Kapitel 281

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Justins Sicht:


Ich war jetzt seit fünf Stunden im Studio, also war es kurz nach 12 Uhr und ich war tot müde, dabei musste ich noch den ganzen Tag durchhalten.
Mein rechter Arm lag auf einer Liege, da ich den gerade tätowieren ließ, während ich mit der linken Hand mein Handy in der Hand hielt und die SMS von Amélie las, in der sie schrieb, dass sie in fünf Minuten hier sein würde.
Ich strahlte über beide Ohren und gähnte laut.
„Nicht geschlafen, Bizzle?", fragte Khalil mich grinsend. Er setzte sich neben mich und betrachtete das Werk, dass mir mein Tätowierer auf den Arm stach.
„Keine Minute, ich bin so scheiße müde, Alter!",antwortete ich leise. Khalil schaute sich um und als er merkte, dass gerade alle beschäftigt waren und niemand auf uns achtete, näherte er sich meinem Ohr.
„Ich hab etwas, dass dich wach hält",murmelte er so leise, dass nicht mal der Tätowierer etwas mitbekam.Davon mal abgesehen, stand er auf und machte kurz eine Pause, in derer sich was zu trinken holte.
„Was meinst du damit?", fragte ich ihn neugierig. „Kaffee hab ich schon getrunken!"
Ich gähnte schon wieder und nickte beinahe während des Sprechens weg.
„Ich rede nicht von Kaffee", sagte Khalil lachend. Er öffnete seine flache Hand unauffällig und drei bunte Pillen kamen zum Vorschein.
Panisch drehte ich mich um, ob uns irgendjemand beobachtete, aber Ryan telefonierte mit Selena, die im Hotel geblieben war, Fredo war gerade Donuts holen und Nick war eingeschlafen, da er die ganze Nacht über hier gewesen war. Za stand im Studio und nahm seinen Part zu einem Song mit Khalil auf und TayJames kümmerte sich um das Mischpult. Ja, und Khalil saß neben mir,mit Drogen auf der Hand.

„Alter, ist das..."
„Ecstasy.Eine Pille und du bist maximal sechs Stunden hellwach, leistungsbereiter und motivierter", unterbrach er mich, bevor ich auch nur dazu kam meine Vermutung auszusprechen. Der Tätowierer kam zurück und ich musste meinen Arm ein bisschen drehen, damit er aneiner anderen Stelle weitermachen konnte. Khalil schloss seine Hand und sah mich mit gerunzelter Stirn an.
„Es ist eine einmalige Chance, Mann! Noch dazu ist es ein Ersatz zum Marihuana und damit eine gute Medizin gegen deine depressiven Phasen!", schlug Khalil mir vor.
Ich starrte ihn unsicher an und wusste, dass Amélie gleich hier sein würde und ich dann keine Chance mehr hatte, die Pillen zu nehmen.
„Ey Mann, komm schon.. du schläfst gleichein und du willst doch auch, dass deine Depressionen besser werden,oder? Komm, Bizzle... von einer Tablette, wirst du nicht ecstasyabhängig", sagte Khalil leise. Ich verzog kurz das Gesicht,weil das Tätowieren kurz weh tat, aber dann sah ich wieder Khalil an,der in der Nähe von meiner Hand seine Hand öffnete.
Ich zögerte kurz, doch dann hörte ich wie die Studiotür aufging und ich nahm schnell eine Tablette in meine Hand.
Amélie kam zu mir und warf Khalil einen genervten Blick zu, bevor sie ihre weichen Lippen auf meine legte.

„Hey, Baby", flüsterte sie leise gegen meine Lippen. Ich lächelte glücklich und würde am liebsten ihr Gesicht in meine Hände nehmen und sie um den Verstand küssen,aber ich musste meinen Arm auf der Liege liegen lassen.
„Hast du noch ein bisschen geschlafen?", fragte ich sie neugierig. Amélie nickte und bedeutete meinem Tätowierer, dass er kurz aufhören sollte. Ich steckte die Tablette in meine Hosentasche und tat so als würde ich mein Handy zurecht rücken, als Amélie sich vorsichtig auf meinen Schoß setzte und meine Wange küsste.

