Amélies Sicht:
Wir lagen eine gefühlte Ewigkeit nebeneinander im Bett. Genau genommen war es nur knapp eine Stunde, die wir durchgängig kuschelten. Nicht jeder Typ mochte es stundenlang mit seiner Freundin zu kuscheln, doch Justin war da anders. Er genoss es, mich im Arm zu halten und dieser Stille zu lauschen.
Während ich auf seiner Brust lag, konnte ich seinen Herzschlag hören. Ich lächelte, weil sein Herz so rasend schnell gegen die Brust schlug und begann dann mit meinem Zeigefinger kleine Kreise auf seinen Bauch zu malen.
Ich drehte mich auf den Bauch und sah Justin tief in die Augen. Dabei war ich nun über ihn gebeugt, sodass meine Haare ein bisschen nach vorne fielen. Er strich mir eine Strähne hinter das Ohr und lächelte glücklich.
„Wenn meine Fans wüssten, was wir hier machen...", murmelte Justin leise. Ich fuhr mit meinem Daumen über seine vollen Lippen und musste grinsen, weil sie immer noch ein bisschen geschwollen waren vom Knutschen.
Zärtlich küsste ich ihn, bevor ich ihm antwortete.
„Sie würden mich umbringen, wenn sie wüssten, dass ich gerade Sex mit dir hatte!"
Justin nickte und strich mir über die Wange, wobei er mich verträumt ansah und ich bei seinem intensiven Blick schon wieder rot anlief.
„Gestern hab ich gesagt, ich will dich nicht mehr verstecken... aber ich denke es ist besser, wenn wir weiterhin Verstecken vor meinen Fans spielen und das vielleicht noch etwas extremer", flüsterte er unsicher. Ich sah ihn eindringlich an und runzelte verwirrt meine Stirn.
„Wieso?", fragte ich.
„Weil ich nicht will, dass du verletzt wirst und ich bin nicht bereit dazu, zu ertragen, dass du Hass bekommst", sagte er ehrlich. „Ich finde, meine Fans sollten denken, dass ich Single wäre."
Ich schluckte unsicher und strich über seine Tattoos am linken Arm, die immer noch am schönsten von allen waren.
„Du bist aber nicht Single, Justin! Und du kannst der Presse nicht verkaufen, dass du keine Freundin hast! Die zerreißen sich doch jetzt schon das Maul über uns! Wie willst du überzeugend rüber bringen, dass wir kein Paar sind? Dafür müssten wir an getrennten Orten sein und du hast mir versprochen, dass wir uns nie wieder trennen müssen!", sagte ich verzweifelt. Ich wollte nicht, dass wir auf verschiedenen Kontinenten waren, um heimlich zusammen zu sein.
Und wieso musste Justin eigentlich diesen wunderschönen Moment mit diesem Kommentar zerstören? Ich schwebte auf Wolke sieben, weil wir endlich wieder miteinander geschlafen hatten und er zerstörte dieses Glück.
„Wir müssen dafür nicht an verschiedenen Orten sein. Wir müssen nur dafür sorgen, dass die Papz einen von uns beiden nicht sehen. Wenn wir morgen nach Washington fliegen, fahren wir mit getrennten Autos hin. Ich gehe durch einen anderen Eingang in den Flughafen rein, sodass die Papz nur dich sehen und denken du bist alleine dort. In Washington fahren wir mit getrennten Autos zum Hotel. Du gehst durch den Haupteingang und ich gehe durch die Tiefgarage rein. Es darf einfach niemand erfahren, wo ich bin. Ansonsten wäre noch eine Möglichkeit, dass ich mich mit anderen Frauen treffe, sodass alle denken ich springe mit denen in die Kiste, weil wir uns getrennt haben und ich die Schmerzen irgendwie verarbeiten will", erklärte Justin mühselig.
„Also willst du jetzt für ein paar Wochen untertauchen?", wollte ich verwirrt wissen. Wenn Justin das wirklich vor hatte, dann würde das nicht funktionieren. Früher oder später fand ihn immer ein Fan oder ein Fotograf.
„Nein... wenn wir zum Beispiel nach den Feiertagen wieder nach LA fliegen, da tauchst du dann unter. Es geht nur darum, dass einer von uns Beiden nicht gesehen wird. Natürlich dürfen wir trotzdem in der Stadt rumlaufen... es darf uns nur keiner zusammen sehen und niemand darf sehen in welche Hotels wir gehen."
