Kapitel 288

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Amélies Sicht:

Justin starrte mich mit offenem Mund an und leckte sich über die Lippen. Er trug eine Sonnenbrille und eine graue Jogginghose. Obenrum hatte er gar nichts an, sodass ich sehen konnte, wie dünn er geworden war. Doch das war mir ehrlich gesagt egal. Mir war es egal wie scheiße es ihm ging, oder wie oft er sich in letzter Zeit übergeben hatte. Mir waren seine Depressionen egal. Er war mir egal.

„W-wieso? Was ist passiert?", fragte er schockiert.

Ich lachte, denn ich konnte es nicht glauben, dass er immer noch nicht den Mund aufmachte.

„Was passiert ist?! Erklär' du es mir, Justin! Wer war mit 'ner anderen im Bett?!", schrie ich aufgebracht. Durch mein Schreien öffnete sich die Tür vom Zimmer nebenan und Ryan und Selena kamen raus. Sie schauten uns verwirrt an, doch ich achtete nur auf Justin.

„Schatz, ich wollte das nicht!", sagte Justin, während er meine Hand in seine nahm. Ich schlug seine Hand von meiner und drückte ihn an der Brust weg.

„Komm erstmal in meine Suite. Lass uns in Ruhe reden", flehte Justin hoffnungsvoll.

Er kam nochmal zu mir, doch ich ging einen weiteren Schritt zurück.

„Ich will nicht mit dir reden, Justin! Es ist aus!"

Ich schrie ihn an und schneller als ich gucken konnte, drückte er mich gegen die Wand und küsste mich leidenschaftlich. Seine Hände lagen an meiner Hüfte und er stand so dicht vor mir, dass nicht mal ein Blatt zwischen uns passte. Ich erwiderte seinen Kuss, obwohl ich nur noch Schmerzen in meinem Herzen spürte. Verlangend bewegte er seine Lippen auf meinen, als würden wir uns danach nie wieder küssen. Er packte so viel Liebe in den Kuss, dass man fast denken konnte die Welt würde jeden Moment untergehen, und er musste mir zum letzten Mal etwas beweisen. Ich weinte, während wir uns küssten und Justin löste sich langsam von mir und sah mich an. Seine Sonnenbrille versperrte mir die Sicht zu seinen Augen.

„Hör bitte auf zu sagen, dass es aus ist. Schatz, ich liebe dich und es tut mir leid, dass ich mit Jamie ge..."

„Du kennst auch noch ihren Namen?! Schön! So betrunken kannst du ja nicht gewesen sein!", schrie ich aufgebracht.

Justin drückte mich immer noch gegen die Wand. Ich wollte ihn wegdrücken, aber er war zu stark und ließ mich nicht gehen.

„Ich war betrunken! Ich hab einen Fehler gemacht und es tut mir leid! Baby, ich liebe nur dich!", sagte Justin verzweifelt. Er lockerte seinen Griff für einen kurzen Moment, sodass ich ihn wegstoßen konnte. Justin fiel beinahe nach hinten, aber er stützte sich rechtzeitig am Türrahmen ab und sah mich traurig an.

„Hör auf zu sagen, dass du mich liebst! Du bist ein Lügner, Justin! Brich mir mein Herz nicht noch mehr! Ich weiß ganz genau, was du wolltest! Du liebst mich nicht! Du wolltest nie mit mir einen Neuanfang wagen! Du wolltest dich nur an mir rächen! Mir das Herz brechen, so wie ich es dir gebrochen habe! Und herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft! Du hast mir mein Herz in Stücke gerissen und ich hoffe du bist glücklich darüber!" Ich kreischte schon fast, weil ich so extrem wütend war.

Die Tränen liefen jetzt wie ein Wasserfall über meine Wange und Selena kam zu mir und legte einen Arm um mich. Sie strich beruhigend über meinen Oberarm und warf Justin einen enttäuschten Blick zu.

„Was erzählst du denn da, Amélie?! Verdammt, du bist mein Engel! Du bist mein Leben! Ich wollte mich nie an dir rächen! Die Nacht mit Jamie war der größte Fehler meines Lebens! Schatz, bitte lass uns in Ruhe reden."

Er klang verzweifelt, traurig und überfordert zugleich. Ich löste mich von Selenas Umarmung und ging zu Justin hin. Mit wütendem Blick stellte ich mich vor ihn.

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