Kapitel 269

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AméliesSicht:

Als ich gegen 22 Uhr im Bett lag, drehte ich mich nachlinks, sodass ich zu Selenas Bett gucken konnte. Sie hatte sichebenfalls auf die Seite gedreht um mich anzusehen.
„Ich fragmich echt, wo Denise ist." murmelte sie verwirrt.
Ich zucktemit den Schultern, fragte mich aber auch wo sie sich rumtrieb. Undsowie ich das mitbekommen hatte, war Khalil auch noch nicht zurück.
Doch ehrlich gesagt konnte ich gerade nicht wirklich an Deniseund Khalil denken, denn meine Gedanken kreisten nur um Justin... umden Kuss... um meine Hände auf seiner Haut.
„Wie wareigentlich der Kuss, Amélie?" fragte Selena mich auf einmal. Ichstarrte sie an und spürte sofort, wie rot ich wurde.
„Schön."murmelte ich leise.
„Nur schön? Mehr hast du dazu nicht zusagen? Hat bei dem Kuss nichts gekribbelt?"
Ich verdrehte dieAugen und gähnte kurz, weil ich wirklich müde war.
„Er waratemberaubend, fantastisch, unbeschreiblich. Mein ganzer Körper hatgekribbelt." schwärmte ich verliebt. Selena lachte und plötzlichging die Tür von unserem Zimmer auf und Denise torkelte rein.
„Denise, wo warst du?" fragten Selena und ich beinahegleichzeitig. Sie schloss die Tür - ein bisschen zu laut - undtapste zu ihrem Bett.
„In einer Bar."
Sie schmiss sichmit Klamotten ins Bett und schlief auch tatsächlich sofort ein.Selena und ich sahen uns mit großen Augen an.
„Sie istbetrunken." murmelte Selena leise. Ich nickte und hoffte einfachnur, dass Khalil sie nicht absichtlich abgefüllt hatte. Denn wenn ersich an meiner besten Freundin vergriffen hatte, würde ich ihnerneut schlagen.
Selena und ich wünschten uns noch eine guteNacht und dann war auch sie wenige Minuten später eingeschlafen. Ichlag noch ein bisschen wach und dachte an Justin und fragte mich, ober auch an mich dachte.

Am nächsten Morgen gingen wirgemeinsam zum Frühstückstisch und tatsächlich hatten Justin undRyan schon den Tisch gedeckt. Nur noch Justins Freunde fehlten, aufdie ich eigentlich auch verzichten konnte.
Selena begrüßte Ryanmit einem langen, leidenschaftlichen Kuss, wobei Justin mich miteinem verlegenen Lächeln ansah. Als Selena sich von Ryan lösteerkannte ich, dass Ryan offenbar nicht viel geschlafen hatte. Erhatte starke Augenringe und gähnte fast alle fünfMinuten.
„Schlecht geschlafen?" fragte ich ihn neugierig. Ryanschaute zu Justin, der auf den Boden sah und seufzte. Ich wollte garnicht wissen, was Justin getan hatte. Es war offensichtlich, dassRyan wegen ihm nicht schlafen konnte.
„Ach wir haben nur zulange gequatscht!" murmelte Ryan schließlich. Obwohl ich ihm nichtso ganz glaubte, nahm ich seine Aussage so hin und setzte mich aufmeinen Platz. Denise saß bereits dort und starrte nachdenklich aufihren Teller.
„Wo warst du eigentlich gestern?" fragte Justinsie schließlich. Er setzte sich mir gegenüber und ich musterteautomatisch seine Lippen, die so wundervoll aussahen, dass ich ihn amliebsten gleich wieder küssen wollte.
„Ich... ähh..."
Aufeinmal betrat Khalil grinsend den Raum.
„Ich hab AméliesSchlampenfreundin flachgelegt!" sagte er triumphierend. Er trug nureine Jogginghose, genauso wie Za, der kurz danach in die Küche kam.Mit offenem Mund starrte ich Denise an.
„Du hast mit imgeschlafen?!" schrie ich fassungslos. Denise sah uns alleschuldbewusst an und die Tränen standen ihr in den Augen. Wir warenalle sehr geschockt, auch Justin starrte sie unglaubwürdig an. Ausdiesem Grund stand sie auf und rannte aus der Küche.
Ich standauf und stellte mich wutentbrannt vor Khalil.

