Justins Sicht:
Lächelnd ging ich in den Abstellraum und nahm mein Handy aus der Hosentasche. Ich wählte Austins Nummer und wartete darauf, dass er ranging.
„Hallo?" fragte er verwirrt.
„Hey, hier ist Justin!" sagte ich leise. Ich hatte Angst, dass irgendjemand mich bei dem Gespräch belauschte, aber als ich durch die Tür schaute sah ich Amélie mit Denise und Fredo reden.
„Justin? Ihr sollt feiern, was willst du?" fragte er und er klang ein bisschen traurig.
Was auch immer der richtige Grund für sein Verschwinden war, es musste ihn ziemlich getroffen haben. Aber ich wollte jetzt auch nicht neugierig nachfragen, denn das gehörte sich nicht.
„Hör zu... Amélie ist ziemlich down... du musst sie aufheitern, wenn sie nach der Party zurück ins Hotel kommt. Ich sorge dafür, dass sie nüchtern bleibt und du musst dir irgendwas ausdenken, wie du sie glücklich machst. Sie denkt, dass du Schluss machen willst.. also musst du ihr das Gegenteil beweisen." flüsterte ich in mein Handy.
„Und wie soll ich das anstellen?" fragte er verwirrt.
Ich holte tief Luft, weil ich ganz genau wusste, was ich an seiner Stelle tun würde.
„Gestalte das Schlafzimmer romantisch.. Rosenblätter, Kerzen, leise Musik.. so etwas gefällt ihr und dann verwöhn' sie, zeig ihr, dass du sie liebst."
„Du meinst.. ich soll mit ihr schlafen?" fragte Austin leise. Ich schloss die Augen und lehnte mich gegen die Wand hinter mir. Es war ziemlich komisch mit dem Freund meiner Ex Freundin über Sex zu reden, aber was anderes blieb mir gerade nicht übrig.
„Ja! Wieso... habt ihr noch nicht ähh...miteinander geschlafen?" wollte ich verwirrt wissen.
„Nein." gestand Austin schüchtern.
Ich war kurz davor zu kichern, aber ich unterdrückte es mir gerade noch so. Es wäre fies gewesen, wenn ich jetzt anfing zu lachen.
„Alter, dann ist heute Abend der perfekte Moment für's erste Mal!" sagte ich mit einem breiten Grinsen auf den Lippen.
„Meinst du?" hörte ich Austin leise flüstern.
„Liebst du Amélie?" fragte ich ihn im Flüsterton.
Austin seufzte. „Ja, ich liebe sie."
Aus irgendeinem Grund spürte ich bei diesen Worten einen kleinen Stich in meinem Herzen. Ich ignorierte dieses verwirrende Gefühl und holte tief Luft.
„Dann zeig ihr das heute Nacht, Bro. Denn Amélie liebt dich auch, glaub mir... ich sehe es ihr an." murmelte ich leise.
„Okay.. und du bist sicher, dass sie auf dieses ganze Romantikzeugs steht?"
Ich lachte und fuhr mir durch die Haare. Durch die offene Tür starrte ich Amélie an, die mich kurz anlächelte und dann weiter mit Denise redete.
„Ganz sicher."
„Danke, Justin. Bis dann."
„Bis dann."
Ich steckte mein Handy zurück in meine Hosentasche und stolzierte dann zu Amélie. Lächelnd stellte ich mich neben sie und grinste breit.
„Mit wem hast du telefoniert?" fragte sie mich neugierig.
„Ach das ist nicht so wichtig. Viel wichtiger ist, dass ich dich jetzt zum Lächeln bringe. Das steht dir nämlich viel besser als dein trauriger Blick." sagte ich zwinkernd. „Aber zuerst warten wir bis Mitternacht. Es sind ja nur noch 10 Minuten!"
