Viel Spaß beim neuen Kapitel :)
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Justins Sicht:
Während des Fluges schaute ich die ganze Zeit auf meine Armbanduhr und hoffte, dass ich nicht zu spät ankommen würde. Zum Glück hatte ich einen Privatjet, der ziemlich schnell fliegen konnte, sodass ich in ein paar Stunden da sein würde.
In LA war es mitten in der Nacht, als ich landete und Scooter höchstpersönlich mich abholte. Ich wunderte mich darüber, dass er hier in Los Angeles war, weil er mit meiner Mutter und Julie eigentlich in Atlanta wohne. Doch ich hatte keine Zeit nachzufragen, ich setzte mich in seinen Wagen und so schnell wie möglich fuhren wir ins Krankenhaus.
„Wie geht es Jamie?", fragte ich ihn, in der Hoffnung, er wüsste irgendetwas von ihr. Leider zuckte er nur mit den Schultern.
„Ich war noch nicht im Krankenhaus."
Ich atmete schwer und rief Amélie an.
„Hi Babe, ich bin in LA und fahre jetzt zum Krankenhaus, ist alles okay bei dir?", fragte ich sie leise. Ich hoffte so sehr, dass sie es mir nicht böse nahm, dass ich einfach abgehauen war.
„Ja, schreib' mir, wenn du etwas über Jamies Zustand weißt. Ich liebe dich, Justin."
„Ich liebe dich auch."
Dann legte ich auf, weil wir die Auffahrt vom Krankenhaus erreicht hatten. Panisch stieg ich aus dem Auto aus, rannte zur Rezeption und wollte gerade eine Dame fragen, wo Jamie hingebracht wurde, doch Ryan fing mich schon ab. Ich hätte nicht gedacht, dass er immer noch hier war, immerhin war es 18 Stunden her, dass der Unfall gewesen ist. Teleportieren konnte sich mein Jet dann doch nicht.
„Wo ist sie?! Wie geht es ihr?", fragte ich aufgebracht.
„Sie ist sehr schwach, aber bei Bewusstsein. Justin, sie hat innere Verletzungen und die Ärzte glauben nicht, dass sie es schafft. Es tut mir leid."
Ich fuhr mir durch die Haare und schüttelte den Kopf. Meine Augen füllten sich mit Tränen, meine Unterlippe tat weh, weil ich so stark darauf biss. Bevor ich hier anfing zu heulen, nahm ich alle Kraft zusammen um noch eine letzte Frage zu stellen.
„Was ist mit dem Baby?"
„Sie konnten es ohne Probleme per Kaiserschnitt rausholen. Die Krankenschwestern passen auf den Kleinen auf, es geht ihm gut."
Ich atmete erleichtert auf.
„Ich will Jamie sehen!"
Ryan nickte und führte mich zu ihr, doch vor der Tür hielt der Arzt mich zurück.
„Sie dürfen nicht zu ihr."
„Ich bin der Vater von ihrem Kind!", schrie ich wütend. Es war mir egal, was der Arzt sagte, ich schubste ihn zur Seite und betrat den Raum. Jamie lag an haufenweise Schläuche geschlossen im Bett. Sie sah unglaublich blass aus, ihre Augen waren beinahe komplett zu. Es wirkte nicht so, als könne sie irgendetwas wahrnehmen.
„Mr. Bieber!", ermahnte der Arzt mich plötzlich. Ryan mischte sich ein und erklärte dem Arzt die Situation, sodass er mich endlich in Ruhe ließ und ich bei Jamie bleiben konnte. Ich setzte mich auf den Stuhl, der neben ihrem Bett stand und nahm ihre Hand in meine. Jamie drehte langsam den Kopf zu mir und sah mich mit einem leichten Lächeln an. Ich hatte Tränen in den Augen, die ich nicht mehr zurückhalten konnte. Ihre Arme waren mit blauen Flecken übersäht, an ihrer Stirn hatte sie eine Platzwunde, die verbunden war und als ich die Decke in bisschen runterzog konnte ich noch mehr Blutergüsse auf ihrem Schlüsselbein entdecken.
„Jus...", hauchte sie unverständlich. Ich näherte mich ein bisschen ihrem Gesicht und presste die Lippen aufeinander.
„Es tut mir so leid, Jamie. Ich bin schuld am Unfall. Es war verantwortungslos einfach in den Urlaub zu fliegen, wenn du hochschwanger bist. Wenn ich hier geblieben wäre, hättest du den Unfall nie gehabt! Es tut mir so unendlich leid, Süße!", schluchzte ich verzweifelt. Jamie verschränkte ihre Finger mit meinen und öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen. Ich konnte ihr ansehen, dass sie Schmerzen hatte.
„Du bist nicht... schuld. Versprich mir was..."
„Alles, was du willst!", sagte ich ängstlich.
„Kümmere dich um Jayden und sag Amélie, dass sie eine tolle Mutter für ihn sein wird."
Ich weinte noch viel mehr und nickte, weil ich Amélie das auf jeden Fall sagen würde.
„Jamie... halt durch", flehte ich hoffnungsvoll. Ich sah auf das Gerät, an dem ihr Herzschlag angezeigt wurde und musste feststellen, dass ihr Herzschlag sehr schwach war.
Sie lächelte ein bisschen und sah mir in die Augen.
„Es ist okay", hauchte sie leise. Sie schloss ihre Augen und der Herzschlag wurde immer schwächer. Ich schüttelte den Kopf und wollte schreien. Ich wollte irgendetwas kaputt schlagen und alles um mich werfen, weil ich es nicht wahr haben wollte, dass die Ärzte nichts tun konnten.
„Jamie... bitte."
Sie behielt ihre Augen geschlossen und ihr Griff löste sich langsam von meiner Hand. Ich fuhr mir durch die Haare, weinte und zitterte am ganzen Körper. Doch sie öffnete noch einmal ihre Augen und sah mich an.
