Kapitel 292

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Justins Sicht:

Geschockt ging ich die Treppe runter und tapste ins Wohnzimmer, wo Scooter meine Mutter auf die Couch gesetzt hatte. Sie hatte Tränen in den Augen und atmete schwer, aber wenigstens war sie nicht bewusstlos, wie ich es am Anfang gedacht hatte.

„Mum... ist alles okay?", fragte ich ängstlich. Scooter strich ihr liebevoll über den Bauch und schaute mich hasserfüllten Augen an.

„Geh uns aus den Augen, Justin!"

Ich schaute traurig auf den Boden und schlürfte nach oben in mein Zimmer. Fünf Minuten später kam Scooter in mein Zimmer und stellte mir ein Glas Wasser auf den Nachttisch.

„Deine Mutter ist schwanger, Justin. In etwas weniger als zwei Monaten kommt deine Halbschwester zur Welt und du schreist sie an und schlägst sie. Sie ist völlig fertig wegen deinem Verhalten und dieser ganze Stress tut ihr und dem Baby nicht gut, also denk mal drüber nach, was du tust. Und hier... nimm die, bitte!"

Er hielt eine Tablette in der Hand, die aber nicht wie Ecstasy aussah. Verwirrt starrte ich ihn an. Jetzt verstand ich auch, wieso er mir das Wasser dort hingestellt hatte.

„Was ist das?"

„Eine Schlaftablette. Du brauchst ganz dringend Schlaf, Justin."

Ich schüttelte den Kopf und leckte mir über die Lippen.

„Gib mir Ecstasy. Bitte! Ansonsten drehe ich hier gleich durch!", sagte ich mit ernster Stimme. Scooter schüttelte erneut den Kopf und steckte die Tablette in seine Hosentasche.

„Dann trink wenigstens etwas, ich hab gehört, beim Ecstasykonsum hat man einen trockenen Mund", flüsterte er, bevor er aus dem Zimmer verschwand und mich alleine ließ.

Ich nahm das Glas Wasser in die Hand und trank es in einem Schluck aus, weil ich wirklich Durst hatte. Außerdem zog ich mich bis auf die Boxershorts aus, weil mir extrem warm war.

Dann legte ich mich ins Bett und starrte an die Decke. Ich konnte an nichts anderes denken, als an Ecstasy und an den Rausch. Ich brauchte diese Drogen, sonst rastete ich irgendwann komplett aus.

Auf einmal spürte ich, wie meine Augen immer schwerer wurden. Es fiel mir wirklich schwer sie offen zu halten und irgendwann konnte ich es nicht mehr steuern und schlief ein.

Amélies Sicht:

Einige Stunden später - Justin war inzwischen aus dem Knast entlassen worden - kam ich beim Haus von Justins Großeltern an. Ich sah Scooter am Fenster stehen und lächelte ein bisschen. Er öffnete die Tür schon, als ich noch am Ende der Auffahrt war und ich war froh, dass hier keine Paparazzi waren, die mich fotografieren konnten.

Ich begrüßte Scooter mit einer Umarmung und sah hinter ihm Diane und Bruce stehen, die mich glücklich anlächelten. Ich hatte sie Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Über ein Jahr war es her, seit ich sie das letzte Mal in die Arme schließen konnte.

„Hey!", sagte ich erfreut. Ich umarmte erst Diane und dann Bruce und ich bekam mein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht.

„Wir sind so froh, dass du wieder mit unserem Enkel zusammen bist! Er braucht dich, Süße."

Ich wollte erst etwas von der Trennung erzählen, aber dann entschied ich mich doch dafür es bleiben zu lassen.

Ich ging ins Wohnzimmer, wo Pattie auf der Couch saß und über ihren kugelrunden Bauch strich. Lächelnd setzte ich mich neben sie und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Ist alles okay?", fragte ich sie neugierig. Sie hatte gerötete Augen, was nicht zu übersehen war.

„Ja... Scooter hat Justin 'ne Schlaftablette ins Trinken gemischt, er müsste jetzt hoffentlich schlafen", sagte sie leise.

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