Kapitel 141

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Amélies Sicht:


Während der Autofahrt konnte ich nicht reden. Justin hatte seine Hand auf mein Knie gelegt und streichelte ab und zu über meinen Oberschenkel, um mich zu beruhigen.

Ich legte meine Hand auf seine und verschränkte unsere Finger miteinander, während Justin ganz lässig mit der linken Hand das Auto lenkte.

„Alles okay?" fragte Justin leise. Dabei sah er mich kurz an, bevor er wieder auf die Straße sah. Wir hielten an einer Ampel, sodass Justin mich wieder angucken konnte. Ich hatte jetzt schon fast Tränen in den Augen, obwohl ich Nick noch gar nicht gesehen hatte. Trotzdem nickte ich stumm und versuchte ein Lächeln hervorzubringen.

„Hey... Baby sieh mich an." flüsterte Justin leise. Ich schaute ihn an und wurde sofort von seinen Augen in den Bann gezogen. „Wenn du das Bedürfnis hast, zu weinen.. dann weine. Versteck deine Gefühle nicht, auch wenn ich es hasse, wenn du weinst."

Ich atmete tief ein und wieder aus und sah auf die verschränkten Hände von Justin und mir. Als die Ampel auf grün schaltete, fuhr Justin weiter.

Die restlichen fünf Minuten herrschte wieder absolutes Schweigen zwischen uns. Aber es war nicht so ein peinliches Schweigen, sondern eher ein angenehmes. Wir verstanden uns auch ohne Worte, und das fand ich so schön an unserer Beziehung.

Als wir fünf Minuten später auf dem Parkplatz vom Krankenhaus parkten, musste ich feststellen, dass keine einzigen Paparazzi hier waren. Da Justin nicht seinen weißen Ferrari oder sein verchromtes Auto fuhr, erkannte uns niemand.

Justin setzte seine Kapuze trotzdem vorsichtshalber auf. Er schloss das Auto ab und griff schließlich nach meiner Hand. Wir verschwanden sofort im Krankenhaus, wo ich mich nach Nick erkundigte. Als uns die Frau an der Rezeption gesagt hatte, wo sein Zimmer war, gingen Justin und ich zum Fahrstuhl.

„Bist du sicher, dass du mit dem Fahrstuhl fahren willst?" fragte ich ihn vorsichtig, immerhin wusste ich, dass er Klaustrophobie hatte. Justin schaute mir in die Augen und nickte.

„Du musst mich nur die ganze Zeit küssen, dann geht das schon." flüsterte er leise. Mit der Aussage brachte er mich mal wieder zum Lächeln.

„Ich denke, das lässt sich machen." murmelte ich grinsend, bevor wir den Fahrstuhl betraten.


Justin stellte sich sofort mit dem Rücken gegen die Wand und presste seine Handflächen dagegen, während er die Augen schloss und schwer atmete. Ich ging sofort zu ihm und legte meine Hände in seinen Nacken, bevor ich meine Lippen auf seine legte und sie zärtlich massierte. Zuerst war Justin wie versteinert, doch kurze Zeit später entspannte er sich und er erwiderte meinen Kuss. Unsere Zungen fingen leidenschaftlich an miteinander zu spielen und Justin legte seine Hände auf meinen Rücken, um mich enger an sich ran zu drücken.

Plötzlich machte es 'Pling' und die Fahrstuhltür öffnete sich. Justin und ich lösten uns voneinander und so schnell wie möglich rannte Justin aus dem Fahrstuhl.

Ich folgte ihm und nahm seine Hand in meine.

„Wir hätten auch die Treppe nehmen können." flüsterte ich leise gegen seine Lippen.

„Nein, ist schon okay. Wir nehmen nachher die Treppen okay?" fragte Justin lachend. Ich nickte und ging dann mit ihm den Flur entlang.

Nick lag am Ende des Flurs, sodass wir noch ein Stück gehen mussten. Ich umgriff Justins Hand noch fester und begann zu zittern.

Als wir vor Nicks Raum stehen blieben, schaute Justin mich besorgt an.

„Soll ich mit reinkommen?" fragte er leise. Ich musste kurz überlegen, ob ich es alleine schaffen würde, mit Nick zu reden. Justin legte eine Hand an meine Wange und fuhr zärtlich drüber.

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