Kapitel 150

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Amélies Sicht:


Ich starrte Nick mit offenem Mund an und schüttelte den Kopf.

„Das kann nicht sein. Michael ist mein Vater!" sagte ich leise. Nick konnte nicht mein Vater sein. Er war jahrelang mein Tanzlehrer ich hätte doch irgendwas gemerkt.

„Für dich ist er dein Vater. Er hat dich zusammen mit Monika großgezogen, aber ich bin dein leiblicher Vater." murmelte Nick und es fiel ihm überhaupt nicht leicht mir das zu sagen.

Sofort zog ich meine Hand von seiner Weg und stand auf.

„Wie.. was.. das kann nicht sein." flüsterte ich verzweifelt.

Ich wusste gar nicht wie ich mich ihm gegenüber verhalten sollte. Meine Gefühle überschlugen sich gerade. Ich vergaß beinahe zu atmen, weil ich so extrem geschockt war.

„Setz dich hin, dann erkläre ich dir alles." sagte Nick plötzlich.

Ich setzte mich hin und legte meine Hände auf meinen Schoß. Er holte tief Luft und fing an zu reden.

„Deine Mutter und ich haben uns damals in der Disko kennengelernt. Wir waren beide ein bisschen angetrunken und sind im Bett gelandet. Wir haben nicht verhütet und somit kam sie einen Monat später bei mir an und hat gesagt, dass sie schwanger ist."

Ich schaute ihn geschockt an. „Also hat meine Mutter meinen Vater betrogen?!" fragte ich. Michael war für mich nun mal mein Vater. Er war es 19 Jahre lang und er würde es auch immer bleiben, auch wenn ich gerade wütend war. Auf jeden in meiner Familie.

„Nein sie hat Michael nicht betrogen. Die Beiden waren damals nur beste Freunde. Na ja.. auf jeden Fall hab ich ihr versprochen, dass ich für sie da sein werde und sie unterstützen werde, aber letztendlich bin ich abgehauen. Ich bin umgezogen und hab deine Mutter alleine gelassen. Ich kam nicht damit klar, Vater zu werden. Ich fühlte mich nicht bereit dazu." er hatte Tränen in den Augen, während er mir das erzählte. Als er versuchte meine Hand zu nehmen, zog ich sie zurück. Ich konnte jetzt nicht seine Hand halten.

„Du wolltest mich nicht." murmelte ich verletzt.

Nick seufzte traurig und löste seinen Blick von mir.


„Nein am Anfang wollte ich dich nicht. Michael hat meine Rolle übernommen. Monika und Michael haben sich ineinander verliebt, sind zusammengezogen und haben wenig später geheiratet. Für ihn warst du immer wie seine richtige Tochter und ich bin ihm dankbar dafür, dass er für deine Mutter da war, als ich es nicht war." murmelte er leise.

Ich konnte das alles nicht glauben.

Nick hatte meine Mutter damals verlassen. Er hatte sie mit einem Kind - mit mir - sitzen gelassen und war abgehauen. Wie konnte er ihr so etwas antun? Wie konnte er mir so etwas antun?

„Wieso bist du zurück nach Berlin gekommen?" fragte ich mutig nach. Ich wollte die ganze Wahrheit wissen, bevor ich nach Hause ging, meine Sachen zusammenpackte und zu Denise ging.

Ich wollte meine Eltern nicht mehr sehen. Sie hatten mich angelogen. 19 Jahre lang. Auf Nick war ich genauso sauer.

„Ich habe es bereut, damals einfach gegangen zu sein. Ich hab mich bei Michael und deiner Mutter entschuldigt, aber deine Mum wollte nicht, dass du von der Wahrheit erfährst. Ich durfte dich nur ganz kurz sehen und habe deinen Namen erfahren. Ich hab mein Leben in Berlin normal weitergelebt, hab mein Tanzstudio eröffnet und versucht glücklich zu werden. Und dann kam plötzlich der Tag, an dem du in mein Studio kamst. Spätestens als du deinen Namen gesagt hast, wusste ich das meine Tochter vor mir steht. Deshalb war ich immer so nett zu dir. Ich wollte dich zur besten Tänzerin der Welt machen und du hast nie gewusst wer wirklich vor dir steht." gestand Nick ehrlich.

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