Kapitel 197

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Amélies Sicht:


Als ich nach dem Konzert wieder zuhause ankam, schaute Denise mich verwirrt an. Ich ignorierte sie einfach und ging sofort ins Badezimmer. Nachdem ich in den Spiegel gesehen hatte, wusste ich auch wieso Denise mich so komisch angesehen hatte. Ich hatte Tränen in den Augen und meine Schminke war ein bisschen verwischt.

Wann hatte ich geweint?

Ich wischte mir die Tränen mit dem Handrücken von den Wangen, schminkte mich mit einem Tuch ab und band meine Haare zu einem lockeren Dutt zusammen. Da ich noch ziemlich fertig aussah, spülte ich mein Gesicht nochmal mit kaltem Wasser ab, in der Hoffnung, dass die Rötung unter meinen Augen einigermaßen verschwinden würde. Als das erledigt war, und man die Rötung kaum noch sah, ging ich ins große Schlafzimmer und sah dort auch schon Mac im Bett liegen. Er schaute Fernsehen.. offensichtlich einen Horrorfilm.

„Hey." murmelte ich leise.

Ich wollte ihm mein Gesicht noch nicht zeigen, weil ich Angst hatte, dass es verheult aussah, weshalb ich mich mit dem Rücken zu ihm vor den Kleiderschrank stellte und mir mein rosafarbendes Kleid und meine Schuhe auszog.

„Hey Babe, wie war das Essen?" fragte Mac mich neugierig. Er stellte den Film auf Pause und ich spürte, dass er mich ansah.

Ich entledigte mich meines BHs und zog mir ein lockeres T-Shirt über. Es war ein Männershirt und ich konnte mir nicht vorstellen, dass es von Mac war, aber in dem T-Shirt fühlte ich mich am meisten wohl.

„Gut." sagte ich kurz und knapp. Dann drehte ich mich um und setzte mein gefälschtes Lächeln auf. Mac starrte mein T-Shirt an und sein Lächeln verschwand sofort.

„Das T-Shirt gehört nicht mir." murmelte er plötzlich. Ich zuckte mit den Schultern und stellte mich vor den Spiegel.

„Ich weiß."

Denn ich erkannte das T-Shirt. Justin hatte es mir damals gegeben, als ich noch zur Schule ging und wir ein paar Wochen getrennt waren.

Mac seufzte leise.

„Es ist Justins, oder?"


Ich nickte stumm und legte meine Hände an den Saum vom Shirt.

„Ich kann es ausziehen, wenn es ich stört! Dann musst du mir nur ein T-Shirt von dir geben."

Mac schüttelte den Kopf.

„Lass es an, ich sehe doch, dass du dich darin wohlfühlst. Solange es nicht nach Justin riecht, ist es mir relativ egal."

Ich hielt den 'Kragen' vom T-Shirt gegen meine Nase und roch unauffällig daran und Mac hatte Recht. Es roch nicht nach Justin. Es roch lediglich nach frisch gewaschen und irgendwie machte mich das traurig. Doch ich wollte jetzt nicht mehr an Justin denken und krabbelte zu Mac unter die Bettdecke.

„Darf ich mit gucken?" fragte ich ihn lächelnd. Mac hauchte mir einen Kuss auf die Stirn.

„Natürlich meine Schöne."

Ich kicherte leicht und Mac machte den Film wieder an, doch ich bekam kaum etwas mit, weil ich die meiste Zeit mein Gesicht an seiner Brust vergrub. Ich hasste Horrorfilme.

Vielleicht war das auch der Grund, warum ich nur wenige Minuten später tief und fest schlief.


Justins Sicht:

Die nächsten Tage verliefen relativ gut. Die Tour war ein voller Erfolg und mit Hilfe meiner Mum und meiner Fans kam ich einigermaßen mit der Trennung klar. Heute war der 13. Februar. Morgen war Valentinstag, der Tag an dem eigentlich die Hochzeit von Amélie und mir stattgefunden hätte.

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