Amélies Sicht:
Als ich am nächsten Morgen aufwachte und meine Augen langsam öffnete, spürte ich als allererstes das Pochen in meinem Kopf. Wie viel hatte ich gestern eigentlich getrunken? Ich konnte mich nicht daran erinnern, mich schlafen gelegt zu haben. Ich öffnete meine Augen nur zu einem kleinen Schlitz und schaute in ein Zimmer, dass mir unbekannt war. Verwirrt schaute ich neben mich auf den Boden, wo ich meine Sachen liegen sah und die von... Sean.
Ich schaute links neben mich und zuckte zusammen, als ich Sean neben mich liegen sah. Er schlief noch und hatte die Decke bis zu seinem Bauchnabel gezogen.
Ich schaute bei mir unter die Decke und sah meinen nackten Körper. Was war passiert? Verdammt, ich hatte den totalen Filmriss und konnte mich an nichts mehr erinnern.
Plötzlich drehte Sean sich um und schaute mich lächelnd an.
„Du bist wach." stellte er mit verschlafener Stimme fest. Ich zitterte am ganzen Körper und zog aus Reflex die Decke noch mehr an mich ran. Ich hatte Angst, dass er irgendwas von mir sehen könnte, was er nicht sehen sollte. Obwohl ich vermutete, dass er sowieso schon alles gesehen hatte.
„Was ist gestern passiert?" fragte ich ihn ängstlich.
Sean rieb sich über die Augen und gähnte erstmal.
„Woran kannst du dich denn noch erinnern?" konterte er neugierig.
Er stand auf und ich sah seinen entblößten Körper. Sofort hielt ich mir die Hände vor den Mund und schüttelte den Kopf.
„Zieh dir was an!" keifte ich genervt.
Sean lachte und ich hörte, wie er sich eine Boxershorts und danach eine Jogginghose anzog.
„Es gibt nichts, was du nicht schon gesehen hast." flüsterte er leise.
Ich nahm die Hände von meinem Gesicht und riskierte einen Blick zu Sean, der zum Glück tatsächlich angezogen war.
„Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass Mac und Justin sich geprügelt haben und das Mac meinte, er will mich die Nacht über nicht sehen und ich solle woanders... schlafen." Das letzte Wort kam nach einem kurzen Zögern über meine Lippen, denn offensichtlich hatte ich nicht nur woanders sondern auch mit jemand anderem geschlafen.
„Ja und wie du siehst hast du bei mir geschlafen." sagte Sean. Er ging seelenruhig durch das Schlafzimmer und sammelte seine Sachen vom vorigen Abend zusammen.
„Sean... was ist vergangene Nacht passiert?" fragte ich ihn noch einmal laut und deutlich, wobei mein Kopf immer noch dröhnte. Ich brauchte dringend 'ne Kopfschmerztablette!
„Wenn du es genau wissen willst und es dir noch nicht denken konntest.. wir hatten Sex! Heißen Sex!" sagte er zwinkernd. Ich starrte ihn mit offenem Mund an und schüttelte verzweifelt den Kopf. Er ging zu seinem Koffer und suchte sich ein frisches T-Shirt heraus, welches er sich überzog.
„Du lügst!" knurrte ich leise in der Hoffnung, dass er mich wirklich nur auf den Arm nahm.
„Nein ich lüge nicht. Der Beweis für unseren heißen Sex hast du auf meinem Rücken." Er zog sich das T-Shirt hoch und ich starrte auf seine Schulterblätter, die ein bisschen zerkratzt waren. Ich schüttelte wieder den Kopf und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
„Das darf nicht wahr sein! Nein, nein, nein! Du Idiot! Wieso hast du mit mir geschlafen, obwohl ich sturzbetrunken war?!" schrie ich aufgebracht.
„Was erwartest du von mir? Ich bin ein Typ, ich hab meine Bedürfnisse, ich hab selbst getrunken und was soll ich bitte machen, wenn du dich halbnackt auf mich schmeißt! Glaubst du da kann auch nur irgendein Typ widerstehen?" keifte Sean als Antwort zurück.
