breitete Sami seine Arme aus und grinste Samu und Riku an. Worauf er dann jedoch in eine feste Umarmung gezogen wurde. „Geniesst euren Urlaub! Der erste Liebesurlaub. Ist das aufregend!“ Quietschte Sami gespielt aufgeregt. Was darauf folgte, war ja klar. Einen Klaps auf den Hinterkopf, von Samu. „Pass auf dich auf, Samibär!“ Ein dicker, fetter Schmatzer, landete, nach der Knuddelattacke, links und rechts auf Samis Wange. „Du wolltest knutschen.“ Kommentierte Samu das verzerrte Gesicht von Sami, mit einem Lachen. Der Letzte war Mike, der seine, ja jetzt hatte er zwei Lieblingsjungs, in den Arm nahm. Seit der Nacht, in der Riku sich ihm öffnete, war dieser ihm unglaublich ans Herz gewachsen. Sie sassen danach öfters zusammen und sprachen über Gott und die Welt, wie man so schön sagte. Riku war einfach ein so Herzens guter Mensch, den man einfach ganz fest in sein Herz schliessen musste und dort auch nicht mehr weg haben wollte. „Nicht zu viel denken, Riku. Geniesse die Zweisamkeit im Urlaub!“ Riku nickte und sah Mike dankbar an. „Und du, Grosser. Pass auf deinen Liebsten auf. Er ist wahrlich ein Goldstück! Einen Menschen wie ihn, findest du, wenn überhaupt, so schnell nicht wieder.“ – „Ich weiss!“ Löste sich Samu von Mike und schenkte Riku ein strahlendes Lächeln. Wehmütig sah Mike der Truppe hinterher, wie sie in verschiedene Richtungen ausschwärmten. Er vermisste den chaotischen Haufen schon jetzt. Deshalb war er um so dankbarer, durfte er auch beim nächsten Teil der Tour, die Jungs von Stadt zu Stadt fahren. Sie waren nun mal seine zweite, kleine Familie. So tolle Menschen, dass man ihnen nur schwer entkam.
„Auf Jungs. Es wartet noch etwas Arbeit auf euch.“ War Mikko wieder ganz Manager Like eingestellt und scheuchte seine zwei Herren, die sich nur schwer von den anderen trennen konnten und die am liebsten mit in den Flieger nach Finnland, gestiegen wären, zu ihrem Gate. „Nächstes Mal, wäre ich ja sehr froh, wenn wir auch gleich Urlaub hätten, nach der Tour.“ Tat Samu, erstaunlich höflich, seinen Unmut, über diese nicht sehr tolle Situation kund. „Ich weiss, dass die Luft auch bei euch draussen ist, seit gestern, nach dem letzten Konzert. Doch ich kann nicht immer was dagegen tun, was noch weiter an Terminen ansteht. Es sind ja nur zwei Tage.“ Von Samu kam nur ein Seufzen. Von dem Mikko und Riku wussten, dass es nicht aus Ärger kam, sondern einfach, weil er keine Energie mehr hatte. Wie gerne, hätte Riku seinen Grossen jetzt einfach in den Arm genommen und geküsst. Was in der Regel immer half. Doch musste ein Lächeln reichen. Mikko klopfte er dabei kumpelhaft auf die Schulter. So waren alle wieder zufrieden und es konnte los gehen. Ab nach Berlin. Zu Samus Erstaunen, sassen sie nach zwei Tagen Berlin, wirklich schon wieder im Flieger. Man wusste nie, was manchen Leuten noch in den Sinn kam, wenn man ja ohnehin gerade zur Verfügung stand. Mikko war da auch unnachgiebig, musste man sagen.
„Endlich Nachhause!“ Atmete Samu erleichtert durch und schloss die Augen, als der Flieger endlich abhob. Riku lächelte und drückte seine Hand, die er mit seiner, zwischen ihnen versteckt, umfasst hatte. Samu drehte den Kopf zu seinem Schatz und sah ihn, mit einem sanften, strahlenden Lächeln an. Sagen tat er nichts. Doch Riku konnte das ‘ich liebe dich', in Samus Augen sehen. „Ich dich auch!“ Flüsterte er. Wären sie jetzt nicht in diesem Flugzeug, mehr oder weniger ausgestellt und konnten von überall her beobachtet werden, würde er Samu jetzt lange und innig küssen. Das erste, was er tun würde, wenn sie wieder Zuhause waren, schwor sich Riku. Bevor er auch die Augen schloss und weg schlummerte.
