Kapitel 312

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Justins Sicht:

Amélie beugte sich über mich und strich zärtlich mit ihren Fingern über meine Brust. Ich schaute ihr tief in die Augen und musste mit den Tränen kämpfen, weil ich wusste, dass sie mich verlassen würde, sobald ich ihr von Jamies Schwangerschaft erzählte.

„Ich hoffe wirklich, dass wir nie wieder Stress haben", flüsterte Amélie mit ihrer süßen Stimme gegen meine Lippen. Sie hauchte einen sanften Kuss darauf und strich mir anschließend durch die Haare.

„Du musst einen Entzug machen, Justin."

Ich leckte mir über die Lippen und schloss die Augen, damit ich sie nicht ansehen musste. Mir war bewusst, dass ich den Entzug alleine nicht schaffen würde, aber ich wollte keinen Entzug machen. Ich konnte es nicht. Die Drogen waren ein Teil meines Lebens und letzte Nacht hatte ich gemerkt, dass ich nicht ohne Ecstasy leben konnte.

„Ich denk darüber nach", murmelte ich leise. Amélie musterte mein Gesicht und zeichnete meine Wangenknochen nach, die ziemlich hervorstachen. Ihre Berührungen fühlten sich so unglaublich gut an, dass meine ganze Haut kribbelte.

„Justin darüber brauchst du nicht nachzudenken. Ohne Entzug kommst du nicht von den Drogen weg! Wenn du so weitermachst, dann überlebst du das nicht lange. Ich will nicht, dass du ein Drogen-Junkie wirst!", sagte Amélie besorgt.

Ich lachte gekünstelt und fuhr durch meine Haare.

„Das bin ich doch schon lange."

Amélie schüttelte ihren Kopf und strich mir durch die Haare.

„Noch kannst du von den Drogen wegkommen, Schatz. Du musst nur ein paar Wochen in eine Entzugsklinik", riet sie mir besorgt.

Ich hatte Angst in eine Klinik zu gehen. Der Entzug würde wehtun, das wusste ich. Es war alleine schon schlimm vom Ecstasy wegzukommen und jetzt musste ich wieder von null anfangen und das würde ich nicht schaffen.

Ich würde am Entzug kaputt gehen. Außerdem wären meine Fans enttäuscht von mir, wenn sie jetzt mitbekommen würden, dass ich drogensüchtig war.

„Ich denke darüber nach. Geh jetzt schlafen, Süße. Du siehst echt müde aus", flüsterte ich Amélie zu, um vom Thema abzulenken. Amélie gähnte in dem Moment laut, stand jedoch trotzdem nochmal vom Bett auf und zog sich einen Slip und ein T-Shirt an, bevor sie aus dem Zimmer verschwand - vermutlich ins Badezimmer.

Als sie wiederkam, legte sie sich neben mich und kuschelte sich an meine nackte Brust.

„Gute Nacht, Baby", hauchte sie liebevoll gegen meine Brust. „Ich hoffe so sehr, dass ab morgen alles besser wird und wir von vorne anfangen können."

Sie schloss ihre Augen und ich beobachtete sie dabei, wie sie langsam einschlief und sich noch enger an mich kuschelte. „Ich liebe dich", hauchte sie beinahe unverständlich.

Lächelnd hauchte ich ihr einen Kuss auf den Scheitel und hielt sie im Arm fest. Ich musste die ganze Zeit daran denken, dass ich in 9 Monaten Vater wurde. Wie sollte ich Amélie nur davon erzählen, ohne sie zu verlieren?

Ich verlor sie so oder so, denn wenn ich kein Entzug machen würde, verließ sie mich sicherlich. Und wenn sie von dem Baby erfuhr, verließ sie mich sowieso.

Dementsprechend brachte es gar nichts mit ihr zusammen zu sein, denn ich würde sie so oder so verletzen und das war das, was ich nicht wollte. Außerdem wollte ich nicht verletzt werden, beziehungsweise verlassen werden.

Das hieß wohl oder übel, dass ich einen Schlussstrich ziehen musste. Es war das Beste für uns Beide. So wurde keiner richtig übel verletzt und Amélie musste nicht mit einem Junkie zusammen sein.

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