Kapitel 295

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Amélies Sicht:

Panisch setzte ich mich neben ihn und schlug ihm leicht gegen die Wange.

„Baby! Wach auf!", sagte ich verzweifelt. Ryan hielt schon das Handy in der Hand um den Notarzt zu rufen, doch da öffnete Justin schon wieder die Augen und sah mich mit trüben Blick an. Ich strich ihm sofort durch die Haare und küsste ihn erleichert.

„Gottseidank bist du wach! Du bist einfach ohnmächtig geworden!", flüsterte ich besorgt. Justin setzte sich aufrecht hin und rieb sich über den Hinterkopf.

„Mir war auf einmal so schwindelig. Ich glaub das liegt daran, dass ich vorhin beim Abendbrot auch kaum etwas gegessen habe", murmelte Justin leise. Ich half ihm dabei aufzustehen und Ryan stützte ihn zusammen mit mir. Wir machten uns langsam auf den Weg nach Hause, denn inzwischen war es kurz nach Mitternacht, draußen war es stockdunkel, weswegen die Leute hoffentlich nur verschwommene Fotos von Justin und mir hatten.

Als wir zuhause ankamen, stand Diane sofort auf und nahm Justin erleichert in den Arm.

„Wo sind Scooter und Pattie?", fragte ich sie neugierig, als Justin sich von seiner Oma gelöst hatte und von Ryan nach oben in sein Zimmer gebracht wurde.

„Die liegen schon im Bett. Pattie war ziemlich erschöpft und müde!", sagte Bruce lächelnd. Ich nickte verständnisvoll und lächelte Ryan an, als er von oben runterkam.

„Ich werd dann mal wieder nach Hause gehen", murmelte er, bevor er gähnte.

Ich umarmte ihn und hauchte ihm einen Kuss auf die Wange.

„Grüß Sel von mir!"

Dann ging ich nach oben in Justins Zimmer und sah ihn auf seinem Bett liegen. Er hatte seine Jacke und seine Jogginghose ausgezogen und lag jetzt nur in Boxershorts dort.

Sein Blick war starr an die Decke gerichtet, was vollkommen verständlich war. Er machte sich vermutlich immer noch Vorwürfe wegen dem, was mit Jazzy passiert war.

Lächelnd ging ich zu ihm und setzte mich auf die Bettkante.

„Kommst du kurz alleine klar? Ich geh mich schnell fertig machen", hauchte ich gegen seine Lippen. Justin nickte stumm, ohne ein Wort von sich zu geben und ich küsste ihn liebevoll.

Dann ging ich ins Badezimmer und schminkte mich ab. Außerdem putzte ich Zähne und kämmte meine Haare durch.

Als letztes zog ich mich bis auf den Slip aus und zog mir eine kurze Hose und ein Top an, das ich zum Schlafen mitgenommen hatte.

Fünf Minuten später betrat ich wieder Justins Zimmer und er starrte immer noch die Decke an.

Ich krabbelte über ihn rüber und setzte mich im Schneidersitz hin - mit meinem Rücken lehnte ich mich gegen die Wand, die neben dem Bett war.

Justin setzte sich aufrecht hin und schaute mir tief in die Augen. Er sah so schlimm aus, so abgemagert und schwach und so extrem erschöpft.

„Es tut mir leid, dass ich Ecstasy nehmen wollte. Ich weiß, du bist enttäuscht von mir", flüsterte Justin traurig. Ich strich über seine Wange und leckte mir über die Lippen.

„Ja, das bin ich. Aber noch vielmehr bin ich besorgt um dich. Du brauchst professionelle Hilfe, Justin und deswegen musst du in eine Rehab", hauchte ich liebevoll. Ich küsste Justin kurz und sah anschließend in sein schockiertes Gesicht.

„Ich will nicht in die Rehab. Hör zu... ich weiß, dass ich einen Entzug machen muss, aber diesen Entzug schaffe ich alleine!", versicherte Justin mir.

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