„Denise istkeine Schlampe! Lass die Finger von meiner besten Freundin, ist dasklar?!" zischte ich wütend. Khalil lachte und verschränkte seineArme vor der Brust.
„Ich hab sie nie dazu gezwungen mit mir zuschlafen und von dir lasse ich mir ganz sicher nichts sagen, Bitch!"
Plötzlich sprang Justin auf und drückte ihn mit dem Hals gegendie Wand. Er würgte ihn ziemlich stark und Khalil rang verzweifeltnach Luft.
„Justin! Hör auf!" schrie ich aufgebracht. Sowütend hatte ich Justin noch nie erlebt. Khalil hatte es zwarverdient, aber ich wollte nicht gleich, dass er umgebracht wurde.Justin drückte weiter zu und starrte ihn mit einem hasserfülltenBlick an.
„JUSTIN!" schrie ich noch lauter und dann sahJustin mich abrupt an. Er sah meinen schockierten Blick und lockerteseinen Griff. Er schaute wieder zu Khalil und kniff seine Augenzusammen.
„Nenn sie noch einmal Bitch und du kannst waserleben!" drohte er ihm mit ernster Stimme.
„Ja, Mann.. istokay! Chill' mal!" krächzte Khalil.
Justin ließ ihn endgültiglos und legte seinen Arm schützend um mich, während Khalil sich mitseiner Hand über den Hals fasste und uns - besonders mich -wütend ansah.
Ryan und Selena starrten Justin mit offenem Mundan und auch Za schien ziemlich überrascht zu sein von Justinsplötzlichem Wutausbruch.

Justin hatte immer noch seinen Armum mich geschlungen und schaute mir jetzt in die Augen. Ich erwiderteseinen Blick und sah sofort sein schönes Funkeln in seinen Augen.
„Tut mir leid, dass ich die Kontrolle verloren hab. Aberniemand nennt dich eine Bitch!" flüsterte Justin lächelnd. Ichgenoss das Gefühl, wie er mit seinem Daumen leicht über meine Hüftestrich.
„Es ist echt süß von dir, dass du mich verteidigthast." murmelte ich glücklich.
„Ja und mich hat er dabei fasterwürgt!" zischte Khalil wütend. Sein Hals war noch ein bisschenrot von Justins festem Griff, aber er hatte selbst Schuld. Justinverdrehte nur die Augen und näherte sich meiner Wange.
„Ignoriereihn einfach. Der ist nur wütend, weil er dich nicht ins Bettkriegt." hauchte Justin mir ins Ohr. Bei seiner Stimme bekam icheine Gänsehaut, die er mir hoffentlich nicht anmerkte. Er küsstemeine Wange, die sofort rot wurde und als er es bemerkte, kicherte erleise in mein Ohr.
„Es ist süß, wenn du rot wirst."flüsterte er leise. Er küsste meine Wange noch einmal und mein Herzsprang mir beinahe aus der Brust, weil es rasend schnell schlug.
„Justin.."
Er löste sich kein bisschen von mir.
„Mh?"
Ich schaute zu Selena, die mich angrinste und Ryan sah uns mitgerunzelter Stirn an. Aus dem Grund ging ich einen Schritt zurückund leckte mir über die Lippen. Justin schaute mich ein bisschenenttäuscht an, doch dann lächelte er wieder.
„Du solltest zuDenise gehen."
Ich nickte und verschwand auch schon aus derKüche, bevor ich doch noch auf die Idee kam zu Justin zu rennen undihn zu Boden zu knutschen, denn an was anderes konnte ich gerade inJustins Nähe nicht denken.