„Noch mehr Tattoos?", fragte sie - nicht gerade begeistert.
Sie starrte meinen rechten Unterarm an, der schon zu dreiviertel tätowiert war und seufzte.
„Du weißt, ich liebe Tattoos."
Sie nickte und sah mir tief in die Augen. Khalil war inzwischen aufgestanden, weil er sich zu Za ins Studio stellen musste.
„Aber denkst du nicht, dass es langsam reicht? Ich mein... ich liebe dich,egal ob mit oder ohne Tattoos, aber als wir uns kennengelernt haben,hattest du kaum welche und jetzt... hörst du gar nicht mehr damit auf", flüsterte sie traurig.
Ich nahm ihre Hand in meine und verzog kurz mein Gesicht. Es war schwierig meinen rechten Arm stillzuhalten, wenn Amélie auf meinem Schoß saß, aber ich durfte den Arm nicht bewegen.
„Ich bin noch lange nicht fertig mit den Tattoos. Ich hab noch so viele Ideen und ich finde die Tattoos schön.Außerdem ändert das nur was an meinem Aussehen, nicht an meinem Charakter!", sagte ich lächelnd. Amélie nickte und strich mir über die Wange.
„Du siehst so müde aus, Schatz!", raunte sie mir gegen die Lippen. „Du hast versprochen, dass du ein paar Stunden schläfst."
Ich seufzte und dachte ans Ecstasy, dass Khalil mir gegeben hatte. Wenn ich es nicht bald nahm, dann würde ich wirklich einschlafen.
„Ich weiß, aber ich konnte nicht schlafen. Du warst so wunderschön beim Schlafen, da konnte ich meine Augen einfach nicht schließen!"
Amélie kicherte und wurde ein bisschen rot im Gesicht. Sie legte ihre Lippen auf meine und massierte sie liebevoll. Mein Bauch kribbelte wie verrückt und mein Herz schlug gleich drei Takte schneller. Ich war auf jeden Fall unsterblich und bedingungslos verliebt.

„Hast du wenigstens etwas gegessen?", fragte sie mich, als sie sich von mir gelöst hatte.
„Ja", log ich gekonnt.
Doch genau in dem Moment knurrte natürlich mein Magen und Amélie sah mich mit gerunzelter Stirn an.
„Okay, nein hab ich nicht. Aber ich hab kein Hunger, Shawty!", erklärte ich ihr.
Amélie schüttelte verständnislos den Kopf und strich mir durch die Haare.
„Du hast seit über 24 Stunden nichts gegessen, Justin. Du musst etwas essen! Du bist so schon fast zu dünn!", sagte Amélie besorgt. Ich seufzte und leckte mir über die Lippen.
„Fredo holt Donuts. Ich esse auch einen, okay?", versprach ich ihr, damit sie beruhigt war. Sie nickte und schaute dann dabei zu, wie der Rest von meinem Arm tätowiert wurde.
Circa eine Stunde später war alles fertig undich drückte meinem Tätowierer ziemlich viel Geld in die Hand. Fredo war immer noch nicht da, was vermutlich an den ganzen Fans und Paparazzi lag. Oder Fredo hatte alle Donuts alleine aufgegessen und musste nochmal hinfahren, um Neue zu kaufen.
Jedenfalls ging ich nach dem Tätowieren erstmal auf Toilette und holte das Ecstasy aus meiner Hosentasche. Ich legte die Tablette auf die Zunge und schluckte sie mit etwas Wasser runter. Ich hoffte nur, dass es was bewirkte, denn sonst brach ich gleich vor Müdigkeit zusammen.

Amélies Sicht:

Grinsend stürmte ich Fredo in die Arme, als er mit einer Packung Donuts das Studio betrat. Natürlich hatte er sie weggestellt, bevor er meine Umarmung erwiderte und mich im Kreis drehte.
„Du hast gesagt, du achtest darauf, dass Justin etwas isst!", nörgelte ich sofort, als er mich wieder runterließ und ich den Boden unter meinen Füßen spürte.
Fredo lachte, weil ich absolut nicht ernst bleiben konnte und fuhr sich durch die Haare.
„Wir hatten Pizza hier, aber er wollte nichts. Er stand im Studio und hat sich die Seele aus dem Leib gesungen und ich wollte ihn auch nicht zum Essen zwingen!", sagte er lächelnd.
„Mirist egal, was ihr tut... aber ich esse jetzt Donuts!", sagte Ryan aufgeregt. Er öffnete die Packung und in dem Moment kam mein wunderschöner Freund wieder ins Studio. Er sah echt gerädert aus und ihm fielen die Augen bei jedem Schritt zu.
Ich nahm einen Donut aus der Packung und biss einmal rein, während Justin sich auf die Couch neben Ryan setzte und sein Kopf zur Seite fiel, sodass er auf Ryans Schulter lag.
Ryan zuckte mit der Schulter und grinste seinen besten Freund an.
„Ey, Mann.. ich will nicht kuscheln!",scherzte er.
Justin verdrehte die Augen und legte den Kopf dann gegen die Rückenlehne. Ich setzte mich mal wieder auf seinen Schoß und hielt ihm den Donut vor den Mund.
„Abbeißen, Baby!",sagte ich grinsend. Justin sah mich mit müdem Blick an und biss ein Stück vom Donut ab. Anschließend biss ich ein weiteres Stück ab und somit teilten Justin und ich uns den Donut und daraufhin noch einen zweiten, denn Justin musste endlich mal etwas essen.