Ein leichtes rütteln, holte ihn, für sein Empfinden, viel zu früh wieder aus seinem Schlaf. „Wir landen bald.“ Drang die leise, tiefe Stimme, neben ihm, an Rikus Ohr und langsam auch in sein Bewusstsein. Riku blinzelte und setzte sich dann wieder aufrecht hin. „Du darfst dich gerne weiter an mich kuscheln.“ Kommentierte Samu dies. „Ich will doch einen ersten Blick auf meine Heimat erhaschen.“ Traditionen, sollte man nicht einfach so versickern lassen. Weshalb Riku sich von Samu weg und dem Fenster zu wandte. Wie schön es doch einfach, auch von hier oben, aussah. Man konnte schon deutlich die vielen Inseln, um Helsinki herum, erkennen. Dieser Anblick, trieb Riku die Tränen in die Augen. „Hey, was ist los?“, fragte Samu, der sich zu Riku rüber gebeugt hatte, um ebenfalls etwas zu sehen, als seine Wange an die von Riku lehnte, über die Tränen kullerten. „Es ist einfach schön, wieder Zuhause zu sein.“ Samu rückte noch ein Stück an Riku heran und legte sein Kinn auf dessen Schulter ab. „Du kannst dir nicht vorstellen, wie gerne ich dich jetzt küssen würde.“ Raunte er diesem, gerade so laut, dass nur er es hören konnte, ins Ohr. „Oh doch, das weiss!“ Umfasste Riku Samus Hand, dessen Arm sich, so dass es keiner sehen konnte, um ihn geschlungen hatte. „Ich kann es kaum erwarten, bis wir endlich wieder Zuhause sind.“ – „Frag mich mal.“ Seufzte Samu und berührte kurz die empfindliche Haut hinter Rikus Ohr. Rikus Herz schlug heftig gegen seine Brust, als wolle es jeden Augenblick aus dieser hinaus springen. „Jungs. Aussteigen.“ Drang Mikkos Stimme bis zu ihnen. „Bald sind wir alleine und dann lass ich dich nicht mehr aus meinen Armen.“ Flüsterte Samu noch einmal, bevor er aufstand. Seinen Rucksack aus dem Gepäckfach nahm und Mikko folgte. „Minun kaunis Suomi, endlich bin ich wieder Zuhause!“ Breitete Samu seine Arme aus und atmete tief durch. Als Riku, auf dessen Lippen ein Grinsen lag, an ihm vorbei wollte, packte Samu ihn und zog ihn in eine feste Umarmung. „Wir sind noch nicht Zuhause, Grosser.“ Erwiderte Riku die Umarmung. „Ist mir egal.“ – „Na los, kommt schon. Ihr wollt doch nachhause.“ Rief Mikko. Samu entliess Riku aus seinen Armen und folgte den beiden in das Flughafengebäude. Es dauerte nicht lange, bis sie ihr Gepäck hatten und es endlich in Richtung Parkhaus ging. „Sorg mir für keinen Ärger, Haber.“ Klopfte Mikko Samu auf die Schulter. Auf ihn, wartete draussen ein Taxi. „Ich pass schon auf ihn auf.“ Legte Riku Samu den Arm um die Schulter. „Ihr zwei Verrückten. Ich hab euch lieb!“ Zog Mikko die beiden nun doch noch in eine Umarmung zum Abschied. „Erholt euch gut!“ – „Du ebenso, Managerii!“ Mit diesen Worten, gingen ihre Wege in unterschiedliche Richtungen. Kaum bei Samus Auto angekommen, liess Samu sein Gepäck, Gepäck sein und zog Riku an sich heran. „Wir sind immer noch nicht Zuhause.“ Riku drückte Samu etwas von sich, bevor dieser seine Lippen für sich einnehmen konnte. „Das ist nicht dein Ernst.“ Sah Samu ihn entsetzt an. „Du willst jetzt nicht wirklich bis Zuhause warten, bevor ich dich endlich wieder küssen kann?“ Samu liess seinen Kopf an Rikus Schulter sinken. „Ich werde noch wahnsinnig, Rik.“ – „Dann spar dir das, bis Zuhause. Weisst du wie explosiv das dann werden wird?“ Strich Riku ihm durch die Haare. Samu schnaubte. Packte das Gepäck in den Kofferraum, während Riku schon mal einstieg. Genauso, wie er in das Parkhaus fuhr, verliess Samu es auch wieder. Mit quietschenden Reifen. Erst als er sich draussen, in den Verkehr eingefädelt hatte, umfasste er Rikus Hand, drückte einen Kuss auf den Handrücken und sah Riku liebevoll an.
