Kapitel 103

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Amélies Sicht:

Geschockt starrte ich den Stoff an, den ich in meiner Hand hielt. Es war hundert prozentig Marihuana, denn in der Tüte waren auch kleine Papierstreifen, mit denen man sich selber eine Zigarette drehen konnte. Ich wollte das wirklich nicht wahr haben, dass Justin dieses Zeug in seinen Sachen hatte. Hatte er mich etwa angelogen? War er das auf den Bildern? Und rauchte er vielleicht auch sonst hinter meinem Rücken? Ich war wirklich enttäuscht und wütend zugleich und nahm die Zigaretten und die Tüte in die Hand. Vorsichtig verstaute ich sie in meiner Hosentasche, bevor ich schnurstracks zu Justin runter ging. "Justin wir müssen reden!" sagte ich wütend.
Justin sah mich genervt an und fasste sich gegen den Kopf. "Ich will jetzt nicht reden ich hab Kopfschmerzen!" brummte er leise. Mir war es egal, ob er reden wollte oder nicht. "Rauchst du?" fragte ich sofort. Justin stand auf und stellte sich empört vor mich.
"Nein! Wieso sollte ich rauchen? Wie kommst du auf sowas?" fragte er geschockt. Ich fasste in meine Hosentasche und holte die Schachtel Zigaretten raus, die ich auf den Tisch warf. "Wenn du nicht rauchst, was machen die dann in deinen Sachen?" wollte ich enttäuscht wissen.
Ich glaubte ihm gerade kein Wort. Vielleicht sagte er die Wahrheit und es waren gar nicht seine Zigaretten, aber dann sollte er mir lieber mal eine vernünftige Erklärung geben."Keine Ahnung was die in meinen Sachen machen!" protestierte Justin regelrecht. Ich schaute ihn kopfschüttelnd an. "Verarsch mich nicht, Justin! Die Zigaretten sind ja nicht plötzlich in deiner Hose gelandet!" sagte ich genervt. Justin starrte die Zigaretten an und seufzte leise. "Ja.. Okay ich rauche ab und zu." gestand er schließlich. Mit offenem Mund starrte ich ihn an. "Was?!" fragte ich fassungslos. Das war gerade echt zu viel für mich. Erst log er mich an und dann sagte er plötzlich die Wahrheit. Ich konnte das gar nicht glauben.

"Wenn ich Stress hab, dann rauche ich halt mal ne Kippe." murmelte Justin ehrlich. Er sah mich entschuldigend an, aber ich war trotzdem völlig schockiert. "Dann die nächste Frage. Warst du das auf den Bildern? Hast du an dem Abend, als du bei Lil warst, gekifft?" fragte ich mit ruhiger Stimme. Wenn Justin jetzt nein sagte, dann wäre es vorbei zwischen uns. Ich ließ mich nicht zweimal von ihm verarschen. "Nein!" sagte er sofort. Jetzt reichte es mir. Ich schmiss Justin die Tüte mit dem Marihuana hin und sah ihn sein ertapptes Gesicht. "Lass mich raten, die Tüte war auch ganz plötzlich in deiner Hose?!" fragte ich aufgebracht. Justin starrte die Tüte an und atmete schwer. Es sah aus, als würde er gleich vor Wut explodieren, obwohl eigentlich ich die mit der Wut sein müsste. "Ja mein Gott ich wars! Ich habe an dem Abend Drogen genommen! Aber das war doch nur einmal!" gab Justin schließlich zu. Ich sah ihn erneut kopfschüttelnd an und war richtig verletzt. "Du hast mich angelogen.. Zweimal." murmelte ich unverständlich. Wie konnte Justin mich so anlügen, obwohl er wusste, dass ich Wert auf Ehrlichkeit legte? "Ja hab ich! Ich wusste, dass du abgehen wirst, wenn du das erfährst! Dann hab ich halt einmal gelogen, dass ist doch kein Weltuntergang! Wenn du mich lieben würdest, dann würdest du mir das verzeihen." sagte Justin mit lauter Stimme. Geschockt schaute ich ihn an. Was sollte das denn jetzt bedeuten? "Wenn du mich lieben würdest, hättest du mir die Wahrheit gesagt! Es reicht, Justin! Du weißt, dass ich großen Wert auf Ehrlichkeit lege und zweimal lügen war zweimal zu viel." sagte ich. Es viel mir zwar schwer diese Worte in den Mund zu nehmen, aber er sah es ja noch nicht mal ein, dass er einen Fehler gemacht hatte. "Das ist doch jetzt nicht dein ernst? Du bist jetzt wirklich wütend, weil ich dich zweimal angelogen habe? Komm schon, dass ist doch nicht schlimm! Du bist manchmal so naiv!" schrie Justin genervt."Ich bin naiv? Du bist so ein Idiot! Ich hasse dich!" schrie ich noch lauter. Eigentlich wollte ich diese Worte gar nicht aussprechen, aber ich war so wütend das ich es nicht kontrollieren konnte. Dann passierte etwas, womit ich nicht rechnete. Justin holte mit seinem Arm aus und klatschte mir seine flache Hand gegen die Wange. Sofort hielt ich mir die Hand dagegen, weil es sofort zu brennen anfing. Justin riss die Augen auf und kam auf mich zu. "Oh Gott das wollte ich nicht! Es tut mir..." er wollte meine Wange streicheln, aber ich schlug seine Hand weg. "Fass mich nicht an!" kreischte ich aufgebracht.

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