Kapitel 231

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Amélies Sicht:


Ich wartete sehnsüchtig und die Sekunden schienen nicht zu verstreichen, obwohl eigentlich erst zwei Minuten vergangen waren. Austin kam fünf Minuten später mit zwei Bechern wieder und drückte mir eine heiße Schokolade in die Hand und setzte sich neben mich.

„Danke." murmelte ich lächelnd.

Wir schauten auf die große Eisfläche, auf der wir vorhin noch gesessen hatten und uns geküsst hatten und sofort formten sich meine Lippen zu einem Lächeln.

Die heiße Schokolade wärmte meine Hände etwas auf und als ich einen Schluck trank spürte ich auch ein bisschen mehr Wärme in meinem Körper. Austin hatte sich auch schon lange die Schlittschuhe ausgezogen und trug jetzt wieder seine knallroten Schuhe. Ich sah ihn von der Seite an und holte tief Luft.

„Wir sollten uns besser kennenlernen. Dazu datet man sich immerhin, oder nicht?" fragte ich ihn grinsend. Austin nickte zufrieden und hielt seine Tasse in der linken Hand, während er mit der rechten meine Hand nahm und unsere Finger miteinander verschränkte.

„Was willst du wissen?" fragte er neugierig.

Ich dachte kurz nach und dann fiel mir eine Frage ein.

„Wie bist du berühmt geworden?"

Austin schaute auf den Boden und grinste. Er nahm einen weiteren Schluck von seiner Schokolade und sah mir dann wieder in die Augen.

„Ich hab schon immer für mein Leben gerne gesungen und irgendwann hatten mein bester Freund, Alex, und ich die Idee Videos auf YouTube hochzuladen. Mein Manager hat mich entdeckt und mich nach Miami geholt."

Ich sah ihn mit gerunzelter Stirn an. Seine Geschichte erinnerte mich ein bisschen an Justins. Ich fand es echt bewundernswert wenn jemand über YouTube berühmt wurde. Aber ehrlich gesagt war ich froh, dass Austin ein Star war, denn sonst hätte ich ihn vermutlich nie kennengelernt.


„Wo kommst du ursprünglich her?" wollte ich lächelnd wissen.

„Aus Texas."

„War es für dich schwer von Texas nach Miami zu ziehen und deine ganzen Freunde alleine zu lassen?" fragte ich neugierig. Ich wusste ja wie es war seine Eltern in einem anderen Land zu lassen, ja sogar auf einem anderen Kontinent und für mich war es damals nicht leicht gewesen, doch jeder sah einen Umzug anders.

Austin schluckte den nächsten Schluck seiner Schokolade runter und nickte.

„Es war schon komisch, aber ich wusste, dass ich diesen Schritt gehen muss um meinen Traum leben zu können. Und meine Mutter hat sich sowieso gefreut endlich mal einen anderen Ort zu sehen."

Mir schwirrten noch so viele Fragen durch den Kopf, aber ich wollte ihn jetzt nicht alles fragen, immerhin wollte er auch noch etwas über mich wissen. Trotzdem entschied ich mich dafür mindestens fünf Minuten noch etwas über ihn zu erfahren.

„Was ist mit deinem Vater? Findet er es gut, dass du deinen Traum als Sänger lebst?" fragte ich lächelnd.

Austin schaute auf den Boden und sah plötzlich ziemlich geknickt aus.

„Ich weiß es nicht... ich kann mich nicht an ihn erinnern, er ist gestorben, als ich 16 Monate alt war... an Krebs." flüsterte er leise.

Ich schaute ihn mit offenem Mund an und wusste gar nicht, was ich darauf antworten sollte. Wir hatten eine Gemeinsamkeit, denn wir hatten unseren leiblichen Vater beide durch Krebs verloren. Nur das ich jahrelang nicht wusste, dass Nick mein Vater war und Austin sich nicht an seinen Vater erinnern konnte.

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