Als ich in das Zimmer von Denise,Selena und mir ging, saß Denise auf dem Bett und weinte. Sie zucktezusammen, als ich die Tür hinter mir schloss und sie eindringlichansah.
„Stimmt es? Hattet ihr letzte Nacht Sex?" fragte ichsie ruhig, da ich sie nicht noch mehr beunruhigen wollte. Denisenickte einfach nur und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.
„Ichschäme mich so! Ich fühl' mich wie eine Schlampe!" schluchzte sieverzweifelt.
Ich seufzte und setzte mich neben sie.
„Warumhast du es denn getan? Verdammt... es ist Khalil! Er ist ein Arsch!"sagte ich verständnislos. Denise nickte und wischte sich die Tränenaus dem Gesicht.
„Ich war betrunken... er hat sich an michrangemacht und ich hab mitgespielt und dann... wir sind auf Toiletteund... es war 'ne schnelle Nummer, verdammt! Ich bereue es, okay?!"
Ich fuhr mir durch die Haare und bekam vor Schock gar nicht mehrmeinen Mund zu. Meine beste Freundin und Khalil.... Bäh!
„Aber...wie kannst du nur? Ich mein'.... Khalil?!" schrie ich schockiert.
Denise stand auf und sah mich wütend an.
„Sagt die, diemit Mac Miller rumgevögelt hat während sie einen perfektenVerlobten hatte?!" zischte sie wütend. Mir klappte der Mund aufund plötzlich starrte auch Denise mit offenem Mund zur Tür. Ichdrehte mich um und sah Justin an der Tür stehen.
Er schaute unsbeide mit bedrücktem Blick an. Vermutlich tat es ihm weh, daranerinnert zu werden, dass ich unsere Beziehung damals kaputt gemachthatte.
„Das, was Amélie getan hat, hat nichts mit dem zutun,was du getan hast, Denise. Verurteile sie nicht für Dinge, dielängst Vergangenheit sind und die sie bereut. Amélie mag Khalilnicht, deswegen rastet sie etwas aus. Und ich rate dir... seivorsichtig. Khalil kann einem Mädchen sehr schnell das Herzbrechen." murmelte Justin leise und schon wieder verteidigte ermich.
Denise sah ihn und dann mich im Wechsel an.
„Tut mirleid, Süße." murmelte sie zu mir. Dann sah sie Justin an. „Eswar 'ne einmalige Sache. Er wird mir nicht das Herz brechen."
Justin nickte zufrieden und schaute mich dann verträumt an. Ichlächelte verlegen und sah auf den Boden.
„Und, Denise? Bitterede nicht mehr über die Sache mit... Mac. Es ist Vergangenheit. Ichhab Amélie vergeben." flüsterte Justin, während er michansah.

Ich bekam das Lächeln nicht mehr aus meinem Gesichtund sah vermutlich schon wie eine verliebte Idiotin aus. Denisestrahlte über beide Ohren und ließ uns einfach alleine, weil sieuns etwas zu Essen holen wollte. Aufgrund des Vorfalls waren wir zweiimmer noch nicht zum Essen gekommen.
Mit starrem Blick sah ichJustin an, der den Blick erwiderte.
„Was ist?" fragte erneugierig. Ich leckte mir über die Lippen und strich mir eineHaarsträhne aus dem Gesicht.
„Ich verstehe nicht, wie du mirall das vergeben kannst."
Justin seufzte und biss sich kurzauf die Unterlippe, bevor er zu mir kam und meine Hände in seinenahm. Ich spürte sofort das Kribbeln in meinem Bauch, als Justin mirtief in die Augen sah.
„Du hast einen Fehler gemacht, aberMenschen machen nun mal Fehler. Manchmal tut man Dinge, die manspäter bereut und jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient, egalwie groß der Fehler war, den er getan hat." flüsterte Justinleise. Er starrte auf seine linke Hand, die mit meiner rechtenverschlungen war und dann verschränkte er unsere Finger miteinander.Anschließend schaute er mir wieder in die Augen. Er ging einenSchritt vorwärts, weshalb ich automatisch nach hinten ging und dieWand an meinem Rücken spürte. Justin stand jetzt Millimeter von mirentfernt und auch auf der anderen Seite verschränkte er unsereFinger miteinander. Dann legte er seine Stirn gegen meine und starrtemir in die Augen.
„Dir würde ich alles vergeben."

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