Amélies Sicht:
Am Abend wollten wir schließlich Essen gehen, denn meine Mutter hatte keine Lust gehabt ein ganzes Menü vorzubereiten. Ich hatte darauf bestanden, dass meine Mutter einen Tisch im teuersten Restaurant reservierte, denn ich wollte das Essen bezahlen.
„Bist du dir sicher, dass du ins teuerste Restaurant willst? Schatz, du musst das nicht bezahlen!", sagte meine Mutter mit ernster Stimme. Ich seufzte und strich ihr über den Rüclken.
„Mum.. ich hab das Geld. Es ist okay!"
Sie nickte schließlich und verschwand wieder aus meinem Zimmer, damit ich mich in Ruhe fertig machen konnte. Ich zog mir ein enges schwarzes Kleid an, welches oben goldene Verzierungen hatte. Außerdem trug ich sehr hohe Schuhe die ebenfalls schwarz und gold waren.
Als Tasche nahm ich eine Clutch, wo ich nur mein Handy und mein Geld reinpackte.
Während ich mir dezentes Rouge auf die Wangen pinselte, klingelte mein Handy und ich strahlte über beide Ohren, als ich den Namen von meinem Freund auf dem Display sah.
„Hey Babe", flüsterte ich liebevoll.
„Hey, meine Schöne! Tut mir leid, dass ich mich noch nicht gemeldet habe, aber heute morgen hab ich meinen Großeltern in der Küche geholfen und dann gab es frühstück, dann hab ich Zeit mit meiner Mum verbracht und.."
„Justin, es ist doch okay! Ich war auch ziemlich beschäftigt", murmelte ich lächelnd. Ich setzte mich auf mein Bett und genoss das Gefühl, wie meine Schmetterlinge in meinem Bauch flogen, wenn ich mit Justin telefonierte.
„Wie sind deine Großeltern?", fragte er mich neugierig.
„Total lieb! Und sie denken, dass du ein ganz bodenständiger Junge bist, der niemals Drogen anrühren würde", gestand ich ihm ehrlich.
„Hast du ihnen gesagt, dass ich gerade auf Ecstasyentzug bin?", flüsterte Justin unsicher. Ich seufzte und lächelte meine Großmutter an, die gerade in der Tür stand.
„Nein. Ich wünschte du wärst hier. Ich vermisse dich, Baby!", hauchte ich traurig ins Handy.
„Ich vermisse dich auch, Schatz. Wir sehen uns in einer Woche! Du.. ich muss jetzt auflegen.. muss meinen Großeltern noch ein bisschen helfen", sagte Justin mit sanfter Stimme.
„Ja, ich muss auch los... Ich liebe dich."
Ich konnte mir richtig vorstellen, wie Justin jetzt in Stratford saß und lächelte.
„Ich liebe dich auch!"
Dann legte ich auf und packte mein Handy wieder in die Clutch. Lächelnd stellte ich mich vor den Spiegel und schminkte mich weiter, während meine Oma reinkam und sich auf mein Bett setzte.
„Kommt Justin an Weihnachten gar nicht?", fragte sie neugierig. Ich schüttelte den Kopf und sah sie an.
„Er ist bei seiner Familie in Kanada! Wir sehen uns erst an Silvester wieder", flüsterte ich traurig. Ich vermisste Justin jetzt schon so sehr, obwohl wir erst einen Tag voneinander getrennt waren.
„Schade, ich hätte ihn gerne kennengelernt. Auch wenn ich kaum Englisch kann!", scherzte sie lachend. Ich grinste und tuschte meine Wimpern schnell, bevor ich mich neben meine Großmutter setzte.
„Ich übersetze dann für dich, wenn du ihn kennenlernst!"
Meine Großmutter sah mich von oben bis unten an und strahlte über beide Ohren.
„Der Junge kann sich wirklich glücklich schätzen so eine wunderschöne Frau an seiner Seite zu haben", murmelte sie freundlich.
„Danke."
