Amélies Sicht:
Am nächsten Tag fing ich gegen 16 Uhr an, mich fertig zu machen. Ich verschwand im Badezimmer und duschte mich ausgiebig. Dann stellte ich mich vor den Spiegel und föhnte meine Haare. Ich sorgte dafür, dass ein paar Korkenlocken entstanden und steckte dann zwei Strähnen wie immer am Hinterkopf fest, damit sie mir nicht im Gesicht hingen.
Anschließend zog ich mir frische Unterwäsche an und begann mich zu schminken. Auf einmal wurde die Tür aufgemacht und Mac kam herein. Er lächelte mich an und leckte sich über die Lippen, als er mich nur in Unterwäsche sah.
„Schminkst du dich immer in Unterwäsche?" fragte er grinsend, „denn dann komme ich öfters ins Bad, wenn du dich schminkst."
Ich verdrehte die Augen und küsste ihn sanft.
„Ich schminke mich nur in Unterwäsche, damit kein Puder oder Make-Up ausversehen auf das Kleid kommt." murmelte ich zwinkernd.
Mac schob schmollend die Unterlippe nach vorne und schlang seine Arme von hinten um mich. Er hauchte mir einen Kuss auf das linke Schulterblatt, dort wo auch mein Tattoo war, welches ich nach wie vor nicht bereute.
„Kann ich duschen?" fragte er mich nachdenklich.
Ich nickte lächelnd und Mac zog sich aus, bevor er unter der Dusche verschwand. Während ich das Rauschen des Wassers hörte, machte ich mir ein bisschen Make-Up und Puder ins Gesicht. Anschließend betonte ich meine Wangen mit einem etwas dunkleren Rouge und auf meine Lippen machte ich mir einen dezenten Lippenstift, der natürlich kussfest war. Auf mein Lid machte ich ein ganz dunkles grau, was beinahe schwarz war, aber ich verblendete es so gut, dass es nicht zu übertrieben aussah. In den Innenwinkel vom Auge tupfte ich noch ein bisschen von meinem gold-schimmernden Lidschatten. Dann zog ich einen hauchdünnen Eyelinerstrich und auf den unteren Wimpernkranz machte ich ein bisschen Kajal. Zum Schluss schminkte ich noch meine Wimpern, bis sie lang und geschwungen waren und auch ein bisschen verklebt. Ich liebte Wimpern, die verklebt waren, aber es durfte nicht zu übertrieben aussehen.
Gerade als ich fertig geschminkt war, stieg Mac aus der Dusche und trocknete sich ab. Er wickelte sich das Handtuch um die Hüfte und kam zu mir.
„Du siehst wundervoll aus!" hauchte er gegen meine Lippen.
Ich lächelte glücklich und schaute an mir herunter.
„Aber ich hab mein Kleid noch gar nicht an!"
Mac zuckte mit den Schultern und küsste mich leidenschaftlich.
„Mit dem Kleid wirst du noch viel schöner aussehen! Ich muss wirklich aufpassen, dass du mir von keinem weggeschnappt wirst. Du wirst jedem auf dem roten Teppich die Show stehlen!" säuselte er mir mit rauer Stimme ins Ohr.
Ich biss mir leicht auf die Unterlippe und löste mich aus seiner Umarmung, damit er sich anziehen konnte.
Zuerst zog er sich eine frische Boxershorts an und dann zog er sich seine Jeans und sein T-Shirt an, welches einfarbig schwarz war. Auf den Kopf setzte er sich eine rote Cap, damit sie zu meinem Kleid passte, und fertig war er.
„Ich werde dich nie dazu kriegen, dir ein Hemd anzuziehen und ein Sakko oder?" fragte ich ihn lachend. Er schüttelte den Kopf.
„Ich bin Rapper, ich trage so etwas nicht!" er zwinkerte mir zu und setzte sich auf den Rand der Badewanne. Ich zog mir mein Kleid an und ging dann aus dem Badezimmer, um mich vor meine Schuhe zu stellen, die ich mitgenommen hatte. Wie sollte ich mich nur jemals entscheiden?