„Du hast da Schokolade, Shawty." Justin deutete auf meine Lippe und ich wollte es mit dem Finger wegwischen, doch Justin nahm meine Hand in seine und schüttelte den Kopf.
„Lass mich das machen",flüsterte er leise, bevor er seine Lippen auf meine legte und sanft mit der Zunge über meine Unterlippe fuhr. Bevor ich auch nur die Chance zum Erwidern hatte, löste er sich von mir und grinste.
„Mmmhh schokoladig!", schwärmte er verträumt. Ich legte meine Lippen nochmal auf seine und kraulte seinen Nacken.
„Leute hört auf hier rumzumachen, sonst werde ich neidisch!", meckerte Ryan mit ernster Stimme. Justin sah ihn an und wirkte ein bisschen wacher als vorher.
„Ruf deine Freundin doch an und bestell sieher!", schlug er grinsend vor. Ich kuschelte mich an Justins Brust und strich über sein weißes T-Shirt. Wie gerne würde ich mit ihm im Bett liegen und kuscheln, doch das konnten wir wohl erst heute Abend machen.
Justin griff zum Tisch und nahm eine Zigarette in die Hand, die er zwischen die Lippen steckte. Er zündete sie sich mit dem Feuerzeug an und pustete den Rauch raus. Wenigstens dachte er daran, ihn nicht unbedingt in meine Richtung zu pusten.
Als Justin die Zigarette zu ende geraucht hatte, zündete er sich gleich die Nächste an und stand von der Couch auf. Ich setzte mich deshalb auf Fredos Schoß, weil die Couch unbequem war und, weil er den letzten Donut hatte und ich ihn essen wollte.
Ein paar Minuten später drückte er die zweite Zigarette aus und trank ein Glas Wasser auf ex, bevor er auf seine Uhr schaute und aufgeregt zum Studio rannte.

„Lasst uns weitermachen!", sagte er motiviert und ich schaute ihn verwirrt an, weil er sich übermotiviert die Kopfhörer auf den Kopf setzte und anfing zu singen, obwohl Tay James noch gar nicht aufnahm.
„Justin, die Aufnahmen laufen noch nicht!", teilte er Justin mit, der mit offenem Mund durch die Glasscheibe starrte.
„Oh. Dann fang an aufzunehmen, Mann!"
Justin hörte die Musik und fing schließlich an einen von seinen neuen Songs zu singen, wobei er zwischenzeitig immer mal wiedertanzte. Als der Refrain aufgenommen war, kam er raus und stellte sich neben Tay an das Mischpult.
„Lass mal hören!", sagte er neugierig. Tay spielte die Aufnahme ab und Justin sprang wie ein kleines Kind auf und ab.
„Das ist ja absoluter Wahnsinn!",schrie er aufgeregt. Fredo und ich starrten ihn mit offenem Mund an,während Fredo sein Gesicht zu mir drehte.
„Okaaaaay...irgendwas war in den Donuts", murmelte er verwirrt. Justin rannte wieder hinter die Glaswand und nahm weiter seine Songs auf, wobei er zwei Flaschen Wasser austrank und den Text ab und zu verhaute.
„Jap, es war eindeutig etwas in den Donuts!", stimmte ich ihm zu. Doch ich wunderte mich nicht weiter über Justins Verhalten, immerhin war er gerne mal etwas verrückt. Eigentlich konnte man auch sagen, dass er sich normal verhielt. Zumindest, wenn man von Justins Definition von 'normal' ausging.

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