Justins Sicht:
Ich ließ mich mit dem Rücken an ihrer Tür
runtergleiten und saß zusammengekrümmt auf dem Boden. Meine Arme
schlang ich um meine angezogene Beine, während ich mein Gesicht an
meinen Knien vergrub.
Vielleicht würden mich einige jetzt für
ein Weichei halten, weil ich weinte, obwohl es nicht so einen großen
Grund gab, aber das war mir egal. Ich wusste ganz genau wieso ich
weinte und ich konnte es nicht wirklich steuern. Die Gefühle kamen
einfach über mich und ich musste sie jetzt rauslassen.
Wieso
machte Amélie es mir so verdammt schwer so zu leben wie ich es
wollte?
Es konnte ihr doch egal sein, ob ich Drogen nahm oder
nicht.
Dabei wollte ich den Scheiß nicht mal nehmen. Ich wollte
nicht abstürzen und innerlich zerbrechen, aber ich wusste keine
andere Lösung als mich vollzudröhnen. Amélie würde mich
vielleicht verstehen, wenn ich es ihr erklären würde, aber ich
schaffte es nicht.
Ich wusste nicht wie ich ihr die Wahrheit
sagen sollte. Ich wusste nicht, wie ich ihr erklären sollte, warum
ich Drogen nahm.
„Ey, Justin! Wieso sitzt du auf dem Boden?"
hörte ich eine Mädchenstimme plötzlich sagen. Ich stand auf und
wischte mir die Tränen von den Wangen. Mit einem Lächeln sah ich
Chantel an und nickte ihr zu.
Ja, Chantel Jeffries. Model. Wir
hatten uns vor kurzem in einem Club kennengelernt und ich hatte
Amélie belogen, denn sie war sicher kein Fan, der nur ein Autogramm
wollte. Sie wollte mehr von mir, aber mehr als eine Knutscherei lief
nicht zwischen uns.
„Hast du geweint?" fragte Chantel
mich besorgt. Sie legte mir einen Arm um die Hüfte, doch ich löste
mich aus ihrem Griff und fuhr mir durch die Haare.
„Spielt keine
Rolle. Hast du Bock auf Strand?"
Chantel strahlte über beide
Ohren und fuhr mir mit ihren Fingerspitzen über meine nackte Brust.
„Mit dir doch immer!" flüsterte sie verführerisch.
Ich
lächelte und ging mit ihr in meine Suite, damit ich mir eine
Badehose anziehen konnte. Chantel hatte schon einen Bikini unter
ihren Sachen, da sie schon kurz am Strand gewesen war. Ich ging ins
Badezimmer und schaute mich nochmal im Spiegel an und wusch mir
einmal mein Gesicht in der Hoffnung, dass ich dann nicht mehr so
verheult aussah.
Danach starrte ich mich im Spiegel an und musste
feststellen, dass ich wirklich nicht gut aussah.
Amélie
hatte ein gutes Recht um zu sagen, dass ich nicht mehr der Justin
war, den sie kennengelernt hatte. Ich fühlte mich auch nicht mehr