Je näher sie ihrem Zuhause kamen, desto zappeliger, wurde Riku. Er rutschte unruhig auf dem Sitz hin und her. „Enge in der Hose?“ Lachte Samu auf. „Arsch!“ Boxte Riku ihm in den Arm. „Wir sind ja gleich da, mein Schatz!“
Ein Lächeln, legte sich auf Rikus Gesicht, als das Haus…ihr Haus…endlich vor ihnen auftauchte. Er wollte jetzt nur noch Samu. Und danach schlafen. Bevor es dann in den Urlaub ging, mit seinem Schatz. Riku stieg schon mal aus, während Samu das Auto in die Garage fuhr. Noch ehe Riku die Tür, von der Garage zum Haus aufschliessen konnte, wurde er von einem süchtigen Herrn, umgedreht und dagegen gedrückt. „Wir sind Zuhause, mein Schatz. Jetzt brauch ich dich!“ Raunte Samu. „Das Gepäck?“ Samu schüttelte den Kopf. „Irgendwann, machst du mich noch wahnsinnig.“ Obwohl er es nicht erwarten konnte, wollte Samu den Kuss nicht stürmisch werden lassen. Sondern gefühlvoll verlangend. Er liess seine Finger in Rikus Haaren verschwinden und näherte sich seinem Gesicht. Riku legte seine Hände an Samus Nacken und zog ihn an sich heran. Riku hatte recht. Es war wirklich wie eine Explosion, als ihre Lippen, nach einer gefühlten Ewigkeit, endlich aufeinander traffen. Ein erleichtertes Seufzen, gefolgt von einem erregten Keuchen, entwich zwischen ihren Lippen. Samus Finger schlichen sich augenblicklich unter Rikus Shirt. Wie er die Gänsehaut darauf liebte. Sie wären schon im Flugzeug gerne darunter geschlichen. Dort konnte sich Samu gerade noch so beherrschen. Doch jetzt waren sie alleine. Und Rikus Anziehung noch viel tausend Mal grösser, als sie es ohnehin schon immer war. Schon während der Tour, hätte Samu manchmal am liebsten ihre Abmachungen über Bord geworfen und der ganzen Welt mit geteilt, wie verdammt glücklich verliebt er in seinen besten Freund und Gitarristen war. Riku auf der Bühne geküsst, um es allen zu zeigen. Er wusste, Mikko hätte zuerst einen Wutanfall und danach einen Herzanfall bekommen. Und dies, wollte Samu verhindern. Was dachte er hier eigentlich? Der Mensch seiner Begierde, stand vor ihm und er dachte an ganz andere Dinge, als ihn zu verführen und zu verwöhnen. Rikus Mitte, die fest gegen Samus gedrückt war, schrie förmlich danach und nach viel mehr. „Samu.“ Keuchte Riku auf, als dieser ihn noch fester gegen die Tür und gegen seinen Körper drückte. Der Kuss wurde stürmischer und unbändiger. „Nicht hier, Samu.“ Kam zwischen den Küssen von Riku. Samu liess von Riku ab, dass er ihn ansehen konnte. „Ich brauche dich so sehr!“ – „Ich dich auch, Schatz. Aber nicht in der Garage. Überall, nur nicht hier.“ Bedeckte Riku Samus Gesicht mit federleichten Küssen. Samu schloss die Augen und vergessen war dieser unbändige Trieb, Riku gleich hier, an Ort und Stelle zu nehmen. Wie machte er das nur immer wieder? Riku holte Samu immer wieder runter. Egal von welchem Trip. Riku musste ihn nur ansehen, durch die Haare streichen oder wie jetzt, seine Lippen zum Einsatz bringen und Samu schmolz wie Wachs und hatte alles andere vergessen. „Komm mit!“ Riku drehte sich zur Tür, um diese zu öffnen und endlich aus dieser ungemütlichen Garage zu kommen. Statt nur Rikus Hand zu ergreifen, die er Samu hin hielt. Nahm dieser sich gleich den ganzen Mann. Er schmiegte sich fest an ihn. „Samu.“ Lachte Riku auf. „Ich habe gesagt, dass ich dich nicht mehr aus meinen Armen lasse, wenn wir Zuhause sind.“ – „Meine Schmusekatze.“ Drehte sich Riku zu Samu um und schlang seine Arme um ihn. „Kuscheln?“ Samu nickte, noch während Riku mit ihm zu ihrer Sofalandschaft ging. „Ich liebe ja das Leben auf Tour und die Jungs und alles. Aber es geht doch nichts über das eigene Zuhause. Anzukommen und runter zu fahren.“ Seufzte Samu, als er sich auf das Sofa fallen liess. „Doch das weiss ich erst, dank dir.“ Zog er Riku zu sich in den Arm. „Erst durch dich, hat nach hause kommen, genau diese Bedeutung. Vorher war es in eine stille Wohnung zu kommen. Schlafen, Waschen, Essen und weiter arbeiten. Jetzt ist es ausspannen und geniessen.“ Drückte Samu seinem Schatz einen Kuss aufs Haar und vergrub seine Nase darin. Er mochte es, wenn sie so lang waren, wie jetzt. Da konnte man so schön darin herum wuscheln. Das machte Samu für sein Leben gern. Alles Dinge, die er erst durch Riku heraus gefunden hatte, wie sehr er es mochte, sie zu tun. Es ging nicht lange und im Hause Haber und Rajamaa, war nur noch leises, gleichmässiges Atmen zu hören. Sie waren doch müder als gedacht und tatsächlich während dem Kuscheln, mitten am Nachmittag, eingeschlafen.

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