Justins Sicht:
Heulend stand ich vor der Tür und brach schließlich zusammen. Mir war klar, dass sie mir nicht so einfach verzieh, aber wieso ließ sie mich nicht mal mit sich reden? Ich wollte in Ruhe mit ihr Reden und mich so ausführlich wie möglich entschuldigen. Das ich sie geschlagen hatte war wirklich das allerletzte. Niemals würde ich ein Mädchen schlagen und jetzt war es auch noch meine große Liebe. Ich kam nicht damit klar.
Wieso musste ich alles kaputt machen? Verdammt!
Ich wusste doch, wie wichtig ihr Ehrlichkeit war. Ich hatte es verbockt. Sie hatte mich verlassen. Es war vorbei. Das einzige Mädchen, was ich über alles liebte, wollte nichts mehr von mir wissen. Und das leider zu Recht.
Mein Herz tat weh. Es zersprang in tausend Einzelteile, wenn ich daran dachte, dass ich sie nie wieder umarmen oder küssen konnte. Wahrscheinlich zog sie jetzt zurück nach Deutschland und ließ mich ganz alleine in Amerika sitzen. Meine Fans würden sich freuen, weil ich wieder Single war, aber ich wollte nicht Single sein! Ich wollte die Liebe meines Lebens zurück! Ich wollte Amélie!
Wieso musste ich so dumm sein und alles kaputt machen? Ich hatte selber Schuld, dass sie mich nicht mehr wollte. Trotzdem wusste ich, dass ich kämpfen musste. Amélie und ich gehörten zusammen, dass sah doch jeder Blinde.
Aber vielleicht sollte ich sie erstmal ein bisschen in Ruhe lassen, damit sie nachdenken konnte. Für sie musste es ein großer Schock gewesen sein, als ich sie geschlagen hatte. Es war für mich selber ein großer Schock. Ich hatte niemals beabsichtigt, sie zu schlagen.
Bevor ich aus dem Hotel verschwand, wischte ich mir allerdings die Tränen aus dem Gesicht. Die Paparazzi mussten schließlich nicht wissen, dass ich geweint hatte, auch wenn sowieso morgen überall stehen würde, dass Amélie und ich getrennt waren.
Ich zog mir die Kapuze über den Kopf und verschwand so schnell wie möglich aus dem Hotel. Als ich endlich in meinem Auto saß und losgefahren war, dachte ich, dass ich die Papz los wäre, aber folgten sie mir bis vor meine Haustür wo noch weitere auf mich warteten.
„Habt ihr euch getrennt?"
„Hast du sie betrogen?"
„Wieso ist Amélie im Hotel?"
„Was hatten die Rosen zu bedeuten?"
Nur solche Fragen prasselten auf mich ein, aber ich ignorierte sie ganz gekonnt. Sollten sie doch denken, was sie wollten. Ich hatte keine Lust, etwas dazu zu sagen. Vor allem war ich gar nicht dazu in der Lage.
Nachdem ich meine Haustür abgeschlossen hatte, kam mir Chio entgegengerannt. Unser Hund war das Einzige, was mir noch von Amélie blieb. Außer, sie nahm ihn mit nach Deutschland, dann hätte ich gar nichts mehr von ihr.
Verzweifelt ging ich ins Schlafzimmer und warf mich auf das Bett. Der Teddy, den ich ihr geschenkt hatte, fiel auf den Boden. Sie hatte ihn wirklich hier gelassen. Sie wollte mich nicht mehr.
Verletzt hob ich den Teddy auf und kuschelte mich an ihn. Noch nie hatte ich mich so einsam gefühlt. Jetzt wusste ich, wie es sich anfühlte, alles zu verlieren.
Ich hatte noch meine Musik, aber was war die schon wert ohne Amélie? Mein Leben hatte absolut keinen Sinn ohne sie, ich musste sie zurückgewinnen.
Aber wie?
Amélies Sicht:
Ich lag auf dem Boden und heulte Rotz und Wasser. Wieso tat es so sehr weh, ihn gehen zu lassen? Wieso wollte ich ihn trotz allem was er getan hatte immer noch so sehr? Ich wusste nicht, was ich tun sollte, um ihn zu vergessen. Ich hielt diese Schmerzen in mir nicht aus.
