Amélies Sicht:
Als ich in London angekommen war, war es heir Abend und in Las Vegas vermutlich schon morgens. Ich hatte auch schon drei verpasste Anrufe von Justin, die ich natürlich nicht beantwortete, denn ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Er war bestimmt enttäuscht, weil ich einfach so gegangen war, ohne mich von ihm zu verabschieden.
Ich ging zum Hotel, wo ich zum Glück schon einchecken konnte, weil die Suite nicht besetzt war. Dort legte ich mich auch gleich wieder ins Bett und schloss die Augen.
Ich war total übermüdet, weil ich während des Fluges kaum geschlafen hatte, aber trotzdem konnte ich nicht schlafen, weil ich die ganze Zeit an Justin denken musste.
Er tat mir so unendlich leid, weil ich ihn so hinterging und er davon nichts wusste. Aber was sollte ich tun? Die Wahrheit konnte ich ihm nicht einfach sagen, dazu war ich nicht stark genug.
Ich konnte ihm nicht einfach das Herz brechen.
Obwohl ich immer weiter über Justin und über die Zukunft nachdachte, schlief ich irgendwann ein.
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Ich hatte die Autogrammstunde in London, war dann weiter nach Dublin gefahren und anschließend hielt ich mich zwei Tage in Oslo auf.
Ich hatte die ganzen letzten Tage nicht mit Justin telefoniert. Seit den Billboards versuchte er immer wieder mich anzurufen, aber ich reagierte gar nicht drauf.
Seit Oslo war Scooter mit Mac und mir unterwegs und unterstützte uns bei unseren Auftritten und auch er hatte mich sämtliche Male gefragt, wieso ich mich nicht bei Justin meldete.
Heute war ich in Wien, wo ich eine Autogrammstunde hatte und anschließend noch einen Auftritt zusammen mit Mac.
Ich zog mir ein total süßes Kleid an, denn in der Halle war es ganz schön warm und ich konnte nie genug Kleider anziehen.
Mac und ich setzten uns an einen Tisch und schrieben Autogramme für unsere Fans. Es war total süß, wie meine Fans strahlten, wenn sie mich sahen und wie viele Jungs mich heiraten wollten.
Ein Mädchen gab mir allerdings den Rest. Sie stellte sich vor mich und legte mein Album auf den Tisch. Ihre Augen waren mit Tränen gefüllt, sodass ich mir wirklich Sorgen machte. Ich würde sie auf 14 Jahre ungefähr schätzen.
„Süße nicht weinen." flüsterte ich lächelnd. Ich nahm die CD und schrieb ihr ein Autogramm rauf. Dann reichte ich sie an Mac weiter, der ebenfalls ein Autogramm verfasste.
„Ich.. ich kann nicht glauben, dass ich vor dir stehe! Du bist so talentiert! Und ich bin wirklich froh, dass du mit Justin zusammen bist, denn du und Justin, ihr seit meine Lebensretter! Durch eure Musik habe ich aufgehört mich zu ritzen. Ich wüsste nicht, was ich tun würde, wenn ihr euch trennt!" erzählte dieses Mädchen mir.
Leider wurde sie dann weggeschickt, weil der nächste an der Reihe war, aber ich schaute nur Mac an und seufzte leise.
Solche Worte ließen mich echt nicht kalt. Jetzt hatte ich noch mehr Angst, Justin zu verlassen. Ich wusste, dass ich Menschen mit der Trennung wehtun würde und das ich diejenige wäre, die Schuld an der Trennung war.
„Alles okay?" fragte Scooter mich nach der Autogrammstunde. Ich nickte stumm und ging in die Garderobe, wo ich meine Tasche nahm und dann verschwand. Tom brachte mich zum Van und wenig später stiegen noch Mac und Scooter ein.
„Wir fahren jetzt kurz zum Hotel und dann geht's zum Studio. Wir haben dort eine kleine Überraschung für dich!" sagte Scooter grinsend. Ich schaute ihn verwirrt an, aber nickte schließlich.
